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Knoblauchsrauke – Aussaat, Pflege & Ernte der Würz- & Heilpflanze

Wer die Knoblauchsrauke selbst anbaut, hat damit immer ein wahres Allroundtalent parat. Denn sie ist Würz- und Heilpflanze in einem.

Knoblauchsrauke
Die Knoblauchsrauke ist ein tolles Würzkraut – © M. Schuppich / stock.adobe.com

Ihren Namen erhielt die Knoblauchsrauke aufgrund des typischen Knoblauchgeruchs, der zustande kommt, wenn man die Blätter zwischen den Händen reibt. Weniger bekannt ist hingegen der botanische Name. Er lautet „Alliaria petiolata“. Vielleicht haben Sie aber schon mal die Bezeichnungen Knoblauchhederich, Lauchkraut, Knoblauchsenf oder Knoblauchkraut gehört. Das alles sind weitere Namen für die Knoblauchsrauke.

Herkunft

Die Würz- und Heilpflanze, die aus der Familie der Kreuzblütengewächse stammt, hat ihre Wurzeln in Europa und Vorderasien. Doch immer öfter ist sie auch in unseren Gärten zu finden, da sie unkompliziert anzubauen und gut zu pflegen ist. Die relativ unscheinbar wirkende Staude findet man aber auch relativ leicht in der Natur, wo sie neben Giersch und Brennnesseln wächst.

Das einfach zu ziehende Gewächs war besonders im Mittelalter, insbesondere in der gesellschaftlichen Unterschicht beliebt. Denn die Knoblauchsrauke lieferte den passenden Geschmack, sofern man sich eine spezielle Würze nicht leisten konnte. Damals war sie daher der perfekte Ersatz für Pfeffer und Knoblauch. Und auch noch heute lassen sich die Blätter der Knoblauchsrauke gut in der Küche verwenden, um verschiedenen Gerichten mehr Würze zu verleihen. Sie wird neben ihrem Einsatz in der Küche aber auch gerne als Heilpflanze eingesetzt.

Kurzer Steckbrief zur Knoblauchsrauke

Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)
weitere Namen: Knoblauchhederich, Lauchkraut, Knoblauchsenf, Knoblauchkraut
Familie: Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
Wuchshöhe: ca. 20 bis 100 cm
Wuchsform: Staude, die aufrecht wächst und Horste bildet, buschige Erscheinung
Standort: sonnig bis Halbschatten
Boden: lehmig sandiger Boden mit neutralem pH-Wert, nährstoffreich mit hohem Humusgehalt
Überwinterung: winterhart
Besonderheit: enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe und Vitamine

Standort und Boden

Um die Knoblauchsrauke im Garten anpflanzen zu können, benötigt sie einen Platz, der zwar in der Sonne liegt, die Pflanze davon jedoch nicht den ganzen Tag angestrahlt wird. Sie gedeiht auch gut im Halbschatten. Daher ist es ratsam sie am besten unterhalb von Bäumen anzupflanzen, sofern diese vorhanden sind.

An ihren Boden stellt die Staude nicht allzu viele Ansprüche. Er sollte sandig und lehmig sein und einen relativ neutralen pH-Wert aufweisen. Überprüfen lässt sich dieser mit einem pH-Wert Bodentest. Wenn der Boden dann noch genügend Nährstoffe und Humus enthält, wächst die Pflanze gut heran. Sie ist zwar gegen Kalk tolerant, es sollte jedoch nicht zu viel davon in der Erde enthalten sein.

Aussaat und Pflege

Die Knoblauchsrauke gibt es sowohl als Samen, als auch als Setzling zu kaufen. Wer möchte und weiß, worauf er achten muss, kann eine Samenschote beim Waldspaziergang auflesen und aus den enthaltenen Samen kleine Pflanzen heranziehen.

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Setzt Sie die Samen direkt ins Land, ist der Herbst der richtige Zeitpunkt dafür. Denn zum Keimen benötigt die Pflanze niedere Temperaturen. Eine Kultivierung auf dem Balkon ist ebenfalls möglich.

Was die Pflege angeht, benötigt die Staude viel Wasser. Sie sollte also regelmäßig gegossen, aber nicht übergossen werden. Kommt es zu einer längeren Trockenheit, muss sie zusätzlich gewässert werden.

Ernte

Knoblauchsrauke Ernte
Erntezeit ist zwischen März und Mai – © Madeleine Steinbach / stock.adobe.com

Haben Sie von Anfang an vor, die Knoblauchsrauke in der Küche oder als Heilpflanze zu verwenden, sollten Sie diese regelmäßig ernten. Somit lässt sich die Blütezeit hinauszögern. Idealerweise wird sie jedoch zwischen März und Mai geerntet.

Verwendung

Verwenden können Sie ohne Bedenken die Blätter, Blüten, Wurzeln und Samen. Schneiden Sie die Pflanzenteile klein und geben Sie diese als Würzkraut ins Gericht, wirken sie wie Knoblauch und Pfeffer und verleihen dem Essen einen würzigeren Geschmack. Doch auch in anderen Gerichten wie Kräuterbutter oder verschiedenen Dips macht sich die Pflanze gut.

Besonders wertvoll sind die Inhaltsstoffe der Knoblauchsrauke. Neben Saponinen und Knoblauchöl sind ätherische Öle und viel Vitamin C in der Pflanze vertreten. Die Blätter können deshalb sehr gut zu einem Tee aufgebrüht werden. Diesen können Sie dann zur Behandlung von Verdauungsstörungen einsetzen. Die Inhaltsstoffe der Knoblauchsrauke wirken:

  • antiseptisch
  • schleimlösend
  • harntreibend
  • wundheilend

Ihre Eigenschaften lassen sich also auch zur Verbesserung von Erkältungsbeschwerden oder zur Behandlung von Entzündungserscheinungen im Mundraum einsetzen. Neben der Verwendung als Tee ist aber auch der Einsatz als Kompresse möglich. Als breiiger Umschlag ist er zum Beispiel bestens geeignet, um den Juckreiz von Insektenstichen zu lindern.

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