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Kokardenblume – Pflanzen, pflegen und überwintern

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Die Kokardenblume wächst besonders rasch und ist als Gartenblume aufgrund ihres lang anhaltenden Blütenflors ausgesprochen beliebt. Noch dazu ist sie recht pflegeleicht.

Kokardenblume
© bildermacher_tom – Fotolia.com

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Kokardenblume erstreckt sich von den USA bis nach Südamerika. Die auch als Papageienblumen bezeichnete Pflanzengattung zählt zur Familie der Korbblütengewächse. Durch Auslese und Züchtung sind eine ganze Reihe an verschiedenen Sorten entstanden. Die Wuchshöhen dieser hübschen und haltbaren Schnittblume reichen von 30 bis 70 Zentimeter. Kokardenblumen kommen in Beeten und Rabatten sehr gut zur Geltung und eignen sich bestens als Hingucker in einem bunten Sommerstrauß. Die Kokardenblume eignet sich aber auch für den Kübel.

Die Pflanze ist durch langzettliche, ganzrandige Blätter gekennzeichnet und passt perfekt in einen Präriegarten. Die ein- oder zweifarbigen Zungenblüten erscheinen zwischen Juni und September. Eine häufige Kennzeichnung der körbchenförmigen Blütenstände ist eine mittige rote Scheibe. Bei den Einzelblüten herrschen die Farben Rot und Gelb vor.

Wann blüht die Kokardenblume?

Die Kokardenblume ist ein Sommerblüher. Es ist eine ganze Reihe an unterschiedlichen Sorten erhältlich, welche allesamt schnell wachsen und zwischen Juni und Oktober durchweg blühen. Ein sonniger Standort und ein lockerer und nährstoffreicher Boden sorgen für beständige Blütenfülle. Entfernen Sie verblühte Blütenstände regelmäßig, bringen die Pflanze umso schneller neue Blütenköpfe hervor.

Wichtig:
Entfernen Sie die verblühten Blütenstände nicht rechtzeitig, kann es vorkommen, dass sich die Kokardenblume selbst aussät.

Arten und Herkunft

Die ursprüngliche Heimat der Kokardenblume ist Amerika. Daher hat die Pflanze mit den klimatischen Bedingungen in unseren Breiten kaum Probleme. In ihrer abgestammten Heimat kommt die Kokardenblume in etwa 25 verschiedenen Arten vor. In unseren Gärten finden sich ausdauernde und robuste Hybriden, welche sich auch sehr gut miteinander kombinieren lassen. Die auch Malerblume genannte Pflanze beeindruckt durch einen umfangreichen Artenreichtum. Besonders beliebte Sorten sind z.B.:

❍ Kokardenblume Burgunder:

Kennzeichnend für diese Sorte sind die kräftigen, tiefroten Blüten. Die großblumige Kokardenblumenart eignet sich sehr gut für die Bepflanzung von Staudenbeeten. Auch als Schnittblume kann diese Sorte beeindrucken. Die Pflanze wächst kompakt und buschig und kann bis 70 Zentimeter in die Höhe wachsen. Die Blütezeit liegt zwischen Juli und September.

❍ Kokardenblume Kobold:

Die Kokardenblume Kobold zählt zu den beliebtesten Arten. Zwischen Juli und Oktober zeigen sich die rot-gelben Blütenköpfe. Mit einer Wuchshöhe von etwa 30 Zentimetern zählt die Pflanze zu den kleinsten Vertretern der Kokardenblumen. Die buschige Staude gibt sich mit wenig Platz zufrieden. Auf Grund der geringen Höhe ist diese Sorte eine beliebte Steingartenpflanze. Die Schnittblumen finden Verwendung in Biedermeiersträußen oder werden auch als Streublumen genutzt.

❍ Kokardenblume Tizzy:

Die Kokardenblume Tizzy zeichnet eine kräftige, kompakte Wuchsform aus. Ihre roten Blüten zeigt die Pflanze zwischen Juni und September. Die trompetenförmigen Röhrenblüten erscheinen besonders zahlreich und erinnern in den Farbschattierungen Rot, Terrakotta und Gelb an einen stimmungsvollen Sonnenuntergang. Auch als Kübelpflanze ist Tizzy beliebt.

❍ Kokardenblume Bremen:

Mit einer Wuchshöhe von etwa 70 Zentimetern zählt die Kokardenblume Bremen zu den größten Vertretern der Pflanzengattung. Die dunkelroten und besonders auffälligen Blüten erscheinen zwischen Juli und September.

Der ideale Standort für die Kokardenblume

Eine direkte Aussaat kann ab Ende April erfolgen. Die Anzuchterde sollte feucht sein. Für eine schnelle Keimung benötigen die Samen einen hellen Standort. Der Standort im Freiland sollte sonnig bis halbschattig und geschützt gewählt werden. Je dunkler die Pflanze steht, desto weniger Blüten werden sich zeigen. Da die Stängel bei Wind sehr schnell brechen, sollte die Kokardenblume zudem windgeschützt stehen. Als idealer Standort erweist sich ein Platz in der Nähe von Mauern oder Hauswänden. Dies bietet der Pflanze Schutz und erleichtert gleichzeitig das Überwintern, da der Boden an Mauern weniger frostanfällig ist.

Bei der Pflanzung müssen Sie auch auf die Bodenqualität achten. Die Pflanzen vertragen keine schweren Lehmböden. Eine Bodenlockerung durch das Einbringen von Sand kann hier Abhilfe schaffen. Ein lockerer und nährstoffreicher Boden ist die Basis für gesunde Pflanzen und eine reiche Blüte. Der Boden sollte stets feucht sein, doch Staunässe verträgt die Pflanze nicht. Eine Drainage kann dazu beitragen, die Bodenqualität zu verbessern.

Im Beet harmonieren Kokardenblumen übrigens sehr gut mit Gartennelken oder Buntnesseln. Sonnenblumen sollten Sie hingegen in einem ausreichenden Abstand zur Kokardenblume pflanzen. Die Pflanzen würden ansonsten der Kokardenblume wichtige Nährstoffe entziehen. Achten Sie auf all diese Gegebenheiten, werden sich die Pflanzen gut entwickeln und Sie bereits im Pflanzjahr mit einer üppigen Blüte beeindrucken.

Kokardenblumen aussäen – So wird’s gemacht

❶ Die Aussaat ist ab März im Haus möglich. Befüllen Sie dazu zunächst einmal Pflanztöpfe mit Anzuchterde.

❷ Dann die Samen in die Töpfe geben und nicht mit Erde bedecken. Bei 15 bis 18 Grad erfolgt die Keimung dann innerhalb von zwei Wochen.

❸ Vier bis sechs Wochen nach der Aussaat können Sie die Pflanzen in 6-cm-Töpfe pikieren. Temperaturen zwischen 12 und 15 Grad sind dann ausreichend.

❹ Nach den Eisheiligen können Sie die Blumen auspflanzen. Halten Sie dabei einen Pflanzabstand von 25 bis 35 Zentimeter ein.

Kokardenblumen pflanzen – Schritt für Schritt erklärt

Die beste Pflanzzeit für das Pflanzen von Kokardenblumen liegt Mitte Mai. Gehen Sie dabei am besten wie folgt vor:

❶ Wählen Sie einen sonnigen Standort aus.

❷ Lockern Sie schwere Böden mit Sand oder Kompost auf.

❸ Das Pflanzloch zirka 15 Zentimeter größer als den Staudenumfang ausheben.

❹ Zwischen den Pflanzen einen Abstand von etwa 40 Zentimetern einhalten.

❺ Nun die Pflanze vorsichtig in das Pflanzloch setzen. Dabei die Wurzeln schonen.

❻ Abschließend das Beet noch mulchen, um für eine gleichmäßige Feuchtigkeit zu sorgen.

❼ Nach erfolgter Pflanzung müssen Sie die Pflanze kräftig angießen. Gießen Sie jedoch mit Bedacht, denn Staunässe darf nicht entstehen.

Tipp:
Bei besonders festen Böden können die Kokardenblumen einen kleinen Hügel als Pflanzstelle erhalten. Dies sorgt dafür, dass Wasser ungehindert abfließen kann und Staunässe vermieden wird. Hochwüchsige Kokardenblumenarten sollten zudem ein Gerüst als Stütze erhalten, damit die Stängel bei Regen und Wind nicht abknicken.

Kokardenblumen richtig gießen und düngen

Das Gießen sollten Sie nicht vergessen, es sollte aber mit Bedacht geschehen, denn Staunässe müssen Sie unbedingt vermeiden. Daher müssen Sie für eine Drainage sorgen oder einen erhöhten Standort wählen. Gießen Sie die Kokardenblumen niemals bei voller Sonneneinstrahlung. Die besten Gießzeiten sind morgens und abends. Bei anhaltender Trockenheit können auch mehrmals täglich Wassergaben erforderlich sein.

Tipp:
Die Pflanze verträgt Trockenheit besser als Staunässe. Es gilt also, einen guten Mittelweg zu finden. Damit der Boden nicht austrocknet, bietet es sich an, eine Mulchschicht aufzutragen. Ein gut durchlässiger Boden verhindert ebenfalls, dass sich Wasser staut.

Damit die Kokardenblume mit reicher Blüte überzeugt, werden reichlich Nährstoffe benötigt. Verabreichen Sie im Frühling einen Langzeitdünger, ist die Pflanze die nachfolgenden Monate mit ausreichend Nährstoffen versorgt. Handelsüblichen Flüssigdünger sollten Sie etwa alle zwei bis drei Wochen dem Gießwasser beigegeben. Verabreichen Sie am besten einen mineralisch-organischen Dünger mit Guano. Die empfohlene Menge liegt dabei bei 20 bis 30 g/m².

Sollten Kokardenblumen zurückgeschnitten werden?

Um die blühfreudige Staude nicht in ihrem Eifer zu bremsen, ist ein regelmäßiger Rückschnitt durchaus zu empfehlen, denn dieser fördert die Blüte. Durch den Rückschnitt wird die Bestockung angeregt und die Pflanzen wachsen besonders buschig. Nach der Blüte sollten Sie die Kokardenblumen auf etwa eine Handbreite über dem Boden zurückschneiden. Danach kann die Pflanze zahlreiche neue Triebe ausbilden und sich damit für den nahen Winter stark machen.

Wie lässt sich die Kokardenblume vermehren?

Kokardenblumen
© Torsten Dietrich – Fotolia.com

Die Vermehrung der Pflanzen ist ohne Problem möglich. Größere Pflanzen lassen sich einfach mit einem Spaten teilen. Dies geschieht am besten im Frühjahr, damit den neuen Pflanzen über den Sommer ausreichend Zeit bleibt, gut anzuwachsen und sich zu entwickeln. Das Teilen der Pflanzen sollten Sie nicht versäumen, denn Kokardenblumen wuchern sehr stark und zeigen sich dann eher blühfaul.

Auch durch Samen lassen sich die Pflanzen vermehren. Bei einjährigen Sorten bietet es sich an, die Samen aufzubewahren und neue Pflänzchen heranzuziehen. Dabei gilt es das zu beachten:

  • Pflanzen ab März im Haus vorziehen
  • Anzuchterde sollte feucht, aber nicht nass sein
  • Keimdauer bei Zimmertemperatur: 10 bis 14 Tage
  • ab Mitte Mai können die Pflanzen ins Freie

Kokardenblumen richtig überwintern

Mehrjährige Arten sind nicht wirklich robust, was das Überwintern betrifft. Viele Pflanzen faulen unter der Schutzschicht sehr leicht. Ein Winterschutz aus Reisig, Laub oder Torf ist allerdings notwendig. Um einem möglichen Faulen vorzubeugen, können Sie auch Gartenvlies als Winterschutz verwenden. Die Abdeckung nicht zu fest anbringen, damit es möglich ist, dass sich darunter noch wärmende Luftposter bilden können.

Gut für den Winter gerüstet sind Kokardenblumen auch, wenn Sie sie nach der Blütezeit komplett zurückschneiden und den neu ausgebildete Blattschopf erst im Frühling zurückschneiden.

Krankheiten und Schädlinge der Kokardenblume

Auch wenn sich der Pflegeaufwand bei der Kokardenblume eher in Grenzen hält, nicht immer bleibt die Pflanze von Schädlingen und Krankheiten verschont. Begünstigt werden Krankheiten durch einen zu nassen Standort. Dann kann es zur Schimmelbildung kommen und die Pflanzen beginnen zu faulen. Ein zu schattiger Stand wird bewirken, dass die Pflanze allgemein in ihrer Wachstumsleistung zurückbleibt und nur wenige Blüten ausbildet. Hier die wichtigsten Schädlinge und Krankheiten im Überblick:

❍ Blattläuse:

Blattläuse befallen häufig Pflanzen aller Art. Die Schädlinge sind bei näherem Betrachten der Pflanze gut auszumachen.

Was ist zu tun?

  1. Besprühen Sie die Pflanzen mit einer Lauge aus Schmierseife.
  2. Gießen Sie sie mit Brennnesseljauche (Anleitung Brennnesseljauche selber machen).

❍ Schaumzikaden:

Schaumzikaden sind etwa acht Zentimeter große Insekten, die sich bevorzugt auf Kokardenblumen niederlassen. Ein Befall ist an einen Belag zu erkennen, welcher sich auf Stängeln und Stielen der Pflanze abzeichnet. Diese Absonderung wird als Kuckucksspeichel bezeichnet.

Was ist zu tun?

  1. Sprühen Sie betroffene Pflanzen mit einem hartem Wasserstrahl ab.
  2. Kontrollieren Sie die Pflanze regelmäßig auf verbliebene Larven.

❍ Mehltau:

Steht die Pflanze zu feucht oder zu dunkel, ist die Kokardenblume gefährdet von Mehltau befallen zu werden. Dabei wird zwischen echtem und falschem Mehltau unterschieden. Der echte Mehltau hinterlässt einen weißlichen, an Mehl erinnernden Belag auf Blüten und Stängeln. Beim falschen Mehltau zeichnen sich zusätzlich braune oder gelbe Stellen ab.

Was ist zu tun?

  1. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile. Diese gehören nicht auf den Kompost!
  2. Falschen Mehltau sollten Sie mit Knoblauchsud behandeln (Anleitung Knoblauchsud selber machen).
  3. Echten Mehltau hingegen mit kieselsäurehaltigen Mitteln behandeln.
  4. Kontrollieren Sie die Pflanzen regelmäßig auf einen Neubefall.
  5. Eventuell ist eine Nachbehandlung erforderlich.

Foto1: © bildermacher_tom - Fotolia.com, Foto2: © Torsten Dietrich - Fotolia.com

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