Wenn Sie im Herbst Stauden pflanzen möchten, steht dem nicht im Wege. Bis zum Frost können die Stauden dann noch wachsen und an Kraft gewinnen.

Stauden zu pflanzen, ist eigentlich keine Hexerei. Dennoch gibt es dabei ein paar wichtige Punkte zu beachten. Diese beziehen sich auf den Pflanzzeitpunkt, das richtige Pflanzen und die Pflege der Stauden, denn diese benötigen schon ein wenig Unterstützung, um sich kräftig entwickeln zu können.

Wann werden Stauden gepflanzt?

Die beste Pflanzzeit für Stauden hängt weniger vom Kalendermonat ab als von der Staudenart selbst, von ihrer Frostempfindlichkeit und davon, ob sie geteilt oder neu gesetzt wird. Grundsätzlich eignen sich Herbst, Spätsommer und Frühjahr, jede Jahreszeit bringt aber ihre eigenen Vorteile und passt zu unterschiedlichen Pflanzen.

Stauden im Herbst pflanzen

Der Herbst gilt als die klassische Pflanzzeit für Stauden. Etwa von Mitte September bis in den Oktober hinein, in milden Lagen auch noch im November, ist der Boden von den Sommermonaten her noch warm, während die kühlere Luft die Verdunstung verringert. Die Stauden wurzeln dadurch gut ein und starten im Frühjahr bereits kräftig durch.

Besonders geeignet für die Herbstpflanzung sind Akelei, Gämswurz, Bergenie und Küchenschelle. Auch die Pfingstrose pflanzen Sie am besten im Herbst, auch wenn sie bis zur vollen Blüte drei bis vier Jahre benötigt. Elfenblumen, Schwertlilien und winterharte Gräser gedeihen ebenfalls gut, wenn sie vor dem Frost noch einige Wochen Zeit zum Einwurzeln bekommen.

Stauden im Spätsommer pflanzen

Der Spätsommer eignet sich besonders für Stauden, die geteilt oder umgesetzt werden sollen, aber auch für nässeempfindliche Pflanzen. Etwa Mitte August bis Mitte September ist der Boden nach den warmen Sommermonaten noch aufgewärmt, während die größte Hitze meist nachlässt. Das begünstigt die Wurzelbildung, ohne die Pflanzen zusätzlich zu belasten. Gut gedeihen in dieser Zeit Frauenmantel, Storchschnabel, Taglilien, Funkien, Astilben, Salbei und Katzenminze.

💡 Tipp:
Wollen Sie Frühjahrsblüher teilen, ist der Spätsommer dafür die günstigste Zeit, weil die Pflanze nach der Blüte ihre Energie in die Wurzeln statt in Blätter und Blüten steckt.

Stauden im Frühjahr pflanzen

Frostempfindliche Stauden pflanzen Sie am besten im Frühjahr, sobald der Boden frostfrei und bearbeitbar ist. Häufig ist das zwischen März und Ende April der Fall, je nach Witterung auch erst Anfang Mai.

Zu den Stauden für die Frühjahrspflanzung zählt die frostempfindliche Madonnenlilie, während die meisten anderen Lilienarten winterhart sind und sich eher für die Herbstpflanzung eignen. Dazu kommen nicht winterharte Knollenstauden wie Dahlien, Gladiolen und Canna sowie Fuchsien und frostempfindliche Ziergräser wie Pampasgras oder manche Lampenputzergras-Sorten. Sie haben dann die ganze Saison Zeit, um Wurzeln, Blätter und Blütenstängel auszubilden, bevor der erste Frost kommt, und müssen nicht direkt nach dem Einpflanzen einen Winter überstehen.

Stauden pflanzen: Schritt für Schritt

Schritt 1: Stauden mögen generell lockere und humusreiche Erde. Lockern Sie den Boden vor dem Pflanzen also etwas auf und arbeiten Sie ein wenig Kompost in die Erde ein.

Schritt 2: Entfernen Sie nun die Erde rund um den Wurzelballen der Staude ein wenig und tauchen Sie ihn für ein paar Minuten in einen Eimer voller Wasser ein.

Schritt 3: Setzen Sie die Pflanze jetzt in das Staudenbeet ein. Anschließend die frisch gepflanzten Stauden gut angießen.

💡 Tipp:
Da sich zwischen den Stauden größere Lücken befinden, in denen sich Unkraut breitmachen kann, bedecken Sie diese am besten mit einer dünnen Schicht aus Mulch. So wächst in den Lücken kein Unkraut und der Mulch liefert gleich noch wichtige Nährstoffe.

» Lesetipp: Mulch selbst herstellen – So gehts!

Stauden pflegen

Stauden pflanzen: Mulchschicht ausbringen
© Mark Herreid stock.adobe.com

Gießen

Im ersten Jahr nach der Pflanzung benötigen Stauden noch regelmäßige Unterstützung, weil sich das Wurzelsystem erst entwickelt und bislang nicht tief genug reicht, um sich selbst zu versorgen.

Gut eingewachsene Stauden kommen danach zwar mit weniger Wassergaben aus, bleiben bei länger anhaltender Trockenheit aber weiterhin auf zusätzliches Gießen angewiesen, besonders feuchtigkeitsliebende Arten wie Funkien oder Astilben. Gießen Sie dann am besten immer morgens, denn in den Abendstunden sind Schnecken mit Vorliebe auf feuchter Erde unterwegs.

Düngen

Die Hauptdüngung für Stauden erfolgt im Frühjahr, zwischen März und April, zum Austrieb. Dafür eignen sich organische Dünger wie reifer Kompost, Hornspäne oder Schafswolle. Starkzehrer wie Rittersporn, Phlox, Sonnenhut, Astern, Dahlien und Sonnenbraut erhalten im Sommer, etwa im Juni, eine zweite Gabe, während Schattenstauden nur eine Schicht Humus benötigen.

Rückschnitt

Die meisten Stauden schneiden Sie am besten erst im zeitigen Frühjahr bis kurz über den Boden zurück, kurz bevor der Neuaustrieb beginnt. Die vertrockneten Stängel und Samenstände schützen den Wurzelbereich über den Winter vor Frost und bieten Insekten und Vögeln ein Winterquartier beziehungsweise Futter.

💡 Tipp:
Eine Ausnahme bilden krankheitsanfällige Stauden wie Phlox, Rittersporn, Funkien oder Katzenminze. Bei ihnen schneiden Sie welke Triebe besser schon im Herbst zurück, damit Pilzsporen nicht in Falllaub oder Stängeln überwintern.

Verjüngung

Das Teilen von Stauden verjüngt alternde Pflanzen, regt ihre Blühfreude wieder an und ist die einfachste Methode zur kostenlosen Vermehrung im eigenen Garten.

  • Frühjahrs- und Frühsommerblüher werden im Herbst, von September bis November, geteilt.
  • Spätsommer- und Herbstblüher können vor dem Austrieb im Frühjahr, zwischen März und April, geteilt werden.
  • Gräser und wintergrüne Stauden werden ausschließlich im Frühjahr geteilt, damit sie vor dem Winter sicher einwurzeln.

Graben Sie den Wurzelballen dazu aus und schütteln Sie die Erde leicht ab. Den Wurzelballen dann mit einem scharfen Messer teilen. Pflanzen Sie die Teile anschließend an ihrem neuen Standort in lockere Erde ein, die Sie mit etwas reifem Kompost angereichert haben. Danach müssen Sie die Stauden nur noch angießen.

Überwinterung

Winterharte Stauden überdauern die kalte Jahreszeit ohne Winterschutz im Beet. Daher wird das Laub bei den meisten Stauden nicht zurückgeschnitten, weil es als natürlicher Schutz dient. Einzig frisch gepflanzte Exemplare werden mit Reisig abgedeckt.

Empfindliche Stauden wie das Mammutblatt benötigen hingegen mehr Schutz. Umhüllen Sie die Pflanze mit Hasendraht und füllen Sie den Zwischenraum mit Laub, am besten den eigenen großen Blättern, oder mit Holzwolle. Eine Abdeckung aus Noppenfolie schließt den Schutz nach oben ab und hält Nässe und Kälte gleichermaßen fern. Auch die Buschmalve verträgt Frost nur bedingt. Bedecken Sie den Wurzelbereich mit einer Schicht Laub oder Rindenmulch und wickeln Sie ein Vlies um die langen, oberirdischen Triebe.

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

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