Blumen in Mooskugeln pflanzen? Ein Trend, der immer mehr Fans findet. Was es damit auf sich hat und wie Sie Kokedama selber machen können, erkläre ich hier. 

Kokedama, ein Wort, das sich aus den japanischen Begriffen „koke“ (Moos) und „dama“ (Ball) zusammensetzt, ist eine faszinierende und kreative Art Pflanzen zu präsentieren. Diese traditionelle Kunstform verwandelt Pflanzen in schwebende grüne Skulpturen und ist eine einzigartige Alternative zu herkömmlichen Topfpflanzen.

Da dieser Trend in den letzten Jahren weltweit an Popularität gewonnen hat, möchte ich Ihnen in diesem Beitrag einmal alles vorstellen, was Sie über die japanische Pflanzkunst wissen müssen. Angefangen bei der Geschichte der Kokedama bis dahin, wie Sie Kokedama ganz einfach selber herstellen können.

Was ist Kokedama?

Kokedama ist eine japanische Pflanztechnik, die wiederum Teil der Bonsai-Kunst ist. Hierbei werden die Wurzeln einer Pflanze in einem Ball aus Erde und Moos eingewickelt und dann ohne Topf kultiviert. Diese Bälle können dann entweder auf einen Teller gestellt und dekoriert oder aber auch aufgehängt werden, was ihnen ein schwebendes Aussehen verleiht.

Geschichte und Ursprung

Die Kunst des Kokedama entstand in Japan im 17. Jahrhundert und war ursprünglich als „Poor Man’s Bonsai“ bekannt. Denn diese Art, einen Bonsai zu kultivieren, bot eine einfachere und vor allem kostengünstigere Alternative zum traditionellen Bonsai. Im Laufe der Zeit entwickelte sich Kokedama dann mehr und mehr zu einer eigenständigen Form der Gartenkunst, bei der es vor allem darum geht, die natürliche Ästhetik zu betonen und eine harmonische Verbindung zwischen Pflanze und Umgebung zu schaffen.

Im Westen gewann Kokedama erst in den letzten Jahrzehnten an Popularität. Es wird oft als Teil des Urban Gardening und des Interesses an nachhaltigen und naturnahen Gartentechniken angesehen. Heute ist Kokedama sowohl in Japan als auch international beliebt und wird oft in modernen Wohnräumen als dekoratives und natürliches Element eingesetzt.

Anleitung zur Herstellung von Kokedama

Kokedama: Anleitung & Tipps für den Deko-Trend aus Japan
Einen Moosball selber zu machen ist nicht schwer – © davide bonaldo / stock.adobe.com

Nun, da Sie alles über die Geschichte und die Technik der Kokedama wissen, können Sie einige Kokedama ja mal selber machen und sich von der natürlichen Ästhetik der Mooskugeln überzeugen. Sie benötigen nur die richtigen Pflanzen und Materialien.

Die richtige Pflanzenauswahl:

Da die Moosbälle ab einer bestimmten Größe instabil werden, eignet sich nicht jede Pflanze für Kokedama. Ideal sind vor allem kleine Pflanzen, die zudem eine moderate Wasser- und Lichtmenge benötigen. In Japan setzt man hierbei vor allem auf Bonsai-Pflanzen. Um sich an diesen Trend heranzutasten, empfehle ich jedoch „klein anzufangen“. Wählen Sie zunächst lieber pflegeleichtere Pflanzen aus. Besonders beliebt sind beispielsweise:

  • Farne
  • Ziergräser
  • Orchideen
  • Sukkulenten
  • Grünlilie

Wichtig ist vor allem Pflanzen auszuwählen, die gut an die Temperaturen und die Lichtverhältnisse in Ihrem Wohnraum angepasst sind.

Benötigte Materialien:

Für die Herstellung der Moosbälle benötigen Sie:

  • eine Pflanze Ihrer Wahl (die am besten mit wenig Wasser auskommt)
  • passendes Substrat (z.B. Blumen-, Bonsai- oder Orchideenerde)
  • frisches Moos, besser sind Moosplatten
  • Schnur oder Blumendraht
  • Wasser
  • Schere
  • Schüssel

Anleitung zur Herstellung eines Moosballs:

  1. Wählen Sie eine geeignete Pflanze aus und topfen Sie diese zunächst aus.
  2. Entfernen Sie überschüssige Erde von den Wurzeln, indem Sie das Substrat vorsichtig abschütteln. Alternativ dazu können Sie dieses auch unter dem Wasserhahn abspülen.
  3. Kürzen Sie nun zu lange Wurzeln etwas ein.
  4. Geben Sie ein paar Handvoll Erde und etwas Wasser in eine Schüssel und verkneten Sie alles, bis eine formbare Masse entsteht. Geben Sie das Wasser am besten nur löffelweise hinzu, damit die Erde nicht zu nass wird. Die Masse muss ausreichen, um damit die kompletten Wurzeln der Pflanze zu ummanteln.
  5. Ummanteln Sie die Wurzeln der Pflanze mit dieser Erdmischung und formen Sie daraus einen Ball.
  6. Bedecken Sie den Erdball nun komplett mit Moos. Wickeln Sie die Schnur bzw. den Draht dabei immer wieder fest um den Moosball, um ihn zu sichern.
  7. Möchten Sie den Moosball aufhängen, denken Sie abschließend daran, eine lange Schnur daran zu befestigen. Tipp: Mit einer durchsichtigen Nylonschnur sieht es aus, als würden die Kokedama schweben.
  8. Geben Sie Ihren Kokedama nun noch in eine Schüssel mit Wasser und lassen Sie ihn sich richtig vollsaugen. Danach gründlich abtropfen lassen bzw. sanft ausdrücken.
  9. Anschließend können Sie den Moosball auf einem Teller präsentieren oder aufhängen. Aber Vorsicht: hängen Sie den Kokedama nicht zu dicht an eine Wand, damit keine unschönen Flecken entstehen. 

Tipp für Orchideen:
Möchten Sie einen Moosball aus einer Orchidee anfertigen, müssen Sie etwas anders vorgehen. Denn Orchideenerde lässt sich schließlich nicht gut zu einer Kugel formen. Doch wie heißt es so schön: Nichts ist unmöglich! Geben Sie die Orchidee daher einfach mit etwas Orchideenerde in einen Kaffeefilter und formen Sie das Ganze zu einer Kugel. Im Anschluss mit Moos umwickeln.

Zusatztipp:
Für einen Hingucker sorgen Sie auch, wenn Sie Orchideen im Glas halten.

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Mehr Informationen

Die richtige Pflege von Mooskugeln

Die Pflege von Kokedama-Pflanzen erfordert etwas Aufmerksamkeit. Allzu schwer ist es aber nicht Kokedama gesund zu halten. Beachten Sie nur die folgenden Pflegehinweise:

Standort:

Der Standort für Ihre Kokedama ist entscheidend für ihr Wachstum und ihre Gesundheit. Achten Sie darauf, dass Ihre Kokedama der richtigen Menge an Licht ausgesetzt wird. Hierbei müssen Sie die jeweiligen Bedürfnisse der Pflanze beachten. Einige Pflanzen, wie Farne, bevorzugen zum Beispiel schattigere Orte, während Sukkulenten mehr Licht benötigen.

Generell ist der richtige Standort für Kokedama hell, aber halbschattig. Er sollte auf keinen voll in der direkten Sonne liegen, denn das trocknet das Moos aus und lässt die Pflanze eingehen.

Gießen:

Tauchen Sie den Moosball etwa einmal pro Woche in Wasser und das so lange, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Anschließend sollten Sie den Moosball leicht ausdrücken. Tropft er nicht mehr, können Sie ihn wieder aufhängen.

Stellen Sie sicher, dass der Kokedama zwischen den Wassergaben gut abtrocknen kann, um Fäulnis zu vermeiden. Dass ein Kokedama Wasser benötigt, erkennen Sie übrigens daran, dass er sich leichter anfühlt.

Tipp:
Besonders im Winter, wenn die Luft in Innenräumen generell trockener ist, ist es ratsam den Moosball mit etwas Wasser zu besprühen, damit das Moos nicht austrocknet.

Düngen:

Düngen Sie Ihre Kokedama alle paar Monate mit einem flüssigen Dünger. Geben Sie den Flüssigdünger dazu einfach in das Tauchwasser.

Fazit

Kokedama ist nicht nur eine schöne Dekoration für Ihr Zuhause, die japanische Kunstform bietet zudem eine entspannende und kreative Möglichkeit, um mit Pflanzen zu arbeiten. Probieren Sie es also ruhig mal aus und kreieren Sie Ihre eigenen lebendigen Kunstwerke.

Tipp:
Wenn Sie für noch mehr Hingucker in Ihrer Wohnung sorgen möchten, kombinieren Sie Kokedama mit Blumenzwiebeln in Wachs.

Gartentipp des Tages!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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