Gartenpflege Boden & Kompost

Komposter bauen – Standort, Material und Befüllung

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Ein Komposter bietet viele Vorteile und sollte daher in keinem Garten fehlen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ganz einfach selbst einen Kompostbehälter bauen können.

Komposter bauen - Standort, Material und Befüllung
© K. Thalhofer – Fotolia.com

Die Abfallentsorgung ist teuer und jeder ist angehalten, seinen Müll zu trennen. Doch wohin mit den alten Äpfeln, den Kartoffelschalen und dem Kaffeesatz? Für alle biologisch abbaubaren Abfälle, die in der Küche und im Garten anfallen, gibt es eine Lösung. Denn diese dürfen auf den Kompost. Sie haben einen eigenen Garten, aber bislang noch keinen Kompostbehälter? Dann wird Sie folgende Anleitung interessieren. Wir verraten Ihnen, warum sich ein Kompostbehälter lohnt, was auf den Kompost gehört und wie sich selbst ungeübte Heimwerker einen eigenen Kompostbehälter leicht selber bauen können.

Kompostbehälter lohnen sich!

Ein Kompostbehälter ist praktisch und hilft Ihnen dabei, Geld einzusparen. Statt in der kostenpflichtigen Biotonne können verschiedene Küchen- und Gartenabfälle zukünftig auf dem Kompost landen. Dies kostet Sie keinen Cent und bringt Ihnen sogar noch etwas, nämlich nahrhaften Gartenboden und einen wirkungsvollen Naturdünger, der Ihre Pflanzen wachsen und gedeihen lässt.

Achtung: Der Kompostbehälter im Garten ersetzt nicht die Biotonne!

Sie können nicht alle Abfälle, die in der Küche und im Garten anfallen, automatisch auf den Kompost werfen. Beim Kompostieren gilt es, einige Dinge zu beachten. Damit der Vorgang des Kompostierens auch wirklich in Gang kommt, ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kohlenstoff und Stickstoff notwendig. Kohlenstoffreiche und stickstoffreiche Materialien sollten sich auf dem Kompost also in etwa die Waage halten.

kohlenstoffreicher Abfall

  • Baumschnitt
  • Strauchschnitt
  • Laub
stickstoffreicher Abfall

  • Grasschnitt
  • Bioabfälle
  • Kaffeesatz
Was darf kompostiert werden?NoGos für den Kompost
  • Rasenschnitt
  • Laub
  • Schnittblumen
  • Zimmerpflanzen
  • Balkonpflanzen
  • rohe Reste von Obst und Gemüse
  • fauliges Obst
  • zerkleinerter Baum- oder Heckenschnitt
  • Eierschalen
  • Teebeutel
  • Kaffeesatz
  • Sägespäne
  • Papier Pappe ohne Druck
  • Bananenschalen
  • Zitrusfrüchte
  • Fleisch
  • Fisch
  • Knochen
  • Medikamente
  • Batterien
  • gekochte Teigwaren
  • Chemikalien
  • Verpackungen
  • Laub von Kirschlorbeer, Buche, Kastanie oder Pappeln

Kompostbehälter bauen – Schritt für Schritt Anleitung

  1. Standort festlegen
  2. Größe des Komposters bestimmen
  3. Baumaterial und Werkzeug bereitlegen
  4. Grundfläche vorbereiten
  5. Eckpfosten in den Boden bringen
  6. Kükendraht spannen
  7. Bretter an den drei Seiten anbringen
  8. Bretter an der Vorderseite anbringen

Standort festlegen

Die Wahl des passenden Standorts ist für die spätere Kompostierung nicht unerheblich. Der Standort sollte möglichst schattig gewählt werden.

Tipp: Ein zu sonniger Standort führt zur Vertrocknung des Komposts. Bedenken Sie auch, dass sich der Komposthaufen vom Haus aus bequem erreichen lassen sollte.

Größe bestimmen

Bei der Wahl der passenden Größe fassen Sie die Größe Ihres Gartens und den Bedarf an Kompost ins Auge. Zu klein sollten Kompostbehälter in der Regel nicht beschaffen sein. Die Mindestmaße liegen bei etwa einem Meter. Größere Kompostbehälter können auch Abmessungen von 1,5 Metern aufweisen. Sie können natürlich auch mehrere kleinere Kompostbehälter bauen und an verschiedenen Standorten im Garten platzieren.

Tipp: Der Kompostbehälter sollte nicht zu niedrig beschaffen sein. Etwa ein Meter Höhe gilt hier als Richtlinie.

Baumaterial und Werkzeug bereitlegen

Hierbei gilt es, Holz klar zu favorisieren. Holz lässt sich am einfachsten verarbeiten, ist preiswert und recht lange haltbar. Achten Sie auf ein robustes Holz, welches nicht zu schnell verrottet. Hierbei haben sich Kompostbehälter aus Lärchenholz bewährt. Lärchenholz muss nicht extra imprägniert werden, sondern besitzt eine natürliche Schutzfunktion.

Tipp: Verwenden Sie Fichtenholz oder Kiefernholz, imprägnieren Sie die Leisten vor der Verarbeitung, damit der Kompostbehälter nicht frühzeitig zu faulen beginnt.

Baumateriel:

  • vier Eckpfosten
  • vier Holzleisten
  • Kükendraht
  • Holzbretter
  • Nägel

Werkzeug:

  • Wasserwaage
  • Hammer
  • Maßband

Grundfläche vorbereiten

Haben Sie einen passenden Standort gefunden, widmen Sie sich der Vorbereitung des Bodens. Damit die Mikroorganismen und Insekten später leichter in den Kompost finden, lockern Sie die Bodenfläche entsprechend auf.

Eckpfosten in den Boden bringen

Entsprechend der Abmessungen bringen Sie nun die vier Eckpfeiler in den Boden. Diese sollten mindestens 15 cm tief eingegraben werden, damit der Kompostbehälter später die nötige Stabilität aufweist.

Kükendraht spannen

Damit Kleintiere keine Möglichkeit bekommen, sich im Kompost anzusiedeln, wird die Bodenfläche nun mit Kükendraht ausgekleidet.

Bretter an den drei Seiten anbringen

Nun bringen Sie die Bretter an der Rückseite und den beiden Längsseiten an. Die Bretter werden mit Nägeln befestigt. Achten Sie darauf, einen gleichmäßigen Abstand zwischen den einzelnen Brettern einzuhalten. Dieser Abstand sollte fünf Zentimeter nicht unterschreiten.

Tipp: Eine ausreichende Belüftung ist für den Kompostbehälter besonders wichtig. Diese wird durch die Abstände zwischen den einzelnen Holzleisten erreicht.

Bretter an der Vorderseite anbringen

Haben Sie die drei Seiten komplett mit Brettern verschlagen, widmen Sie sich nun der Vorderseite. An den beiden Eckpfosten befestigen Sie jeweils zwei Holzleisten so, dass dabei eine Nut entsteht. In diese Nut können Sie nun die übrigen Holzlatten bequem einschieben. So können Sie fertigen Kompost einfach entnehmen und die Höhe des Kompostbehälters individuell anpassen.

Was kommt in den Kompost?

Nun ist der Kompostbehälter bereits fertig und Sie können mit der Befüllung beginnen. Der Herbst oder das Frühjahr sind ideale Zeitpunkte für die Aufstellung eines Kompostbehälters. Fallen Schnittarbeiten an, können Sie mit den zerkleinerten Ästen und Zweigen die erste Schicht im Komposthaufen schaffen. Die groben Gartenabfälle werden mit Rasenschnitt und Stroh vermischt. Nun bringen Sie eine Lage Stallmist auf. Darauf können Sie nun nach und nach Küchen- und Gartenabfälle aufbringen.

Tipp: Im Sommer kann der Komposthaufen schnell austrocknen. Bewässern Sie ihn daher gelegentlich, damit die Mikroorganismen und Regenwürmer dort auch weiterhin ihre Arbeit verrichten.

Alternative: Kompostbehälter aus Europaletten

Europaletten
© animaflora – Fotolia.com

Besitzen Sie Europaletten oder haben die Möglichkeit, diese kostengünstig zu erwerben, ist eine praktische und preisgünstige Alternative gefunden. Zudem besitzen Europaletten bereits die passenden Abmessungen und die nötigen Lüftungsschlitze sind ebenfalls vorhanden. Sie brauchen lediglich vier Europaletten, welche Sie nun mit Winkeln verbinden oder zusammennageln. Anschließend können Sie den Kompost wie bereits beschrieben einfüllen.

Kompostbehälter ohne Nägel

Sie möchten beim Aufbau auf Nägel oder Schrauben verzichten? Dann entscheiden Sie sich für einen Kompostbehälter, welchen Sie mit einem Stecksystem versehen. Hierfür müssen Sie die Bretter mit kleinen Aussparungen versehen. Diese müssen den Abmessungen der Holzlatten entsprechen. Messen Sie die Abstände genau aus und sägen anschließend die Aussparungen aus.

Anschließend stecken Sie die einzelnen Bretter wechselseitig ineinander und schaffen so ein flexibles Stecksystem, welches sicheren Halt bietet und sich auch einfach wieder entfernen lässt, wenn Sie Kompost entnehmen wollen. Eckpfeiler können Sie in diesem Falle einsparen. Damit können Sie auch mit wenig handwerklichem Geschick Ihren eigenen Kompostbehälter bauen und damit Ihren Garten bereichern und gleichzeitig Geld einsparen. Da sich der Behälter einfach zusammenstecken lässt, können Sie ihn jederzeit in der Größe verändern und kinderleicht an einen anderen Standort versetzen.


Foto1: © K. Thalhofer - Fotolia.com, Foto2: © animaflora - Fotolia.com

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