Gartenpflege Unkraut & Moos

Kriechender Hahnenfuß – Steckbrief und Bekämpfung

Kriechender Hahnenfuß, auch Butterblume genannt, kommt häufig im Rasen vor und wird von vielen Gärtnern als Unkraut angesehen.

Kreichender Hahnenfuß
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Der Kriechende Hahnenfuß (Ranunculus repens) überzieht den Rasen mit einem gelben Blütenteppich. Dies ist optisch durchaus ansprechend. Dennoch können sich die wenigsten Hobbygärtner mit der üppig wuchernden Pflanze anfreunden und setzen alles darin, die Butterblume schnellstmöglich wieder loszuwerden. Im Folgenden zeichnen wir ein umfassendes Pflanzenporträt, wobei wir uns vorrangig mit der Bekämpfung des Kriechenden Hahnenfußes beschäftigen.

Kriechender Hahnenfuß – Besonderheiten

Der Kriechende Hahnenfuß kann eine Wuchshöhe zwischen zehn und fünfzig Zentimetern erreichen. Die Bezeichnung der Pflanze lässt sich auf die kriechenden Ausläufer zurückführen, welche der Hahnenfuß bildet. Dabei kann die Pflanze mit Erdbeeren verglichen werden. An den kriechenden Ausläufern entstehen Knoten und dort können sich neue Wurzeln ausbilden.

Die im Volksmund bezeichneten Butterblumen erscheinen zwischen Mai und August. Der Kriechende Hahnenfuß kann seine Wurzeln bis zu einem halben Meter in die Erde schieben. Bevorzugt breitet sich die Pflanze im Rasen aus. Darunter leidet die Grasfläche, welche nach und nach verdrängt wird.

Wachstumsbedingungen und Verbreitung

Die Pflanze gedeiht bevorzugt auf einem schweren und nährstoffhaltigen Boden. Dabei liebt es der Kriechende Hahnenfuß feucht und sauer. Bodenverdichtungen werden ebenso vertragen, wie kurzzeitige Überflutungen.

Im Garten erscheint der Kriechende Hahnenfuß als ungebetener Gast. Niemand hat ihn angepflanzt, niemand möchte ihn kultivieren und doch behauptet er sich und nimmt ganze Rasenflächen für sich ein. Das Hahnenfußgewächs kommt in Europa in mehr als 600 unterschiedlichen Arten vor und wächst in den Alpen bis in 2.500 Meter Höhe. In freier Natur begegnen wir dem Kriechenden Hahnenfuß am Wegesrand, auf Wiesen oder an Bachläufen.

Kriechender Hahnenfuß – Unkraut oder Wildpflanze?

Im heimischen Garten können die wenigsten dem Hahnenfuß etwas Positives abgewinnen. Dennoch besitzt er seinen Reiz. Die dekorativen gelben Blütenköpfe setzen auf Wiesen und Weiden ansprechende Farbtupfer. In freier Natur gehört die robuste Pflanze zum gewohnten Bild und niemand stört sich daran.

Im heimischen Garten ändert sich die Situation. Da sich die Pflanze rücksichtslos ausbreitet, wird sie als Unkraut betrachtet und mit allen Mitteln und Wegen vertrieben. Nicht nur der Rasen wird verdrängt. Auch den Pflanzen im Beet kann „der Konkurrent“ die Nahrungsgrundlage entziehen.

Jeder Hobbygärtner sollte selbst entscheiden, welchen Stellenwert er der Pflanze einräumt. Nicht jedes Unkraut muss zwingend weichen. Vielleicht findet sich ja ein ungenutzter Bereich, wo die gelben Blüten nicht stören und das Auge erfreuen können.

Kriechender Hahnenfuß – Vermehrung

Kriechender Hahnenfuß Rasen
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  1. Der Kriechende Hahnenfuß ist ein Spezialist, wenn es um Vermehrung geht. Die Vermehrung erfolgt auf zwei Wegen. Zum einen schieben sich die bereits erwähnten Ausläufer über den Boden und es bilden sich laufend neue Wurzeln, die in den Boden dringen.
  2. Aus den Blüten entwickeln sich Nussfrüchte. Dort reifen die Samen heran. Die Samen werden durch den Wind in der Umgebung verteilt und auch von Vögeln an einen neuen Standort getragen. Wer nichts gegen die Butterblume unternimmt, wird den gelben Blüten bald beinahe flächendeckend auf dem Rasen und in den Beeten begegnen.

Welchen Schaden richtet Kriechende Hahnenfuß an?

Dies ist abhängig vom Standort und der Ausbreitung. Der Rasen wird schnell ungleichmäßig. An den Stellen, wo sich die Pflanze ausbreitet, entstehen Löcher. Die tiefen Wurzeln der Butterblume verdrängen den Rasen. Die emporwachsenden Grashalme werden nach und nach weniger. Wer nicht einschreitet, sieht sich bald einem gelben Blütenmeer gegenüber und sucht im Gegenzug vergeblich nach seinem Rasen.

Tritt der Kriechende Hahnenfuß in Beeten in Erscheinung, führt dies zur Verdrängung der vorhandenen Pflanzen. Die kräftigen Wurzeln der Butterblume rauben den Zierpflanzen die Nährstoffe. Das Ergebnis sind schwache und kränkelnde Pflanzen, welche ihre Wuchs- und Blühfreude einbüßen. Auch hier besteht dringender Handlungsbedarf, ansonsten nimmt die Butterblume das komplette Beet für sich ein.

Kriechender Hahnenfuß – wie bekämpfen?

Für die Bekämpfung des Kriechenden Hahnenfußes haben sich verschiedene Methoden bewährt:

  • Rasenmähen
  • manuelle Entfernung
  • Bodenbearbeitung
  • ungeliebte Pflanznachbarn

➔ Bekämpfung durch Rasenmähen

Wer seinen Rasen kurz hält, kann verhindern, dass sich an den Blüten Samen ausbilden. Damit kann eine Art der Vermehrung unterbunden werden und der Bestand dezimiert sich entsprechend. Rasenmähen eignet sich allerdings nicht als Form einer nachhaltigen Bekämpfung. Die Wurzeln bleiben im Boden und die Butterblume wird schnell wieder austreiben.

➔ Manuelle Entfernung

Die manuelle Entfernung ist schwierig und im Rasen von Nachteil, denn es muss sehr tief gegraben werden, um möglichst viele Wurzeln zu erwischen. Die Pflanzen müssen komplett ausgegraben werden, um zu verhindern, dass der Austrieb aus den verbliebenen Teilstücken weiterhin erfolgt.

Ohne Hilfsmittel ist dem Kriechenden Hahnenfuß nicht beizukommen. Mit einer Hacke lassen sich die Wurzeln auf Freiflächen gut erreichen und freilegen. Um den Rasen weitgehend unbeschädigt zu lassen, ist ein Unkrautstecher die bessere Wahl.

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➔ Bekämpfung durch Bodenbearbeitung

Wie bereits erwähnt, ist für den Kriechenden Hahnenfuß ein dichter, feuchter und saurer Boden optimal. Um der Butterblume die Ansiedlung zu erschweren und einen bereits vorhandenen Befall zu minimieren, können Sie die Beschaffenheit des Bodens verändern.

Ob der Boden wirklich sauer ist, kann durch die Messung des pH-Wertes in Erfahrung gebracht werden. Entsprechend Tests sind in jedem Bau- und Gartenmarkt erhältlich.

» Tipp: Wird ein Wert ermittelt, der unter 6,5 liegt, ist der Boden sauer.

Wird der Boden gekalkt, steigt der pH-Wert und der Boden erscheint neutral. Damit findet der Kriechende Hahnenfuß eher ungünstige Wachstumsbedingungen vor. Eine weitere Auflockerung des Bodens erreichen Sie durch die Untermischung von Sand.

➔ Bekämpfung durch gezielte Anpflanzung

Einige Pflanzen können helfen, die Ausbreitung der Butterblume einzudämmen. Dies ist natürlich nur im Beet und auf Freiflächen möglich, nicht aber auf dem Rasen, wo sich die Ausrottung der Pflanze am schwierigsten gestaltet.

Eine Unterdrückung des Pflanzenwachstums kann durch den Anbau von Kartoffeln oder das Pflanzen von Lupinen erreicht werden. Die gezielte Kultivierung von Erbsen oder Margeriten als Beetnachbar können die Butterblume sogar vertreiben.

Wenn nichts hilft – Rasen erneuern

Den Rasen von Butterblumen zu befreien, ist eine undankbare und zeitraubende Beschäftigung. Häufig schlagen alle Versuche fehl und der Kriechende Hahnenfuß hat das Rasenstück soweit unterwurzelt, dass die Entfernung einfach unmöglich ist.

Soll der Rasen erneuert werden, ist wie folgt vorzugehen:

  1. oberste Erdschicht abtragen
  2. Rasen komplett entfernen
  3. verbliebene Wurzeln aus dem Boden ziehen
  4. Mutterboden verteilen
  5. Rasen neu aussäen

Dadurch lassen sich alle unerwünschten Unkräuter restlos entfernen. Der neue Rasen ist frei von Wildkräutern. Der Kriechende Hahnenfuß kann aber jederzeit erneut auftauchen, wenn der Wind oder Vögel die Samen auf dem Rasen ablagern. Eine regelmäßige Kontrolle ist sinnvoll, denn kleine Pflänzchen lassen sich ohne Probleme manuell entfernen.

Foto1: Kriechender Hahnenfuß im Rasen, Foto2: Butterblumen breiten sich unkontrolliert im Rasen aus

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