Lebende Steine sind ein Wunder der Natur. Denn erst, wenn sie blühen, kann man sie von echten Steinen unterscheiden. Was sie sonst noch ausmacht, lesen Sie hier.

Lebende Steine Lithops
Lebende Steine sehen sehr ausgefallen aus – © Nitiphol / stock.adobe.com

Lebende Steine, wissenschaftlich als Lithops bekannt, sind eine einzigartige Gattung von Sukkulenten, die Gärtner und Pflanzenliebhaber weltweit begeistern. Diese faszinierenden Pflanzen sind bekannt für ihre bemerkenswerte Ähnlichkeit mit kleinen Steinen oder Kieselsteinen, eine Überlebensanpassung, die ihnen hilft, sich in ihrer natürlichen Umgebung zu tarnen, um Fressfeinden zu entgehen. Genau deshalb findet man zum Beispiel graue Lithops häufig auf Kalkböden und rotbraune auf eisenhaltigem Substrat.

Herkunft und Namensgebung

Der Name ‚Lithops‘ leitet sich von den griechischen Wörtern ‚lithos‘ (Stein) und ‚ops‘ (Gesicht) ab, was ihre steinähnliche Erscheinung widerspiegelt. Sie sind in Südafrika beheimatet und gedeihen in trockenen Umgebungen, oft in felsigen Geländen.





Aussehen und Wuchs

Lithops sind klein, die meisten Arten überschreiten nicht die Höhe von einem Zoll. Sie bestehen aus zwei dicken, fleischigen Blättern, die zusammengefügt sind, mit einem Spalt an der Oberseite, durch den neue Blätter hervortreten. Die Blätter sind oft mit verschiedenen Schattierungen von Grün, Braun, Creme und sogar Rot gesprenkelt, um die Steine nachzuahmen, zwischen denen sie wachsen. Während ihres Wachstumszyklus werfen Lithops-Pflanzen ihr altes Blattpaar ab. Anschließend wächst ein neues.

Lebende Steine können aber auch blühen. Und zwar im Zeittraum von September bis November. Dabei ist zu beobachten, dass sie nur ab Mittag blühen, weshalb sie zu den Mittagsblumen zählen.

Der richtige Standort

Lebende Steine
Lebende Steine benötigen viel Licht – © boyloso / stock.adobe.com

Für eine erfolgreiche Kultivierung sollten Sie ihren natürlichen Lebensraum nachahmen. Lithops benötigen viel Sonnenlicht, sollten aber vor der intensiven Mittagssonne geschützt werden, da ihre Blätter sonst verbrennen könnten. Ein helles, nach Osten oder Westen ausgerichtetes Fensterbrett ist deshalb ideal.

Lebende Steine mögen es zudem warm. Allerdings keine stehende Wärme. Die Luft muss also zirkulieren können.

Der perfekte Boden

Eine gute Drainage im Blumentopf ist entscheidend für Lithops, denn Staunässe ist für diese Sukkulenten absolutes Gift. Verwenden Sie deshalb unbedingt eine Sukkulenten- bzw. Kakteenerde oder stellen Sie Ihre eigene her, indem Sie normale Blumenerde mit Sand und Perlit im Verhältnis 1:1:1 mischen. Dies gewährleistet eine angemessene Drainage und verhindert Wurzelfäule.

Lebende Steine pflanzen bzw. vermehren

Im Handel können Sie entweder vorkultivierte Pflanzen kaufen oder aber auch Samen. Mit den Samen können Sie somit im Nu Ihren Bestand an Lebenden Steinen erweitern. Gehen Sie dabei einfach wie folgt vor:

  1. Füllen Sie ein Pflanzgefäß mit Kakteenerde, Bims oder einer Mischung aus Blumenerde, Sand und Perlit.
  2. Wässern Sie das Substrat.
  3. Verteilen Sie nun die Samen auf der Substratoberfläche. Anschließend nicht mit Erde bedecken, da es sich hierbei um Lichtkeimer handelt.
  4. Besprühen Sie die Samen leicht mit Wasser.
  5. Stellen Sie das Pflanzgefäß an einen hellen Ort mit Temperaturen um die 15 bis 20 °C.
  6. Halten Sie das Substrat feucht und lüften Sie regelmäßig.
  7. Anschließend heißt es abwarten, denn die Pflanzen entwickeln sich nur sehr langsam. Bis sie das erstmal blühen, können sogar bis zu drei Jahre vergehen.
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Lebende Steine pflegen

Lebende Steine Lithops
Lebende Steine können sogar blühen – © Emilio Ereza / stock.adobe.com

• Gießen:

Durch ihren Wasserspeicher können sie in sehr trockenen Gebieten überleben. Dementsprechend benötigen sie nur sehr wenig Wasser. Zu viel Gießen ist also ein Fehler. Im Sommer sollten Sie nur gießen, wenn die Erde trocken ist und die Blätter zu schrumpfen beginnen. Dann einmal richtig gießen, sodass das Wasser unten aus dem Topf herausläuft, und die Erde dann wieder komplett durchtrocknen lassen. Das entspricht den heimischen Bedingungen dieser Pflanze.

In den Ruhephasen wird hingegen gar nicht gegossen. Das ist einmal nach der Blüte zwischen November und Februar und zwischen Juni und August.

• Düngen:

Düngen Sie während der Wachstumsphase von Mai bis August sparsam. Verwenden Sie dafür am besten einen stickstoffhaltigen Kakteendünger.

• Schädlinge und Krankheiten bekämpfen:

Lithops sind relativ frei von Krankheiten, aber Wollläuse machen ihnen hin und wieder zu schaffen. Wollläuse an Kakteen lassen sich zum Beispiel ganz einfach entfernen, indem Sie sie mit einer Zahnbürste entfernen. Mischen Sie anschließend 1 Liter Wasser, 20 Milliliter Spiritus und 15 Milliliter Schmierseife und besprühen Sie die Lebenden Steine damit. Wiederholen Sie diesen Vorgang alle paar Tage, bis keine Schmierläuse mehr zu sehen sind.

• Ruhephasen:

Zur Pflege der Sukkulenten gehört es auch, die Ruhezeiten zu beachten. Während der Ruhezeiten (November bis Februar und Juni bis August) sollten Sie die Lebende Steine am besten mit Sand zuschütten. Anschließend den Sand einfach wieder abfegen.

• Überwinterung:

Lebende Steine sind nicht winterhart. Im Winter (von Dezember bis März) sollten sie deshalb kühler, aber nicht kälter als 8 °C stehen.

Fazit

Lithops sind eine reizvolle Ergänzung für jede Sukkulentensammlung. Ihr einzigartiges Aussehen und ihre pflegeleichte Natur machen sie zu einer perfekten Wahl für Anfänger und erfahrene Gärtner gleichermaßen. Indem Sie ihren natürlichen Lebensraum verstehen und nachahmen, können Sie die Schönheit dieser lebenden Steine viele Jahre lang genießen.

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Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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