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Lobelien – Männertreu pflanzen und pflegen

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Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie die blühfreudigen Lobelien, im Volksmund Männertreu, pflanzen und was bei der Pflege zu beachten ist.

Lobelien Männerteu
© LianeM / stock.dobe.com
Lobelien (Lobelia) verwandeln den ganzen Sommer lang Beete und Pflanzgefäße in ein Blumenmeer. Das emsig blühende Glockenblumengewächs ist besser unter dem Namen Männertreu bekannt. Die einjährigen Pflanzen kommen in mehr als 400 Arten vor. Die Pflege der Lobelien ist überschaubar. Allerdings werden Pflegefehler mit weniger Blütenflor quittiert und die Lobelia wird anfälliger für Krankheiten. Folgender Artikel stellt die Pflanzen näher vor und gibt Tipps für die artgerechte Pflanzung und Pflege.

Besonderheiten von Lobelien

Manch einer wird sich vielleicht über die Bezeichnung „Männertreu“ wundern. Der Trivialname entstand in Anlehnung an die Blütezeit, welche auf die Monate Juni, Juli und August fällt. Dies wurde assoziiert mit einer intensiven aber vergänglichen Sommerliebe und der damit verbundenen Untreue der Männer. Der botanische Name „Lobelia“ erinnert an den Botaniker Matthias de L`Obel.

Lobelien sind im Süden Südafrikas weit verbreitet. Natürliche Vorkommen sind in Sambia, Malawi, Namibia, Simbabwe, Lesotho oder Swasiland zu finden. Als Zierpflanze ist die Lobelia weltweit in allen gemäßigten Klimazonen verbreitet.

Lobelien (Lobelia)
Wuchs:aufrechte Stängel, horstbildend
Wuchshöhe:20 – 90 cm
Wuchsbreite:30 – 40 cm
Verwendung:Staudenbeet, Wasserrand, Freifläche
Standort:Sonne bis Halbschatten
Boden:frisch bis feucht, durchlässig, hoher Humus- und Nährstoffbedarf
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Lobelien pflanzen

➔ Den passenden Standort finden

Lobelien benötigen einen warmen und sonnigen Standort. Damit sich die zahlreichen kleinen Glockenblüten reichlich zeigen, wird viel Licht gebraucht. Die pralle Mittagssonne gilt es zu meiden. Die Kultivierung ist auch im Halbschatten möglich. Etwa drei bis fünf Sonnenstunden täglich sollte der Hobbygärtner den wärmeliebenden Pflanzen in jedem Fall zur Verfügung stellen.

» Tipp: Höher wachsende Lobelien gedeihen besser an einem windgeschützten Standort.

Lobelien können in Beet und Kübel mit folgenden Sommerblumen kombiniert werden:

➔ Das ideale Substrat auswählen

Lobelien gedeihen in normaler Gartenerde. Der Boden sollte allerdings nährstoffreich und nicht zu trocken sein. Da Lobelien empfindlich auf Staunässe reagieren, ist auf die Durchlässigkeit des Substrats zu achten. Werden Lobelien im Kübel gepflanzt, ist dem Substrat Lavagranulat oder Sand beizumischen, damit sich die Durchlässigkeit verbessert.

➔ Lobelien pflanzen – Schritt für Schritt

  1. Standort auswählen
  2. Boden vorbereiten
  3. Pflanzlöcher ausheben
  4. Pflanzabstand beachten
  1. Pflanze einsetzen
  2. Substrat auffüllen
  3. Boden leicht andrücken
  4. Pflanze angießen
Lobelien können ab Mitte Mai ins Freiland gesetzt werden. Ein früherer Pflanztermin ist nicht ratsam, da die Lobelia keinen Frost verträgt. Der Pflanzabstand ist abhängig von der Pflanzensorte.

Wuchshöhe in cmPflanzabstand in cm
bis 2012
bis 6030
bis 9045

➔ Lobelien im Kübel anpflanzen

Lobelien Kübel
© Rosalie P. / stock.adobe.com
Sollen Lobelien auf Balkon und Terrasse für Bewunderung sorgen, ist die Pflanzung in Kübeln, Balkonkästen, Töpfen oder Blumenampeln möglich. Bei der Pflanzung ist es wichtig, für eine Drainage im Gefäßboden zu sorgen. Tonscherben oder Kieselsteine eignen sich, um Staunässe vorzubeugen. Herkömmliche Blumenerde ist für Lobelien geeignet und enthält alle notwendigen Nährstoffe. Um die Blüte zu fördern, erhalten Kübelpflanzen über den Sommer in 14-tägigen Abständen Flüssigdünger.

Die wichtigsten Pflanztipps im Überblick

TätigkeitErläuterung

Standort auswählen
  • hell
  • warm
  • sonnig

Boden vorbereiten
  • frisch
  • durchlässig
  • nährstoffreich

Pflanzung vornehmen
  • Pflanzabstand beachten
  • bei Kübelpflanzen Drainage anlegen

Lobelien pflegen

➔ Lobelien richtig gießen

Der Wasserbedarf der blühfreudigen Pflanze ist hoch. Ohne ausreichende Bewässerung werden sich die Blüten nicht wie gewünscht zeigen. Die Pflanze zeigt den Wassermangel durch vertrocknete Blätter an. Ist die obere Erdschicht leicht abgetrocknet, wird es Zeit zum Gießen.

➔ Lobelien richtig düngen

Im Freiland müssen Lobelien nicht zwingend gedüngt werden, einen nährstoffreichen Boden vorausgesetzt. Wer dem Substrat vor der Pflanzung Kompost zugibt, sorgt für einen wirkungsvollen Langzeitdünger.

Bei Kübelpflanzen wird ab März mit der Düngung begonnen. Flüssigdünger kann einfach ins Gießwasser gegeben werden. Bis in den August wird ein phosphor- und stickstoffreicher Dünger verwendet.

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➔ Lobelien vermehren

Bei der handelsüblichen Ware handelt es sich um einjährige Pflanzen. Die Hybriden sind nicht auf eine Vermehrung optimiert und werden in der Regel im Herbst entsorgt. Erfahrene Hobbygärtner können sich in der Bestäubung versuchen. Weit einfacher und stressfreier ist jedoch der Kauf von Jungpflanzen.

➔ Lobelien schneiden

Lobelien müssen nicht zurückgeschnitten werden. Im Spätsommer werden lediglich die verwelkten Blüten entfernt. Daraufhin werden sich nochmals neue Triebe bilden und die Lobelien blühen bis in den Herbst hinein. Wer die Blütezeit verlängern will, sollte die Erde im Wurzelbereich mit Kompost und Hornspänen anreichern.

Einjährige Sorten werden nach der Blüte ausgegraben und entsorgt. Mehrjährige Stauden-Lobelien erhalten im Spätwinter einen bodennahen Rückschnitt.

➔ Krankheiten an der Lobelie erkennen

Lobelien zählen zu den robustesten Pflanzen. Dies kann mit den Bedingungen in ihrer ursprünglichen Heimat Afrika erklärt werden. Spezifische Krankheitsbilder oder Schädlingsbefall sind nicht bekannt.

Auf Nässe reagiert Männertreu allerdings empfindlich. Pilzbefall kann auftreten. Betroffene Pflanzen sind zu entfernen.

➔ Lobelien überwintern

Männertreu ist leider nicht winterhart und zählt zu den einjährigen Pflanzen. Vor dem Frost werden die Pflanzen aus Beet und Kübel entfernt und auf dem Kompost entsorgt. Im Folgejahr werden neue Exemplare angeschafft.

Mehrjährige Arten lassen sich überwintern. Man schneidet sie im Herbst bodennah zurück und holt die Pflanzen ins Haus. Dort benötigen sie einen kühlen Standplatz mit Temperaturen von maximal zehn Grad.

» Tipp: Die Lobelien dürfen im Winter nicht austrocknen und sind sporadisch zu bewässern.

Ab Mitte Mai, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, dürfen die Pflanzen zurück ins Freie.

Sind Lobelien giftig?

Lobelien enthalten verschiedene Giftstoffe. Von Bedeutung ist der hohe Gehalt an Lobelin. Dieses Alkaloid ähnelt Nikotin. Eine gesundheitliche Gefährdung besteht für Menschen und Haustiere. Daher ist im Familiengarten darauf zu achten, dass sich die Lobelien außerhalb der Reichweite von Kindern, Hunden und Katzen befinden.

Foto1: Pflegeleichte Lobelien im Garten, Foto2: Rosalie P.

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