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Löwenzahnwurzel essbar? Inhaltsstoffe, Anwendung und Wirkung

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Neben den Blättern ist auch die Löwenzahnwurzel vielseitig verwendbar, zum Beispiel als Tee oder Essig. Zudem hat die Löwenzahnwurzel eine heilende Wirkung.

Löwenzahnwurzel
© rainbow33 / stock.adobe.com
Blüten und Blätter des Löwenzahns werden immer häufiger gesammelt und zu Salat, Tee oder Honig verarbeitet. Ein Bestandhttps://www.gartentipps.com/wp-admin/edit.phpteil der Pflanze, der dagegen ein wenig in Vergessenheit gerät, ist die Löwenzahnwurzel. Dabei ist auch die Löwenzahnwurzel für den Körper ausgesprochen gesund. Besondere Aufmerksamkeit genießen hier die Bitterstoffe, die Verdauungsbeschwerden lindern können.

Alle diejenigen, die Löwenzahn noch nicht für sich entdeckt haben, haben etwas verpasst. Die oftmals als Unkraut abgetane Pflanze lässt sich in der Küche und bei der Herstellung von Heilmitteln fast restlos verarbeiten. So werden die jungen Löwenzahnblätter ähnlich zubereitet wie Spinat, können aber auch als Salat mit einem Dressing der Wahl serviert werden. Löwenzahntee ist ein bewährtes Hausmittel bei verschiedenen Beschwerden. Selbst die Blüten können verzehrt oder zu Honig weiterverarbeitet werden. In der Vergangenheit galt der Löwenzahn zudem als preiswerter Kaffee-Ersatz, der aber trotzdem durch ein intensives Aroma zu begeistern wusste.

Ähnlich vielseitig wie Blüte und Blätter ist die Löwenzahnwurzel. Die Wurzel lässt sich wunderbar in der Küche einsetzen. Hier ist natürlich insbesondere der Geschmack relevant. Zu erkennen ist die Löwenzahnwurzel in erster Linie an ihrem süßen, aber auch bitteren Geschmack. Dadurch ist sie in Salaten und als Beilage sehr beliebt.

Was steckt in der Löwenzahnwurzel?

Die Verwendung und der Verzehr der Löwenzahnwurzel sind vor allem vor allem wegen der wertvollen Inhaltsstoffe empfehlenswert. Vorrangig sind hier die Bitterstoffe. Es gibt nicht viele Naturprodukte, in denen die Bitterstoffe von Haus aus vorhanden sind, sodass die Pflanze eine besondere Rolle einnimmt. Diese Bitterstoffe setzen sich unter anderem zusammen aus

  • Germacronoide
  • Euresmolide
  • Taraxacin

Dank dieser drei Stoffe wirkt sich die Löwenzahnwurzel sehr positiv auf die Verdauung aus und kann unter anderem dazu beitragen, dass deutlich mehr Verdauungssaft produziert wird. Weiterhin enthält die Löwenzahnwurzel eine Substanz, die dem Furosemid ähnlich ist.

Wirkung der Löwenzahnwurzel

Löwenzahnwurzel Wirkung
© Madeleine Steinbach / stock.adobe.com
Dank der Inhaltsstoffe wirkt sich die Löwenzahnwurzel vielfältig positiv auf den Körper aus. So sorgen die Bitterstoffe zum Beispiel dafür, dass ein deutlich stärkerer Gallenfluss entsteht. Für den erhöhten Gallenfluss muss die Leber mehr arbeiten als bislang, weshalb auch sie von dem Verzehr der Löwenzahnwurzel profitiert. Zudem wirkt die Löwenzahnwurzel positiv auf den Verdauungssaft und den Speichel.

Der Entstehung von Blähungen und Sodbrennen kann durch die Wurzel geschickt entgegengewirkt werden. Eine weitere Verwendung bietet sich bei Harnwegsinfektionen an. Hier überzeugt die Löwenzahnwurzel aufgrund ihrer entwässernden Wirkung und schafft im Bereich der Harnwege eine schnelle Entlastung. Wer an trockener Haut leidet, kann durch die Löwenzahnwurzel dem größten menschlichen Organ wieder zu mehr Elastizität verhelfen. hierfür kann ein Presssaft hergestellt werden, der dann auf die Haut aufgetragen wird. Die regelmäßige Verwendung von Presssaft zahlt sich aus. Zum einen wirkt er positiv auf das Hautbild, zum anderen sorgt sie aber auch für gesündere Haare und lässt diese kraftvoller erscheinen.

➔ Löwenzahnwurzel bei Appetitlosigkeit

Ein bewährtes Mittel ist die Löwenzahnwurzel ebenso bei Appetitlosigkeit. Verschiedene Ursachen, wie Dauerstress, persönliche Probleme, oder Magen-Darm-Erkrankungen, können zur Appetitlosigkeit beitragen. Konnten organische Beschwerden ausgeschlossen werden, kann durch den Verzehr von Löwenzahnwurzel der Appetitlosigkeit entgegengewirkt werden. Das nach der Löwenzahnwurzel entstehende Hungergefühl ist den Bitterstoffen geschuldet. Die Bitterstoffe regen zum einen die Verdauungssäfte und zum anderen den Speichel an. Beides signalisiert dem Körper schließlich, dass er Hunger hat und sorgt wiederum für Appetit.

Durch den hohen Speichelfluss ergibt sich ein weiterer Vorteil: Der Speichel kann die Nahrung sehr schnell zerlegen, sodass die Inhaltsstoffe zügig in die Blutbahn gelangen und weiter transportiert werden.

➔ Löwenzahnwurzel fördert die Fettverbrennung

Fettreiche Mahlzeiten und Hülsenfrüchte sorgen dafür, dass die Produktion des Gallensaftes eingedämmt ist. Das macht sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar:

  • Übelkeit
  • Blähungen
  • Druckgefühl im Oberbauch
  • Fettstuhl
  • Völlegefühl
Bei einer eingeschränkten Gallensaftproduktion kann die Fettverdauung durch die Einnahme von Löwenzahnwurzel gefördert werden. Wichtig ist für eine erfolgreiche Linderung, dass der Löwenzahn frühzeitig eingenommen wird. Nur so kann er dazu beitragen, dass die Bildung des Gallensaftes angeregt wird.

Wichtig: Bei Gallensteinen darf Löwenzahnwurzel nicht verwendet werden.

➔ Löwenzahnwurzel zur Behandlung von Harnwegsinfektionen

Auch bei Harnwegserkrankungen wird Betroffenen häufig zur Verwendung von Löwenzahnwurzel geraten. Neben der Löwenzahnwurzel kann hier auch das Löwenzahnkraut eine wichtige Hilfe sein, um die Harnwege durchzuspülen. Löwenzahnwurzel hat neben der durchspülenden auch eine entwässernde Wirkung. So kann die Wurzel präventiv eingesetzt werden, also um die Harnwege vor Infektionen zu schützen. In diesem Fall bedarf es aber auch einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr. Diese sollte bei wenigstens zwei Litern pro Tag liegen.

Wie wird Löwenzahnwurzel angewendet?

Damit die Löwenzahnwurzel ihre Wirkung optimal entfalten kann, muss sie natürlich auch richtig angewendet werden. Es gibt wie bei allen anderen Bestandteilen der Pflanze verschiedene Möglichkeiten, wie die Löwenzahnwurzel eingesetzt werden kann. Am besten eignet sich die Verarbeitung der Löwenzahnwurzel zu einem Tee.

➔ Tee aus Löwenzahnwurzel

Löwenzahnwurzel Tee
© behewa / stock.adobe.com
  1. Waschen Sie die Löwenzahnwurzel und schneiden Sie diese klein.
  2. Übergießen Sie die geschnittene Wurzel mit 250 ml kochendem Wasser.
  3. Lassen Sie den Löwenzahnwurzeltee für etwa zehn Minuten ziehen – danach können Sie ihn genießen.

Wie bei jedem Naturheilmittel sollte auch die Löwenzahnwurzel regelmäßig angewendet werden, damit sie eine optimale Wirkung erzielt. Die Einnahme von drei bis vier Tassen täglich ist daher in jedem Fall ratsam. Damit die Inhaltsstoffe ihre Wirkung optimal entfalten können, sollte der Verzehr rund eine halbe Stunde vor dem Essen erfolgen.

Alle diejenigen, die nicht zu den Teegenießern gehören, können aus der Löwenzahnwurzel einen Essig herstellen und profitieren so ebenfalls von den wertvollen Inhaltsstoffen. Die Herstellung ist hier aber ein wenig aufwendiger als dies bei dem Tee der Fall ist:

➔ Essig aus Löwenzhanwurzel selber machen

Für den Essig kann frische oder getrocknete Löwenzahnwurzel verwendet werden.

  1. Die geschnittene Wurzel wird in ein Einmachglas gegeben. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Glas gut gefüllt ist.
  2. Die Wurzeln werden dann mit einem Apfelessig übergossen und das Glas wird verschlossen.
  3. Während der Ruhezeit von zwei Wochen muss das Einmachglas täglich wenigstens einmal geschüttelt werden, sodass sich die Nährstoffe der Wurzel optimal mit dem Essig verbinden.
  4. Mit einem Sieb wird der Essig nach zwei Wochen gefiltert, sodass die Löwenzahnwurzel problemlos herausgenommen werden kann.
  5. Bei kühler Lagerung kann der Essig ein Jahr lang aufbewahrt werden.

Wer sollte Löwenzahnwurzel nicht verwenden?

Obwohl Löwenzahnwurzel sehr gesund ist und viele für den Körper wichtige Nährstoffe enthält, kann sie nicht von jedem ohne Bedenken eingesetzt werden. Gerade diejenigen, die auf die sogenannten Kornblütler allergisch reagieren, sollten davon absehen. Auch Personen, die mit einem Darmverschluss oder einem Gallenwegsverschluss kämpfen, müssen auf das Naturheilmittel verzichten. Gleiches gilt für die sich in der Gallenblase befindlichen Eiteransammlungen. Zu allergischen Reaktionen kann es übrigens nicht nur beim Verzehr kommen, sondern auch beim Kontakt mit der Haut.

Foto1: © rainbow33 / stock.adobe.com, Foto2: © Madeleine Steinbach / stock.adobe.com, Foto3: © behewa / stock.adobe.com

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