Tiere

Maden in der Mülltonne vorbeugen und bekämpfen – So klappt’s

337 views
0

Wenn die Temperaturen steigen, machen sich in der Mülltonne schnell Maden breit. Wie Sie diese wieder loswerden und wie Sie einen Befall effektiv vorbeugen, verraten wir Ihnen hier.

Maden in der Mülltonne vorbeugen und bekämpfen
© Birgit Reitz-Hofmann / stock.adobe.com

Im Sommer ist der Blick in die Mülltonne häufig mit Ekel und Abscheu verbunden. Denn das feuchtwarme Klima im Behältnis schafft ideale Lebensbedingungen für eine Vielzahl von Insekten. So nutzen Stuben- und Schmeißfliegen zum Beispiel Bio- und Restmülltonne als Brutplatz. Schon nach kurzer Zeit machen sich dann zwischen Speiseresten und Pflanzenüberbleibseln eklige Maden breit. Mit einfachen Hausmitteln lassen sich die ungeliebten Bewohner aber schnell wieder loswerden. Wir stellen Ihnen hier mal einige Möglichkeiten zur Bekämpfung und auch zur Vorbeugung vor.

Mit diesen Methoden lassen sich Maden bekämpfen

Bei der Madenbekämpfung sollten Sie auf chemische Insektenvernichtungsmittel verzichten. Denn diese aggressiven Präparate töten nicht nur die Insekten, sondern besitzen auch eine toxische Wirkung auf Menschen und Haustiere. Zudem konzentrieren sich die Schadstoffe im Erdreich, wo sie nur sehr langsam abgebaut werden können. Außerdem sind die Insekten in der Lage bei einem mehrmalige Gebrauch von Insektiziden eine Resistenz zu entwickeln. Weit zuverlässiger und umweltschonender lässt sich daher mit den folgenden Hausmitteln gegen Maden in der Mülltonne vorgehen.

❍ Maden mit Branntkalk austrocknen:

Branntkalk steht für Calciumoxid und entsteht, wenn kohlensaurer Kalk bei hohen Temperaturen entsäuert wird. Gärtner kennen diesen Stoff als Düngemittel. Hauptsächlich kommt Branntkalk aber auf Baustellen zum Einsatz. Da Branntkalk besonders aggressiv ist, kann er aber auch gegen größere Maden-Populationen eingesetzt werden.

Kommt Branntkalk in Kontakt mit Wasser, tritt eine stark ätzende Wirkung ein. Da Larven zu etwa 90 Prozent aus Wasser bestehen, setzt die Wirkung somit schnell und zuverlässig ein. Es werden nur wenige Anwendungen nötig sein, um die Madenplage zu beenden. Beim Umgang mit dem Stoff gilt es jedoch einiges zu beachten:

  • Branntkalk darf nur im Außenbereich verwendet werden.
  • Branntkalk kann auch das Material der Mülltonne schädigen.
  • Branntkalk darf nur in geringen Mengen angewendet werden.

Bei der Arbeit mit Brandkalk sollten Sie immer Schutzkleidung tragen. Handschuhe sowie Mund- und Atemschutz sind also ein absolutes Muss.

❍ Kalk und Gesteinsmehl gegen Maden:

Mülltonne Asche
© gabort / stock.adobe.com

Wer nach einer schonenderen Methode sucht, wird im Baumarkt fündig. Kalk oder Gesteinsmehl werden im Gartenbau dazu genutzt, um den Boden aufzuwerten. Kommen Maden damit in Kontakt, wird ihnen ebenfalls die Feuchtigkeit entzogen. Der Prozess gestaltet sich zwar etwas langwieriger als bei Branntkalk beschrieben, ist aber dafür auch weniger gefährlich.

Tipp:
Einen ähnlichen Effekt können Sie auch mit Katzenstreu oder Salz erzielen.

Wer eine offene Feuerstelle besitzt, sollte die Asche während des Winters einfach aufbewahren und im Sommer in die Mülltonne streuen. Asche besitzt eine desinfizierende Wirkung und wirkt damit zuverlässig gegen einen Insektenbefall.

❍ Essig vertreibt Maden:

Fliegen mögen keinen Essig. Damit ist ein natürliches wie wirkungsvolles Mittel gegen Maden gefunden. Es bietet sich an, anstatt herkömmlichen Haushaltsessig die höher konzentrierte Essigessenz zu verwenden. Gehen Sie einfach wie folgt vor:

  1. Fünf Esslöffel Essigessenz auf einen Liter Wasser geben.
  2. Flüssigkeit vermischen.
  3. Flüssigkeit in eine Sprühflasche füllen.
  4. Maden mit der Flüssigkeit besprühen.
  5. Mülltonnenwände und Deckel mit der Flüssigkeit besprühen.
  6. Maden entfernen.
  7. Mülltonne an der Luft trocknen lassen.

Tipp:
Die Wirkung können Sie intensivieren, indem Sie Salz über die Flüssigkeit streuen.

Das Gute: Lüftet die Mülltonne aus, wird der intensive Essiggeruch weitere Insekten davon abhalten, das Behältnis aufzusuchen.

❍ Pfeffer stoppt den Madenbefall:

Maden in der Mülltonne mit Pfeffer bekämpfen
© sharshonm / stock.adobe.com

Neben Essigwasser ist auch Pfefferwasser eine wirkungsvolle Waffe gegen Maden in der Mülltonne. Einen Vorrat an Pfefferlösung stellen Sie her, indem Sie zwei Liter Wasser mit zwei Esslöffeln gemahlenem Pfeffer vermischen. Das Wasser sollten Sie aufkochen, bevor Sie das Gewürzpulver hinzugeben. Ist die Lösung abgekühlt, können Sie sie in eine Sprühflasche füllen. Das Pfefferwasser anschließend einfach direkt auf die Maden sprühen. Sie verenden dann schon nach wenigen Minuten. Gleichzeitig wird die Mülltonne durch den Gebrauch von Pfefferwasser desinfiziert.

❍ Hundeshampoo als Madenkiller:

Geeignet für die Madenbekämpfung sind auch Pflegeprodukte, die den Wirkstoff Permethrin enthalten. Dies ist auch ein bewährtes Mittel bei der Schädlingsbekämpfung. Enthalten ist dieses Permethrin zum Beispiel in Hundeshampoo. Lösen Sie einfach eine kleine Menge davon in heißem Wasser auf. Anschließend können Sie die Mülltonne damit großflächig reinigen. Sie können das Mittel aber auch direkt auf die Maden sprühen.

Achtung:
Katzenhalter sollten den Gebrauch überdenken, denn Permethrin ist für diese Vierbeiner giftig.

❍ Alkohol und Spiritus gegen Maden einsetzen:

Wurde die Mülltonne gereinigt und eines der beschriebenen Hausmittel verwendet, kann die Tonne abschließend mit Alkohol oder Spiritus besprüht werden. Die Fliegen werden sich dann für geraume Zeit einen anderen Brutplatz suchen. Da die Wirkung mit der Zeit nachlässt, ist die Anwendung während des Sommers mehrfach zu wiederholen.

➥ Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden im Überblick

MethodeVorteileNachteile
Branntkalk• wirkt schnell
• geeignet für große Populationen
• aggressiv
• gesundheitsschädigend
• umweltschädlich
• Schutzkleidung notwendig
Kalk und Gesteinsmehl• ungefährlich in der Anwendung• längere Wirkungsdauer
• mehrmalige Anwendung nötig
Essig• zuverlässig in der Wirkung• unangenehm im Geruch
Pfefferwasser • zuverlässig in der Wirkung
• zusätzlich desinfizierend
• muss selbst hergestellt werden
Hundeshampoo• enthält zuverlässigen Wirkstoff
• Langzeiteffekt
• Inhaltsstoff giftig für Katzen
Alkohol und Spiritus• einfach anzuwenden• Wirkung lässt schnell nach

Fressfeinde in Aktion

Maden Mülltonne Vogel
© Achim Wagner / stock.adobe.com

Schädlinge lassen sich sehr gut und ohne unser Zutun beseitigen, wenn entsprechende Fressfeinde vorhanden sind. Die Maden sind zum Beispiel ein begehrter Snack für heimische Vögel. Öffnen Sie die Tonne in den Morgenstunden, können sich Vögel bedienen. Am späten Vormittag sollten Sie die Mülltonne wieder schließen, damit durch die aufsteigende Hitze nicht noch mehr Fliegen angezogen werden.

Frühaufsteher, welche diese Methode nutzen möchten, müssen aber auch damit rechnen, dass sie damit nicht nur Vögel anlocken, sondern dass sich Mäuse und Ratten ebenfalls Zugang zum Müll verschaffen. Vögel fallen zudem nicht nur über die Maden her, sondern zerpflücken den Müll auch gerne mal und sorgen so für Unordnung im Garten.

Tipp:
Wer sich weniger vor den Maden ekelt und ein Aquarium oder einen Gartenteich besitzt, kann diese auch als Lebendfutter einsetzen. Das Aufsammeln lohnt sich auch für die Halter von Reptilien.

So können Sie einen Madenbefall vorbeugen

Mit einigen einfachen Tipps und Handgriffen lässt sich ein Madenbefall in Mülltonnen effektiv vorbeugen. Probieren Sie einfach die folgenden Methoden aus:

➔ Mülltonne entsprechend vorbereiten:

Um den Fliegen den Zutritt zur Biotonne zu verweigern, kommt es darauf an, dass der Deckel möglichst dicht abschließt. Dem kann mithilfe von speziellen Gummidichtungen nachgeholfen werden. Maden bevorzugen zudem ein feuchtwarmes Umfeld. Wird die Feuchtigkeit durch das Auslegen von mehreren Lagen Zeitungspapier oder Eierkartons unterbunden, lässt sich der Schlupf auch weitgehend verhindern.

Eine Option wären auch sogenannte Madendeckel, welche einen Filter integriert haben und damit unterbinden, dass Insekten von den aus der Tonne entweichenden Faulgasen angelockt werden.

Einige Kommunen setzen bereits Biotonnen mit integriertem Filterdeckel ein. Fäulnisgase dringen so nicht mehr nach außen. Weiterhin besitzt der Deckel eine Doppeldichtung. Somit sitzt er besonders fest auf.

➔ Mülltonne regelmäßig reinigen:

Die regelmäßige Reinigung der Mülltonnen ist unerlässlich. Wird die Tonne gründlich mit einem Hochdruckreiniger sauber gehalten, lassen sich Brutstätten für Insekten zuverlässig entfernen. Nach der Reinigung sollten Sie die Tonne am besten auch immer gleich mit Essig- oder Pfefferwasser einsprühen.

➔ Mülltonne richtig aufstellen:

Mülltonnen sollten keinen vollsonnigen Standplatz erhalten. Die Wärme fördert nämlich den Zersetzungsprozess in der Tonne und schafft damit ideale Brutbedingungen für Fliegen und andere Insekten.

Tipp:
Im Sommer sollten Sie Ihre Biotonne reglmäßig leeren lassen. Und das auch dann, wenn die Tonne nur halb gefüllt ist. So können Sie effektiv einen Madenbefall vorbeugen.

➔ Müll richtig entsorgen:

Maden Biomülltonne
© gabort / stock.adobe.com

Der Inhalt der Biotonne hat maßgeblichen Einfluss auf einen möglichen Madenbefall. Wenn Sie lediglich Pflanzenreste sowie Obst- und Gemüseabfälle darin entsorgen, dürfte die Madenplage eher gering ausfallen. Entsorgen Sie darin allerdings auch gekochte Speisereste, können Sie mit einem regen Befall rechnen, denn Fliegen nutzen bevorzugt die Überreste von Fleisch und Fisch für die Eiablage. Gekochte Speisereste deshalb am besten immer in kompostierbare Tüten geben und entsorgen. Zwischen diesen Küchenabfällen sollten Sie am besten auch immer eine Schicht Gartenabfälle entsorgen. Das kann die Madenbildung zusätzlich verringern.

Aber auch die Schalen von Obst und Gemüse sollten Sie vor der Entsorgung einwickeln – und zwar in Zeitungspapier oder Küchenkrepp. Das saugfähige Material nimmt die Feuchtigkeit auf, wodurch dann weit weniger Fliegen angelockt werden.

➔ Gerüche gegen Maden:

Von Essig haben wir ja bereits gesprochen. Leider ist der Geruch auch für uns Menschen nicht wirklich angenehm. Setzen Sie deshalb alternativ auf Teebaumöl oder Lavendel. Auch diese Gerüche halten Insekten fern. Wer gepresste Knoblauchzehen über seinen Biomüll gibt, braucht Maden ebenfalls nicht zu fürchten.

Foto1: © Birgit Reitz-Hofmann / stock.adobe.com, Foto2: © gabort / stock.adobe.com, Foto3: © sharshonm / stock.adobe.com, Foto4: © Achim Wagner / stock.adobe.com, Foto5: © gabort / stock.adobe.com

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here