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Vögel anlocken – So holen Sie sich stimmungsvolles Gezwitscher in den Garten

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Was wäre ein Garten ohne Vögel? Zur Natur gehören eben auch Tiere und gerade Vögel machen uns mit ihrem Gezwitscher oft viel Freude. Doch wie lockt man sie an?

Sorgen Sie für Nistplätze
Sorgen Sie für Nistplätze

Eines vorweg: wenn es im Garten hoch hergeht, Kinder da sind, laute Musik gemacht wird oder ständig Grillfeste abgehalten werden, dann ist die Chance, dass sich hier Vögel einnisten, äußerst gering. Vögel mögen es schließlich ruhig, auch wenn sie selber sehr laut werden können. Wenn es bei Ihnen im Garten eher ruhig zugeht, dann haben wir hier einige hilfreiche Tipps, wie Sie sich das harmonische Vogelgezwitscher in den Garten holen können.

Vögel bereichern den Garten schließlich nicht nur akustisch, sie vertilgen auch Pflanzenschädlinge. Besonders während der Brutzeit, da ihre Jungen die eiweißreiche Nahrung benötigen. Locken Sie Vögel in Ihren Garten, um sich an ihrem Gezwitscher zu erfreuen, schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

So locken Sie Vögel in Ihren Garten

Tipp 1 – für Nistplätze sorgen:

Sorgen Sie für Nistplätze. Vögel bauen sich ihre Nester gerne im dichten Geäst von Bäumen, Sträuchern und Hecken. Wenn Sie nur Blumen und Stauden im Garten haben, werden Sie also vergeblich auf Vögel warten müssen.

Sie können aber auch Nistkästen aufhängen. Beachten Sie dabei, dass die Einfluglöcher der Wetterseite abgewandt nach Osten zeigen müssen und die Sonne nicht zu sehr hinein scheinen kann. Hängen Sie die Nistkästen zudem so auf, dass Katzen und Marder nicht herankommen. Das Gleiche gilt übrigens auch für Vogelhäuschen. Lesetipp: Vogelfutterhaus richtig aufstellen – Das müssen Sie alles beachten.

Tipp 2 – Beerensträucher pflanzen:

Pflanzen Sie Sträucher, die Beeren tragen, denn diese sind eine natürliche Nahrungsquelle für Vögel. Empfehlenswert sind z.B. Holunder, Schlehen, Schneeball, Berberitze, Liguster und Weißdorn.

Tipp 3 – Wildblumen pflanzen:

Vögel mögen aber nicht nur Beeren. Sie lieben auch die Samen von heimischen Wildkräutern und -blumen. Vögel werden beispielsweise besonders von Nachtkerzen, Johanniskraut, Brennnesseln und Wegeriche angelockt. Es ist also nicht schlimm, wenn Sie mal kein Unkraut jäten.

Tipp 4 – Insekten anlocken:

Es ist auch sinnvoll Gewächse zu pflanzen, die Insekten anlocken. Dazu gehören z.B. Buddleja, Fetthenne und Phlox. Werden Insekten angelockt, lockt dies wiederum auch Vögel an.

Tipp 5 – Vogelfutter bereitstellen:

Stellen Sie Trockenfutter in Vogelhäuschen oder Meisenknödel (Anleitung dazu hier) an Bäumen zur Verfügung. Dies allerdings nur in den Wintermonaten, denn dann haben es die Vögel besonders schwer Nahrung zu finden.

Verwenden Sie zur Fütterung wirklich nur Meisenknödel, Winterfuttermischungen fürs Freiland, Sonnenblumenkerne, Rosinen oder Haferflocken. Wasserhaltige Lebensmittel und Kartoffeln und Brot sollten Sie den Tierchen hingegen nicht anbieten. Das kann ihnen schaden und sie im schlimmsten Fall sogar töten.

Tipp 6 – Fassade begrünen:

Wenn Sie vor haben, die Fassade Ihres Hauses zu begrünen, dann tun Sie automatisch etwas dafür, dass Vögel angelockt werden. Amseln z.B. lieben mit Efeu, Wildem Wein oder Knöterich bewachsene Wände.

Probieren Sie diese Tipps einfach mal aus. Sie werden staunen, wie viele Untermieter Sie plötzlich haben.


Foto1: © 301762 – pixabay

4 KOMMENTARE

  1. zu Vogelfütterung im Sommer:

    Mit höchstem Interesse verfolge ich Ausführungen zu o.g. Thema.
    Ich denke, generell ist die Fütterung im Winter nicht nur sinnvoll, sondern auch erforderlich.
    Fakt ist aber auch, dass – wie sogar in Nachrichten gemeldet – seit 1974 75 % der Insekten ausgestorben sind. Damit dürfte es für die Vögel selbst im Sommer und dann schon ab Betreiben der Jungvogelfütterung im Frühjahr die Futtergrundlage bedrohlich knapp werden. Den Nachrichten u anderen Fachberichten zufolge stehen den Vögeln demzufolge nur noch ein Viertel zur Aufnahme frei. Daher sicher auch die Bestandsgefährdung nicht weniger Vogelarten. Unterernährt u in Folge schwächlicher; Lebenserwartung eingeschränkt.
    Ist es unter diesem Aspekt nicht notwendig, auch durch gemäßigte Ganzjahresfütterung Vogelbestände zu erhalten. Ich biete Haferflocken, ungeschwefelte Rosinen u getrocknete Insekten u Meisenknödel aus Einkaufszentren u zoologischer Handlung an.
    Ist ja eigentlich schon schlimm genug, wenn durch klimabedingte Stürme oder Baumaßnahmen überall wunderbare, alte Bäume restlos entfernt werden müssen, aber keine Nachpflanzungen – auch an anderen Stellen erfolgen.
    Gleiches gilt für Eigenheimgärten u viele andere kleine u größere Anlagen der Städte u Vermieter.
    Fragwürdig auch, warum Forschungen z.B. der TU Berlin zu Fassadenbegrünungen mit dem wertvollen Ergebnis, 3-4 Grad weniger Hitze im Sommer im Haus zu erhalten, betrieben werden. Das Ergebnis bleibt jedoch in Schubkästen u daraus notwendige Maßnahmen findet keine Berücksichtigung durch Hausbesitzer, Eigentümer von Wohnanlagen, zuletzt von beauftragten Grünanlagenpflegediensten. Diese verfügen oftmals kaum über praktizierte Kenntnisse. (Meine Schlußfolgerung zu entsprechenden erforderlichen theoretischen Kenntnissen lasse ich mal weg.) Leider grenzen Pflegemaßnahmen dieser offensichtlich sehr preiswerten Unternehmen oft eher an Vergewaltigung der Sträucher. Laub wird nicht in strauchige Anlagen gepustet, was den Einsatz des Laubpusters rechtfertigen soll. Nein, jedes Blatt wird möglichst (einschließlich der darin zum Winter ruhenden Insekten, unter Zweigen schlummernden Igel …) rausgepustet, maschinell entsorgt (wohin eigentlich). Denn durch so extreme Beräumungen kann weder Zersetzung von Laub bis zum Frühjahr, noch Kompost so entstehen. In den 50 Jahren bestehender Anlagen rundum wurde nie durch irgendwelche Gaben von Kompost der Boden aufgebessert.
    Unsinnige Rückschnitte auf 60 cm bis auf 1 m verhindern Nestbau u Schnitt vor Blütesaison, wie hier leider fast immer, lassen nicht mal Bienen u Hummeln eine Chance ab dem nächsten Frühjahr, von Wildbienen u.A. mal ganz zu schweigen. Vögeln zur Fütterung oder Nestbaumöglichkeit aber auch nicht.
    Schlimm finde ich, alle schauen weg, Erkenntnisse werden nur bezahlt, aber nicht angewendet, eher untergraben. Alles im Sinne deutscher Aufgeräumtheit.
    Schade, wie wenig wir uns dafür interessieren (mit dem Handeln im Einklang) was in wenigen Jahren nicht mehr aufzubauen ist, weil es zerstört ist, oder durch unser Desinteresse (auch wieder mit dem Handeln im Einklang) vernichtet ist.
    Das ist für Laien erkennbar totaler Raubbau.

    Ihre Leserin G. Gawron

  2. Ich kann mich dem Kommentar von Frau Gawron nur anschließen. Wenn der Frühling erwacht und die Vögel singen freuen sich viele Menschen. Aber was tut sich in den Gärten, da wachsen Koniferen in den Himmel oder exotische Gehölze, welche aber keinen Nährwert haben.
    Unser Garten hat für jeden eine Ecke, Wildpflanzen-und Gehölze,Wasser, Stein-und Laubhaufen. Es sieht trotzdem nicht „unordentlich“aus. Pflegemaßnahmen in der Stadt zeugen -von den Ausführenden- auch bei uns von Unkenntnis in Bezug auf Brut-und Fütterungsgeschäft. Es werden dann Hecken und Sträucher geschnitten, wenn es für die Vögel wichtig wäre sich zu schützen und verstecken. Schade…

  3. Zur ganzjährigen Fütterung: Ich möchte mich Frau Gawron anschließen. Führende Ornithologen empfehlen mittlerweile die ganzjährige Vogelfütterung! Durch Monokulturen und den Einsatz von Insektiziden haben heimische Vogelarten einen Großteil ihres Nahrungsspektrums verloren. Besonders in der Brutzeit verbrauchen die Elterntiere unheimlich viel Energie und benötigen besonders viel Futter. Die Fütterung im Frühling wird daher sogar wichtiger, als die im Winter. Ich selbst bin jahrelang (durch veraltete Webseiten wie diese und älteren Bücher) dem Irrglauben aufgesessen, dass Sommerfütterung schlecht/ nicht notwendig sei. Dies wird jedoch wie gesagt von Naturschutzverbänden und Vogelexperten empfohlen. Mittlerweile gibt es auch in vielen Gartencentren/ Baumärkten Vogelfutter das ganze Jahr über. 🙂

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