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Medinille – Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Eine Mednilla ist recht anspruchsvoll. Schon kleinste Pflegefehler können der Pflanze stark zusetzen und unterschiedliche Krankheiten und Schädlinge hervorrufen.

Medinille: krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen
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Zugegeben, eine Pflanze ohne Ansprüche ist die Medinille nicht. Wer sich allerdings mit den Anforderungen an den Standort und mit den allgemeinen Pflegehinweisen befasst, wird sich an dem blühfreudigen Exoten erfreuen können und selten krankhafte Veränderungen oder Schädlingsbefall bemerken.

Häufig ist der Zimmergärtner selbst der Verursacher von Krankheiten und Schädlingen, weil:

❶ Die Pflanze zu nass oder zu trocken steht.
❷ Die Pflanze zu wenig Luftfeuchtigkeit umgibt.
❸ Das Substrat nicht mit Bedacht gewählt wurde.
❹ Wasser und Nährstoffe fehlen.

Folgende Schädlinge wurden vermehrt beobachtet:

  • Rote Spinne
  • Wollläuse
  • Schildläuse

Rote Spinne – ungebetener Gast bei zu trockener Luft

Die Rote Spinne befällt bevorzugt Medinillen, bei denen der Pflanzensprüher eher selten zum Einsatz kommt. Wird täglich gesprüht, werden sich die Schädlinge an den Blättern nicht halten können und man erreicht bereits durch diese alltägliche Pflegemaßnahme einen vorbeugenden Schutz gegen Schädlinge wie die Rote Spinne oder auch Blattläuse, von denen die Pflanzen allerdings eher selten befallen werden.

» Tipp: Spinnmilben sitzen vermehrt an den Unterseiten der Blätter.

Mit dem bloßen Auge sind die Schädlinge oft nicht zu sehen. Aufschluss geben aber die durchaus sichtbaren Saugstellen an den Blattunterseiten. Die Blätter verlieren ihre sattgrüne Farbe und vergilben.

Was ist bei einem Befall zu tun?

Der Hobbygärtner sollte immer bestrebt sein, Schädlinge an Zimmerpflanzen ohne den Einsatz von chemische Mitteln zu bekämpfen. Rote Spinnen sind vergleichsweise schwierig zu bekämpfen. Aus der Naturapotheke haben sich Präparate bewährt, die Auszüge des Niembaumes enthalten.

» Tipp: Das Präparat hält auch zuverlässig Blattläuse oder Weiße Fliegen von Zimmerpflanzen fern.

Vorbeugend lassen sich die Pflanzen mit Auszügen aus Kamille, Rainfarn oder Knoblauch behandeln.

Wollläuse – häufig anzutreffender Schädling

Wollläuse finden anscheinend besonderen Gefallen an der Medinille. Ein Befall ist gut auszumachen, da sich auf den Blättern der Pflanze an einen Wattebausch erinnernde Gebilde wiederfinden. Wollläuse werden nur wenige Millimeter groß. Der Schädling lebt vom Pflanzensaft. Dabei zeigen sich die Weibchen besonders emsig. Bis zu 600 Eier legen diese alle acht Wochen auf der betroffenen Pflanze ab.

Was ist zu tun?

Die Wollläuse sollten schnellstmöglich manuell entfernt werden. Dies kann mit Watte- oder mit Holzstäbchen geschehen. Wird das Stäbchen mit Alkohol getränkt, lässt sich damit wirkungsvoll gegen Wollläuse vorgehen. Der Alkohol löst die Wollläuse umgebende Wachsschicht auf. Wollläuse besitzen in der Florfliege oder in der Schlupfwespe natürliche Fressfeinde.

Schildläuse – bestens gewappnet und hartnäckig

Schildläuse verdienen ihren Namen zurecht. Die harten Rückenpanzer mit ihrer leichten Wölbung sind mit bloßem Auge erkennbar. Allerdings sind die Schädlinge farblich sehr gut an die Pflanzen angepasst und daher nicht immer auf den ersten Blick sichtbar. Oft wird nicht der Schädling selbst bemerkt, sondern dessen Ausscheidungen, der klebrige Honigtau, der sich neben dem Pflanztopf ansammelt. Erkennbar ist ein Schildlausbefall auch an braunen Blättern, an Wolle erinnernden Gespinsten und verkrüppelten Blättern oder Blüten.

Was ist zu tun?

Soll der Einsatz von chemischen Mitteln unterbleiben, ist das manuelle Entfernen der Läuse eine Option. Dies kann mit einem dünnen Holzstäbchen oder mit einem Zahnstocher geschehen. Bei leichterem Befall kann es auch hilfreich sein, die Medinille mit Seifenlauge zu behandeln oder mit einem Sud aus Knoblauch oder Brennnesseln zu besprühen.

Das 1×1 des Schädlingsbefalls bei der Medinille

SchädlingSchadbildBekämpfung
Rote SpinneSpinnmilben lassen sich an den Blattunterseiten nieder und sind damit anfänglich schwer auszumachen. Durch das Aussaugen des Pflanzensaftes entstehen auf den Blättern punktförmige Flecken. Die Blätter vergilben schließlich und fallen ab.Ein umweltfreundliches und zudem wirkungsvolles Mittel sind Präparate auf der Basis des Niembaumes. Zur Kräftigung der Pflanze dienen Knoblauchsud oder eine Lauge aus dem Ackerschachtelhalm.
WollläuseWollläuse hinterlassen an Wattebällchen erinnernde Gespinste auf den Blättern der Medinille. Die Gespinste können sich auf den Oberseiten oder auch den Unterseiten der Blätter befinden und kommen auch an den Stängeln vor. Wollläuse sind oft die Folge einer zu geringen Luftfeuchte. Häufiges Sprühen ist eine gute Vorbeugung. Mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen lassen sich die Schädlinge manuell und ohne den Einsatz von Chemie von der Pflanze lösen.
SchildläuseSchildläuse sind farblich gut an die Blätter angepasst und daher recht schwer zu erkennen. Ein deutliches Anzeichen für den Schädlingsbefall ist der Honigtau. Dabei handelt es sich um die klebrigen Ausscheidungen der Schädlinge. Bei fortgeschrittenem Befall erscheinen Blätter und Blüten verkrüppelt. Die Blätter werden braun und fallen ab. Schildläuse lassen sich mit einem Holzstäbchen manuell entfernen. Schnelles Handeln ist erforderlich. Die betroffene Pflanze ist zu isolieren, da der Befall schnell auf die übrigen Zimmerpflanzen übergreifen kann.

Pflegefehler vermeiden – so bleibt die Medinille gesund

Die Pflege der Medinille ist recht anspruchsvoll. Der Pflanzenfreund sollte sich mit den Ansprüchen des Exoten bereits im Vorfeld auseinandersetzen. Dies beginnt bereits mit dem Standort, der hell und warm sein sollte. Im Winter sollte die Möglichkeit einer etwas kühleren Standortwahl gewährleistet sein. Wassermangel kann der Medinille ebenso zusetzen, wie Staunässe. Eine geringe Luftfeuchtigkeit lässt die Blätter schnell braun werden und vertrocknen. Werden die Ansprüche der Pflanze erfüllt, ist dies zwar kein Garant, aber eine gute Grundlage, diese aparte Schönheit erfolgreich zu kultivieren.


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