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Medinille pflegen – Alle Tipps rund um´s Gießen, Düngen & Winterruhe

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Wer eine Medinille als Zimmerpflanze haben möchte, sollte bei der Pflege schon einen grünen Daumen haben. Die exotische Pflanze ist nämlich recht anspruchsvoll.

Medinille Medinilla pflegen
© irairopa – Fotolia.com
Wahrlich prachtvoll präsentiert sich die Medinille ihren Betrachtern. Die rosafarbenen Blütenstände halten sich über Wochen an den ausladenden, vierkantigen Ästen. Für exotisches Flair im Wohnzimmer ist gesorgt. Allerdings ist der Hobbygärtner auch gefordert, wenn er sich auf diese aparte Schönheit einlässt.

Ganz so einfach ist die Pflege nicht, umso größer wird aber die Freude sein, wenn Sie alles richtig gemacht haben und im Frühling die ersten Blüten sichtbar werden. Die folgenden Pflegehinweise helfen beim Umgang mit der anspruchsvollen Medinille.

❶ Die Medinille richtig gießen

Die Medinille, oder auch Medinilla magnifica, besitzt einen hohen Feuchtigkeitsbedarf. Sporadisches Gießen bekommt der Pflanze dabei weniger. Die Wassergaben sollten konstant erfolgen. Dabei ist immer darauf zu achten, dass das Gießwasser sofort ablaufen kann und sich nicht im Pflanzgefäß staut, denn Staunässe vertragen die Tropenpflanzen nicht. Das im Untersetzer stehende Wasser sollte nach wenigen Minuten ausgeleert werden.

Im Sommer bekommt der Pflanze auch ein Tauchbad gut. In keinem Fall darf der Wurzelballen austrocknen. Das Gießen verlangt Fingerspitzengefühl. Vernachlässigt werden sollte auch nicht der Anspruch an hohe Luftfeuchtigkeit. Diese darf nicht unter 50% abfallen. Im Sommer muss der Pflanzensprüher täglich zum Einsatz kommen.

→ Tipp: Zum Sprühen sollte kein Leitungswasser benutzt werden. Dies hätte hässliche Kalkflecken auf den Blättern zur Folge.

Im Winter wird die Medinille weniger gegossen. Es ist aber darauf zu achten, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.

Herkömmliches Leitungswasser enthält einen zu hohen Kalkanteil. Daher sollte mit Regenwasser gegossen werden. Weiterhin kann abgestandenes Leitungswasser, dessen Kalkanteil sich deutlich verringert, mit destilliertem Wasser gemischt werden.

Medinille gießen in Stichworten:

  • gleichmäßig feucht halten
  • Staunässe vermeiden
  • im Winter weniger gießen
  • kalkarmes Wasser verwenden

❷ Die Medinille richtig düngen

Während der Wachstumszeit sollten regelmäßige Düngergaben erfolgen. Dabei kann handelsüblicher Flüssigdünger verwendet werden. Dieser ist einmal wöchentlich dem Gießwasser zuzugeben. Wird beim Umpflanzen die Erde mit Kompost angereichert, ist für einen organischen Langzeitdünger gesorgt. Nach der Blütezeit kann eine Düngung in 14tägigen Abständen verabreicht werden. Im Winter wird nicht gedüngt.

→ Tipp: Nach dem Kauf brauchen die Pflanzen die ersten sechs Monate keinen Dünger. Der Boden ist in der Regel mit allen nötigen Nährstoffen angereichert.

Medinille düngen in Stichworten:

  • handelsüblichen Flüssigdünger verwenden
  • während der Blütezeit wöchentlich düngen
  • nach der Blütezeit 14tägig düngen
  • im Winter kein Dünger

❸ Die Blütenbildung anregen – so wird’s gemacht

Um die neue Blüte anzuregen, kann der Zimmergärtner nachhelfen. Verwelkte Blüten werden entfernt. Zeigen sich neue Blätter, wird die Pflanze für ein bis zwei Monate an einen kühlen Standort gebracht. Dabei sollten die Temperaturen allerdings nicht unter 16 Grad abfallen. Die Bewässerung erfolgt regelmäßig und wenn sich neue Knospen bilden, wird die Pflanze an ihren Standort zurückgestellt.

→ Tipp: Medinillen reagieren empfindlich auf Standortwechsel. Daher sollte die Pflanze sofort, wenn sich neue Knospen zeigen, zurück ins Warme gebracht werden.

Die wichtigsten Pflegetipps im Überblick

PflegemaßnahmeErläuterung
Gießen» Die Medinille möchte mit Bedacht gegossen werden.

» Der Wurzelballen darf nicht austrocknen, ebenso wenig wird Staunässe von der Pflanze vertragen.

» Leitungswasser ist zu kalkhaltig, Regenwasser wird besser vertragen.

» Für eine gleichbleibend hohe Luftfeuchtigkeit ist täglich zu sprühen.

» Überschüssiges Wasser darf sich nicht im Pflanzgefäß stauen.
Düngen» Während der Wachstumsphase und Blütenbildung wird wöchentlich mit Flüssigdünger gedüngt.

» Im Winter benötigen die Pflanzen keinen Dünger.
Schneiden» Wenn regelmäßig Verblühtes entfernt wird, können neue Blätter ausgebildet werden.

» Die Medinille verträgt einen Rückschnitt recht gut, benötigt diesen aber nicht zwingend.
Überwintern» Um die Blütenbildung anzuregen, sollte der Pflanze eine Winterruhe gegönnt werden.

» Hierfür wird das Pflanzgefäß für zwei bis drei Monate an einen kühlen Standort gebracht.

» Während dieser Zeit wird nur wenig gegossen und nicht gedüngt.

» Zeigen sich erste Knospen, wird die Pflanze zügig an ihren alten Standort gebracht und wie gewohnt weiter kultiviert.

Welche Arten von Medinillen gibt es?

Die ursprüngliche Heimat unserer Zimmerpflanze sind die Bergregionen auf den Philippinen. Dort kommen über 200 verschiedene Arten der Pflanzengattung vor. Die Einheimischen bezeichnen die Medinille als “Kapa-kapa”. In Europa wird allein die Medinilla magnifica kultiviert – und das bereits seit mehr als 100 Jahren.

❹ Muss die Medinille geschnitten werden?

Zwingend sind keine Schnittmaßnahmen erforderlich. Wichtig ist allein, regelmäßig die welken Blüten zu entfernen, damit sich neue Blätter bilden können. Die Pflanze ist jedoch durchaus schnittverträglich und es ist problemlos möglich, kahle Triebe zu entfernen oder zu üppig wachsende Exemplare zurückzuschneiden. Der Rückschnitt kann im Spätsommer, nach der Blüte, vorgenommen werden. Die Pflanze verträgt es dabei, bis in das alte Holz zurückgeschnitten zu werden.

❺ Wie muss die Medinille überwintert werden?

Wer sich an der hübschen Blüte erfreuen möchte, muss der Medinille eine Winterpause gönnen. Hierfür ist ein kühlerer Standort notwendig. Die Temperaturen im etwa acht- bis zehnwöchigen Winterquartier sollten bei etwa 15 Grad liegen. Während dieser Zeit wird die Pflanze weniger gegossen und erhält nur eben soviel Wasser, um den Boden nicht komplett austrocknen zu lassen. Zeigen sich im Spätwinter die ersten Knospen, wird die Pflanze zurück an den üblichen Standort gebracht. Gießen und Düngen werden normal wieder aufgenommen und der Blütenreigen kann beginnen.


Foto1: © irairopa - Fotolia.com

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