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Orchideenbaum – Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Der Orchideenbaum ist recht robust und dennoch können Pflegefehler ihm stark zusetzen und somit Krankheiten begünstigen. Wer allerdings schnell eingreift, kann seine Pflanze vor dem Schlimmsten bewahren.

Orchideenbaum - Krankheiten & Schädlinge erkennen und bekämpfen
© Elena Odareeva – Fotolia.com

In den Tropen zieren die Orchideenbäume Gärten und Parks. Die Pflanzen verzaubern mit ihren farbenfrohen Blüten und sorgen für exotischen Charme. Wer den Orchideenbaum in unseren Breiten kultiviert, muss einige Abstriche machen, denn die aus Asien stammenden Pflanzen sind nicht winterhart.

Wer nun vermutet, sich eine wahre Mimose ins Haus zu holen, der irrt. Orchideenbäume sind sogar recht robust, sofern auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird. Oft sind kranke Pflanzen das Ergebnis falscher Pflege. Wie sich dies von Anfang an vermeiden lässt und welche Krankheiten und Schädlinge dem Orchideenbaum gefährlich werden können, erfahren Sie nachfolgend.

Krankheitsanzeichen an den Blättern erkennen

Wer seine Pflanzen im Auge behält, merkt schnell, wenn etwas nicht stimmt. Ein Alarmzeichen beispielsweise sind Verfärbungen an den Blättern. Zeigen sich an den Oberseiten der Blätter gelbe, bräunliche oder schwarze Verfärbungen, lässt dies meist auf Pflegefehler schließen. Die Pflanze zeigt an, dass ihr etwas fehlt oder im Gegenzug auch, dass ihr etwas zu viel geworden ist.

Durch falsches Gieß- und Düngeverhalten kann es zu einem Mangel oder zu einer Überversorgung der Pflanze kommen. Fingerspitzengefühl ist also gefragt. Der Boden darf nicht austrocknen. Daher sollten Sie spätestens wenn die obere Bodenschicht angetrocknet ist zur Gießkanne greifen.

Steht die Pflanze zu nass, kann sich dies auch an Verfärbungen der Blätter bemerkbar machen. Wenn das Gießwasser nicht abfließen kann, staut es sich im Pflanzgefäß, was die Wurzeln angreift. Der Nährstoffmangel kann sich dann in Form der verfärbten Blätter äußern. Während der Orchideenbaum währen der Wachstumsperiode einiges an Nährstoffen braucht, wird die Pflanze im Winter nicht zusätzlich mit Nährstoffen versorgt. Wer dennoch düngt, darf sich nicht wundern, wenn eine Überdüngung eintritt, die Pflanzen unkontrolliert zu wachsen beginnen oder sich die Blätter verfärben.

Die Verfärbungen der Blätter können auch ganz natürliche Ursachen haben und auf das Alter des Laubes hinweisen. Die Blätter welken und werden abgeworfen. Geschieht dies im Winterquartier, besteht meist kein Anlass zur Sorge. Im Spätwinter setzt zuverlässig die Bildung des neuen Laubes ein.

Mögliche Krankheiten & Schädlinge am Orchideenbaum

Blattläuse

Kaum eine Pflanze ist vor ihnen sicher und auch der Orchideenbaum kann von Blattläusen befallen werden. Die Schädlinge messen nur wenige Millimeter und werden vielleicht auf den ersten Blick anfänglich übersehen.

» Tipp: Der Orchideenbaum sollte regelmäßig kontrolliert werden. Besonders im Winterquartier können Schadbilder auftreten.

Erkennen:
Ist der Befall bereits fortgeschritten, werden Sie ihn nicht mehr übersehen können. So kann es vorkommen, dass die Triebspitzen vertrocknen und die Blätter von einem silbrigen Film überzogen sind. Wenn Sie die Blätter mit den Händen berühren, werden Sie spüren, dass sich deren Oberfläche klebrig anfühlt. Dieser Belag wird durch Honigtau hervorgerufen. Dabei handelt es sich um die Ausscheidungen der Blattlaus.

Bekämpfen:
Die Bekämpfung der Blattläuse ist auch ohne den Einsatz chemischer Schädlingsbekämpfung effektiv möglich. So besitzen die Schädlinge zum Beispiel im Marienkäfer und in den Larven der Florfliege natürliche Fressfeinde. Bei leichtem Befall genügt es meist, die Pflanze mit einem harten Wasserstrahl zu behandeln. Ein hartnäckigerer Befall ist mit einem Sud aus Brennnesseln oder Ackerschachtelhalmen, welcher in einen Pflanzensprüher gefüllt wird, gut zu bekämpfen.

» Tipp: Sprühen Sie die Pflanze mehrmals am Tag ein und trennen Sie den Orchideenbaum von anderen Pflanzen, damit der Befall nicht übergreift.

Wurzelfäule

Während sich Blattläuse und ihre Spuren deutlich auf der Oberseite der Blätter bemerkbar machen, ist von einer beginnenden Wurzelfäule zunächst nichts zu sehen. Erst bei näherem Hinsehen wird klar, die Pflanze wächst nicht wie gewohnt und Sie werden vermutlich auch die Nase rümpfen, da ein fauliger Geruch aus dem Boden aufzusteigen beginnt. Dies alles sind Anzeichen dafür, dass die Pflanze über einen längeren Zeitraum zu viel Nässe ausgesetzt war.

Bekämpfen:
Eine Wurzelfäule lässt sich nicht direkt bekämpfen. Wird sie rechtzeitig erkannt, kann es helfen, die Pflanze sofort aus dem Pflanzkübel zu entfernen. Die Wurzeln werden vom nassen und klebrigen Substrat befreit und ggf. getrocknet. Anschließend wird der Orchideenbaum in eine neues Pflanzgefäß gesetzt und in trockene Erde gepflanzt. Nun wird vorsichtig angegossen und abgewartet. Zeigen sich frische Triebe, war die Aktion erfolgreich. Meist wird die Wurzelfäule jedoch zu spät erkannt und die Pflanze ist nicht mehr zu retten.

Vorbeugen:
Die Hauptursache für Wurzelfäule ist Staunässe. Bereits bei der Pflanzung sollten Sie bedenken, dass das Gießwasser immer gut abfließen muss. Entsprechende Voraussetzungen schaffen Sie mit einem Pflanzgefäß, welches ausreichend Abflusslöcher besitzt. Auf dem Gefäßboden bringen Sie vor der Pflanzung eine Drainage aus Tonscherben an. Nun kommt es noch auf das entsprechende Gießverhalten an. Gießen Sie regelmäßig, ohne die Pflanze zu überschwemmen. Die Daumenprobe hilft dabei, die Beschaffenheit des Bodens zu kontrollieren. Ist der Boden leicht angetrocknet, wird gegossen. Fühlt sich das Substrat nass an, heißt es noch abwarten.

Basis für gesunde Pflanzen

MaßnahmeErläuterung
Standort finden
  • Die Orchideenbäume benötigen einen sonnigen Standort.
  • Nur wenige Sonnenstunden pro Tag reichen dabei nicht aus, das Gewächs darf in die volle Sonne.
  • Die Pflanzen sind empfindlich gegenüber Zugluft und sollten daher geschützt stehen.
Substrat auswählen
  • Das Substrat sollte durchlässig sein.
  • Es darf nicht zu Staunässe im Pflanzgefäß kommen.
  • Die Erde kann mit Humus angereichert werden.
    Orchideenbaum gießen
    • Der Flüssigkeitsbedarf ist besonders während der Wachstumsperiode hoch.
    • Die Pflanze darf nicht austrocknen.
    • Kübelpflanzen sind im Sommer täglich zu wässern.
    • Beim Gießen ist etwas Fingerspitzengefühl notwendig, damit es nicht zu Staunässe kommt.
      Orchideenbaum düngen
      • Während der Wachstumsphase kann im Abstand von drei Wochen Flüssigdünger direkt ins Gießwasser gegeben werden.
      • Im Winter werden die Orchideenbäume nicht gedüngt.

        Folgen von Pflegefehlern

        Falscher Standort

        Bekommen die Pflanzen nicht genug Sonne, werden sie in ihrem Wachstum zurückbleiben. Ausreichend Sonnenstunden werden auch für die Blütenbildung gebraucht. Stehen die Pflanzen zu zugig, können sie mit Blattfall reagieren.

        Falsches Substrat

        In einem eher nährstoffarmen Substrat wird die Pflanze noch recht gut gedeihen, da der Nährstoffbedarf nicht allzu hoch einzuschätzen ist. Ist der Boden zu schwer und das Gießwasser kann nicht abfließen, staut es sich im Pflanzgefäß und es kommt zu Staunässe. Dies geschieht häufig unbemerkt, während fröhlich weiter gegossen wird. Anhaltende Staunässe führt zu Wurzelfäule und letztlich zum Absterben der Pflanze.

        Gießfehler

        Wird zu wenig gegossen, sind welke Blätter die Folge. Nachhaltiger Flüssigkeitsmangel kann zum Vertrocknen von Blättern und Knospen führen. Wird zu viel gegossen, kommt es zu Staunässe mit den bereits beschriebenen Folgen.

        Fehler bei der Düngung

        Ist der Boden im Pflanzgefäß zu karg, wird sich der Orchideenbaum nicht optimal entwickeln und auch keine Blüten ausbilden. Kommt es zu einer Überdüngung, was besonders häufig im Winterquartier passiert, wachsen die Triebe unkontrolliert und unförmig. Der Pflanze wird die Kraft für die Blütenbildung genommen.


        Foto1: © Elena Odareeva - Fotolia.com

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