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Orchideenbaum vermehren – 2 Methoden mit Anleitung

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Wer einen Orchideenbaum vermehren will, hat dazu zwei Möglichkeiten. Wir erklären Schritt für Schritt die Vermehrung durch Stecklinge und Samen.

Orchideenbaum vermehren
© kobolia – Fotolia.com
Der Orchideenbaum (Bauhinia variegata) ist ein wahrer Blickfang und aus tropischen Gärten nicht wegzudenken. Besonders viele Bewunderer finden die Gewächse in Taiwan und in China. Der zarte Blütenduft zieht in Indien und Südamerika Kolibris in seinen Bann. Auch Hummeln und Schmetterlinge umschwärmen die mit ihren fünf Blütenblättern an Orchideen erinnernden Blüten.

Auch in unseren Breiten müssen wir nicht gänzlich auf den Orchideenbaum verzichten. Die Pflanzen lassen sich zwar nicht im Freiland kultivieren, gewinnen aber als Kübelpflanze mehr und mehr an Beliebtheit. Wer bereits einen Orchideenbaum besitzt oder den Wunsch hegt, wird sich vielleicht fragen, ob sich das Gärtnerglück vermehren lässt. In der Tat ist es möglich, Orchideenbäume recht einfach heranzuziehen. Wie dies funktioniert, erfahren Sie im Folgenden.

Orchideenbaum vermehren – 2 Methoden

Die Vermehrung des Orchideenbaumes ist durch Stecklinge und durch Aussaat möglich. Beide Methoden erscheinen recht erfolgversprechend. Wobei Sie bei der Vermehrung durch Samen etwas mehr Geduld aufbringen müssen, als bei der recht unkomplizierten Stecklings-Vermehrung.

❶ Orchideenbaum vermehren durch Stecklinge

Ihr Nachbar stutzt seinen Orchideenbaum, dem Sie bereits unzählige neidvolle Blicke zugeworfen haben? Warum fragen Sie ihn nicht einfach, ob er Ihnen die abgeschnittenen Äste überlässt. Er ist vielleicht sogar froh darüber, muss er sich doch keine Gedanken mehr um die Entsorgung machen.

Stecklinge können in der Tat einfach beim jährlichen Rückschnitt gewonnen werden. Dabei müssen die Triebe nicht unbedingt verholzt sein. Es eignen sich auch Kopfstecklinge. Probieren Sie am besten beides aus. Entfernen Sie die Triebe mit einem scharfen und sauberen Schneidwerkzeug und bringen Sie die späteren Stecklinge auf eine Länge von etwa 25 Zentimeter. Während am oberen Ende des Stecklings einige Blattpaare erhalten bleiben sollten, sind die Blätter und Knospen am unteren Ende, also dem Bereich, der später mit Erde in Berührung kommt zu entfernen. Die unterirdischen Pflanzenteile würden ansonsten zu faulen beginnen.

» Tipp: Es bietet sich an, die Vermehrung mit mehreren Stecklingen zu versuchen, denn es kann immer wieder zu Ausfällen kommen.

Für jeden Steckling sollte ein separates Pflanzgefäß bereit stehen. Dieses wird mit Anzuchterde gefüllt. Die Stecklinge können umgehend nach dem Schnitt eingetopft werden. Meinen Sie es bei der Wahl des Substrates nicht zu gut mit den Stecklingen. Die Triebe bewurzeln in einem besonders nährstoffreichen Substrat schlechter, als in einem eher kargen Boden. Stellen Sie die Pflanzgefäße hell und warm auf und bewässern Sie regelmäßig. Die Stecklinge dürfen nicht austrocknen.

Die Vermehrung durch Stecklinge – Schritt für Schritt

  1. Steckling schneiden
  2. Steckling vorbereiten
  3. Pflanzgefäß bereitstellen
  4. Steckling einpflanzen
  5. Steckling hell und warm aufstellen
  6. Steckling bewässern

Wie lange dauert das Anwachsen?

Ob die Vermehrung geglückt ist, können Sie leicht selbst beobachten. Zeigen sich an den Zweigen neue Blätter und Triebe, dürfen Sie sich freuen. Es kann einige Wochen dauern, bis dies passiert. Nun werden die Stecklinge noch einige Zeit wie gewohnt kultiviert. Haben sich mehrere Blattpaare gebildet und Sie können die Wurzeln bereits am Gefäßboden deutlich erkennen, sind die Stecklinge in größere Pflanzgefäße zu setzen.

Wie werden die Stecklinge weiter kultiviert?

Abhängig vom Zeitpunkt der Pflanzung können die Stecklinge auch im Freien weiter kultiviert werden. Ab Ende Mai können die Pflanzgefäße auf Balkon oder Terrasse aufgestellt werden. An die Sonneneinstrahlung sind die jungen Pflanzen zunächst langsam zu gewöhnen. Platzieren Sie die Gefäße also zunächst im Halbschatten und warten Sie einige Tage ab, bis Sie die jungen Orchideenbäume in die volle Sonne stellen. Wer seine Stecklinge erst im Spätsommer geschnitten hat, überwintert die Stecklinge im Haus und bringt sie erst im kommenden Frühsommer ins Freie.

❷ Orchideenbaum vermehren durch Aussaat

Wer noch keinen Orchideenbaum besitzt und auch keinen Hobbygärtner kennt, der ihm Stecklinge abgibt, der kann sich an die Aussaat machen und sich mit etwas Geduld ein eigenes Prachtexemplar dieser exotischen Pflanze heranziehen.

Wann sollten die Samen in die Erde?

Die Aussaat der Orchideenbäume sollte am besten im Winter oder im zeitigen Frühling erfolgen.

Was wird für die Aussaat gebraucht?

Für die Aussaat sollten Sie diese Materialien vorrätig haben:

  • Samen
  • Pflanzschale
  • Pflanzensprüher
  • Substrat
  • Plastikfolie

Wie ist im Einzelnen vorzugehen?

  1. Samen vorab einweichen
  2. Samen in die Erde drücken
  3. Samen mit Erde bedecken
  4. Pflanzgefäß hell und warm aufstellen
  5. Samen gleichmäßig feuchthalten
  6. Pflanzgefäß mit Folie abdecken
  7. Keimung abwarten

Die Keimfähigkeit der Samen erhöht sich, wenn diese vorab für etwa einen Tag in Wasser eingeweicht werden. Übergießen Sie die Samen hierzu mit heißem Wasser und lassen Sie sie entsprechend quellen.

Für die Aufzucht ist eine flache Pflanzschale am besten geeignet. Diese wird möglichst mit nährstoffarmem Substrat gefüllt. Die Samen selbst werden zirka 1,5 Zentimeter tief in die Erde gebracht und mit Substrat abgedeckt.

Die exotischen Pflanzen benötigen auch während der Keimung viel Wärme. Temperaturen um 25 Grad sind optimal. Förderlich für die Keimung ist die Abdeckung des Pflanzgefäßes mit einer Plastikfolie. So entsteht ein die Keimung beschleunigendes Mikroklima.

» Achtung: Die Folienabdeckung sollte möglichst täglich kurz gelüftet werden. Da im Gefäß kein ausreichender Luftaustausch mehr stattfindet, kann es sonst zu Schimmelbildung kommen.

Wann keimen die Samen?

Nach etwa drei Wochen kann der Hobbygärtner mit den ersten zarten Trieben rechnen. Dann kann die Folienabdeckung abgenommen werden. Die Pflanzen wachsen recht schnell und können mit einer Größe von zirka zwölf Zentimetern in größere Pflanzgefäße umgesetzt werden. Sind die Pflanzen besonders schnell gewachsen und die Triebe erscheinen unförmig, kann beim Umpflanzen auch bereits ein erster Rückschnitt erfolgen.

Was passiert mit den jungen Pflanzen?

Je nach Wetterlage können die jungen Pflanzen ins Freie oder werden weiter im Zimmer kultiviert. Zwischen Ende Mai und Mitte September kann für die Orchideenbäume auf Balkon oder Terrasse ein Standplatz gefunden werden. Dieser sollte warm und vollsonnig beschaffen sein. Fallen die Temperaturen dauerhaft unter zehn Grad, muss die Pflanze zurück ins Haus geholt werden. Jüngere Orchideenbäume reagieren besonders empfindlich auf Kälte. Ältere Pflanzen vertragen auch kurzzeitig niedrigere Werte.

» Tipp: Wer seine Jungpflanzen blühen sehen möchte, muss auch bei guter Pflege mindestens vier Jahre abwarten.


Foto1: © kobolia - Fotolia.com

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