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Oregano pflanzen, pflegen und vermehren

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Oregano hat sich als Gewürz einen Namen gemacht und findet auch in der Naturmedizin Anwendung. Bei uns erfahren Sie, wie Sie ihn im Garten kultivieren können.

Oregano
© eliasbilly / stock.adobe.com

Oregano (Origanum vulgare) ist eine mediterrane Gewürzpflanze, welche in ganz Europa heimisch geworden ist. In seiner griechischen Übersetzung wird der Lippenblütler als “Bergwonne” bezeichnet. Das beliebte Pizzagewürz erweist sich als anspruchslose und pflegeleichte Bereicherung jedes Kräutergartens und kann auch in Töpfen gezogen werden.

Kleine Pflanzenbeschreibung

Oregano (Origanum vulgare)
Wuchs:kissenartig, horstig
Wuchshöhe:30 -500 cm
Blütezeit:Juli bis September
Verwendung:Kräutergarten, Freiflächen, Steinanlagen, Würzpflanze, Heilpflanze
Standort:Sonne
Boden:trocken, durchlässig, normaler Gartenboden
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Oregano ist eine ausdauernde krautige Pflanze, welche etwa einen halben Meter hoch wächst. Der Wurzelstock verholzt meist. Die aufrechten, vierkantigen Stängel treiben nach dem Winter neu aus. An den Blattunterseiten lassen sich kleine Ölbehälter erkennen. Das ätherische Öl verströmt einen herb würzigen Duft und dient der Pflanze als Transpirationsschutz. Zwischen Juli und September zeigen sich die rötlichen Blüten, welche in Dolden oder Rispen erscheinen.

Vorkommen und Verwendung

Ursprünglich stammt Oregano aus dem Mittelmeerraum. Heute ist die Pflanze weltweit in warmen bis gemäßigten Klimazonen anzutreffen. Natürliche Vorkommen sind an warmen Standorten in lichten Wäldern oder an Wegrändern und Hängen zu finden.

Seit etwa 400 Jahren wird Oregano als Würzmittel verwendet. Der älteste Nachweis hierfür ist ein Rezept für Pfannkuchen aus einem Basler Kochbuch, welches auf das 17. Jahrhundert datiert wird. In der deutschen Küche wird Oregano eher sparsam verwendet. In der mediterranen Küche ist Oregano unentbehrlich für die Verfeinerung von Soßen, Gemüse und Fleischgerichten.

Die Bedeutung als Heilpflanze geht bis auf das erste Jahrhundert zurück. Hippokrates von Kos beschrieb damals die Anwendung zur Beschleunigung der Geburt und der Behandlung von Hämorrhoiden. In der modernen Naturmedizin wird Oregano als Zutat für eine Teemischung gegen Magenkrämpfe empfohlen.

Oregano oder Majoran?

Oregano und Majoran sind botanisch eng miteinander verwandt. Darauf lässt auch die lateinische Bezeichnung von Majoran, Origanum majorana schließen. Beide Pflanzen gehören der Gattung Dost an und werden ausgesprochen gern miteinander verwechselt.

Doch es gibt einige Unterschiede, welche dem Hobbygärtner schnell Klarheit verschaffen. Während Oregano winterhart ist und jedes Jahr neu austreibt, muss der Majoran jährlich neu ausgesät oder angepflanzt werden.

Auf den ersten Blick sind sich beide Pflanzen sehr ähnlich. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass Oregano etwas größere Blätter besitzt, welche eine leichte Behaarung aufweisen. Auch bei der Verwendung am Herd gibt es Unterschiede. Während Oregano in der mediterranen Küche vorwiegend für Pizza und Gemüse verwendet wird, ist Majoran eine beliebte Zutat für Deftiges und Würste, daher stammt auch die Bezeichnung “Wurstkraut”.

Oregano pflanzen

Oreano pflanzen
Oregano kann auch im Topf kuliviert werden – © Stocksnapper / stock.adobe.com

Passender Standort

Die mediterrane Pflanze liebt es sonnig und warm. Ein vollsonniger Standort ist kein Problem. So fühlt sich Oregano am höchstgelegenen Punkt der Kräuterspirale wohl. Die anspruchslose Pflanze gedeiht auch im Halbschatten. Wichtig ist, den buschartigen Wuchs des Oreganos bereits bei der Pflanzung ins Auge zu fassen und ausreichend Platz bereitzustellen.

Tipp: Wer keinen Garten besitzt und sich einen Kräutergarten auf der sonnigen Fensterbank anlegen möchte, kann Oregano auch in Töpfen kultivieren.

Ideales Substrat

Im Freiland kommt Oregano mit herkömmlicher Blumenerde sehr gut zurecht. Ein leichtes und durchlässiges Substrat sollte bevorzugt werden. Ein zu schwerer, lehmhaltiger Boden kann durch die Zugabe von Sand oder Kies entsprechend aufgewertet werden. So ist das Abfließen des Gießwassers gewährleistet und es entsteht keine Staunässe. Feuchte Böden sind ein Feind der an Hitze und Trockenheit angepassten Pflanze.

Wer Oregano im Topf oder Kübel kultivieren möchte, benötigt einen weniger mageren Boden. Sehr gut geeignet ist spezielle Gemüseerde. Dieses Substrat fördert das Wachstum und auch die Ausbildung der typischen Kräuteraromen.

Oregano pflanzen – Schritt für Schritt

1. Standort auswählen
2. Boden vorbereiten
3. Pflanzloch ausheben
4. Pflanze einsetzen
5. Pflanzloch schließen
6. Erde gut andrücken
7. Pflanze bewässern

Nach Wahl des Standortes wird die Erde gut aufgelockert und von Wurzeln, Unkraut und Steinen befreit. Soll der Oregano im Kräuterbeet oder der Kräuterspirale seinen Platz finden, entfällt die Vorbereitung des Standortes.

Die vorkultivierten Jungpflanzen sind kräftig genug, um im Frühling direkt ins Freiland gesetzt zu werden. Thymian, Basilikum oder Salbei sind ideale Pflanznachbarn.

Alternativ lassen sich ab dem Spätwinter auf der Fensterbank vorgezogene Jungpflanzen verwenden. Auch die Direktaussaat ist ab April möglich.

Die wichtigsten Pflanztipps im Überblick

TätigkeitBeschreibung
Standort finden
  • vollsonnig bis halbschattig
  • hell
  • warm
Boden vorbereiten
  • locker
  • durchlässig
  • mager
  • trocken
Oregano einpflanzen
  • ausreichend Platz einplanen
  • Pflanzloch in doppelter Größe des Wurzelballens ausheben
  • Pflanze nach dem Einsetzen gut angießen

Oregano pflegen

Oregano richtig gießen

Jungpflanzen benötigen ausreichend Feuchtigkeit. Das Gießen sollte folglich nicht vernachlässigt werden. Ist der Oregano ausgewachsen, kommt er mit weniger Wasser aus. Ein komplettes Austrocknen des Wurzelballens ist jedoch zu verhindern.

Da Staunässe unbedingt vermieden werden sollte, gilt es, vorsichtig zu gießen. Zwischen den einzelnen Wassergaben sollte das Substrat in seinen oberen Schichten antrocknen.

Tipp: An heißen Sommertagen kann die Pflanze großzügig eingeschlämmt werden.

Wird die Pflanze in Topf oder Kübel kultiviert, sollte häufiger gegossen werden. An heißen Tagen trocknet das Pflanzgefäß schnell aus und Sie sollten täglich kontrollieren, ob die Pflanze Wasser benötigt.

Oregano richtig düngen

Damit der Oregano sein typisches Aroma entwickelt und seine ätherischen Öle freisetzt, ist ein magerer Boden Voraussetzung. Wer bei der Pflanzung oder jährlich im Frühling etwas Kompost unter das Substrat mischt, kann die Pflanze bereits ausreichend mit Nährstoffen versorgt.

Bei besonders kargen Böden können während der Wachstumsphase in monatlichen Abständen organische Düngergaben erfolgen.

Oregano richtig schneiden

Ausgewachsene Pflanzen verholzen leicht. Daher sollte ein jährlicher Rückschnitt im Frühling erfolgen. Werden die kleinen Sträucher etwa eine Handbreit über dem Boden gekürzt, treibt die Pflanze üppig aus und entwickelt eine dichte Wuchsform.

Oregano breitet sich gern aus. Dies kann zu Lasten der übrigen Pflanzen im Kräuterbeet gehen. Damit die Pflanznachbarn nicht in ihrem Wuchs eingeschränkt werden, sollte ein regelmäßiger Schnitt durchgeführt werden. Diese Schnittmaßnahmen können jederzeit erfolgen.

Tipp: Soll die Pflanze geschnitten und weiterverwendet werden, ist die Blütezeit der ideale Zeitpunkt.

Oregano richtig überwintern

Oregano ist winterhart und benötigt in der Regel keinen zusätzlichen Schutz. In rauen Lagen kann eine Lage Laub oder Reisig vor starken Frösten und Kahlfrösten schützen.

Die wichtigsten Pflegetipps im Überblick

TätigkeitBeschreibung
Gießen
  • mäßig gießen
  • Staunässe vermeiden
  • Kübelpflanzen häufiger gießen
Düngen
  • keine regelmäßige Düngung nötig
  • im Frühling Kompostgabe
Schneiden
  • regelmäßiger Rückschnitt im Frühling
  • Schnitt zur Eindämmung des Wuchses ganzjährlich möglich
  • soll das Kraut
  • weiterverwendet werden, während der Blütezeit schneiden

Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

Oregano erweist sich als robust und widerstandsfähig. Schädlinge und Krankheiten gelten eher als Ausnahme. Ist der Boden zu mager, können Blattverfärbungen auftreten. Eine Gelbfärbung der Blattunterseiten deutet darauf hin, dass ein Nährstoffmangel aufgetreten ist. Dieser lässt sich mit der Gabe von Hornmehl oder organischem Flüssigdünger beheben.

Tipp: Ein zu feuchter Boden führt zum Welken der Blätter. Eine Gießpause sollte eingelegt werden, damit der Boden austrocknen kann. Zukünftig wird weniger bewässert.

Gelegentlich wurde der Befall mit Blattläusen oder Zikaden beobachtet.

Blattläuse

Blattläuse können die Blätter und Blüten befallen. Frühzeitig erkannt, genügt meist ein harter Wasserstrahl, um die Insekten zu vertreiben. Auch eine milde Spülmittellösung vertreibt Blattläuse zuverlässig, sodass keine chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel zum Einsatz kommen müssen.

Zikaden

Zikaden saugen sich an den Blättern des Oregano fest und legen ihre Eier ab. Werden dadurch Pilzsporen übertragen, blüht der Oregano im Folgejahr nicht. Gegen Zikaden hilft das Einsprühen der Pflanze mit einer verdünnten Essig-Essenz. Dabei sollten die Blattunterseiten vermehrt behandelt werden.

Oregano vermehren

Die Vermehrung ist durch Aussaat, Teilung und Stecklinge möglich.

Vermehrung durch Aussaat

Oregano - Aussaat
durch Aussaat gewonnener Oregano – © Francesco83 / stock.adobe.com
Oregano kann bereits ab Februar auf dem Fensterbrett vorgezogen werden. Die Aussaat kann aber auch ab April direkt ins Freiland erfolgen.

Achtung: Oregano ist ein Lichtkeimer. Die Samen werden daher nicht mit Erde bedeckt.

Die Samen werden auf die lockere Erde gestreut und nur leicht angedrückt. Zwischen den einzelnen Samen sollte ein Abstand von etwa zehn Zentimetern eingehalten werden, da sich die jungen Pflanzen schnell ausbreiten.

Vermehrung durch Teilung

Die Vermehrung durch Teilung wird im Herbst vorgenommen. Dazu wird die Pflanze aus dem Boden genommen und mittig geteilt. So lassen sich zwei gleichwertige Pflanzen gewinnen, welche sofort neu verpflanzt werden sollten. Diese Form der Vermehrung sollte nur mit mehrjährigen und gut entwickelten Pflanzen vorgenommen werden.

Vermehrung durch Stecklinge

Der richtige Zeitpunkt für die Stecklingsvermehrung ist der Frühsommer. Es werden etwa zehn Zentimeter lange Seitentriebe von den Pflanzen entfernt. Der Steckling wird in einem sandigen Boden bewurzelt und nach einigen Wochen an seinen endgültigen Standort ausgepflanzt.

Ernte und Verarbeitung

Die frischen Blätter und Triebspitzen können ganzjährig geerntet werden. Meist werden Kräuter vor der Blüte geerntet, wenn man sie weiterverarbeiten möchte. Beim Oregano ist dies etwas anders. Hier wird abgewartet, bis sich die Blüten zeigen. Dann besitzt die Pflanze das beste Aroma und kann es auch beim Trockenvorgang bewahren.

Zum Trocknen wird das Kraut circa 15 Zentimeter unter der Blüte abgeschnitten. Die Zweige können locker zusammengebunden und an einem luftigen und dunklen Raum  aufgehängt werden. Ist der Strauss getrocknet, wird er abgenommen und in der Küche in Gefäßen verstaut, ansonsten kann es zu Schimmelbildung kommen.

Oregano besitzt eine leicht bitterlichen, kräftigen Geschmack. Auch eine feine Süße wird deutlich. Die enthaltenen Phenole und ätherischen Öle sind für den Geschmack verantwortlich. Phenole besitzen eine antibakterielle und antifungizide Wirkung.


Foto1: eliasbilly , Foto2: © Stocksnapper / stock.adobe.com

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