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Pinienrinde oder Rindenmulch? – Unterschiede, Vorteile und Nachteile beim Mulchen

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Zum Mulchen im Garten eignet sich nicht nur herkömmliches Rindenmulch aus Kiefer oder Fichte, sondern auch Pinienrinde. Wir zeigen Ihnen die Vorzüge auf.

Rindenmulch
© Jeanette Dietl – Fotolia.com

Wozu dient Mulch?

Beim Mulchen wird die freie Bodenfläche in einem Beet mit organischem Material – dem Mulch – bedeckt. Hierzu kann zum Beispiel Rasenschnitt, Laub oder Blattwerk genutzt werden. Am häufigsten wird bisher Rindenmulch verwendet. Allgemein versteht man unter diesem Begriff abgeschälte und zerkleinerte Baumrinde, die als Abfallprodukt in der Forstwirtschaft anfällt. Immer öfter wird im speziellen auch Pinienrinde genutzt.

Mulch schützt Pflanzen

Das Mulchen sorgt für ein angenehmes Klima für die Pflanzen. Es hält den Boden bei Hitze kühl und verhindert das Verdunsten der Feuchtigkeit, so dass die Fläche weniger oft mit zusätzlichem Wasser versorgt werden muss. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass die Temperatur am Abend nicht so schnell sinkt. Und auch im Winter verhindert Mulch ein schnelles Absinken der Temperatur und des Durchfrieren des Bodens. Bei Regen mindert das Mulchen das Auswaschen des Bodens und auch der Wind kann ihn nicht so stark abtragen. Neben all diesen Schutzfunktionen ist das Mulchen auch eine Methode zum Düngen des Bodens. Bei der Zersetzung des organischen Materials entstehen wichtige Nährstoffe, die für ein gutes Wachstum der gewünschten Pflanzen sorgen. Hierbei muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Zersetzung des Mulchmaterials durch Bodenorganismen auch Nährstoffe benötigt. Hier ist vor allem Stickstoff zu nennen, der dann zusätzlich zugeführt werden sollte. Als letzte und für den Gärtner sehr angenehme Funktion hemmt das Mulchen den Unkrautwuchs durch die Reduzierung des Lichtes direkt am Boden.

Mulch als Bodenbelag

Rindenmulch wird auch gerne als Material für Wege und Spielflächen genutzt, da sie federnde Eigenschaften hat. Hierbei sollte man auf eine grobe Körnung des Materials achten, da es dann nicht in den Schuhsohlen hängen bleibt und die Federung am stärksten ist. Für diese Zwecke sollte die Schicht regelmäßig durch neues Material aufgefrischt werden, da sie sonst durch die Zersetzungsvorgänge ausgedünnt wird.

Zusammenfassung

Das Mulchen dient beim Gärtnern folgenden Zwecken:

➟ Hält den Boden kühl und feucht
➟ Reguliert die Temperatur des Bodens
➟ Verringert ein Auswaschen des Bodens durch Regen
➟ Verringert das Abtragen des Bodens durch Wind
➟ Düngt den Boden durch die Zersetzung des Mulchs
➟ Hemmt das Wachstum von Unkraut
➟ Dient als federnder Bodenbelag auf Wegen und Spielflächen

Rindenmulch

Unter dem Begriff Rindenmulch versteht man allgemein abgeschälte und zerkleinerte Baumrinde. Diese fällt als Abfallprodukt in der Forstwirtschaft an. Das handelsübliche Rindenmulch besteht dabei meistens aus der Rinde von einheimischen Fichten und Kiefern. Es zeichnet sich durch eine natürliche braune Farbe aus und besitzt einen kräftigen, teilweise als unangenehm empfundenen Geruch. Er entsteht durch die natürlicherweise enthaltenen Gerbstoffe und Tannine, die den Boden ansäuern. Die Rinde von einheimischen Fichten und Kiefern wird inzwischen auch häufig zum Heizen verwendet, so dass weniger Material zum Mulchen übrig bleibt und der Preis angestiegen ist.

Pinienrinde

Pinienrinde
© exclusive-design – Fotolia.com

Pinienrinde ist ein eigentlich ein Unterbegriff des Rindenmulchs. Wie das Wort schon sagt, handelt es sich dabei um zerkleinerte Rinde, die nur von Pinien stammt. Diese Bäume sind im Mittelmeerraum heimisch. Daraus ergibt sich ein weiterer Transportweg als bei heimischem Rindenmulch, was auch den höheren Preis begründet. Pinienrinde zeichnet sich aber durch eine schöne rostrote Farbe und durch einen angenehmen Duft aus, der an den von Nadelhölzern erinnert. Zudem verrottet Pinienrinde deutlich langsamer als üblicher Rindenmulch und hält so bis zu dreimal so lange. Auch in der Wirkung auf den Boden zeichnet sich die Pinienrinde durch einige Vorteile aus. Sie hat einen geringeren Säuregehalt als übliches Rindenmulch und belastet so den pH-Wert des Bodens weniger. Da dieser geringere Säuregehalt aber auch dazu führt, dass das Unkraut weniger stark gehemmt wird, muss der Boden vor dem Ausbringen des Materials besonders gut vorbereitet werden. Beim direkten Vergleich von Pinienrinde und üblichem Rindenmulch zeigt sich zusätzlich, dass die Cadmiumbelastung der Pinienrinde geringer ist. Außerdem entzieht sie dem Boden beim Verrotten weniger Stickstoff.

Vorzüge und Nachteile von Pinienrinde

Die folgende Gegenüberstellung fasst die Vorteile und Nachteile von Pinienrinde im Vergleich mit herkömmlichem Rindenmulch zusammen:

Vorteile:

Schöner rostroter Farbton
Angenehmer Geruch
Langsamere Verrottung (hält bis zu dreimal so lange)
Geringerer Säuregehalt
Entzieht dem Boden weniger Stickstoff
Geringere Cadmiumbelastung

Nachteile:

Höherer Preis
Längerer Transportweg
Geringere Unkrauthemmung

Wie wird Pinienrinde verwendet?

Pinienrinde und Rindenmulch allgemein sollten für eine optimale Wirkung in einer dicken Schicht auf den Boden aufgebracht werden. Als Bodenschutz reichen circa fünf bis sieben Zentimeter. Eine wirksame Unkrauthemmung benötigt dagegen noch ein paar Zentimeter zusätzlich. Die Körnung der Pinienrinde sollte dabei an die zu bearbeitende Fläche angepasst sein. Je größer die Fläche ist, umso größer sollten die Pinienrindenstücke sein. In Pflanzkästen und Blumentöpfen können sehr kleine Körnungen eingesetzt werden, auf Wegen und Spielflächen sollte die Körnung im Gegensatz dazu besonders groß sein. Eine größere Körnung bietet auch den Vorteil, dass sie langsamer verrottet. Eine zu kleine Körnung kann dagegen den Sauerstoffaustausch im Boden behindern und lässt den Boden schneller modern. Hier lohnt sich die Investition in ein Qualitätsprodukt, da bei Billigprodukten oftmals eine starke Varianz der einzelnen Mulchstücke zu finden ist.

Vor dem Aufbringen den Boden vorbereiten

Vor dem Ausbringen von Pinienrinde sollte der Boden gut vorbereitet werden. Dafür wird alles unerwünschte Unkraut entfernt. Hierbei sollte man auch auf die Rhizome von Wurzelunkräutern achten. Diese Vorbereitung ist wichtig, da Pinienrinde vorhandene Unkräuter nicht abtöten kann, sondern nur das Wachstum neuer Keime behindert und das noch etwas weniger als übliches Rindenmulch aus Kiefern- oder Fichtenrinde.

Stickstoffmangel vorbeugen

Um einem Stickstoffmangel des Bodens vorzubeugen kann eine zusätzliche Düngung gemeinsam mit der Pinienrinde ausgebracht werden. Hier bieten sich Hornspäne an. Sie durchlaufen einen ähnlich langsamen Zersetzungsprozess und sorgen so für eine dauerhafte Düngung. Bei Rindenmulch aus Kiefern- oder Fichtenrinde werden zwischen 50 und 100g Hornspänen pro m2 empfohlen. Bei Pinienrinde werden durch den geringeren Stickstoffverbrauch des Verrottens weniger Hornspäne benötigt.

Was ist beim Kauf von Pinienrinde zu beachten?

Nicht immer findet man unter dem Begriff Pinienrinde auch wirklich das gewünschte Produkt. Manchmal wird auch herkömmlicher günstigerer Rindenmulch falsch deklariert und verkauft. Beim Kauf sollte daher auf einen Herkunftsnachweis und auf das Aussehen und den Geruch geachtet werden. Echte Pinienrinde zeichnet sich durch den typischen nadelholzartigen Geruch und die rostrote Farbe aus. Zusätzlich kann auch die Körnung einen Hinweis auf die Qualität liefern. Billiges Mulchmaterial wird häufig nicht gesiebt und enthält daher Stücke mit sehr unterschiedlicher Größe und in einzelnen Fällen auch Fremdmaterial. Auch die Frische des Materials sollte ein Kaufkriterium sein. Frische Pinienrinde verströmt einen angenehmen Holzduft. Älteres Material riecht dagegen nach Erde oder sogar nach Schimmel.

Foto1: © Jeanette Dietl - Fotolia.com, Foto2: © exclusive-design - Fotolia.com

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