Platane pflanzen und langfristig Freude am Baum haben? Das gelingt, wenn Standort, Boden und Abstand sorgfältig gewählt werden. Denn Platanen wachsen zu stattlichen Bäumen heran.

Aus einer kleinen Platane (Platanus) wird ein stattlicher Schattenspender mit breiter Krone, kräftigen Wurzeln und markanter Rinde. In Gärten wird meist die Ahornblättrige Platane (Platanus × hispanica) gepflanzt. Sie gilt als robust, schnittverträglich und kommt mit Sonne, Hitze und Stadtklima gut zurecht. Damit sie gut anwächst und später keine Probleme durch Wurzeldruck oder zu wenig Abstand entstehen, kommt es beim Pflanzen auf den richtigen Standort, einen geeigneten Boden und die passende Pflanzzeit an.

Steckbrief

Platane (Platanus x hispanica)
Wuchsgeschwindigkeit45–60 cm im Jahr
Wuchshöhe25–30 Meter
Wuchsbreite15–20 Meter
WurzelsystemHerzwurzler (wurzelt tief und weitläufig)
StandortSonne bis Schatten
Bodendurchlässig, tiefgründig, nährstoffhaltig, sandig-lehmig, schwach sauer bis alkalisch, frisch bis feucht
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Nahaufnahme der Fruchtstände der Platane.
Fruchtstände der Platane | © Laura Primo / stock.adobe.com

Platanen gehören zu einer sehr alten Baumfamilie und prägen seit Jahrhunderten Straßen, Parks und große Plätze. Besonders häufig wird heute die Ahornblättrige Platane (Platanus × hispanica) gepflanzt. Typisch ist die abblätternde Borke, durch die der Stamm sein hell geflecktes Muster erhält. Im Herbst fallen neben dem Laub auch Rindenstücke und kugelige Fruchtstände an. In der Nähe von Sitzplätzen oder gepflasterten Flächen bedeutet das etwas mehr Pflegeaufwand.

Mit einer Höhe von etwa 25 bis 30 m und einer Kronenbreite von 15 bis 25 m ist sie jedoch kein Baum für enge Standorte. Frei stehend entwickelt sie eine breite, ausladende Krone, die im Sommer viel Schatten spendet. Gleichzeitig bildet sie kräftige Wurzeln und braucht daher auch im Boden ausreichend Platz.

Am richtigen Standort kann eine Platane sehr alt werden. Einzelne Exemplare erreichen ein Alter von mehreren Hundert Jahren. Wer eine Platane pflanzen möchte, entscheidet sich daher für einen langlebigen Baum, dessen Platzbedarf schon vor dem Einpflanzen realistisch eingeschätzt werden sollte.

Vorteile und Nachteile der Platane im Garten

Vorteile der Platane

  • sehr unkomplizierter Baum, der als pflegeleicht gilt
  • Winterhart und widerstandsfähig gegen Luftverschmutzung
  • hat ahornförmige Blätter und sieht dadurch bezüglich der Krone auch wegen des üppigen Wachstums sehr ansprechend aus
  • wächst bis zu 35 Meter hoch
  • hübsche Borke und kugelige Früchte über die kalte Jahreszeit
  • verwurzelt tief und ist damit standfest
  • auch als Dachplatane ein natürlicher Schattenspender
  • ist bekannt dafür, eine sehr alte Baumart zu sein, die schon in der Jungsteinzeit vorkam

Nachteile der Platane

  • benötigt sehr viel Platz zum Ausbreiten
  • wegen der Wurzeln dürfen keine Mauern, Gehwege, Rohre oder Leitungen in der Nähe sein
  • wirft nicht nur Laub ab, sondern auch Borke in Teilen

💡 Tipp: Laub entsorgen
Das abfallende Laub und die Borke können im Komposter recycelt werden.

Anforderungen einer Platane an den Garten

Platane pflegen
Die Dachplatane wächst kompakter. | © SusaZoom – Fotolia.com

Pflanzzeit

Die beste Pflanzzeit für eine Platane liegt im Herbst oder im zeitigen Frühjahr. Im Herbst ist der Boden noch warm genug, sodass der junge Baum vor dem Winter erste feine Wurzeln bilden kann. Gleichzeitig ist die Verdunstung geringer, weil die Platane ihr Laub verliert und weniger Wasser benötigt.

Auch das Frühjahr eignet sich gut, sobald der Boden frostfrei ist. Dann hat die Platane die gesamte Gartensaison Zeit, um anzuwachsen. Wichtig ist in dieser Zeit eine gleichmäßige Wasserversorgung, besonders wenn das Frühjahr trocken oder warm verläuft.

💡 Tipp: Containerware und wurzelnackte Platanen
Containerware lässt sich grundsätzlich auch außerhalb dieser Zeiten pflanzen, solange der Boden nicht gefroren ist und keine starke Hitze herrscht. Trotzdem bleiben Herbst und Frühjahr die besseren Zeitpunkte, weil der Baum dann weniger Stress hat. Wurzelnackte Platanen werden dagegen nur in der laubfreien Zeit gepflanzt, also meist von Herbst bis zum zeitigen Frühjahr.

Standort

Eine Platane braucht einen hellen, sonnigen bis halbschattigen Standort mit viel Platz. Besonders gut entwickelt sie sich dort, wo ihre breite Krone frei wachsen kann und die Wurzeln genügend Raum im Boden finden.

Am passenden Standort zeigt die Platane ihre Stärken besonders gut. Sie verträgt Sonne, Hitze und städtische Bedingungen recht gut und eignet sich deshalb vor allem für große Gärten, Innenhöfe, Parks und weitläufige Grundstücke. Für kleine Vorgärten oder schmale Grundstücke ist der Baum daher ungeeignet.

💡 Tipp: Platane mit Abstand pflanzen
Wichtig ist ein ausreichender Abstand zu Hauswänden, Terrassen, Gewächshäusern, Leitungen und gepflasterten Flächen. Platanen bilden mit den Jahren eine kräftige Krone und ein starkes Wurzelsystem. Steht der Baum zu eng, entstehen später schnell Probleme durch Schattenwurf, Laubfall, Wurzeldruck oder notwendige Schnittmaßnahmen. Mindestens 10 m zum Haus, besser 15 m freier Raum rund um den Baum sind empfehlenswert. Bei einer Dachplatane oder Kugelplatane gelten andere Abstände, weil sie durch Schnitt kleiner gehalten werden.

Boden

Platanen gelten beim Boden als recht anspruchslos und kommen mit vielen Gartenböden zurecht. Am besten wachsen sie jedoch in einem tiefgründigen, lockeren und nährstoffreichen Boden. Ideal ist ein frischer bis leicht feuchter Gartenboden, der Wasser gut speichern kann, aber nicht dauerhaft nass bleibt. Besonders junge Bäume profitieren davon, wenn die Wurzeln leicht in den Boden einwachsen können und nicht auf stark verdichtete Erdschichten treffen.

Platane pflanzen

Ist ein optimaler und großzügiger Platz für die Platane gefunden, dann kann es ans Pflanzen gehen.

Baum einpflanzen
Die Platane sollte im Frühjahr in die Erde – © chihana – Fotolia.com

Schritt 1: Pflanzloch ausheben

Am ausgewählten Standort wird zuerst das Pflanzloch vorbereitet. Bei einer jungen Platane sollte es breiter als der Wurzelballen sein, damit sich die neuen Wurzeln leichter in den Boden ausbreiten. Als Richtwert eignet sich etwa die zwei- bis dreifache Breite des Ballens.

In der Tiefe reicht es aus, das Loch so auszuheben, dass die Oberkante des Wurzelballens später ungefähr auf Höhe der Bodenoberfläche liegt. Zu tief sollte die Platane nicht gesetzt werden, da der Stammfuß sonst dauerhaft feucht bleibt und die Wurzeln schlechter mit Sauerstoff versorgt werden.

💡 Tipp: Pflanzloch auflockern
Verdichteter Boden am Rand und am Grund des Pflanzlochs wird mit dem Spaten oder einer Grabegabel leicht gelockert. Dadurch kann Wasser besser abziehen und die jungen Wurzeln finden schneller Anschluss an den umgebenden Gartenboden.

Schritt 2: Boden vorbereiten

Nach dem Ausheben wird der Boden im Pflanzloch mit einer Grabegabel oder dem Spaten leicht gelockert. Auch die Seitenwände sollten nicht glatt abgestochen bleiben, damit die jungen Wurzeln später leichter in den umliegenden Gartenboden wachsen.

Der Aushub wird anschließend geprüft. Ist die Erde sehr schwer, verdichtet oder lehmig, lässt sie sich mit etwas Sand oder feinem Splitt lockerer machen. Bei sehr magerem Boden kann eine kleine Menge reifer Kompost unter den Aushub gemischt werden. Zu viel Kompost ist jedoch nicht nötig, da die Platane in den gewachsenen Boden einwurzeln soll und keine stark gedüngte Pflanzerde im Loch braucht.

💡 Tipp: Platane einschlämmen
Junge Platanen wachsen besser an, wenn die Erde nach dem Pflanzen gut eingeschlämmt ist. Dafür kommt zunächst der Aushub zurück ins Pflanzloch und wird vorsichtig angedrückt. Anschließend folgt langsames, durchdringendes Gießen, bis der Wurzelbereich vollständig feucht ist und sich die Erde um den Ballen setzt. So schließen sich kleine Hohlräume, und die Wurzeln bekommen direkten Kontakt zum umgebenden Boden.

Schritt 3: Platane einpflanzen

Die junge Platane wird mittig in das vorbereitete Pflanzloch gesetzt. Dabei sollte die Oberkante des Wurzelballens ungefähr auf Höhe der umliegenden Bodenoberfläche liegen. Sitzt der Baum zu tief, sammelt sich am Stammfuß leichter Feuchtigkeit, was das Anwachsen erschwert.

Anschließend wird das Pflanzloch mit dem Aushub aufgefüllt. Die Erde wird dabei nach und nach eingefüllt und vorsichtig angedrückt, damit keine größeren Hohlräume zwischen den Wurzeln bleiben. Starkes Festtreten ist nicht nötig, da der Boden sonst unnötig verdichtet wird.

Lesetipp: Platane pflegen

💡 Tipp: Gießrand
Nach dem Einpflanzen hilft ein kleiner Gießrand rund um die Baumscheibe. So bleibt das Wasser dort, wo es gebraucht wird, und kann langsam in den Wurzelbereich einsickern. Danach wird die Platane gründlich eingeschlämmt. In den ersten Wochen braucht der junge Baum regelmäßig Wasser, besonders bei trockener oder warmer Witterung, damit die feinen Wurzeln guten Kontakt zum Boden bekommen und sicher anwachsen.

Fazit: Platanen pflanzen

Eine Platane lässt sich gut pflanzen, wenn der Standort sorgfältig ausgewählt wird. Entscheidend sind vor allem ausreichend Platz, ein sonniger bis heller Standort und ein tiefgründiger Boden, in dem sich die kräftigen Wurzeln gut entwickeln können. Da Platanen mit den Jahren sehr groß werden, eignen sich die Bäume vor allem für größere Gärten, Innenhöfe, Parks oder weitläufige Grundstücke.

Lesetipp: Platane vermehren

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

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