Rebenpockenmilben sind winzige Schädlinge, die in Weinbergen und auch in Gärten Schäden anrichten können. Hier deshalb Tipps, wie Sie sie bekämpfen können.

Rebenpockenmilben bekämpfen
Rebenpockenmilben verursachen Pusteln auf den Blättern – © Stefan / stock.adobe.com

In der Welt des Weinbaus kann der Umgang mit einem Schädlingsbefall eine herausfordernde Aufgabe sein. Einer der häufigsten Gegner von Weinbauern sind die gefürchteten Rebenpockenmilben. Diese winzigen Milben können in Weinbergen und auch in Gärten erheblichen Schaden anrichten und zu verringerten Erträgen und einer beeinträchtigten Traubenqualität führen. In diesem Artikel werde ich mich deshalb mit den verschiedenen Methoden befassen, wie Sie die Rebenpockenmilben effektiv bekämpfen und einen Befall mit den Schädlingen vorbeugen können.

🕷 Aussehen und Lebensweise der Rebenpockenmilbe

Aussehen:

Die Rebenpockenmilbe ist ein mikroskopisch kleiner Schädling, der nur etwa 0,2 mm groß und daher mit bloßem Auge kaum sichtbar ist. Sie gehört zur Familie der Gallmilben und hat einen länglichen Körper mit acht Beinen. Die Farbe variiert je nach Entwicklungsstadium von gelblich über grün bis rötlich. Aufgrund ihrer winzigen Größe sind spezielle optische Hilfsmittel wie ein Mikroskop erforderlich, um sie genau zu erkennen





Lebensweise:

Die Rebenpocken-Weibchen legen ihre Eier in den Knospen ab. Bei Austrieb der Blätter werden diese dann direkt von den Larven besiedelt. Sie ernähren sich von dem Pflanzensaft, indem sie die Blattoberfläche anstechen und aussaugen. Der Speichel der Milbe sorgt dann wiederum dafür, dass auf dem Blatt Pocken ausgebildet werden und unter dem Blatt ein so genannter Haarfilz. In diesem Leben und vermehren sich die Rebenpockenmilben über die Saison mehrfach, bis die kalte Jahreszeit näher rückt und sie sich zum Überwintern wieder in die Knospen zurückziehen.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht nur die Blätter, sondern auch die Früchte und die Triebspitzen der Reben anfällig für einen Befall sind. Die Milben können somit erhebliche Schäden an Weinreben verursachen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und bekämpft werden.

🍇Welche Pflanzen befällt die Rebenpockenmilbe?

Die Rebenpockenmilbe hat sich auf sämtliche Sorten von Weinreben (Vitis vinifera) spezialisiert. Also auch auf die im Garten wachsenden Tafeltrauben. Alle anderen Pflanzen sind vor einem Befall mit diesem Schädling sicher.

🔎 Woran erkennt man einen Befall?

Rebenpockenmilben bekämpfen
Auf der Blattoberseite entstehen Pusteln, auf der -unterseite Haarfilz – © Improvisation / stock.adobe.com

Ein Befall mit Rebenpockenmilben kann schwer zu erkennen sein, da die Schädlinge sehr klein sind und ihre Symptome mit anderen Pflanzenproblemen verwechselt werden können. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die auf einen Befall hindeuten können. Darunter zählen:

Verfärbte Blätter:

Die Blätter der befallenen Reben zeigen oft gelbe Flecken oder Verfärbungen, die auf das Saugen der Milben hinweisen.

Verkrüppelte Blätter und Triebspitzen:

Ein Befall kann zu deformierten Blättern und Trieben führen, die sich nicht normal entwickeln. Auf der Blattoberseite entstehen in der Regel pockenartige Erhebungen. An den betroffenen Stellen auf der Blattunterseite ist wiederum erkennbar, dass die Pocken mit einem dichten, weißlichen Haarfilz ausgekleidet sind. Dort sitzen die Rebenpockenmilben geschützt vor äußeren Einflüssen drin.

Reduzierter Fruchtansatz:

Ein Befall kann auch zu einer geringeren Fruchtproduktion führen, da die Milben die Nährstoffversorgung der Pflanze beeinträchtigen.

👩🏻‍🌾 Wie kann man Rebenpockenmilben bekämpfen?

Bei einem geringen Befall ist eine Bekämpfung oft gar nicht nötig. Handelt es sich um einen massiven Befall, erfordert die Bekämpfung von Rebenpockenmilben hingegen eine sorgfältige Planung und regelmäßige Überwachung. Beachten Sie dabei vorweg: Wegen der geringen Bedeutung dieser Schädlinge sind für den Einsatz im Klein- und Hausgarten keine Insektizide oder Akarizide zugelassen. Versuchen Sie es deshalb lieber mit den folgenden Methoden:

Tipp 1 – Befallene Blätter entfernen:

Regelmäßige Untersuchungen der Weinreben auf Anzeichen eines Befalls sind entscheidend, um frühzeitig Maßnahmen ergreifen zu können. Sollten Sie also befallene Blätter entdecken, so schneiden Sie diese am besten direkt ab. So können Sie verhindern, dass sich die Rebenpockenmilben immer weiter auf den Pflanzen ausbreiten.

Wichtig:
Desinfizieren Sie das verwendete Schnittwerkzeug im Anschluss direkt, um eine Übertragung zu vermeiden. Die Blätter sollten Sie zudem über den Hausmüll und nicht auf dem Kompost entsorgen.

Tipp 2 – Raubmilben einsetzen:

Die Einführung von natürlichen Feinden wie Raubmilben (Typhlodromus pyri) kann eine wirksame Methode zur Bekämpfung der Rebenpockenmilben sein. Denn dieser natürliche Feind ernährt sich von den Schädlingen und kann die Population in Schach halten. Das Gute: ganz nebenbei vertilgen Raubmilben auch noch andere Milben, wie z.B. Spinnmilben und Kräuselmilben, ohne dabei Schäden an den Weinreben zu verursachen.

Verteilen Sie die im Handel angebotenen Filzstreifen bzw. Kärtchen einfach an den betroffenen Rebstöcken. Schon ein bis zwei Raubmilben pro Blatt reichen dabei aus, um die Schädlinge in Schach zu halten.

Tipp 3 – Florfliegenlarven einsetzen:

Ebenso nützlich bei der Bekämpfung von Schädlingen sind Florfliegenlarven. Sie fressen nämlich nicht nur Rebenpockenmilben, sondern auch Blattläuse, Schmierläuse und Thripse.

Tipp 4 – Larven von Gallmücken ausbringen:

Die Larven von Gallmücken (Aphidoletes aphidimyza) zählen ebenso zu den natürlichen Feinden der Rebenpockenmilbe. Denn wenn sie schlüpfen, fangen sie direkt damit an, Rebenpockenmilben und sogar auch Spinnmilben und Blattläuse zu verzehren. Und das etwa zwei Wochen lang. Anschließend lassen sie sich auf den Boden fallen, wo sie sich dann verpuppen.

▪ Tipp 5 – Niemöl/Rapsöl:

Auch raps- oder niemölhaltige Lösungen können gegen einen Befall helfen. Mischen Sie dafür einfach 10 ml Niemöl oder Rapsöl, 5 ml Rimulgan und zwei Liter Wasser. Sprühen Sie Ihre Pflanzen dann ab April einmal wöchentlich vier Wochen lang damit ein.

▪ Tipp 6 – Brennnesseljauche:

Brennnesseljauche ist nicht nur ein guter selbstgemachter Stickstoffdünger, sie hilft auch gegen eine ganze Reihe von Schädlingen. Unter anderem lässt sich damit auch die Rebenpockenmilbe bekämpfen. Das Tolle daran ist, dass Sie Brennnesseljauche selber machen können. Das geht so:

  1. Zerkleinern Sie 1 Kilogramm Brennnesseln.
  2. Geben Sie die Brennnesseln in einen Eimer mit 10 Litern Wasser.
  3. Lassen Sie das Ganze an einem sonnigen Platz zwei Wochen gären.
  4. Täglich umrühren.
  5. Wenn die Jauche nicht mehr schäumt, ist sie fertig.

Da die fertige Brennnesseljauche zu kräftig für Pflanzen ist, muss sie vor der Anwendung unbedingt verdünnt werden. Und zwar 1:10 mit Wasser.

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Mehr Informationen

👨🏻‍🌾 Wie kann man einen Befall vorbeugen?

Die Prävention von Rebenpockenmilbenbefällen ist oft effektiver als die Bekämpfung. Hier sind einige Tipps zur Vorbeugung:

Frühzeitige Pflanzengesundheitsprüfung:

Stellen Sie sicher, dass die Pflanzen beim Kauf gesund sind, um die Einschleppung von Milben zu verhindern.

Regelmäßige Kontrolle:

Überwachen Sie die Weinreben regelmäßig auf Anzeichen eines Befalls und ergreifen Sie bei Bedarf sofortige Maßnahmen.

Gießen und düngen:

Die Pflege der Weinreben, einschließlich der richtigen Bewässerung und Düngung, kann die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegenüber Schädlingen erhöhen. Wenn Sie Ihre Weinreben düngen möchten, und zwar richtig, dann nehmen Sie eine Düngung im Frühjahr und eine im Herbst vor. Verabreichen Sie im April einen Volldünger, der reich an Stickstoff ist, und etwas organischen Dünger. Im September wiederum benötigen die Weinreben vor allem Kalium, da es beim Ausreifen des Holzes hilft und Frostschäden verhindert.

Ihre Weinreben gießen Sie richtig, indem Sie sie sechs Wochen nach dem Auspflanzen alle sieben Tage mit 10 Liter Wasser pro Pflanze versorgen. Ab dem zweiten Standjahr müssen Sie nur noch in besonders schlimmen Trockenperioden zur Gießkanne greifen.

Hygiene:

Eine saubere Umgebung und die Entfernung von Unkraut und Pflanzenresten können dazu beitragen, die Ausbreitung von Milben zu verhindern.

Natürliche Feinde fördern:

Locken Sie natürliche Feinde wie Florfliegen, Raubmilben und Gallmücken in Ihren Garten, um die Milbenpopulation in Schach zu halten. Pflanzen Sie daher in der Nähe von Weinreben viele Stauden, Kräuter und Blumen an.

Fazit:

Rebenpockenmilben können in Weinbergen einen erheblichen Schaden anrichten. In unseren Gärten ist ein Befall hingegen weniger schlimm. Mit der richtigen Identifikation, Bekämpfung und Vorbeugung können Sie Ihre Pflanzen dennoch effektiv vor einem Befall schützen. Achten Sie nur auf die Anzeichen eines Befalls, setzen Sie geeignete Maßnahmen ein und halten Sie Ihre Pflanzen gesund, um diese lästigen Schädlinge in Schach zu halten.

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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