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Rizinus pflegen – So gießen, düngen und überwintern Sie ihn richtig

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Sie haben einen Rizinus in Ihren Garten gepflanzt? Dann geht es jetzt darum die Pflanze richtig zu pflegen. Hierbei müssen Sie einiges beachten.

Rizinus pflegen
© M. Schuppich – Fotolia.com

Rizinus ist eine Tropenpflanze, die auch Trivialnamen wie Hundsbaum oder Kreuzbaum besitzt. Die lateinische Entsprechung „Rizinus“ für „Zecke“ ist auf die Samenform der Pflanzen zurückzuführen, welche an vollgesogene Zecken erinnern. Die Pflanze ist eigentlich in den Tropen Zuhause, was Hobbygärtnern aber freuen dürfte, ist, dass der Rizinus sehr gut in der Lage ist sich an unsere klimatischen Verhältnisse anzupassen. Der Pflegeaufwand ist sogar vergleichsweise gering. Einige Dinge sind jedoch zu beachten, damit sich die Pflanzen, gemäß ihrer natürlichen Gegebenheiten, gut entwickeln können.

Der Rizinus in seinem natürlichen Lebensraum

Während es sich in unseren Breiten häufig um einjährige Kulturen handelt, sind die Wunderbäume in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet mehrjährig. Dabei legt der Rizinus eine erstaunliche Wuchsfreude an den Tag. Bereits wenige Monate reichen aus, um Wuchshöhen um fünf Meter zu erreichen. In den Tropen heimische Pflanzen bilden mit den Jahren einen verholzten Stamm aus und können sogar mehr als zehn Meter hoch wachsen. Doch auch in unserem Klima ist die Wuchsfreude enorm und es macht einfach Freude, der Pflanze quasi beim Wachsen zuschauen zu dürfen.

Vorsicht bei der Pflanzenpflege – Rizinus als Giftpflanze

Auch wenn Rizinusöl als Heilmittel und Abführhilfe bekannt ist, so dürfen Sie dennoch nicht vergessen, dass die Pflanze nicht zu unterschätzen ist. Die Samen des Wunderbaumes sind schließlich giftig. Dabei bedeuten bereits 0,25 Milligramm den sicheren Tod, denn es wurde bislang kein Gegenmittel gegen das Gift gefunden. Der Inhaltsstoff Ricin ist eines der giftigsten Eiweiße, welche in der Natur vorkommen. Vor Kindern und Haustieren müssen Sie die Samen deshalb stets geschützt aufbewahren.

So gießen Sie den Rizinus richtig

Das Gießen der Pflanze erfordert einiges an Fingerspitzengefühl. Im tropischen Afrika steht nicht immer ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung. Somit hat sich die Pflanze angepasst und kann auch längere Trockenperioden überdauern. Allerdings ist dann keine Spur von der viel gelobten Wuchsfreude zu sehen und es kann dann auch Jahre dauern, bis die Pflanze an Größe zulegt. Der Wunderbaum benötigt also ausreichend Wasser für ein schnelles Wachstum.

Gießen Sie Ihren Rizinus regelmäßig. Besonders während der Wachstumsperiode, dürfen Sie nicht mit Wasser sparen, denn durch die großen, auffälligen Blätter wird viel Wasser verdunstet. Bei der Bewässerung müssen Sie Staunässe aber unbedingt vermeiden. Die wird von der Pflanze nämlich nicht vertragen. Eine Drainage aus Tonscherben oder Split kann den Stau des Gießwassers verhindern. Ein Vorteil ist, dass die Pflanzen keinen Schaden nehmen, wenn Sie das Gießen mal vergessen. Die Pflanze wächst dann nur langsamer.

So wird der Rizinus richtig gedüngt

Düngen ist beim Rizinus nicht zu vernachlässigen, denn der Starkzehrer benötigt ausreichend Nährstoffe im Boden. Es bietet sich an, den hohen Nährstoffbedarf bereits beim Pflanzen zu berücksichtigen und den Boden etwa zwei Wochen vor dem geplanten Pflanztermin mit Kompost oder Stallmist aufzuwerten. Diese natürlichen Rohstoffe geben einen guten Langzeitdünger ab.

Steht die Pflanze im Freiland, sind monatliche Gaben eines handelsüblichen Flüssigdüngers ratsam. Kübelpflanzen haben die Nährstoffe im Boden schneller aufgebraucht und benötigen daher wöchentlich einen neuen Düngerschub.

Muss der Rizinus beschnitten werden?

Um den Schnitt des Wunderbaums müssen Sie sich keine Gedanken machen. Bei einjährigen Pflanzen ist keine Schnittmaßnahme erforderlich. Diese müssen Sie während der Vorbereitung des Gartens auf den Winter einfach mit der Wurzel aus dem Boden entfernen und auf dem Kompost entsorgen. Wer die Pflanze mehrjährig kultivieren möchte, muss hingegen einfach die im folgenden Abschnitt erwähnten Hinweise beachten.

So überwintern Sie den Rizinus erfolgreich

❍ Überwinterung im Freiland:

Sobald die Tage kälter werden, stellt sich der Rizinus auf den bevorstehenden Winter ein. Die Pflanze zieht sich zurück und alle oberirdischen Pflanzenteile sterben ab. Meist treibt der Wunderbaum dann im Frühling neu aus. In besonders harten Wintern kann es aber vorkommen, dass die Wurzeln im Boden nicht überleben. Daher werden in raueren Klimazonen die Pflanzen meist einjährig kultiviert.

Soll die Pflanze den Winter überleben, bieten sich einige Schutzmaßnahmen an. Ein Schutz aus Laub, Reisig oder Heu kann zum Beispiel verhindern, dass der Frost bis in die Wurzelbereiche vordringt. Achten Sie darauf, dass Sie den Winterschutz zusätzlich beschweren, damit er vom Wind nicht davongetragen werden kann.

❍ Überwinterung von Kübelpflanzen:

Halten Sie den Rizinus im Kübel, ist ein entsprechendes Winterquartier notwendig. Im Freien könnte die Kübelpflanze nämlich strenge Fröste nicht überleben. Deshalb müssen Sie den natürlichen Gegebenheiten der Pflanze folgen. Der Wunderbaum ist in seiner ursprünglichen Heimat immergrün. Dies setzt einen hellen Winterstandort voraus. Der dunkle Keller eignet sich daher weniger als Winterquartier. Ideal ist ein Wintergarten, wo der Pflanze ausreichend Licht zur Verfügung steht und sie auch weiter in die Höhe wachsen kann. Da die Pflanzen auch in der Breite schnell an Umfang gewinnen, müssen Sie zudem auf ein ausreichend großes Pflanzgefäß achten.

Der Wunderbaum stellt sein Wachstum im Winterquartier nicht ein und benötigt daher auch eine regelmäßige Bewässerung. Dauerhaft feuchte Erde kann die Pflanze jedoch schädigen und angreifbar für Krankheiten machen. Zwischen den einzelnen Wassergaben sollte die Erde immer etwas antrocknen.

Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

In diesem Punkt können wir Entwarnung geben, denn es sind keine spezifischen Krankheiten oder Schädlinge bekannt, die den Rizinus befallen. Als Freilandpflanze kann der Wunderbaum aber natürlich von den im Garten lauernden Schädlingen befallen werden. Größere Schäden an der Pflanze sind aber nicht zu befürchten. Gegen Blattläuse können Sie z.B. mit natürlichen Mitteln, wie Brennnesselsud (Rezept für Brennnesselsud) oder Knoblauchsud (Rezept für Knoblauchsud), erfolgreich vorgehen.

Junge Pflanzen sind oft auch angreifbar für Wurzelfäule und daher gut vor Feuchtigkeit zu schützen. Legen Sie bei der Pflanzung des Rizinus direkt eine Drainage aus Tonscherben oder Splitt an, bewahrt das den Rizinus vor gefürchteter Staunässe.

Für die jungen Wunderbäume stellen auch Schnecken eine Gefahr dar. Um die nachtaktiven Schädlinge im Zaum zu halten, bietet es sich an, eine Haube aus Plastik oder einen Tontopf über die Pflanzen zu stülpen.


Foto1: © M. Schuppich - Fotolia.com

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