Wenn Sie die mediterrane Küche lieben, darf Rosmarin im Garten nicht fehlen. Dieser lässt sich übrigens sogar trocknen. Wie das geht, erkläre ich hier.

Rosmarin trocknen
Rosmarin lässt sich einfach trocknen – © PhotoArt Thomas Klee / stock.adobe.com

In der Küche gehört Rosmarin zu den Kräutern, die immer wieder gerne eingesetzt werden, um beispielsweise Fleisch- und Kartoffelgerichten den richtigen Pfiff zu verleihen. Neben frischem Rosmarin kann aber auch getrockneter eingesetzt werden. Doch wie trocknet man ihn richtig, damit er sein volles Aroma behält? Ich stelle Ihnen hier 4 einfache Möglichkeiten vor.

Warum beim Trocknen von Rosmarin Vorsicht geboten ist

Rosmarin gehört zu den Saisonkräutern, die nur über eine gewisse Zeitspanne im Jahr frisch geerntet werden können. Um jedoch das ganze Jahr über Rosmarin zu nutzen, kann er eingefroren oder getrocknet werden. Letzteres ist wahrscheinlich die beliebtere Methode. Doch beim Trocknen von Rosmarin ist Vorsicht geboten. Denn wird er falsch getrocknet oder gar vorbereitet, verliert er sein Aroma und wird sogar ungenießbar. Beachten Sie deshalb schon bei der Ernte die nachfolgenden Hinweise.

Wichtig: die richtige Ernte von Rosmarin

Der erste Schritt zu einem schmackhaften, getrockneten Rosmarin besteht in einer korrekt ablaufenden Ernte. Dabei gilt zu beachten:

  • Der ideale Zeitpunkt für die Ernte ist an einem heißen Tag oder späten Vormittag.
  • Auf den Trieben sollte keine Feuchtigkeit mehr erkennbar sein.
  • Die Triebe immer mit einem scharfen Messer oder einer Schere abschneiden.
  • Zwei Drittel eines jeweiligen Zweigs genügen.
  • Die Nadeln sollten keinesfalls beim Ernten zerdrückt werden.
  • Beschädigte Teile der Zweige vorsichtig entfernen.
  • Sofern Schmutz an den Zweigen haftet, kurz vorsichtig ausschütteln.
  • Frischen Rosmarin vor dem Trocknen auf keinen Fall waschen.

Damit der Rosmarin nachwachsen kann, lässt man die kleineren Triebe stehen. Die Ernte kann ebenso dazu genutzt werden, damit der Strauch buschiger nachwächst.

So können Sie Rosmarin trocknen

Rosmarin
Rosmarin trocknet am besten gebündelt an der Luft – © arturko / stock.adobe.com

Rosmarin enthält ätherische Öle, die beim Trocknen in jedem Fall erhalten bleiben sollten. Dafür stehen Ihnen mehrere Methoden zur Auswahl. Diese werden nachfolgend im Detail erläutert.

❍ Möglichkeit 1 – Trocknung im Backofen:

Das Trocknen von Rosmarin im Backofen geht schnell und ist eine ideale Alternative, wenn Sie keinen dunklen Ort zur Verfügung haben. Hierbei sind die Schritte im Einzelnen wie folgt:

  1. Die einzelnen Zweige auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
  2. Backofen auf maximal 40 Grad Celsius Umluft vorheizen.
  3. Das Blech schließlich auf der obersten Schiene in den Ofen schieben.
  4. Die Ofentür nicht vollständig schließen, damit Luft entweichen kann.
  5. Nach einer Stunde die Zweige vorsichtig wenden und weiter im Ofen trocknen lassen.

Ob der Rosmarin gut getrocknet ist, lässt sich mittels eines Tricks überprüfen:
Die Nadeln dazu einfach zwischen den Fingern zerreiben. Wenn die Nadeln etwas rascheln und leicht zerbrechen, sind sie genau richtig.

❍ Möglichkeit 2 – Trocknen an der frischen Luft:

Diese Methode ist für Rosmarin am schonendsten und erhält für gewöhnlich auch sämtliche enthaltenen ätherischen Öle. In der Regel herrschen hierbei auch stets angemessene Temperaturen. Es sollte jedoch unbedingt dunkel sein. Um Rosmarin auf diese Art zu trocknen und Kräuter haltbar zu machen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Zunächst mehrere Zweige mit einem Gummi an einem Ende bündeln.
  2. Danach innerhalb eines dunklen Raumes eine Schnur spannen.
  3. Nun die Bündel mit Hilfe von Wäscheklammern kopfüber an die Schnur klemmen.
  4. Wirken die Zweige trocken, können sie abgenommen und verwendet werden.

Wichtig: Auf dem Dachboden sollte Rosmarin nur dann getrocknet werden, wenn dieser im Sommer nicht mehr als 40 Grad Celsius aufweist.

❍ Möglichkeit 3 – Trocknen in der Mikrowelle:

Eine weitere Alternative ist die Trocknung in der Mikrowelle. Diese Methode kann nicht bei allen Kräutern angewandt werden, bei Rosmarin ist es jedoch ebenso möglich, wie bei Thymian oder Oregano. Die Trocknung verläuft hier ganz schnell und ist besonders unkompliziert:

  1. Rosmarinzweige auf Küchenpapier in die Mikrowelle legen.
  2. Bei klein eingestellter Wattzahl etwa 30 Sekunden laufen lassen.
  3. Wenn erforderlich, die Zweige wenden und die Mikrowelle noch einmal einschalten.
  4. Die gut getrockneten Triebe anschließend trocken lagern.

❍ Möglichkeit 4 – Trocknung mittels Dörrautomat:

Dörrautomaten werden immer beliebter, denn darin lassen sich im Nu Früchte und Gemüse trocknen. Ebenso sind sie für die Trocknung verschiedener Kräuter geeignet. Denn die Geräte sind so konzipiert, dass sie den Lebensmitteln Feuchtigkeit entziehen. Zudem arbeiten sie relativ schnell.

Wichtig ist hierbei jedoch auch wieder, dass die Temperatur 40 Grad Celsius nicht übersteigt. Im Automaten werden die Rosmarintriebe über einen Zeitraum von etwa drei bis vier Stunden getrocknet. Zwischenzeitlich ist es empfehlenswert, den Trocknungsgrad zu kontrollieren. Brechen die Triebe leicht durch, sind sie genau richtig.

Wie wird getrockneter Rosmarin richtig gelagert?

getrockneter Rosmarin
In luftdicht verschließbaren Behältern hält sich der Rosmarin gut – © Pixel-Shot / stock.adobe.com

Ganz gleich, auf welche Art Sie Rosmarin getrocknet haben, muss er danach richtig gelagert werden. Nachdem die Zweige gut abgekühlt sind, sollten sie in einem luftdicht verschließbaren Behälter gelagert werden. Auf diesem Weg werden sie nicht wieder feucht und es entweicht auch keinerlei Aroma. Gut geeignet sind Gläser, die luftdicht abgeschlossen werden können.

Die getrockneten Kräuter sollten zudem in einem dunklen Schrank gelagert werden. Auf diese Weise können Sie den getrockneten Rosmarin über einen Zeitraum von zwei Jahren nutzen, ohne dass er sein Aroma verliert.

Gartentipp des Tages!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

Antwort hinterlassen