Wenn Sie die mediterrane Küche lieben, darf Rosmarin im Garten nicht fehlen. Dieser lässt sich übrigens hervorragend haltbar machen. Wie Sie Rosmarin trocknen und einen Vorrat anlegen, erkläre ich hier.
In der Küche gehört Rosmarin (Salvia rosmarinus) zu den Kräutern, die immer wieder gerne eingesetzt werden, um beispielsweise Fleisch- und Kartoffelgerichten den richtigen Pfiff zu verleihen. Neben frischem Rosmarin kann aber auch getrockneter eingesetzt werden. Doch wie trocknet man Rosmarin richtig, damit er sein volles Aroma behält? Ich stelle Ihnen hier 4 einfache Möglichkeiten vor.
Inhalte
Rosmarin richtig trocknen und Aroma bewahren
Um frischen Rosmarin auf Vorrat haltbar zu machen, kann das Küchenkraut eingefroren oder getrocknet werden. Besonders das Trocknen ist beliebt. Doch beim Trocknen von Rosmarin kommt es auf eine schonende Verarbeitung an, damit er sein intensives Aroma bewahrt. Bereits bei der Ernte lässt sich viel dafür tun, dass die ätherischen Öle bestmöglich erhalten bleiben.
Rosmarin zum Trocknen richtig ernten
Der Grundstein für aromatischen, getrockneten Rosmarin wird bereits bei der Ernte gelegt. Wer hier sorgfältig vorgeht, erhält das volle Aroma und sorgt für eine gute Qualität beim Trocknen.
10 wichtige Tipps für die Rosmarinernte:
🌸 Beste Erntezeit
April bis Mai, kurz vor der Blüte. Dann ist das Aroma besonders intensiv.
📅 Ernte ganzjährig möglich
Rosmarin lässt sich zwar das ganze Jahr ernten. Ab Oktober lässt das Aroma jedoch nach.
☀️ Optimaler Zeitpunkt
Rosmarin an einem warmen, trockenen Tag ernten. Am besten am späten Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist.
✂️ Richtig schneiden
Triebe mit einer scharfen Schere oder einem Messer schräg abschneiden. Nicht abreißen, so bleibt die Pflanze gesund.
🌱 Maßvoll ernten
Etwa zwei Drittel eines Triebs reichen aus. So bleibt genügend Kraft für den Neuaustrieb.
🌿 Aroma schützen
Nadeln nicht quetschen. So bleiben die ätherischen Öle erhalten.
🍂 Aussortieren
Beschädigte oder welke Pflanzenteile direkt entfernen.
🍃 Rosmarin ausputzen
Schmutz vorsichtig ausschütteln.
🚱Nicht waschen
Rosmarin vor dem Trocknen nicht waschen. Nasse Triebe trocknen langsamer und verlieren an Aroma.
🚫 Nicht zu viel abschneiden
Pro Schnitt sollte höchstens etwa ein Drittel vom Rosmarin geerntet werden.
Beim Abschneiden der Rosmarinzweige ist darauf zu achten, dass er nachwachsen kann. Dafür werden die kleineren Triebe stehen gelassen. Wichtig ist auch, nicht ins alte, verholzte Holz zu schneiden, da Rosmarin dort nur schwer wieder austreibt.
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Diese Methoden eignen sich zum Rosmarin trocknen

Rosmarin enthält ätherische Öle, die beim Trocknen in jedem Fall erhalten bleiben sollten. Dafür stehen Ihnen mehrere Methoden zur Auswahl. Diese beschreibe ich Ihnen nachfolgend Schritt für Schritt.
Woran erkennt man, dass Rosmarin fertig getrocknet ist?
Ganz gleich, welche Trocknungsmethode Sie wählen: Rosmarin ist vollständig getrocknet, wenn sich die Nadeln trocken anfühlen, leicht abstreifen und mühelos zwischen den Fingern zerreiben lassen. Zudem rascheln die Zweige leicht.
Rosmarin an der Luft trocknen
Diese Methode ist für Rosmarin am schonendsten und erhält für gewöhnlich auch sämtliche enthaltene ätherische Öle. In der Regel herrschen hierbei auch stets angemessene Temperaturen. Damit Rosmarin beim Trocknen grün bleibt, muss er unbedingt dunkel gelagert werden. Sonst wird er braun und verliert sein Aroma.
So gehen Sie vor:
- Mehrere Rosmarinzweige locker mit einem Gummiband bündeln.
- Die Bündel kopfüber an einer Schnur oder einem Haken aufhängen.
- Ein geeigneter Ort ist trocken, luftig und möglichst dunkel, z. B. ein Keller oder Dachboden (wenn er nicht über 40 Grad Celsius erreicht).
- Wichtig ist, dass die Luft zirkulieren kann, damit sich keine Feuchtigkeit staut.
Die Trocknung dauert je nach Umgebung etwa 1 bis 2 Wochen.
Wichtiger Hinweis:
In feuchten Räumen besteht die Gefahr von Schimmel. Deshalb den Rosmarin nicht in Küche oder Bad trocknen.
Hier Infografik zum Ausdrucken: Rosmarin an der Luft trocknen
Rosmarin im Backofen trocknen
Das Trocknen von Rosmarin im Backofen geht schnell und ist eine ideale Alternative, wenn kein geeigneter luftiger Ort vorhanden ist. Entscheidend ist eine niedrige Temperatur, damit das Aroma erhalten bleibt und die Nadeln nicht verbrennen.
Schritt für Schritt:
- Die Rosmarinzweige locker auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, nicht übereinander stapeln.
- Den Backofen auf maximal 40 °C Umluft vorheizen.
- Das Blech auf der oberen Schiene einschieben.
- Die Ofentür einen Spalt offen lassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
- Nach etwa 60 Minuten die Zweige vorsichtig wenden.
- Anschließend weitere 1 bis 2 Stunden trocknen lassen, je nach Dicke der Triebe.
Wichtiger Hinweis:
Zu hohe Temperaturen führen dazu, dass die ätherischen Öle verloren gehen und der Rosmarin an Geschmack einbüßt. Geduld zahlt sich hier aus.
Rosmarin in der Mikrowelle trocknen
Die Mikrowelle ist die schnellste Methode, um kleine Mengen Rosmarin zu trocknen. Sie eignet sich besonders, wenn es schnell gehen soll. Dabei ist etwas Vorsicht nötig, damit die Nadeln nicht verbrennen.
So gehen Sie vor:
- Rosmarinzweige locker auf ein Stück Küchenpapier legen, nicht übereinander stapeln.
- Die Mikrowelle auf niedrige Leistung einstellen, etwa 300 bis 450 Watt.
- Den Rosmarin für 20 bis 30 Sekunden erhitzen.
- Anschließend kurz abkühlen lassen und prüfen, ob der Rosmarin trocken genug ist.
- Falls nötig, in weiteren kurzen Intervallen nachtrocknen, bis die gewünschte Trockenheit erreicht ist.
Aufgepasst:
Zu lange oder zu starke Erhitzung führt schnell dazu, dass die Rosmarinnadeln verbrennen und ihr Aroma verlieren. Deshalb die Mikrowelle immer nur kurz anstellen.
Rosmarin im Dörrautomaten trocknen
Ein Dörrautomat eignet sich besonders gut, um Rosmarin gleichmäßig und aromaschonend zu trocknen. Durch die konstante Temperatur und Luftzirkulation bleiben die ätherischen Öle weitgehend erhalten.
So gehen Sie vor:
- Die Rosmarinzweige locker auf die Gittereinsätze legen, nicht übereinander stapeln.
- Darauf achten, dass ausreichend Abstand bleibt, damit die Luft gut zirkulieren kann.
- Die Temperatur auf maximal 40 °C einstellen.
- Den Rosmarin je nach Gerät und Menge etwa 3 bis 6 Stunden trocknen lassen.
- Zwischendurch den Trocknungsgrad prüfen.
Tipp:
Je dünner die Triebe ausgelegt werden, desto gleichmäßiger trocknet der Rosmarin.
Getrockneten Rosmarin richtig aufbewahren
Nach dem Trocknen stellt sich die Frage, in welcher Form Rosmarin am besten aufbewahrt wird. Grundsätzlich können die Zweige im Ganzen bleiben oder weiterverarbeitet werden.

Rosmarin nach dem Trocknen vorbereiten
Im Ganzen eignet sich Rosmarin besonders gut zum Aromatisieren, etwa für Suppen, Soßen oder Schmorgerichte. Die Zweige geben ihr Aroma langsam ab und lassen sich später leicht wieder entfernen. Allerdings werden getrocknete Zweige mit der Zeit sehr hart und eignen sich nicht zum Essen.
Für die Verwendung als Gewürz lohnt es sich daher, den getrockneten Rosmarin zu zerkleinern. Dafür werden die Nadeln nach dem Trocknen abgestreift. Das gelingt am besten entgegen der Wuchsrichtung. Anschließend können sie feingehackt oder im Mörser zerstoßen werden.
Getrockneten Rosmarin verpacken und lagern
Ist der getrocknete Rosmarin verarbeitet, geht es direkt mit dem Verpacken und der Lagerung weiter. Er sollte vollständig abgekühlt sein, bevor er luftdicht verpackt wird. Geeignet sind saubere Schraubgläser oder Vorratsdosen mit dicht schließendem Deckel. So bleibt das Aroma erhalten und die Kräuter ziehen keine Feuchtigkeit mehr an. Getrockneter Rosmarin sollte dunkel, kühl und trocken gelagert werden, zum Beispiel in einem Küchenschrank.
Haltbarkeit von getrocknetem Rosmarin
Bei richtiger Lagerung ist getrockneter Rosmarin bis zu zwei Jahre haltbar. Am aromatischsten ist er jedoch im ersten Jahr. Mit der Zeit verlieren die Nadeln nicht nur an Geschmack, sondern werden auch hart.
Ob Rosmarin noch gut ist, zeigt ein einfacher Test: Lassen sich die Nadeln zwischen den Fingern kaum noch zerreiben oder riechen nur schwach, ist das Aroma weitgehend verloren.







