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Rotbuche – Pflanzen, pflegen und schneiden

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Sie suchen noch nach einem attraktiven Baum für Ihr Grundstück? Wie wäre es z.B. mit einer Rotbuche? Sie lässt sich auch prima als Hecke anpflanzen.

Rotbuche
© Buffy1982 – Fotolia.com

Rotbuchen sind als heimische Forstgehölze sehr gut an die klimatischen Bedingungen in unseren Breiten angepasst. Durch die Anpflanzung von Rotbuchen oder Rotbuchenhecken ist im Garten für natürliches Flair gesorgt. Das Laub zeigt eine attraktive Herbstfärbung und bleibt bis zum Frühling an den Zweigen, was für Sichtschutz sorgt. Die Rotbuche ist dabei ein attraktiver und anspruchsloser Laubbaum, welcher nicht zuletzt auch durch die beliebten Bucheckern von sich reden macht.

Das Verbreitungsgebiet

Rotbuchen waren in Mitteleuropa einst weit verbreitet. Während der letzten Eiszeit erfolgte jedoch eine Verdrängung, lediglich im Mittelmeerraum blieben Bestände erhalten. Doch nach und nach eroberte sich die Pflanze in den letzten 10.000 Jahren ihren abgestammten Lebensraum zurück.

Heute kommen Rotbuchen wieder beinahe flächendeckend zwischen dem Süden Skandinaviens und der Küste Siziliens vor. In den Allgäuer Alpen wachsen die Bäume sogar bis in 1.500 Meter Höhe. In Deutschland sind die umfangreichsten Bestände in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zu finden. Mit einem Anteil von 15 % kommen Rotbuchen in Deutschlands Wäldern zudem als häufigster Laubbaum vor.

Aufgrund ihrer weiten Verbreitung und der Eigenschaft, durch Wurzeln und Laub zur Auflockerung des Bodens beizutragen, wird die Rotbuche auch als „Mutter des Waldes“ bezeichnet. Die Römer scheinen die Bucheckern auch als wertvollen Bestandteil ihrer Ernährung betrachtet zu haben und benannten die Bäume deshalb nach „Fagus“, einer ableitenden griechischen Entsprechung für „Essen“. Heute wird der größte Nutzen aus dem harten und stabilen Buchenholz gezogen. Denn das Holz der Rotbuche wird für die Möbelherstellung genutzt und findet auch als Kaminholz Verwendung.

Pflanzenbeschreibung

Die Rotbuche (Fagus sylvatica) zählt zur Familie der Buchen und ist in Europa weit verbreitet. Ihren Namen verdankt die Rotbuche dabei der rötlichen Holzfärbung. Da es sich um den einzigen Buchenvertreter handelt, der in Mitteleuropa heimisch ist, wird häufig nicht von Rotbuchen, sondern verallgemeinernd von Buchen gesprochen.

Rotbuchen können Wuchshöhen von bis zu 30 Metern erreichen. In dichten Wäldern wurden auch Bestände von über 40 Metern festgestellt. Dabei können die Stämme einen Durchmesser von bis zu zwei Metern erreichen. Buchen werden etwa 300 Jahre alt und bilden dabei ausladende Kronen. Sie wachsen dabei, bis sie ein Alter von 50 Jahren erreicht haben, recht schnell. Bis zur Blüte braucht es jedoch Geduld, denn diese setzt erst ab einem Alter von etwa 30 Jahren ein. Im Alter wachsen die Bäume dann nur noch sporadisch und sind meist mit 150 Jahren ausgewachsen. Dafür bildet sich an älteren Bäumen eine dichtere Krone aus, die dann Flächen von bis zu 600 m² beschatten kann.

Wann blüht die Rotbuche?

Bis die Rotbuche zur Blüte gelangt, vergehen 30 bis 50 Jahre. Da es sich um einen einhäusigen Baum handelt, sind die männlichen und weiblichen Blütenstände an einer Pflanze zu finden. Zunächst erscheinen die hellbraunen Knospen, welche von einigen Hüllblättern umgeben sind. Die Blüten zeigen sich dann zwischen April und Mai, zeitgleich mit den Blättern. Aus den Blüten entwickeln sich anschließend die als Bucheckern bekannten Früchte, welche nach trockenen und heißen Sommern besonders zahlreich erscheinen.

Rotbuchen pflanzen – Wichtige Hinweise und Pflanzanleitung

Einen Baum pflanzen hat etwas Feierliches und Erhabenes. Schließlich wird der Baum noch stehen, wenn es uns und unsere Kinder und Enkel längst nicht mehr gibt. Damit der Baum gut heranwächst, sollten Sie bei der Pflanzung jedoch einiges beachten.

❍ den richtigen Standort finden:

Rotbuchen brauchen in erster Linie viel Platz. Die Bäume möchten 30 Meter hoch wachsen und dabei ausladende Kronen ausbilden. Dies sollten Sie vorrangig bei der Wahl des Standorts berücksichtigen. Mauern, Zäune und andere Bäume und Pflanzen können also schnell zum Hindernis werden. Eine Alleinstellung ist für die Rotbuche also besonders wichtig. Damit sich die Bäume artgerecht entwickeln können, sollte sich der Standort zudem etwa 15 Meter von Gebäuden und anderen festen Hindernissen entfernt befinden.

Die Rotbuche können Sie prinzipiell an sonnigen, wie auch an schattigen Plätzen anpflanzen. Aus der Standortwahl ergeben sich keine Nachteile für die Entwicklung des Baumes.

❍ das ideale Substrat auswählen:

Rotbuchen sollten in einen lockeren, durchlässigen Boden gepflanzt werden, denn Staunässe verträgt der Baum überhaupt nicht. Ebenso mögen die Pflanze auch keinen trockenen Boden.

Tipp: Durch die Beimischung von Kompost und Lehm können Sie die Feuchtigkeit länger im Boden halten. Kompost ist zudem ein wertvoller natürlicher Dünger.

Haben Sie die Möglichkeit den pH-Wert zu bestimmen, sollten Sie das tun. Ideale Wachstumsbedingungen für die Pflanzen ergeben sich aus einem pH-Wert zwischen 5 und 7,5. Lesetipp: pH-Wert im Boden messen – So wird’s gemacht.

❍ Pflanzanleitung:

  1. Boden lockern, säubern und aufwerten.
  2. Pflanzloch in der dreifachen Tiefe und Breite des Wurzelballens ausheben.
  3. Wurzelballen wässern.
  4. Pflanze einsetzen.
  5. Um den Boden durchlässiger zu gestalten größere Steine unter das Substrat mischen.
  6. Pflanzloch schließen.
  7. Pflanze ausgiebig wässern.

Rotbuchen als Hecke pflanzen

Rotbuchen eignen sich sehr gut für die Heckenpflanzung, denn die Bäume werfen ihr Laub nicht ab. Die attraktive Herbstfärbung der Blätter bleibt erhalten, bis im Frühling die neuen Blätter austreiben. Damit ist eine Rotbuchenhecke ein attraktiver Blickfang und ein praktischer Sichtschutz in einem.

Pflanzen Sie die Rotbuchenhecke im Spätherbst. Pro laufenden Meter sollten Sie drei Pflanzen einsetzen. Gepflanzt wird, wie eben beschrieben.

Tipp: Damit die Pflanzung geradlinig erscheint, sollten Sie entlang der angedachten Fläche ein Seil spannen.

Rotbuche als Bonsai kultivieren

Rotbuchen werden bevorzugt als Bonsai kultiviert, denn das notwendige Ausgangsmaterial lässt sich einfach bei einem Waldspaziergang finden. Rotbuchen sind zudem sehr gut schnittverträglich und erlauben die unterschiedlichsten Gestaltungsvarianten. Die gewünschte Form des Bonsai lässt sich zum Beispiel durch gezielte Schnittmaßnahmen und durch das Abspannen der Äste erreichen. Drahten sollten Sie den Bonsai im Frühling, denn dann sind die Äste am biegsamsten. Damit der Draht die empfindliche Rinde nicht verletzt, ist dabei Vorsicht geboten. Besonders bei den Wachstumsschüben der Pflanze, die im Frühling und Sommer stattfinden, besteht die Gefahr, dass der Draht einwächst.

Den Bonsai sollten Sie bevorzugt an einem halbschattigen Standort aufstellen. Steht der Bonsai zu schattig, sind große und eher unästhetische Blätter die Folge. Schützen Sie ihn unbedingt auch vor praller Mittagssonne, denn dabei würde es sonst zu einer starken Aufheizung kommen und die Blätter könnten Verbrennungen erleiden.

Die Überwinterung im Freien ist im freistehenden Pflanzgefäß bis etwa -10 Grad unbedenklich. Bei stärkeren Frösten sollten Sie den Bonsai entweder ins Haus holen oder das Pflanzgefäß in den Erdboden eingraben.

So pflegen Sie die Rotbuche richtig

gießen:

Der Flüssigkeitsbedarf der Bäume ist recht hoch. Dabei wird Trockenheit ebenso wenig vertragen, wie Staunässe der Pflanze bekommt. Im Sommer benötigen die Pflanzen also vermehrt Wassergaben. Vor dem Gießen sollten Sie den Boden überprüfen. Wenn die obere Erdschicht angetrocknet ist, können Sie wieder zur Gießkanne greifen. Da Rotbuchen Kalk vertragen, können Sie dabei bedenkenlos mit Leitungswasser gießen. Im Winter braucht der Baum hingegen keine extra Bewässerung.

düngen:

Rotbuchen kommen sehr gut mit einem Langzeitdünger zurecht. Werten Sie das Substrat im Frühling mit Kompost oder Hornspänen auf, ist die Rotbuche für eine Wachstumsperiode ausreichend mit Dünger versorgt. Da Rotbuchen bereits im Spätsommer einen Wachstumsstopp einlegen, sollten die Bäume ab August keinen Dünger mehr erhalten.

schneiden:

Die Rotbuche ist gut schnittverträglich. Werden sie stark zurückgeschnitten, treiben sie umso intensiver wieder aus. Sie können beim Schneiden also nicht viel falsch machen. Beim Schnitt wird aber grundsätzlich zwischen dem Baumschnitt und dem Heckenschnitt unterschieden.

❍ Baumschnitt:
Der Baumschnitt erfolgt im Spätherbst oder im Winter. Dabei sollten Sie zunächst alle weniger gut ausgebildeten Nebentriebe unmittelbar am Stamm entfernen. Weiterhin können alle Äste entfernt werden, die der angestrebten Wuchsform im Wege stehen. Besonders wichtig ist die Entfernung der auch Wasserschosser genannten steil nach oben wachsenden Äste. Hierfür verwenden Sie am besten eine Säge.

❍ Heckenschnitt:
Hecken werden im Spätwinter, vor dem Austrieb der Pflanze, geschnitten. Die Hecke können Sie dabei nach Belieben kürzen. Die Rotbuche verträgt auch Schnitte bis ins Altholz. Ein zweiter Schnitt kann im Juli erfolgen. Dabei sollten Sie die Hecke nur mäßig schneiden und von unschönen Nebentrieben befreien. Kranke oder abgestorbene Pflanzenteile können Sie ganzjährig entfernen.

überwintern:

Ein Winterschutz ist für die Rotbuche nicht notwendig, denn heimische Laubbäume sind den klimatischen Bedingungen hervorragend angepasst. Auch Jungpflanzen können bedenkenlos im Freien überwintern, selbst wenn sie sich noch im Pflanzgefäß befinden und es sich um Keimlinge handelt.

Krankheiten und Schädlinge an der Rotbuche erkennen und bekämpfen

Blätter der Rotbuche
© visualpower – Fotolia.com

Als robustes und widerstandsfähiges Gewächs wird die Rotbuche vergleichsweise wenig von Krankheiten und Schädlingen befallen. Einige typische Krankheitsbilder möchten wir nachfolgend jedoch einmal kurz beschreiben.

❍ Buchenblattlaus:

Der Befall mit der Buchenblattlaus lässt sich gut an den Blättern erkennen. Befallene Blätter zeigen eine auffallende Braunfärbung und die Triebspitzen rollen sich ein. Die Buchenblattlaus selbst ist nur wenige Millimeter groß und damit mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Mittels Saugrüssel saugen sie den Zellsaft der Rotbuch aus, sodass es zu den genannten Schadbildern kommt.

Bekämpfungsmethoden:
Wie auch herkömmliche Blattläuse, lassen sich die Insekten recht einfach ohne den Einsatz chemischer Mittel bekämpfen. Bei einem eher geringen Befall kann das Gießen und Besprühen mit einem Sud aus Ackerschachtelhalmkraut (Anleitung Sud aus Ackerschachtelhalm selber machen) oder Brennnesseln (Anleitung Sud aus Brennnesseln selber machen) helfen. Die Buchenblattlaus besitzt aber auch in Gestalt von Marienkäfern, Schlupfwespen oder Florfliegen natürliche Fressfeinde.

❍ Buchenblatt-Gallmücke:

Gallartige Gebilde auf den Blättern der Rotbuche lassen auf einen Befall mit der Buchenblatt-Gallmücke schließen. Eine Gefahr stellen hier die Larven dar, denn diese ernähren sich vom Zellsaft der Bäume. Eine ernsthafte Gefahr stellen die Schädlinge für die Bäume aber nicht dar.

Bekämpfungsmethoden:
Eine chemische Bekämpfung ist nicht notwendig. Da die Larven im Laub der Buchen überwintern, lässt sich der Befall eindämmen, indem Sie das Laub entfernen und entsorgen.

❍ Apiognomonia:

Regnet es im Sommer besonders häufig, entsteht ein willkommenes Milieu für den Pilz Apiognomonia. Die Krankheit wird auch als „Blattbräune“ bezeichnet. Das Laub verwelkt vorzeitig und fällt ab. Größeren Schaden nimmt die Pflanze davon nicht.

Bekämpfungsmethoden:
Die Pilzsporen überwintern im herabgefallenen Laub. Entsorgen Sie die Blätter, kann sich die Pflanze im Folgejahr nicht erneut infizieren.

Rotbuche vermehren – So geht’s

Die Vermehrung des beliebten Laubbaumes kann durch Stecklinge oder Samen erfolgen. Dabei erweist sich die Aussaat als die einfacherer Methode. Die Vermehrung durch Triebstecklinge verspricht nur bedingt Erfolg.

Vermehrung durch Stecklinge:

Die Vermehrung durch Stecklinge kann im Frühling oder im Herbst erfolgen. Erfolgversprechender ist aber die Stecklingsvermehrung im Frühjahr. Gehen Sie dabei generell wie folgt vor:

  1. Schneiden Sie etwa zwölf Zentimeter lange Stecklinge von mehrjährigen, noch nicht verholzten Trieben.
  2. Anschließend die Blätter im unteren Bereich entfernen.
  3. Nun eine Drainage aus grobem Sand oder Kies auf dem Topfboden anlegen, damit die Flüssigkeit gut abfließen kann.
  4. Anschließend herkömmliche Pflanzerde in den Topf geben und die Stecklinge einpflanzen.
  5. Der Steckling kann nun im warmen Zimmer oder aber auch im Freie stehen.
  6. Nach etwa zwei Monaten haben sich die ersten Wurzeln gebildet.

Vermehrung durch Samen:

Samen lassen sich am ehesten bei einem Waldsparziergang finden, denn nicht jeder wird eine 30-jährige Rotbuche im Garten vorweisen können. Anschließend sollten Sie wie folgt vorgehen:

  1. Lagern Sie die Samen etwa zwei Monate lang im Kühlschrank. Rotbuchen sind nämlich Dunkelkeimer.
  2. Die Aussaat kann anschließend in Pflanzgefäße oder direkt ins Beet erfolgen. Die Samen dazu etwa zwei Zentimeter mit Substrat bedecken und überwintern.
  3. Im Frühling sollten sich die ersten Triebspitzen zeigen. Nachdem einige Blätter sichtbar geworden sind, können Sie die Pflanzen an ihren gewünschten Standort bringen.

Foto1: © Buffy1982 - Fotolia.com, Foto2: © visualpower - Fotolia.com

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