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Sommerflieder schneiden – Anleitung und Tipps

Für eine üppige Blüte muss man Sommerflieder schneiden. Wann Sie den Schmetterlingsflieder schneiden und wie, erfahren Sie hier.

Sommerflieder schneiden
Sommerflieder am besten im späten Winter schneiden | © Sarawut / stock.adobe.com

Sommerflieder (Buddleja davidii) ist aus einem blühenden und farbenfrohen Garten nicht wegzudenken. Nicht umsonst wird der blühfreudige Strauch auch als Schmetterlingsflieder bezeichnet. Im Hochsommer erfreuen sich zahllose Schmetterlinge am Nektar. Damit die Freude am Schmetterlingsstrauch nicht getrübt wird und sich auch im nächsten Jahr eine üppige Blüte einstellt, gilt es, rechtzeitig und gezielt zur Schere zu greifen. Ein regelmäßiger Rückschnitt ist notwendig und schützt vor dem Verkahlen. Darüber hinaus sollte auch die Wuchsfreude der einst exotischen Pflanzen eingedämmt werden.

Wann sollten Sie Sommerflieder schneiden?

Der richtige Zeitpunkt für den Schnitt des Sommerflieders liegt im Spätwinter, oder, abhängig von der aktuellen Wetterlage, im zeitigen Frühjahr. Während die übrigen Gartensträucher einen Rückschnitt meist auch bei leichten Minusgraden vertragen, sollte beim Verjüngungsschnitt des Sommerflieders kein Frost herrschen.

Das spröde Holz des Strauchs sollte nur geschnitten werden, wenn die Temperaturen über dem Gefrierpunkt liegen. Wichtig ist auch, dass beim Schnitt keine volle Sonne auf die Zweige auftrifft. Eine regenfeuchte Witterung wirkt sich ebenso nachteilig aus. Nasses Holz kann die Wundheilung beeinträchtigen und bietet Krankheiten und Schädlingen eine willkommene Brutstätte.

Der ideale Zeitpunkt für den Verjüngungsschnitt in Stichworten:

  • Spätwinter oder zeitiges Frühjahr
  • Temperaturen über dem Gefrierpunkt
  • bedeckter Himmel
  • trockenes Wetter

Warum wird Sommerflieder im Winter geschnitten?

Im Spätwinter befindet sich die Pflanze in ihrer Ruhephase. Der Sommerflieder steht nicht im Saft und wird nicht von Vögeln oder anderen Insekten aufgesucht. Der Spätwinter eignet sich für einen radikalen Rückschnitt. Idealerweise sind die Schnittmaßnahmen Mitte Februar abgeschlossen.

» Wichtig: Die Blüten entwickeln sich an den neuen Trieben. Daher können die Blütentriebe des Vorjahres auf wenige Zentimeter Länge gekürzt werden.

Werden die Triebe des Vorjahres stark gekürzt, erfolgt ein kräftiger Neuaustrieb und es bilden sich besonders füllige Blütenkerzen aus. Für maximale Blütenfülle wird der Trieb auf jeweils zwei Augen eingekürzt.

Erhaltungsschnitt sorgt für Blütenfülle

Im Frühjahr treibt der Sommerflieder üppig aus. Die Blüten zeigen sich an den neu ausgebildeten Zweigen. Daher müssen Sie beim beschriebenen Verjüngungsschnitt im Winter nicht zimperlich sein. Es werden keine Knospen geopfert.

Mit dem Erhaltungsschnitt wird die Schnittpflege des Schmetterlingsflieders fortgesetzt. Indem Sie ein stabiles Grundgerüst schaffen, wird der Sommerflieder eine ansprechende Wuchsform entwickeln. Damit der Strauch nicht unkontrolliert wächst, sollten Sie in den ersten Standjahren vermehrt auf die kräftigsten Bodentriebe achten.

Aufbauschnitt in den ersten beiden Standjahren – Schritt für Schritt

Schmetterlingsflieder schneiden
Lassen Sie drei bis fünf kräftige Bodentriebe stehen | © Thijs de Graaf / stock.adobe.com
  1. drei bis fünf kräftige Bodentriebe bilden das Gerüst
  2. Gerüst auf etwa 30 Zentimeter kürzen
  3. übrige Bodentriebe am Ansatz einkürzen
  4. ab dem zweiten Standjahr Gerüsttriebe jeweils 15 Zentimeter verlängern
  5. Seitentriebe am Gerüst einkürzen
  6. ein bis zwei Augenpaare am gekürzten Seitentrieb belassen

Welche Schnittmaßnahmen werden im Herbst durchgeführt?

Auch im Herbst und unmittelbar nach der Blüte können Sie Sommerflieder schneiden. Allerdings sollten Sie weit weniger radikal vorgehen, als beim beschriebenen Winterschnitt. Generell ist der Schmetterlingsflieder jedoch sehr gut schnittverträglich und wird es auch im Herbst nicht übelnehmen, leicht eingekürzt zu werden.

Der Sommerflieder steht zwischen Juli und September in Blüte. Dabei werden unzählige Samen produziert. Soll sich die wuchsfreudige Pflanze nicht im gesamten Garten ausbreiten, schneiden Sie die vertrockneten Blüten rechtzeitig ab. Dies ist auch wichtig für die Nachblüte, denn wenn Sie die Äste betrachten, erkennen Sie in den Seitentrieben des gekürzten Astes bereits die neuen Knospen, die auf ihren Austrieb warten.

Hat der Sommerflieder noch keine Kapselfrüchte gebildet, können die verwelkten Blüten ohne Bedenken auf dem Kompost entsorgt werden. Haben Sie den zeitnahen Rückschnitt versäumt, geben Sie die Blütenrispen besser in den Hausmüll, damit sich die Pflanze nicht unkontrolliert im Garten verbreitet.

» Tipp: Schneiden Sie regelmäßig die verwelkten Blüten bis zum nächsten Seitentrieb zurück, steht der Sommerflieder bis in den Herbst hinein in Blüte.

Was Sie beim Schneiden von Schmetterlingsflieder beachten sollten

Sommerflieder schneiden
Verwelkte Blüten können einfach abgeschnitten werden | © Madelaine / stock.adobe.com

Wird der Schmetterlingsflieder jährlich stark zurückgeschnitten, kommt es zur Ausbildung von dichten und in sich verwachsenen Astquirlen. Diese müssen regelmäßig ausgelichtet werden.

Bemessen Sie dem Aufbau der Krone mehr Bedeutung bei, als der Ausbildung von kräftigen Blütenrispen, dann variieren Sie die Schnitthöhen. Einige Triebe werden hier stärker zurückgeschnitten als andere. Für den Kronenaufbau günstig platzierte Äste werden nur um ein Drittel eingekürzt.

Nach dem erfolgten Rückschnitt müssen die Pflanzen aus den „schlafenden“ Augen neu austreiben. Dieser Austrieb nimmt mehr Zeit in Anspruch als die normale Blütenbildung. Damit sich die Blütezeit nicht zu weit in den Herbst verschiebt, ist der Rückschnitt der Gehölze bis spätestens Mitte Februar abzuschließen.

Der Sommerflieder besitzt ein sprödes Holz, welches leicht zum Splittern neigt. Daher sollte immer an frostfreien Tagen geschnitten werden. Achten Sie auf scharfes Schneidwerkzeug. Dann verschließen sich die Wundränder schneller. Wichtig ist auch eine schräge Schnittkante, damit die Feuchtigkeit abfließen kann und sich nicht auf den Ästen staut.

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Die wichtigsten Schnittarten im Überblick

Folgender Übersicht können Sie entnehmen, wann es an der Zeit ist, den Sommerflieder zu schneiden und welche Zielsetzung mit den einzelnen Schnittmaßnahmen verfolgt wird.

Schnittart Was soll erreicht werden? Wann wird geschnitten?
Aufbauschnitt stabiles Grundgerüst schaffen Frühjahr
erste beiden Standjahre
Erhaltungsschnitt Wuchsform erhalten
Blütenfülle optimieren
Mitte Februar bis Anfang März
Verjüngungsschnitt Wuchsform optimieren
gegen Vergreisung vorgehen
Spätwinter, spätestens Mitte Februar
Blütenpflege Blütezeit verlängern
zur Nachblüte anregen
regelmäßig während der Blüte

Gelben Sommerflieder richtig schneiden

Der gelbe Sommerflieder gilt als Sorgenkind unter den heimischen Arten. Die Pflanzen gelten nicht als permanent frostfest und sollten einen stabilen Winterschutz erhalten. In klimatisch begünstigten Regionen kann dieser Sommerflieder aber durchaus auch in unseren Breiten im Freiland überleben.

Für einen Rückschnitt sollte bei dieser Art bis Mitte Mai gewartet werden, denn es sollten keine Fröste mehr zu erwarten sein. Kübelpflanzen können wie beschrieben bereits Mitte Februar kräftig gestutzt werden. Bei drohenden Frösten sollten Sie den Pflanzkübel dann sicherheitshalber ins Haus holen.

Wechselblättrigen Sommerflieder richtig schneiden

Beim Wechselblättrigen Sommerflieder fällt ein anderer Wuchs-Charakter ins Auge. In den einzelnen Blattachseln werden zahlreiche Blütenbüschel ausgebildet. Wichtig für den Schnitt ist, dass sich die Blüten bei dieser Sorte am vorjährigen Holz bilden.

Wenn Sie daher vorgehen wie beschrieben, werden Sie im Sommer auf die Blüten verzichten müssen. Wechselblättriger Sommerflieder wird kaum geschnitten. Ein leichter Auslichtungsschnitt kann im Spätwinter vorgenommen werden. Der Strauch kann verjüngt werden, indem die ältesten Triebe unmittelbar an der Ansatzstelle entfernt werden.

» Tipp: Auch Hänge-Sommerflieder blüht am alten Holz und wird in den ersten Standjahren nicht geschnitten.

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