Sommerflieder lockt nicht nur zahlreiche Schmetterlinge in den Garten, er lässt sich dazu noch recht einfach vermehren. Mit diesen Methoden gelingt es auch Ihnen.

Sommerflieder lässt sich recht einfach vermehren.
Sommerflieder lässt sich recht einfach vermehren. © JuriAlexander / stock.adobe.com

Die Blütenpracht eines Sommerflieders ziert zahlreiche Gärten und lockt viele Schmetterlinge an. Nicht umsonst bezeichnet man ihn auch gerne als Schmetterlingsflieder. Bestechend sind dabei vor allem die zahlreichen Farben, in denen die Blüten erstrahlen können. Dabei ist der Blütenstrauch extrem leicht zu pflegen und lässt sich dazu auch noch unkompliziert vermehren.





Allgemeines zur Vermehrung von Sommerflieder

Ein sehr großer Vorteil des Sommerflieders besteht darin, dass er sich normalerweise per Selbstaussaat vermehrt. Allerdings wächst er dann nicht immer genau dort, wo man ihn im Garten gerne haben möchte. Daneben entwickeln sich sogenannte Hybriden, die nicht mehr sortenrein sind. Trotzdem besteht über diese Methode die Möglichkeit, die kleineren Pflanzen schließlich auszugraben und an einen anderen Ort zu verpflanzen.

Eine Alternative stellt die manuelle Vermehrung des Sommerflieders dar, die mittels unterschiedlicher Methoden möglich ist. Hierzu werden für gewöhnlich die folgenden drei genutzt:

  • Vermehrung über Steckholz
  • Vermehrung über Stecklinge
  • Vermehrung über Absenker

Die genannten Methoden eignen sich vorrangig bei einer gezielten Zucht des Strauchgewächses und es wird gewährleistet, dass die Büsche sortenrein bleiben. Dies ist insbesondere wichtig, wenn man die Blütenfarben gezielt im Garten einsetzen möchte.

Der richtige Zeitpunkt für die Vermehrung ist von der jeweiligen Methode abhängig. Häufig gewinnt man jedoch die Steckhölzer und Stecklinge bereits im Spätherbst, wenn der reguläre Schnitt des Buschs erfolgt. Denn dann fällt bereits so viel Schnittgut an, das anschließend gut für das Vorhaben genutzt werden kann.

Vermehrung über Steckhölzer

Um Steckhölzer des Sommerflieders zu vermehren, wird idealerweise der Herbstschnitt genutzt, um genügend Triebe zu gewinnen. Zunächst ist jedoch die Vorbereitung des Standortes wichtig. Am besten geht man die folgenden Schritte durch:

  • Der ideale Standort für die Vermehrung ist schattig gelegen und geschützt.
  • Im ersten Schritt sollte der Boden umgegraben werden, um die Erde aufzulockern.
  • Um sie mit Nährstoffen anzureichern, wird die Erde mit Kompost oder Humus vermischt.
  • Die besten Triebe zur Vermehrung stammen aus dem aktuellen Jahr und sind 25 Zentimeter lang.
  • Das untere Ende wird angeschrägt, das obere bleibt gerade.
  • Befinden sich noch Blätter am Trieb, werden diese komplett entfernt.
  • Danach wird das Steckholz zu etwa Dreiviertel in den Boden gesteckt. Natürlich mit dem angeschrägten Ende voran.
  • Anschließend wird das Steckholz angegossen und sollte über die folgende Zeit bis zur Wurzelbildung feucht gehalten werden.

Dieselbe Vorgehensweise kann auch noch im Frühjahr erfolgen. Eine ideale Zeit sind die Monate März bis April. Wer hierzu Triebe aus dem vorherigen Jahr nutzen möchte, wickelt diese am besten nach dem Schnitt im Herbst in Küchenpapier und legt sie in den Kühlschrank. So halten sie sich frisch bis zum nächsten Frühjahr.

Gut zu wissen: Um den Steckhölzern während des Winters nicht zu viel Frost auszusetzen, werden sie zusätzlich mit einem Vlies abgedeckt, welches die Kälte gut abhalten kann.

Der Herbstschnitt ist gut geeignet, um Sommerflieder zu vermehren.
Der Herbstschnitt ist gut geeignet, um Sommerflieder zu vermehren. © lunarts_studio / stock.adobe.com

Vermehrung durch Stecklinge

Diese Art der Vermehrung wird am häufigsten genutzt und ist in der Regel sehr erfolgreich. Für die heranwachsenden Büsche ist es garantiert, dass sie sortenrein bleiben und dementsprechend schöne Blüten ausbilden.

Der ideale Zeitpunkt liegt hier schon im Juni oder Juli. Werden die Stecklinge während dieser Zeit gewonnen, ist die Erfolgsquote sehr hoch, dass sie gut anwachsen.

Bei der Auswahl der Triebe ist es wichtig, auf die folgenden Merkmale zu achten:

  • Sie sollten nicht zu weich sein.
  • Es dürfen keine Blüten an ihnen wachsen.
  • Der Trieb sollte noch nicht verholzt sein.

Jeder Steckling sollte eine Länge von etwa 15 Zentimetern besitzen. Er kann in Teilstücke geschnitten werden, sodass man gleichzeitig mehrere neue Pflanzen heranziehen kann. Bei der Vorbereitung werden bis auf zwei oder drei Blätter alle entfernt. Die übrig gebliebenen werden nun zur Hälfte eingekürzt.

Anschließend geht man wie folgt vor:

  • Zunächst werden Blumentöpfe mit einer Mischung aus Aussaaterde und Sand vorbereitet. Der Topf sollte am Ende zu etwa zwei Drittel gefüllt sein.
  • In jeden Blumentopf kommt nun ein Steckling.
  • Anschließend wird dieser angegossen und mit einer durchsichtigen Kunststofftüte versehen. Wichtig ist, dass das Plastik den Steckling nicht berührt.
  • Der ideale Standort ist warm und hell, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Der Sommerflieder benötigt mehrere Wochen, bis er die notwendigen Wurzeln ausbildet. Während dieser Zeit sollte die Kunststoffabdeckung täglich gelüftet und die Erde feucht gehalten werden. Die kleinen Stecklinge sind während des Winters geschützt in der Wohnung unterzubringen, da sie andernfalls durch die kalten Temperaturen eingehen.

Wird es im Frühjahr wieder etwas wärmer und friert nicht mehr, dürfen sie ins Freie gepflanzt werden.

Vermehrung durch Absenker

Wer möchte, kann seinen Sommerflieder auch über einen sogenannten Absenker vermehren. Hierbei werden ein oder mehrere Triebe vorbereitet, um im nächsten Jahr schließlich ausgegraben und separat eingepflanzt zu werden.

Der perfekte Zeitpunkt für die Vorbereitung eines Absenkers ist im Sommer, am besten zwischen Juni und August. Zu diesem Zeitpunkt wird er bereits gelegt, im folgenden Jahr jedoch erst von der Mutterpflanze abgetrennt und separat in den Boden gesetzt.

Diese Methode ist zwar sehr erfolgreich, aber auch mit ein wenig Vorsicht zu genießen. Hierbei geht man am besten wie folgt vor:

  • Zunächst werden ein paar geeignete Triebe ausgesucht. Diese sollten biegsam und nicht verholzt sein. Idealerweise wachsen sie weit unten am Strauch in Bodennähe.
  • Diese biegt man nun so nach unten, dass sie den Boden berühren.
  • Der Trieb wird anschließend der Länge nach mit einem scharfen Messer angeritzt. Der Schnitt sollte dabei eine Länge von mindestens 15 Zentimetern besitzen.
  • Unterhalb des Zweigs wird eine Pflanzkuhle ausgehoben und der Ast hineingelegt.
  • Der Trieb muss wird nun mit Erde bedeckt.
  • Zur zusätzlichen Fixierung werden Heringe benutzt, die man in den Boden steckt.
  • Bis zum nächsten Frühjahr ist der Absenker regelmäßig mit Wasser zu versorgen.
  • Während dieser Zeit bildet der Absenker Wurzeln aus.
  • Es ist empfehlenswert zu warten, bis die Triebspitzen eine Länge von 15 bis 20 Zentimeter erreicht haben.
  • Der Absenker kann im Frühjahr oder späten Sommer ausgegraben und vorsichtig von der Mutterpflanze entfernt werden.
  • Anschließend wird der Absenker an einen anderen Platz im Garten gesetzt.

In manchen Fällen bilden Sommerflieder auch von selbst Absenker aus. Findet man ihn am Strauch, weil ein separater Trieb aus der Erde wächst, kann man ihn vorsichtig ausgraben und von der Mutterpflanze abtrennen, um ihn ebenfalls gesondert in die Erde zu setzen.

Als zweifache Mutter lebe ich mit meiner Familie, Hund und Pferden auf dem Land. Nachhaltigkeit und ein angenehmes Miteinander sind mir besonders wichtig und werden in unserem Haushalt täglich vorgelebt. Genau wie meine Leidenschaft fürs Gärtnern und Schreiben.

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