Möchten Sie Ihren Kirschlorbeer vermehren, können Sie das auf unterschiedliche Art und Weise machen. Ich stelle hier 3 einfache Methoden vor.

Kirschlorbeer vermehren
Kirschlorbeer wird gerne zur Heckenbepflanzung genutzt – © Cornelia Scheidt / stock.adobe.com

Im heimischen Garten gehört der Kirschlorbeer zu den Gewächsen, die besonders gerne zur Bepflanzung der Gartengrenze eingesetzt werden. Sie sind pflegeleicht und liefern dank ihres dichten Wuchses einen idealen Sichtschutz. Deshalb ist es gut zu wissen, wie man einen Kirschlorbeer vermehren kann. Denn für eine Heckenbepflanzung brauchen Sie schon einige Pflanzen. Um sich viel Geld zu sparen, lohnt es daher einen Kirschlorbeer selber zu vermehren. Wie genau das geht, erkläre ich nachfolgend im Detail.

👩🏻‍🌾 Allgemeines zur Vermehrung von Kirschlorbeer

Der im Lateinischen als Prunus laurocerasus bezeichnete Kirschlorbeer ist vor allem deshalb so beliebt, weil er im Garten schnell wächst und dabei äußerst pflegeleicht bleibt. Zudem ist er im Sommer wie Winter grün und schützt vor neugierigen Blicken. Mittels einer einzigen Pflanze ist es bereits möglich, ihn innerhalb kurzer Zeit stark zu vermehren. Der ideale Zeitpunkt hierfür ist im Sommer, meist zwischen Juni und Juli, wenn er ohnehin beschnitten werden muss. Die Vermehrung kann infolgedessen auf mehrere Arten erfolgen:

  • Vermehrung durch Stecklinge
  • Vermehrung durch Risslinge
  • Vermehrung durch Abmoosung




Sämtliche Arten besitzen ihre eigenen Vor- und Nachteile, sind jedoch im Grunde relativ einfach zu bewerkstelligen, wenn Sie auf gewisse Einzelheiten achten. Nachfolgend werde ich die jeweiligen Methoden im Detail beschreiben.

🌱 Methode 1 – Vermehrung durch Stecklinge

Im Rahmen des jährlichen Pflegeschnitts fallen beim Kirschlorbeer zahlreiche Stecklinge ab, die sich ideal zur Vermehrung eignen. Bestenfalls werden die sogenannten Kopfstecklinge ausgesondert und zur weiteren Zucht verwendet. Gehen Sie dabei am besten wie folgt vor:

1️⃣ Kopfstecklinge bestehen aus den Triebspitzen, die noch nicht vollständig verholzt sind. Sie sind für gewöhnlich 10 bis 15 Zentimeter lang und grün. Der Schnitt erfolgt idealerweise direkt unterhalb eines Blattknotens.

2️⃣ Die unteren Blätter sollten Sie anschließend umgehend entfernen. Die übrig gebliebenen Blätter werden um die Hälfte gekürzt. Dank der verbliebenen Blätter können die Stecklinge genügend Feuchtigkeit speichern, die sie anschließend zur Bildung von Wurzeln und neuem Blattwerk verwenden.

3️⃣ Der Steckling wird nach der Vorbereitung in einen Topf gesteckt. Gerade am Anfang benötigen die Stecklinge nur wenige Nährstoffe, daher eignet sich Aussaaterde bzw. Anzuchterde besonders gut. Alternativ ist ein Gemisch aus Torf und Sand empfehlenswert.

Es können zudem mehrere Stecklinge innerhalb eines Topfes Platz finden, um später die kräftigsten Pflanzen für die Vermehrung auszuwählen. Zudem wachsen nicht alle von ihnen gleichermaßen gut an. Daher ist es empfehlenswert, mehr Stecklinge in den Topf zu setzen, als am Ende benötigt werden.

4️⃣ Der fertig besetzte Topf wird nun mit etwas Gießwasser und anschließend mit einer durchsichtigen Tüte oder Haube versehen. Der Sinn und Zweck dieser besteht darin, die Luftfeuchtigkeit im Inneren ansteigen zu lassen.

Als Standort dient ein heller und warmer Platz, an dem die Stecklinge in den folgenden Wochen Wurzeln ausbilden. Zum Gießen lassen Sie die Pflanzen außerdem stets etwas auslüften, indem Sie sie von ihrer Haube befreien. Auf diesem Weg verhindern Sie, dass sich im Inneren Schimmel bildet.

💡 Tipp: Stecklinge im Wasser vorbereiten
Möchten Sie ganz sichergehen, dass Sie lediglich Stecklinge mit kräftigen Wurzeln einpflanzen, können Sie sie auch im Wasserglas heranziehen. Das Glas ist idealerweise höher als der Steckling und wird ebenfalls abgedeckt, um die notwendige Luftfeuchtigkeit zu erzeugen. Die Blätter müssen hierbei nicht eingekürzt werden. Alle zwei bis drei Tage sollten Sie das Wasser austauschen und den Steckling vom aufliegenden Schleim befreien.

Das einzige Manko bei dieser Vorgehensweise: Die Ausfallquote der Stecklinge ist in der Regel höher. Dennoch kann diese Variante eine gute Alternative sein.

🌱 Methode 2 – Vermehrung durch Risslinge

Diese Form der Vermehrung ist etwas komplizierter, zudem sie mit mehr Geduld verbunden ist. Ein großer Vorteil von Risslingen besteht jedoch darin, dass sie dank ihrer Beschaffenheit sehr viel robuster sind als gewöhnliche Stecklinge und somit leichter im Topf angehen.

In der Regel muss man von der Mutterpflanze Stecklinge schneiden, um diese vermehren zu können. Im Falle von Risslingen werden sie abgerissen. Wichtig ist, dass sie an der richtigen Stelle abgerissen werden und somit gute Voraussetzungen für die Vermehrung erhalten. Gehen Sie am besten wie folgt vor:

1️⃣ Die perfekten Risslinge erhalten Sie, indem Sie die Stecklinge mit dem Astring von der Pflanze reißen. Sie besitzen idealerweise ein Alter von zwei Jahren und werden nach der Vorbereitung einfach in Aussaaterde gesteckt.

2️⃣ Beim Abreißen bleibt häufig noch ein wenig Rinde unterhalb des Astrings hängen. Diese sollten Sie mit einem scharfen Messer abschneiden. Ebenso sollten Sie die unteren Blätter entfernen sowie die weiche Spitze des Triebs.

3️⃣ Sämtliche übrig gebliebenen Blätter sollten Sie nun halbieren, ebenso so wie bei einem gewöhnlichen Steckling.

4️⃣ Die Stecklinge können nun in den Topf gesteckt werden. Alternativ ist auch ein Mini-Gewächshaus geeignet.

5️⃣ Die Erde jetzt noch mit etwas Gießwasser versehen und feucht halten. An einem warmen Ort, an dem die Stecklinge möglichst nicht in der prallen Sonne stehen, gedeihen sie relativ rasch und bilden schon bald Wurzeln aus.

6️⃣ Im darauffolgenden Herbst können die Risslinge schließlich umgetopft werden. Zu diesem Zeitpunkt ist es empfehlenswert, die Gewächse noch nicht in die Erde zu setzen, sondern sie stattdessen geschützt im Topf überwintern zu lassen. In der folgenden Saison können die Jungpflanzen schließlich in den Boden gesetzt werden und dort weiter wachsen.

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🌱 Methode 3 – Vermehrung durch Abmoosen

Das Abmoosen ist beim Kirschlorbeer eine sehr erfolgreiche Variante der Vermehrung. Der hierfür genutzte Trieb ist in der Regel etwas größer als die typischen Stecklinge, weswegen die Pflanze bessere Chancen hat, rasch auszutreiben. Er verbleibt außerdem bis zur separaten Wurzelbildung an der Mutterpflanze.

1️⃣ Zunächst wird während der Wachstumsphase ein gesunder Trieb ausgewählt, welcher schließlich an seiner Basis mittels eines sauberen Messers von seiner Rinde befreit wird. Er wird praktisch so lange abgeschält, bis das weiße Holz (das sogenannte Kambium) sichtbar wird. Die Schnittstelle sollte eine Breite von etwa zwei Zentimetern betragen.

2️⃣ Im Anschluss wird der abgeschälte Abschnitt mit feuchtem Moos und anschließend einer Plastikfolie umwickelt. Um dem Ganzen einen guten Halt zu bieten, können Sie am oberen und unteren Ende Kabelbinder einsetzen. Wichtig ist, dass das Moos immer genügend Feuchtigkeit aufweist und daher in regelmäßigen Abständen kontrolliert und gegebenenfalls befeuchtet wird.

💡Tipp:
Damit sich rasch und zuverlässig Wurzeln bilden, kann die Schnittstelle vor dem Umwickeln mit Moos mit einem Bewurzelungshormon oder Weidenwasser behandelt werden. Lesetipp: Bewurzelungshormon für Stecklinge selber machen – 8 Varianten vorgestellt.

3️⃣ Nach einer Weile bilden sich unterhalb des Mooses neue Wurzeln. Sind genügend von ihnen vorhanden, wird dieser Bereich von der Mutterpflanze entfernt und separat in die Erde gesteckt.

Während der ersten Tage ist es sinnvoll, den Topf an einem halbschattigen oder schattigen Platz zu stellen, wo sich die Pflanze an die neuen Bedingungen gewöhnen kann.

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

2 Kommentare

  1. Warum sollte ich Kirschlorbeer vermehren? Das ist keine Pflanze , die hierher gehört oder irgendeinen anderen Nutzen als Beton hat. Bei uns in den Kleingärten ist er mittlerweile verboten.

    • Kathrin Gehring on

      Hallo Tine, auch wenn der Kirschlorbeer ökologisch kaum Vorteile mitbringt, handelt es sich um einen beliebten Strauch. Der Strauch ist kostengünstig, immergrün und bietet Vögeln das ganze Jahr Unterschlupfmöglichkeiten. Natürlich liegt in unserer Verantwortung, dass der Kirschlorbeer nicht in Naturschutzgebieten vermehrt, sondern zur Zierde im Garten, etwa als Hecke gepflanzt und Grünschnitt sachgemäß entsorgt wird. Liebe Grüße Kathrin vom Gartentipps-Team

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