Verbenen bringen den ganzen Sommer Farbe in Beet, Balkonkasten und Kübel. Hier erfahren Sie, welcher Standort den beliebten Dauerblühern gefällt und worauf es beim Pflanzen und Pflegen ankommt.
Verbenen verschönern uns mit ihren etlichen farbenfrohen Arten den Sommer. Da sich die Eisenkrautgewächse als sehr blühfreudig erweisen, ist die ideale Bepflanzung für Beet, Kasten und Kübel schnell gefunden. Dabei sind die insektenfreundlichen Verbenen auch nicht sonderlich anspruchsvoll und daher ebenfalls für eher ungeübte Hobbygärtner ideale Blühpflanzen. Doch auch erfahrenen Gartenfreunden macht es Freude, Jahr für Jahr neue Sorten des anspruchslosen Dauerblühers zu entdecken.
Herkunft
Verbenen, wie sie heute in Beeten und Pflanzgefäßen wachsen, sind Kreuzungen verschiedener Verbena-Arten. Viele ihrer Ausgangsarten stammen aus Südamerika, wo Verbenen in warmen Regionen natürlich vorkommen. Zur selben Gattung Verbena gehört auch das Echte Eisenkraut (Verbena officinalis). Es ist bei uns seit langer Zeit als Wild- und Heilpflanze bekannt und unterscheidet sich sehr von den üppig blühenden Gartenverbenen. Der Volksglaube sprach dem Eisenkraut wundertätige Eigenschaften zu.
Steckbrief Verbene
Typisch für Verbenen sind ihre dichten, rundlichen Blütenstände aus vielen kleinen Einzelblüten. Je nach Sorte erscheinen sie in Weiß, Rosa, Rot, Violett oder mehrfarbig und ziehen Bienen und Schmetterlinge an. Allein gelbe Verbenen wurden bislang noch nicht gesichtet. Ein wahrer Hingucker sind gestreifte Blüten und verschiedene mehrfarbige Züchtungen. Die Blätter sitzen gegenständig an den Trieben und besitzen meist einen gezähnten Rand.
| Verbene (Verbena) | |
|---|---|
| Wuchshöhe: | 15 – 120 cm (in Beet) |
| Blüte: | Juni bis Oktober |
| Standort: | sonnig bis halbschattig |
| Gießen: | im Sommer reichlich, aber keine Staunässe |
| Düngen: | alle 2 Wochen |
| Vermehrung: | durch Stecklinge oder Samen möglich |
💡 Tipp: Verbenen sind mehrjährig, aber …
Die meisten Verbena-Arten sind ausdauernde (mehrjährige) krautige Pflanzen. Aufgrund ihrer mangelnden Winterhärte in unseren Breitengraden, werden sie im Garten häufig wie einjährige Sommerblumen gepflanzt.
Artenreiche Verbene
Verbenen begegnen im Garten in ganz unterschiedlichen Formen. Bis heute sind etwa 250 Arten an Verbenen bekannt. Manche bleiben niedrig und bilden dichte Blütenpolster, andere wachsen fast mannshoch zwischen Stauden hindurch. Genau diese Vielfalt macht die Gattung Verbena so spannend.
Echte Eisenkraut

Das Echte Eisenkraut (Verbena officinalis) gehört zu den eher zurückhaltenden Vertretern. Seine kleinen, blassvioletten Blüten sitzen locker an langen, verzweigten Stängeln. Im Beet wirkt die Pflanze deshalb leicht und natürlich, ohne ihre Nachbarn zu verdecken.
Patagonisches Eisenkraut

Ganz anders tritt das Patagonische oder Argentinische Eisenkraut (Verbena bonariensis) auf. Es wächst höher und trägt seine violetten Blütenstände auf langen, dünnen Stielen. Dadurch lässt sich trotz seiner Höhe durch die Pflanze hindurchsehen. Zwischen Rosen, Gräsern oder Stauden entstehen so violette Farbtupfer, ohne dass das Beet geschlossen oder schwer wirkt.
Lanzen-Eisenkraut

Auch das Lanzen-Eisenkraut (Verbena hastata) wächst aufrecht, besitzt aber einen kompakteren Aufbau. Seine kleinen Blüten sitzen an schmalen, kerzenartigen Ähren. Die Ursprungsart des Lanzen-Eisenkrauts blüht hell- bis rosa- und dunkelviolett.
Verbene für Balkonkasten und Pflanztopf

Am häufigsten in Balkonkästen oder Kübeln zu finden, sind dagegen Gartenverbenen (Verbena × hybrida). Unter diesem Namen finden sich Zuchtformen mit unterschiedlichem Wuchs. Einige bilden kompakte Blütenkissen, andere entwickeln lange Triebe und eignen sich besonders als Hänge-Verbene für Ampeln oder Balkonkästen. Darunter findet sich auch so mancher Champion. So wurde die Sorte „Lila Luzi“ im Jahre 2017 zur Beet- und Balkonblume des Jahres gewählt. Dies mag nicht zuletzt an den auffälligen, zweifarbigen Blüten liegen.
Steifes Eisenkraut

Auch das Steife Eisenkraut (Verbena rigida) gehört zu den niedrigeren Arten. Es wächst kompakt bis flächig und eignet sich deshalb gut für den vorderen Beetbereich. Einige Sorten werden auch als Teppich- oder Bodendecker-Verbene angeboten, wie das Steife Eisenkraut ‘Venosa‘.
💡 Tipp: Zitronenverbe
Die Zitronenverbene (Aloysia citrodora) gehört zwar ebenfalls zu den Eisenkrautgewächsen, ist aber keine Verbene im botanischen Sinn. Sie zählt zur Gattung Aloysia und fällt durch ihre stark nach Zitrone duftenden Blätter auf.
Verbene pflanzen
Standort
Verbenen lieben Sonne und Wärme. An einem vollsonnigen Platz entwickeln sie besonders viele Blüten und kommen auch mit sommerlicher Hitze gut zurecht. Ein geschützter Standort ist von Vorteil, hauptsächlich für Pflanzen in Kübeln, Ampeln und Balkonkästen.
💡 Tipp: Halbschattiger Standort
Im Halbschatten werden Verbenen ebenso gedeihen, allerdings vermutlich blühfauler in Erscheinung treten. Wer in der Hitze Südamerikas zu Hause ist, benötigt einfach einen sonnigen Standort.
Boden

Der Boden sollte nicht zu schwer und trocken sein. Die Erde darf leicht feucht sein, Staunässe vertragen Verbenen jedoch nicht. Schwere Lehmböden bergen dieses Risiko und werden daher mit Sand oder Kies vermischt und damit durchlässiger gestaltet.
Im Balkonkasten oder Kübel reicht hochwertige Blumenerde aus. Abzugslöcher im Gefäß helfen, überschüssiges Wasser abzuleiten. Beim pH-Wert sind Verbenen unkompliziert. Sie kommen mit leicht sauren, neutralen und auch kalkhaltigen Böden zurecht.
💡 Tipp: Pflanzpartner
Im Balkonkasten oder Blumentopf passen Verbenen gut zu Petunien, Zauberglöckchen oder Begonien. Wichtig ist, dass die Pflanzpartner ebenfalls einen sonnigen Standort bevorzugen.
Pflanzanleitung
Nach den letzten Frösten dürfen Verbenen ins Beet, in den Balkonkasten oder Kübel ziehen. Eine gute Pflanzzeit beginnt daher meist ab Mitte Mai. Wer die Pflanzen früher gekauft hat, stellt sie bis dahin hell und frostfrei und gewöhnt sie allmählich an die Bedingungen im Freien.
- Boden lockern und Unkraut entfernen.
- Wurzelballen einige Minuten wässern.
- Pflanzloch etwas größer als den Wurzelballen ausheben.
- Bei schwerem Boden Sand oder feinen Kies einarbeiten.
- Verbene so tief einsetzen, wie sie zuvor im Topf stand.
- Erde auffüllen und leicht andrücken.
- Zum Abschluss gründlich angießen.
Um die Pflanzen vor Staunässe zu schützen, kann eine Drainage in Form von Tonscherben oder Kies in den Boden eingebracht werden. Bevor die Verbenen eingesetzt werden, lässt sich das Substrat mit Kompost oder Hornspänen aufwerten. Im Pflanztopf bietet sich eine Drainageschicht an.
💡 Tipp: Pflanzabstand
Je nach Wuchsform liegt der Pflanzabstand von Verbenen bei etwa 20 bis 30 cm. Kräftig wachsende Sorten bekommen etwas mehr Platz.
Die wichtigsten Pflanztipps im Überblick
| Pflanzort | Darauf kommt es an |
|---|---|
| Beet | sonniger Platz, lockerer Boden, 20 bis 30 cm Abstand |
| Kübel | Abzugslöcher, durchlässige Blumenerde, regelmäßig gießen |
| Balkonkasten | genügend Abstand zwischen den Pflanzen, Wasserabzug sichern |
| Ampel | hängende Sorten wählen, Substrat nicht austrocknen lassen |
💡 Tipp: Sind Verbenen giftig?
Verbenen sind in üblichen Mengen nicht stark giftig, enthalten jedoch schwach wirksame Bitterstoffe und das Glykosid Verbenalin. Knabbern Katzen oder Hunde an den rauen Blättern, führt dies zu leichten Magenproblemen bei massiver Aufnahme.
Verbene pflegen
Gießen
Verbenen sind besonders durstig. Dies mag nicht zuletzt an den vollsonnigen Standorten liegen, welche wir ihnen zuweisen sollten. Im Kübel, Balkonkasten oder in der Ampel trocknet die Erde zudem schneller aus. An heißen Sommertagen kann es deshalb notwendig sein, Verbenen täglich zu gießen. Die Erde darf ruhig feucht, aber nicht staunass sein. Danach sollte sie etwas abtrocknen, bevor erneut zur Gießkanne gegriffen wird. Überschüssiges Wasser im Untersetzer oder Übertopf daher auch stets abgießen.
💡 Tipp: Verbene bekommt trockene Blätter
Trockene Blätter entstehen meist durch akuten Wassermangel, Staunässe mit faulenden Wurzeln oder Echten Mehltau. Ist die Erde trocken, hilft gründliches Gießen. Bei Staunässe die Pflanze aus dem nassen Substrat nehmen, faulige Wurzeln entfernen und in frische, durchlässige Erde setzen. Bei Echtem Mehltau befallene Blätter entfernen und die Pflanze luftiger stellen.
Düngen
Im Beet kommen Verbenen häufig ohne zusätzlichen Dünger aus. Anders sieht es im Kübel oder Balkonkasten aus. Dort sind die Nährstoffe schneller verbraucht. Damit der Blütenflor den ganzen Sommer hindurch anhält, werden die Pflanzen 14-tägig mit einem flüssigen Dünger gegossen. Werden außerdem verwelkte Blüten regelmäßig entfernt, bilden sich bald darauf neue Blütenbälle.
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Rückschnitt

Zur Schere wird gegriffen, wenn die Pflanzen zur Blüte angeregt werden sollen und wenn Sie verhindern wollen, dass sich die Samen unkontrolliert ausbreiten. Das regelmäßige Entfernen verblühter Blütenstände regt obendrein zur Nachblüte an. Auch einzelne zu lange oder kahle Triebe können eingekürzt werden. Dadurch verzweigt sich die Pflanze stärker und wächst wieder kompakter.
💡 Tipp: Schnittblumen
Verbenen sind beliebte Schnittblumen und können zu bunten Sommersträußen arrangiert werden. Am längsten halten sie sich nach dem Schnitt, wenn sich die Knospen am Morgen noch nicht vollständig geöffnet haben. Verbenen eignen sich auch hervorragend für einen Trockenstrauß. Dazu schneiden Sie einfach die gewünschte Menge an Pflanzen ab und arrangieren sie zu kleinen Sträußen, die Sie locker zusammenbinden. Anschließend werden die Sträuße kopfüber an einem trockenen und luftigen Ort aufgehängt.
Überwintern
Verbenen sind frostempfindlich und spätestens mit den ersten kalten Nächten stellt sich die Frage, welche Verbene draußen bleiben darf und welche besser ins Winterquartier zieht. Die Antwort fällt je nach Art sehr unterschiedlich aus.
Balkonverbenen frostfrei überwintern
Garten- und Balkonverbenen (Verbena × hybrida) reagieren empfindlich auf Frost. Besonders schöne Sorten lassen sich an einem hellen, kühlen und frostfreien Platz durch den Winter bringen. Vor dem Einräumen werden lange Triebe etwas eingekürzt. Während der Wintermonate nur sparsam gießen und auf Dünger verzichten. Ab dem Frühjahr bekommen die Pflanzen wieder mehr Wasser und bei Bedarf frische Erde. Nach den letzten Frösten dürfen sie zurück auf Balkon oder Terrasse.
Wildarten überwintern
Bei den Wildarten sieht es etwas anders aus. Das Patagonische Eisenkraut und das Echte Eisenkraut vertragen Kälte besser als die klassischen Balkonverbenen und bleiben meist im Beet. Allerdings sind sie ebenfalls nicht richtig winterhart und benötigen einen ausreichenden Winterschutz. Eine Mulchdecke kann helfen. Gehen die Pflanzen ein, ist das jedoch kein Grund zur Traurigkeit. Bei guten Bedingungen bleiben die Pflanzen durch Selbstaussaat im Garten erhalten.
Die wichtigsten Pflegetipps im Überblick
| Pflege | Im Beet | Im Kübel / Balkonkasten |
|---|---|---|
| Gießen | vorwiegend bei längerer Trockenheit | an heißen Tagen oft täglich |
| Düngen | kaum zusätzlich nötig | regelmäßig mit Flüssigdünger |
| Verblühtes | regelmäßig entfernen | regelmäßig entfernen |
| Frost | benötigen Frostschutz | überwintern im Winterquartier |
Verbenen vermehren
Verbenen lassen sich je nach Art oder Sorte über Samen oder Stecklinge vermehren. Welche Methode besser passt, hängt davon ab, um welche Verbene es sich handelt.
Vermehrung durch Stecklinge
Gartenverbenen und andere Zuchtformen lassen sich gut über Stecklinge vermehren. Diese werden im Spätsommer oder frühen Herbst abgeschnitten. Geschnitten werden junge, gesunde Triebspitzen ohne Blüten. Sie bewurzeln am besten in lockerer Anzuchterde an einem hellen, warmen Platz. Um die Bewurzelung zu beschleunigen, werden die Stecklinge in Bewurzelungspulver getaucht.
- Etwa 8 bis 10 cm lange Triebspitze abschneiden.
- Untere Blätter entfernen.
- Steckling in Anzuchterde setzen.
- Erde leicht feucht halten.
- Hell und warm aufstellen.
- Nach der Bewurzelung einzeln eintopfen.
Nun ist Geduld gefragt. Haben die Stecklinge kräftige Wurzeln entwickelt, können die Pflänzchen in einen separaten Pflanztopf umziehen und werden bis zum Frühling im Haus kultiviert.
Vermehrung durch Samen

Viele Verbena-Arten, die im Beet wachsen, lassen sich gut aussäen. Besonders das Patagonische Eisenkraut (Verbena bonariensis) und das Steife Eisenkraut (Verbena rigida) vermehren sich im Garten häufig sogar selbst. Da Verbenen Kaltkeimer sind, können die Samen im Herbst direkt ins Freiland ausgesät werden. Die Frost- bzw. Kälteperiode, bricht die Keimhemmung.
Krankheiten und Schädlinge
Verbenen gelten insgesamt als recht robust. Gelegentlich treten jedoch Blattläuse, Thripse, Zikaden oder Schnecken auf. Im Freiland sind Schnecken die größten Feinde der jungen Dauerblüher. Diese werden regelmäßig abgesammelt und Blattläuse mit Wasser abgeduscht.
Sowohl Thripse als auch Zikaden lieben warme, trockene Luft. Halten Sie die Erde Ihrer Verbene gleichmäßig feucht (Vermeidung von Trockenstress) und sprühen Sie die Verbene an heißen Tagen morgens leicht mit kalkfreiem Wasser ein. Das mögen die Plagegeister überhaupt nicht.
💡 Tipp: Resistente Hybriden
Gute Nachrichten für den Hobbygärtner: Noch vor wenigen Jahren war auch der Echte Mehltau häufig bei Verbenen anzutreffen. Die meisten Neuzüchtungen sind heute resistent.





