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Was bedeutet Pflanzenveredelung?

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Die Pflanzenveredelung spielt für Gärtner und Hobbygärtner eine große Rolle. Wir haben für Sie eine kurze Zusammenfassung, worum es sich dabei handelt.

Pflanzenveredelung
© Niko_Cingaryuk / stock.adobe.com

Bei der Pflanzenveredelung handelt es sich um eine indirekte Form der Pflanzenvermehrung, die auf vegetativer Basis stattfindet. In Deutschland ist dieser Arbeitsschritt auch als Kunst im Garten bekannt und genießt so, insbesondere in optischer Hinsicht, ein immenses Interesse.

Gründe für die Pflanzenveredelung

Bei einer natürlichen Vermehrung von Pflanzen gehen die positiven Eigenschaften der Mutterpflanze teilweise verloren. Dem soll mit der Pflanzenveredelung entgegengewirkt werden. Mit dieser Methode kann man die Pflanze selbst und auch ihre positiven Eigenschaften erhalten. Zudem dauert die Vermehrung über Stecklinge und Samen in der Regel deutlich länger als die Pflanzenveredelung. Sie erhalten folglich in kürzerer Zeit eine qualitativ hochwertigere Pflanze.

So wird veredelt

Die Veredelung erfolgt grob gesagt in zwei Schritten. Als erstes müssen Sie von der Pflanze, die Sie gern erhalten möchten, einen jungen Ast (den Edelreiser) entnehmen. Anschließend setzen Sie diesen auf eine Pflanze, die als Wurzelersatzsystem dient (die Unterlage). Dadurch können andere Wuchsformen entstehen, aber auch neue Blüten oder Früchte.

Veredelungsechniken

Während man bei den Ruhezeiten in Verbindung mit der Pflanzenveredelung vor allem auf die Kopulation und die Geißfußveredelung zurückgreift, spielen die Rindenpfropfenveredelung und die Okulation eine wichtige Rolle während der Wachstumsphasen.

Tipp: Lesen Sie dazu auch unseren Artikel „Pflanzen veredeln – 3 Methoden erklärt“.

Welche Pflanzen können veredelt werden?

Pflanzenveredelung Obstbaum
Obstbaum wir veredelt – © hauswurzn / stock.adobe.com

Eine Veredelung ist nur bei Nacktsamern oder bei zweikeimblättrigen Pflanzen möglich, da nur diese ein Kambium besitzen, welchen für den Verwachsungsprozess unentbehrlich ist. In der Regel werden verholzende Pflanzen wie Rosen oder (Obst-)Bäume veredelt. Aber auch Fruchtpflanzen wie Tomaten, Gurken oder Kürbisse eignen sich für die Veredelung.

Seit wann werden Pflanzen veredelt?

Die Pflanzenveredelung wird als solche bereits seit der Antike angewendet. In den vergangenen Jahrhunderten wurde sie durch Menschenhand stetig perfektioniert und hat so an Komplexität und Volumen gewinnen können.

Worauf ist bei der Pflanzenveredelung zu achten?

Bei allen Vorgängen der Pflanzenveredelung muss auf ein hohes Maß an Hygiene geachtet werden. Vermeiden Sie es unbedingt, die Schnittstellen zu berühren – sowohl mit den Händen als auch mit irgendwelchen Gegenständen. Auch mit Wasser dürfen die Schnittstellen nicht in Berührung kommen. Darüber hinaus müssen Sie bei der Veredelung darauf achten, dass die Kambien des Edelreisers und der Unterlage idealerweise genau aufeinander liegen, damit die Pflanzenteile gut zusammen wachsen können.

Als Kambium bezeichnet man vor allem bei Bäumen die Wachstumsschicht, die sich zwischen dem Splintholz und der Rinde befindet. Sie ist verantwortlich für das Sprosswachstum der Pflanze.

Foto1: © Niko_Cingaryuk / stock.adobe.com, Foto2: © hauswurzn / stock.adobe.com

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