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Wettervorhersage im Garten – Diese Pflanzen sagen das Wetter voraus

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Der Wettervorhersage kann man nicht immer trauen. Verlässlichere Ergebnisse bekommen Sie aus Ihrem eigenen Garten, vorausgesetzt Sie haben die richtigen Pflanzen.

Wettervorhersage im Garten - diese Pflanzen sagen das Wetter voraus
© Pixelmixel – Fotolia.com

Das Wetter ist eine Sache, die wir nicht direkt beeinflussen können, von der wir in unserer täglichen Planung aber enorm abhängig sind. Gerade im Sommer, wenn die Zeit des Jahres Einkehr hält, in der weite Teile des Lebens draußen in der freien Natur oder zumindest im heimischen Garten stattfinden, würde man sich manchmal wünschen, dass Wetter besser vorhersagen zu können. Zumal der Wetterbericht oft genug irrt. Und wenn man sich im Internet auf die Suche nach einer zuverlässigen Wetter App macht, wird man schnell feststellen, dass vier verschiedene Apps vier verschiedene Wettervorhersagen für denselben Tag anbieten. Letztlich kann man sich aussuchen, welche Vorhersage einem selbst am ehesten zusagt – am Ende muss man sich doch überraschen lassen, was das Wetter wirklich für uns bereithält.

Aber, ist das wirklich so? Gerade im heimischen Garten gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich schnell einen Überblick über die Wettererwartungen in den nächsten Stunden zu machen. Denn eine Vielzahl der Pflanzen, die man in deutschen Gärten findet, kann man als Wettervorhersagestation verwenden – mit dem Unterschied zu Prognosen und Hochrechnungen die auf Winden und möglichen Wolkenbewegungen basieren, dass diese Blumen das Wetter zu 100 Prozent korrekt vorhersagen. Dafür aber eben nur für die nächsten Stunden.Wenn sich also das nächste Mal die Frage stellt, ob der Grill angeworfen werden kann oder nicht, sollten Sie einen Blick auf eine der folgenden Pflanzen werfen – dann wissen Sie genau, was Sie in den nächsten Stunden erwartet.

» Übrigens: Es gibt sogar Pflanzen die verhältnismäßig zuverlässig ankündigen, ob in einem Jahr frühzeitig mit Schneefall zu rechnen ist oder nicht. Womit die Natur wieder einmal eindrucksvoll beweist, dass sie dem Menschen weit voraus ist.

Pflanzen als Wetterboten – Wie genau geht das?

Es gibt zwei Arten, wie Blumen und andere Pflanzen Regen oder Sonnenschein ankündigen können. Das eine ist eine offensichtliche Veränderung an der Pflanze selbst. Wenn sich die Blüte verändert, die Pflanze sich bewegt oder ihr Bild auf andere Art und Weise verändert, sieht man auf den ersten Blick, was für ein Wetter in den nächsten Stunden zu erwarten sein wird – vorausgesetzt man weiß worauf man achten muss,

Aber es gibt auch Pflanzen, die deutlich subtiler einen Wetterwechsel ankündigen. So gibt es beispielsweise eine ganze Reihe Pflanzen, die einen deutlich intensiveren Geruch entwickeln, wenn die Luft feuchter und wärmer wird. Liegt ein Gewitter in der Luft und Sie haben eine solche Pflanze im Garten, wird der Garten von dem Duft dieser Pflanze erfüllt sein. Allein an diesem Geruch können Sie dann schon ablesen, was am heutigen Tag mit hoher Wahrscheinlichkeit noch passieren wird.

Letztlich muss man aber ein Auge für die kleinen Wunder der Natur haben. Denn nur wer weiß, auf welche Pflanzen man achten muss und welche Gerüche wirklich interessant sind, wird wirklich eine zuverlässige Prognose für die nächsten Stunden aus den Veränderungen im heimischen Garten ableiten können.

Was sind das für Pflanzen, die das Wetter „vorhersagen“?

Diese sehr allgemeine Frage lässt sich nicht einfach beantworten. Es gibt Blumen, Stauden, Bäume, Gemüsepflanzen und allerlei andere Pflanzenarten, die durch mehr oder weniger auffällige Charakteristiken auf einen bevorstehenden Wetterwechsel oder eben auf Regen oder Sonne hinweisen. Hier einmal eine kleine Liste von Pflanzen, auf die dies zutrifft:

  • die Silberdistel
  • Ringelblumen
  • die Vogelmiere
  • Königskerzen
  • Sauerklee
  • Sonnenblumen
  • die wilde Möhre
  • Kapmargeriten
  • die Gazanie
  • der Storchschnabel
  • Tannenzapfen
  • Waldmeister
  • Birken
  • Lindenblüten

Diese Liste ist sicherlich nicht abschließend. Aber anhand der hier genannten Pflanzen wollen wir einmal aufzeigen, wie man im eigenen Garten einen Überblick über das bevorstehende Wetter gewinnen kann.

Und so funktioniert die Wettervorhersage im Garten

Generell ist ein Wetterumschwung immer mit einer Veränderung der Luftfeuchtigkeit, der Temperaturen und der Luftzusammensetzung verbunden. Was Menschen nicht sofort bemerken oder zuweilen einfach nur als einen schwülen Tag abtun, ist für Pflanzen und für viele Tiere ein untrügliches Zeichen für einen bevorstehenden Wetterwechsel. Manche Pflanzen reagieren tatsächlich auch erst dann, wenn die ersten Tropfen fallen. In aller Regel nehmen die Pflanzen ihre „Informationen“ bezüglich des bevorstehenden Wetters aber aus der Luftfeuchtigkeit – und liegen damit zumeist komplett richtig. Es lohnt sich also, sich vielleicht mindestens eine der oben genannten Pflanzen im heimischen Garten anzupflanzen. Worauf man bei den einzelnen Pflanzen tatsächlich achten muss, haben wir in der Folge einmal zusammengefasst.

Pflanzen und ihre Anzeichen

Die Silberdistel

Charakteristisch für die Silberdistel ist ihre weiß-gräuliche Blüte, die schon fast silbern schimmert. Und genau diese Blüte ist es auch, die anzeigt was man am Tag vom Wetter noch erwarten darf. Ist die Blüte weit geöffnet, kann man für die nächsten Stunden mit strahlendem Sonnenschein rechnen. Nur, wenn die Blüte sich schließt, liegt Regen in der Luft. Sollte die Blüte sich schließen, obwohl die Sonne scheint, kann sogar ein Gewitter im Anmarsch sein.

Die wilde Silberdistel gehört übrigens zu den streng geschützten Pflanzenarten – im Fachhandel kann man allerdings Zuchtvarianten für den heimischen Garten kaufen.

Ringelblumen

Als Heilpflanzen sind Ringelblumen allgemeinhin bekannt, doch die gelb bis orangefarbenen Blumen können mehr, als nur gute Salben oder Tees abgeben. Auch Ringelblumen eignen sich wunderbar als Wetterpropheten im eigenen Garten. Denn, ebenso wie die Silberdistel, schließt die Ringelblume ihre Blüte, wenn Regen droht.

Die Vogelmiere

Von vielen Hobbygärtnern als Unkraut abgetan und regelmäßig aus dem Garten entfernt, kann die Vogelmiere einfach und schnell anzeigen, wie das Wetter wird – wenn man eben mehr in dieser Pflanze sieht, als ein schnell wucherndes Unkraut. Auch hier werden die Blüten geschlossen, wenn Regen droht.

» Übrigens: Die Vogelmiere eignet sich auch wunderbar zur Bepflanzung als Bodendecker. So werden Bodenbereiche nicht nur vor Erosion geschützt, sondern auch vor dem Austrocknen. Und man hat seinen eigenen kleinen Wetterfrosch im Garten immer in Sichtweite.

Königskerzen

Königskerzen werden gern auch als Wetterkerzen bezeichnet, einfach weil diese Pflanze noch einmal einiges mehr kann, wenn es um das Thema Wettervorhersage geht, als die meisten anderen Pflanzen. Zum einen ist schon die Art und Weise, wie sich die Königskerze verändert, wenn das Wetter wechselt sehr interessant. Es bedarf allerdings eines guten Auges und eines gewissen Fachwissens, um die Veränderungen an der Pflanze richtig zu deuten. So sollte man beispielsweise die Himmelsrichtungen im heimischen Garten bestimmen können. Denn wenn sich die Königskerze in Richtung Westen neigt, wird es regen. Geht die Neigung gehen Osten, scheint die Sonne.

Aber die Königskerze kann auch noch eine ganz andere Vorhersage abgeben. So sind sich Experten einig, dass Königskerzen anhand ihres Wachstums ein klares Zeichen dafür abgeben, ob und wenn ja wann im Winter Schnee fallen wird. Bildet die Königskerze eine Blattrosette, deren untere Blätter sehr eng beieinander liegen, bedeutet das, dass in diesem Winter früh mit Schneefall zu rechnen ist. Wenn die Blätter im oberen Teil der Blume eng beieinander sitzen, ist mit Schneefall erst spät im Winter, in der Regel erst im Folgejahr zu rechnen.

Sauerklee

Wenn der Sauerklee den Kopf hängen lässt, droht Regen. Der Sauerklee ist eine Pflanze, die sogar ihren eigenen Regenschirm aufspannt – allerdings erst unmittelbar bevor es anfängt zu regnen oder wenn die ersten Tropfen schon fallen. So stellt der Sauerklee seine Blattstiele aufrecht und faltet die Blätter zusammen, um die Blüte vor zu viel Wasser zu schützen.

Sonnenblumen

Sonnenblumen tragen ihren Namen nicht nur, weil sie mit ihren großen gelben Blüten Ähnlichkeiten mit der Sonne aufweisen. Die Blüten klappen sich nur komplett auf, wenn die Sonne scheint und das in den nächsten Stunden auch so bleiben wird. Will die Blüte der Sonnenblume sich trotz Sonnenschein nicht so recht öffnen, liegt das in aller Regel daran, dass in den nächsten Stunden Schauer zu erwarten sind.

Die wilde Möhre

Die wilde Möhre gilt als einer der Vorfahren der heutigen Gemüsemöhre, wie wir sie kennen und zuweilen auch gern im heimischen Garten anpflanzen. Bei der wilden Möhre muss man auf die Samendolden achten. Krümmen sich diese nach innen, droht Regen. Sind sie weit und gerade aufgerichtet, wird auch für die nächsten Stunden die Sonne scheinen.

Kapmargeriten

Kapmargeriten oder Kapkörbchen, wie diese Pflanze zuweilen auch genannt wird, schließen ebenfalls ihre Blüten, bevor der Regen kommt. Bei dieser Pflanze liegt allerdings in aller Regel nicht allzu viel Zeit zwischen dem Schließen der Blüten und dem tatsächlichen Beginn des Regens. Wenn es also soweit ist, dass die Blüten zugehen, sollte man schnell reagieren.

» Übrigens: Wer Kapmageriten im Garten einpflanzen möchte, sollte dies unbedingt erst nach den Eisheiligen machen – vorher ist die Gefahr zu groß, dass die Blumen in der noch einmal drohenden Kälte eingehen.

Die Gazanie

Mittagsgold wird die Gazanie auch genannt, die ihre Ursprünge in den Weiten der afrikanischen Steppe hat. Das hat den Hintergrund, dass diese Pflanze ihre Blüten nur öffnet, wenn die Sonne scheint. Bleiben die Blüten geschlossen ist mit Sonnenschein nicht zu rechnen, auch wenn es dann nicht unbedingt regnen muss. Auch bei bewölktem Himmel bleiben hier die Blüten geschlossen.

Storchschnabel

Der Storchschnabel, der teilweise recht übelriechend daherkommt, kann tatsächlich als eine Art Wetterstation herhalten. Um festzustellen, wie sich das Wetter in den nächsten Stunden entwickeln wird, muss man den Samen durch ein Loch in einem Stück Pappe schieben, sodass der Samenfortsatz etwas am anderen Ende des Loches herausschaut. Beginnt der Samenfortsatz sich im Uhrzeigersinn zu drehen ist das ein Zeichen für eine vergleichsweise hohe Luftfeuchtigkeit und für anbahnenden Regen.

Tannenzapfen

Eine Pflanze, die das ganze Jahr über als Wetterfrosch herhalten kann, ist die Tanne. Denn ein Tannenzapfen gibt eine Menge Auskünfte über die anstehende Wetterentwicklung. Sind die Schuppen des Tannenzapfens geöffnet, ist mit gutem Wetter zu rechnen. Ist der Zapfen fest geschlossen, wird das Wetter eher unfreundlich.

Waldmeister, Birken und Lindenblüten

Diese drei Pflanzen haben eines gemeinsam – wenn es wärmer und feuchter in der Luft wird, entwickeln sie einen deutlich stärkeren Geruch. Anhand des Geruchs einer Birke, einer Linde oder der Waldmeisterpflanze kann man also erkennen, ob Regen in der Luft liegt oder, wenn der Geruch ganz besonders intensiv wird, vielleicht sogar ein Gewitter bevorsteht.

Auch wenn der Wetterbericht aus Fernsehen, Rundfunk, Printmedien und dem Internet nicht immer der zuverlässigste ist – die Wettervorhersage aus dem heimischen Garten ist sehr zuverlässig. Wenn man sie richtig zu deuten weiß. Auf jeden Fall lohnt es sich, die eine oder andere der oben genannten Pflanzen im eigenen Garten zu integrieren. Und das nicht nur, weil sie anzeigen können, wie sich das Wetter entwickelt, sondern einfach weil die meisten der aufgeführten Pflanzen zusätzlich auch noch eine echte Augenweide sind.


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