Start Gartenpflege Blaukorn: Zusammensetzung und Dosierung des Nährstoffdüngers genau erklärt

Blaukorn: Zusammensetzung und Dosierung des Nährstoffdüngers genau erklärt

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Blaukorn ist ein Kunstdünger, der bei Hobbygärtnern sehr umstritten ist. Wenn Sie ihn im Garten nutzen möchten, achten Sie auf die Zusammensetzung.

Blaukorn Zusammensetzung

Fast jeder Gärtner ist sicher schon einmal mit Blaukorn in Berührung gekommen. Während die einen auf den Mehrnährstoffdünger gar nicht mehr verzichten wollen, streiten sich die anderen über dessen Wirksamkeit, vor allem dann, wenn es sich um besonders pflegebedürftige Exoten handelt. Fakt ist, dass die meisten Pflanzen und Gewächse gedüngt werden müssen, damit sie prächtig gedeihen oder reiche Ernte tragen. Nur wenn der Boden reich an Nährstoffen ist, können Sie auf zusätzliches Düngen verzichten. Andernfalls muss der Hobbygärtner nachhelfen, ob es nun der Blaukorndünger sein muss, der übrigens im gewerblichen Gartenbau häufig zum Einsatz kommt, entscheiden Sie selbst.

Blaukorndünger – Was ist das überhaupt?

Blaukorn ist ein chemisch hergestellter Volldünger (Lesetipp: Geschichte der Düngemittel), der im Handel als Granulat oder in flüssiger Form erhältlich ist. Am häufigsten wird das Granulat verwendet, die kleinen Kügelchen sind blau gefärbt, daher auch der Produktname.

Blaukorn Anwendung im Garten

Da es sich bei Blaukorndünger (kurz Blaukorn) um einen Universaldünger handelt, kann er für alle Garten- und Kübelpflanzen verwendet werden. Theoretisch kann Blaukorn auch bei der Rasenpflege zum Einsatz kommen, allerdings ist hier äußerste Sorgfalt geboten. Wird zu viel Dünger ausgestreut, „verbrennt“ der Rasen! Werden Pflanzen mit Blaukorn gedüngt, achten Sie darauf, dass sich keine Düngerhäufchen bilden. Bei einer Überdosierung kann die Pflanze bis in die Wurzeln geschädigt werden. Blaukorn sollte eher sparsam angewendet werden, weniger bedeutet hier mehr (Herstellerangaben genau lesen).

Flüssiger Blaukorndünger wird immer mit Wasser „verdünnt“. Das Mischungsverhältnis finden Sie auf der Flasche. Ob mit Granulat oder in flüssiger Form, gedüngt wird zwischen März und Oktober. Der ideale Zeitpunkt ist allerdings das Frühjahr (März bis Mai), da die Temperaturen dann noch nicht so hoch sind und es auch häufiger regnet.

Blaukorn Zusammensetzung

Blaukorn gehört zu den Mehrnährstoffdüngern, weil er aus mehreren Hauptnährelementen besteht. Die genaue Zusammensetzung varriert von Hersteller zu Hersteller. In Fachkreisen wird Blaukorn aufgrund der Inhaltsstoffe auch als NPK-Dünger (N für Stickstoff, P für Phosphor, K für Kalium) bezeichnet. Weiterhin befinden sich im Blaukorn, je nach Hersteller, noch pflanzenwachstumsfördernde Spurenelemente.

Volldünger 12/12/17 + 2 – was bedeutet das?

Blaukorndünger ZusammensetzungDie oben genannte Kombination ist quasi die Standardzusammensetzung von Blaukorn. Das bedeutet wie folgt:

  • Stickstoff 12% (Nitratstickstoff und Ammoniumstickstoff)
  • Phosphat 12 % (wasserlöslich)
  • Kalium 17 %
  • Magnesium 2 %

Im Handel gibt es mittlerweile viele verschiedene Zusammensetzungen, so sind zum Beispiel auch Kombinationen wie 14+7+17+2 oder 21+5+10(+3+6) möglich. Bei letzterem ist neben Magnesium auch Schwefel enthalten. No Name Blaukorndünger ist übrigens schon für rund einen Euro pro Kilogramm erhältlich, bei Markenprodukten müssen Sie tiefer in die Tasche greifen.

Blaukorn: giftig oder nicht?

Fakt ist, Blaukorn ist ein Kunstdünger und damit nicht vergleichbar mit Kompost. Wenn Sie Ihren Garten ausschließlich ökologisch nutzen möchten, hat Blaukorn dort nichts zu suchen. Ebenso sollten Sie nicht mit Blaukorn düngen, wenn Kinder im Garten spielen oder Haustiere dort ihren Freilauf haben.

Bei Gemüse sorgt Blaukorn, durch seine Zusammensetzung, für einen hohen Ertrag. Wer also reiche Ernte einfahren will, greift gern zu diesem Volldünger. Für den Wachstum der Pflanzen ist Blaukorn also förderlich, dem Boden nutzt er relativ wenig. Wenn Sie zu viel und zu oft mit Blaukorn düngen, kann es sogar passieren, dass der Boden durch das Kalium und Phosphat völlig übersättigt wird.

➤ Achtung: Blaukorn dürfen Sie nicht mit dem ähnlich aussehenden Schneckenkorn verwechseln. Zudem sollten Sie den Blaukorn-Dünger niemals in einem Bio-Garten ausbringen.

Wie wird Blaukorn ausgebracht?

Das Blaukorn-Granulat wird von Hand ausgebracht (ausgeworfen). Dabei sollten Sie unbedingt Handschuhe tragen.

  • Beim Düngen von Pflanzen sollten Sie darauf achten, dass der Boden möglichst trocken ist. Nach dem Düngen müssen Sie die entsprechenden Flächen dann allerdings gut bewässern. Gleiches gilt auch für Rasenflächen.
  • Möchten Sie Kübelpflanzen mit Blaukorn düngen, verwenden Sie am besten die Flüssigvariante oder lösen Sie das Granulat in Wasser auf.
  • Blaukorn darf nicht in die Hände von Kindern gelangen! Achten Sie darauf, dass Ihre Haustiere nicht aus den Untersetzern von gedüngten Pflanzen trinken!

Intensität der Dosierung

Die Intensität der Dosierung hängt natürlich vom einzelnen Bedarf der Pflanze ab (z.B. von den Wachstumsphasen im Frühjahr, der Fruchtbildung im Frühsommer, etc.). Es genügt in der Regel jedoch ein dünnes Ausstreuen der Kügelchen am Pflanzenboden.

➤ Tipp:

Wenn Sie im Frühjahr oder Herbst frische Pflanzen im Beet einsetzen möchten, dann können Sie den Boden vorab mindestens zwei, besser noch vier Wochen mit Blaukorn düngen. Anschließend können Sie die Pflanzen nach der Ruhephase in den sehr nährstoffreichen Boden einsetzen.
Statt Blaukorn empfehlen wir allerdings eher Hornspäne als Nährstofflieferant in das Pflanzloch einzuarbeiten.


Foto1: © schulzie - Fotolia.com, Foto2: © egilshay - Fotolia.com

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