Die Kokardenblume wächst besonders rasch und ist als Gartenblume aufgrund ihres lang anhaltenden Blütenflors ausgesprochen beliebt. Noch dazu ist sie recht pflegeleicht.

Herkunft

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Kokardenblume (Gaillardia) erstreckt sich von den USA bis nach Südamerika. Die auch als Papageienblumen bezeichnete Pflanzengattung zählt zur Familie der Korbblütengewächse. Durch Auslese und Züchtung ist eine ganze Reihe an verschiedenen Sorten entstanden.

Die Wuchshöhen dieser hübschen und haltbaren Schnittblume reichen von 30 bis 70 Zentimeter. Kokardenblumen kommen in Beeten und Rabatten sehr gut zur Geltung und eignen sich bestens als Hingucker in einem bunten Sommerstrauß. Auch im Kübel kann die Kokardenblume gepflanzt werden.

Die Pflanze ist durch langzettliche, ganzrandige Blätter gekennzeichnet und passt perfekt in einen Präriegarten. Die ein- oder zweifarbigen Zungenblüten erscheinen zwischen Juni und September. Eine häufige Kennzeichnung der körbchenförmigen Blütenstände ist eine mittige rote Scheibe. Bei den Einzelblüten herrschen die Farben Rot und Gelb vor.

Wann blüht die Kokardenblume?

Die Kokardenblume ist ein Sommerblüher. Es ist eine ganze Reihe an unterschiedlichen Sorten erhältlich, welche allesamt schnell wachsen und zwischen Juni und Oktober durchweg blühen. Ein sonniger Standort und ein lockerer und nährstoffreicher Boden sorgen für beständige Blütenfülle. Entfernen Sie verblühte Blütenstände regelmäßig, bringen die Pflanze umso schneller neue Blütenköpfe hervor.

Wichtig: Entfernen Sie die verblühten Blütenstände nicht rechtzeitig, kann es vorkommen, dass sich die Kokardenblume selbst aussät.

Die 4 beliebtesten Sorten

In ihrer abgestammten Heimat kommt die Kokardenblume in etwa 25 verschiedenen Arten vor. In unseren Gärten finden sich ausdauernde und robuste Hybriden, welche sich auch hervorragend miteinander kombinieren lassen. Die auch Malerblume genannte Pflanze beeindruckt durch einen umfangreichen Artenreichtum. Besonders beliebte Sorten sind z.B.:

» Kokardenblume Burgunder

Großblumige Kokardenblume Burgunder mit tiefroten Blüten im Staudenbeet.
Kokardenblume Burgunder blüht bis in den Herbst. | © Baumschule Horstmann
Kokardenblume ‚Burgunder‘ (Gaillardia x grandiflora ‚Burgunder‘)
Blütenfarbe:tiefrot
Blütezeit:Juli – September
Wuchshöhe:60 – 70 cm
Wuchsbreite:30 – 40 cm
Standort:Sonne
Boden:frisch, durchlässig, nährstoffreich
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Kokardenblume Burgunder bringt mit ihren tiefroten, fast samtig wirkenden Blüten intensive Farbe ins Staudenbeet. Ihre großen Blütenköpfe sitzen auf stabilen Stielen und machen sich nicht nur im Gartenbeet gut, sondern auch in der Vase. Die Pflanze wächst kompakt und buschig und erreicht etwa 60 bis 70 Zentimeter Höhe, perfekt für den Beetvordergrund oder als Farbtupfer zwischen zarten Gräsern. Zwischen Juli und September zeigt sie unermüdlich ihre Blüten, besonders wenn regelmäßig Verblühtes entfernt wird.

» Kokardenblume Kobold

Grossblumige Kokardenblume Kobold mit leuchtend gelb-roten Blüten.
Die niedrig wachsende Kokardenblume Kobold wirkt groß durch ihre Blüten. | © Baumschule Horstmann
Kokardenblume ‚Kobold‘ (Gaillardia x grandiflora ‚Kobold‘)
Blütenfarbe:rot mit gelbem Rand
Blütezeit:Juli – September
Wuchshöhe:10 – 30 cm
Wuchsbreite:20 – 30 cm
Standort:Sonne
Boden:frisch, durchlässig, nährstoffreich
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Die Kokardenblume Kobold zählt zu den beliebtesten Arten. Zwischen Juli und Oktober zeigen sich die rot-gelben Blütenköpfe. Mit einer Wuchshöhe von etwa 30 Zentimetern zählt die Pflanze zu den kleinsten Vertretern der Kokardenblumen. Die buschige Staude gibt sich mit wenig Platz zufrieden. Aufgrund der geringen Höhe ist diese Sorte eine beliebte Steingartenpflanze. Die Schnittblumen finden Verwendung in Biedermeiersträußen oder werden auch als Streublumen genutzt.

» Kokardenblume Amber-Wheels

Kokardenblume Amber Wheels mit goldgelben Blüten und rötlichem Körbchen.
Amber Wheels mit goldgelben Zungenblüten und rötlichem Blütenkörbchen. | © Baumschule Horstmann
Kokardenblume ‚Amber Wheels‘ (Gaillardia aristata ‚Amber Wheels‘)
Blütenfarbe:gelb
Blütezeit:Juni – September
Wuchshöhe:60 – 70 cm
Wuchsbreite:40 – 50 cm
Standort:Sonne
Boden:durchlässig, sandig-humos, nährstoffreich
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Amber Wheels sorgt mit ihren gefransten, strahlenförmigen Blüten und der gewölbten Mitte für einen lebendigen Farbklecks im Beet. Ihr frisches, tiefgrünes Laub und der buschig-aufrechte Wuchs machen sie zu einer attraktiven Begleiterin für sonnige Gartenplätze. Bis zu 70 Zentimeter hoch kann sie werden. Besonders schön wirkt sie in Kombination mit der Weißen Kugeldistel, dem Mädchenauge oder dem Sonnenhut.

» Kokardenblume Bremen

Kokardenblume Bremen mit orange-gelben Zungenblüten.
Die Sorte Bremen leuchtet in Orange-Gelb und zeigt ein dunkles Blütenkörbchen. | © Baumschule Horstmann
Kokardenblume ‚Bremen‘ (Gaillardia x grandiflora ‚Bremen‘)
Blütenfarbe:gelb rot
Blütezeit:Juli – September
Wuchshöhe:40 – 50 cm
Wuchsbreite:30 – 40 cm
Standort:Sonne
Boden:durchlässig, hoher Nährstoffbedarf
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Mit einer Wuchshöhe von etwa 70 Zentimetern zählt die Kokardenblume Bremen zu den größten Vertretern der Pflanzengattung. Die dunkelroten und besonders auffälligen Blüten erscheinen zwischen Juli und September.

Kokardenblume pflanzen

» Standort

Eine direkte Aussaat kann ab Ende April erfolgen. Die Anzuchterde sollte feucht sein. Für eine schnelle Keimung benötigen die Samen einen hellen Standort. Der Standort im Freiland sollte sonnig bis halbschattig und geschützt gewählt werden. Je dunkler die Pflanze steht, desto weniger Blüten werden sich zeigen. Da die Stängel bei Wind sehr schnell brechen, sollte die Kokardenblume zudem windgeschützt stehen. Als idealer Standort erweist sich ein Platz in der Nähe von Mauern oder Hauswänden. Dies bietet der Pflanze Schutz und erleichtert gleichzeitig das Überwintern, da der Boden an Mauern weniger frostanfällig ist.

» Boden

Bei der Pflanzung müssen Sie auch auf die Bodenqualität achten. Die Pflanzen vertragen keine schweren Lehmböden. Eine Bodenlockerung durch das Einbringen von Sand kann hier Abhilfe schaffen. Ein lockerer und nährstoffreicher Boden ist die Basis für gesunde Pflanzen und eine reiche Blüte. Der Boden sollte stets feucht sein, doch Staunässe verträgt die Pflanze nicht. Eine Drainage kann dazu beitragen, die Bodenqualität zu verbessern.

» Kokardenblumen aussäen

  1. Die Aussaat ist ab März im Haus möglich. Befüllen Sie dazu zunächst einmal Pflanztöpfe mit Anzuchterde.
  2. Dann die Samen in die Töpfe geben und nicht mit Erde bedecken. Bei 15 bis 18 Grad erfolgt die Keimung dann innerhalb von zwei Wochen.
  3. Vier bis sechs Wochen nach der Aussaat können Sie die Pflanzen in 6-cm-Töpfe pikieren. Temperaturen zwischen 12 und 15 Grad sind dann ausreichend.
  4. Nach den Eisheiligen können Sie die Blumen auspflanzen. Halten Sie dabei einen Pflanzabstand von 25 bis 35 Zentimeter ein.

» Kokardenblumen einpflanzen

Die beste Pflanzzeit für das Pflanzen von Kokardenblumen liegt Mitte Mai. Gehen Sie dabei am besten nach folgender Anleitung vor:

  1. Wählen Sie einen sonnigen Standort aus.
  2. Lockern Sie schwere Böden mit Sand oder Kompost auf.
  3. Das Pflanzloch circa 15 Zentimeter größer als den Staudenumfang ausheben.
  4. Zwischen den Pflanzen einen Abstand von etwa 40 Zentimetern einhalten.
  5. Nun die Pflanze vorsichtig in das Pflanzloch setzen. Dabei die Wurzeln schonen.
  6. Abschließend das Beet noch mulchen, um für eine gleichmäßige Feuchtigkeit zu sorgen.
  7. Nach erfolgter Pflanzung müssen Sie die Pflanze kräftig angießen. Gießen Sie jedoch mit Bedacht, denn Staunässe darf nicht entstehen.

Tipp: Bei besonders festen Böden können die Kokardenblumen einen kleinen Hügel als Pflanzstelle erhalten. Dies sorgt dafür, dass Wasser ungehindert abfließen kann und Staunässe vermieden wird. Hochwüchsige Kokardenblumenarten sollten zudem ein Gerüst als Stütze erhalten, damit die Stängel bei Regen und Wind nicht abknicken.

» Pflanzpartner

Im Beet harmonieren Kokardenblumen übrigens sehr gut mit Begleitpflanzen wie Gartennelken oder Buntnesseln. Sonnenblumen sollten Sie hingegen in einem ausreichenden Abstand zur Kokardenblume pflanzen. Die Pflanzen würden ansonsten der Kokardenblume wichtige Nährstoffe entziehen. Achten Sie auf all diese Gegebenheiten, werden sich die Pflanzen gut entwickeln und Sie bereits im Pflanzjahr mit einer üppigen Blüte beeindrucken.

Kokardenblumen pflegen

» Gießen

Kokardenblume gießen
&copy, Alexander Raths / stock.adobe.com


Das Gießen sollten Sie nicht vergessen, es sollte aber mit Bedacht geschehen, denn Staunässe müssen Sie unbedingt vermeiden. Daher müssen Sie für eine Drainage sorgen oder einen erhöhten Standort wählen. Gießen Sie die Kokardenblumen niemals bei voller Sonneneinstrahlung. Die besten Gießzeiten sind morgens und abends. Bei anhaltender Trockenheit können auch mehrmals täglich Wassergaben erforderlich sein.

» Düngen

Damit die Kokardenblume mit reicher Blüte überzeugt, werden reichlich Nährstoffe benötigt. Verabreichen Sie im Frühling einen Langzeitdünger, ist die Pflanze die nachfolgenden Monate mit ausreichend Nährstoffen versorgt. Handelsüblichen Flüssigdünger sollten Sie etwa alle zwei bis drei Wochen dem Gießwasser beigeben. Verabreichen Sie am besten einen mineralisch-organischen Dünger mit Guano. Die empfohlene Menge liegt dabei bei 20 bis 30 g/ m².

Tipp: Die Pflanze verträgt Trockenheit besser als Staunässe. Es gilt also, einen guten Mittelweg zu finden. Damit der Boden nicht austrocknet, bietet es sich an, eine Mulchschicht aufzutragen. Ein gut durchlässiger Boden verhindert ebenfalls, dass sich Wasser staut.

» Schnitt

Um die blühfreudige Staude nicht in ihrem Eifer zu bremsen, ist ein regelmäßiger Rückschnitt durchaus zu empfehlen, denn dieser fördert die Blüte. Durch den Rückschnitt wird die Bestockung angeregt und die Pflanzen wachsen besonders buschig. Nach der Blüte sollten Sie die Kokardenblumen auf etwa eine Handbreite über dem Boden zurückschneiden. Danach kann die Pflanze zahlreiche neue Triebe ausbilden und sich damit für den nahen Winter starkmachen.

» Vermehren

Kokardenblumen
Kokardenblumen vermehren ist einfach. | © Torsten Dietrich – Fotolia.com

Die Vermehrung der Kokardenblume ist ohne Probleme möglich. Größere Pflanzen lassen sich einfach mit einem Spaten teilen. Dies geschieht am besten im Frühjahr, damit den neuen Pflanzen über den Sommer ausreichend Zeit bleibt, gut anzuwachsen und sich zu entwickeln. Das Teilen der Pflanzen sollten Sie nicht versäumen, denn Kokardenblumen wuchern sehr stark und zeigen sich dann eher blühfaul.

Auch durch Samen lassen sich die Pflanzen vermehren. Bei einjährigen Sorten bietet es sich an, die Samen aufzubewahren und neue Pflänzchen heranzuziehen. Dabei gilt zu beachten:

  • Pflanzen ab März im Haus vorziehen
  • Anzuchterde sollte feucht, aber nicht nass sein
  • Keimdauer bei Zimmertemperatur: 10 bis 14 Tage
  • ab Mitte Mai können die Pflanzen ins Freie

» Überwintern

Kokadenblumen überwintern ist anspruchsvoll – denn mehrjährige Arten sind nicht wirklich robust. Viele Pflanzen faulen unter der Schutzschicht sehr leicht. Ein Winterschutz aus Reisig oder Laub ist allerdings notwendig. Um einem möglichen Faulen vorzubeugen, können Sie auch Gartenvlies als Winterschutz verwenden. Die Abdeckung nicht zu fest anbringen, damit es möglich ist, dass sich darunter noch wärmende Luftposter bilden können.

Gut für den Winter gerüstet sind Kokardenblumen auch, wenn Sie sie nach der Blütezeit komplett zurückschneiden und den neu ausgebildeten Blattschopf erst im Frühling zurückschneiden.

» Krankheiten und Schädlinge

Auch wenn sich der Pflegeaufwand bei der Kokardenblume eher in Grenzen hält, bleibt die Pflanze von Schädlingen und Krankheiten nicht verschont. Begünstigt werden Krankheiten durch einen zu nassen Standort. Dann kann es zur Schimmelbildung kommen und die Pflanzen beginnen zu faulen. Ein zu schattiger Stand wird bewirken, dass die Pflanze allgemein in ihrer Wachstumsleistung zurückbleibt und nur wenige Blüten ausbildet. Hier die wichtigsten Schädlinge und Krankheiten im Überblick:

Blattläuse

Blattläuse befallen häufig Pflanzen aller Art. Die Schädlinge sind bei näherem Betrachten der Pflanze gut auszumachen.

Was ist zu tun?

  1. Besprühen Sie die Pflanzen mit einer Lauge aus Schmierseife.
  2. Gießen Sie sie mit Brennnesseljauche (Anleitung Brennnesseljauche selber machen).

Schaumzikaden

Schaumzikaden sind etwa acht Zentimeter große Insekten, die sich bevorzugt auf Kokardenblumen niederlassen. Ein Befall ist an einem Belag zu erkennen, welcher sich auf Stängeln und Stielen der Pflanze abzeichnet. Diese Absonderung wird als Kuckucksspeichel bezeichnet.

Was ist zu tun?

  1. Sprühen Sie betroffene Pflanzen mit einem hartem Wasserstrahl ab.
  2. Kontrollieren Sie die Pflanze regelmäßig auf verbliebene Larven.

Mehltau

Steht die Pflanze zu feucht oder zu dunkel, ist die Kokardenblume gefährdet von Mehltau befallen zu werden. Dabei wird zwischen echtem und falschem Mehltau unterschieden. Der echte Mehltau hinterlässt einen weißlichen, an Mehl erinnernden Belag auf Blüten und Stängeln. Beim falschen Mehltau zeichnen sich zusätzlich braune oder gelbe Stellen ab.

Was ist zu tun?

  1. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile. Diese gehören nicht auf den Kompost!
  2. Falschen Mehltau sollten Sie mit Knoblauchsud behandeln (Anleitung Knoblauchsud selber machen).
  3. Echten Mehltau hingegen mit kieselsäurehaltigen Mitteln behandeln.
  4. Kontrollieren Sie die Pflanzen regelmäßig auf einen Neubefall.
  5. Eventuell ist eine Nachbehandlung erforderlich.

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

Antwort hinterlassen