Viele alte Birnensorten lassen sich problemlos im Garten anbauen. Zudem sind sie geschmackvoller als viele moderne Züchtungen.

In der heutigen Zeit achten viele Landwirte auf eine möglichst ertragreiche Ernte, die sich leicht lagern lässt. Dazu kommt die Weiterentwicklung der Sorten aufgrund der Pflanzenkrankheiten, die man bei den neueren Sorten möglichst vermeiden möchte. Leider geht im Zuge dieser Entwicklung oftmals der Geschmack der Früchte verloren. Alte Birnensorten lassen sich nicht nur leicht im eigenen Garten anbauen, sie besitzen häufig auch einen besseren Geschmack.

Alte Birnensorten

Der Abwechslungsreichtum der althergebrachten Früchte überzeugt. Wer sie selbst zu Hause anbauen möchte, sollte allerdings auf Dinge wie Klima, Standort und Boden achten. Alte Birnensorten sind diesbezüglich, je nach Sorte, ein wenig anspruchsvoll. Typische Krankheiten sind etwa der Birnengitterrost und der Feuerbrand. Außerdem neigen manche Birnenbäume dazu, Schorf zu entwickeln. Trotzdem gibt es einige Sorten, deren Anbau sich im Garten lohnt. Daher hier Alte Birnensorten mit Bildern und wichtigen Tipps für den Garten.

Alte Sommerbirnen

Sommerbirnen gehören zu den ersten Birnen des Jahres. Viele Sorten werden bereits im Juli oder August pflückreif. Dafür ist ihre Lagerfähigkeit meist begrenzt. Wer mehrere Birnbäume pflanzt, kann mit Sommer-, Herbst- und Winterbirnen die Ernte über mehrere Monate verteilen.

Petersbirne

Petersbirne mit kleinen Birnen am Zweig.
Frühe Sommerbirne mit kleinen Früchten. | © Baumschule Horstmann

Die Petersbirne ist eine alte deutsche Birnensorte, die um 1800 bereits eindeutig beschrieben wurde und früher vorwiegend in Sachsen und Thüringen verbreitet war. Ihre kleinen Früchte werden schon im Hochsommer reif und schmecken süß, saftig und aromatisch. Damit gehört sie zu den Birnen, bei denen zwischen Pflücken und Essen kaum Zeit vergeht. Für eine längere Lagerung eignet sie sich dagegen nicht.

Petersbirne (Pyrus communis ‘Petersbirne’)
Wuchs:stark, als Busch breitkronig
Wuchshöhe:etwa 250 bis 450 cm
Wuchsbreite:etwa 250 bis 350 cm
Erntezeit:Ende Juli bis Anfang August
Geschmack:süß, saftig, aromatisch
Lagerfähigkeit:etwa 2 Wochen
Verwendung:Frischverzehr, Obstsalat, Kuchen
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Stuttgarter Geißhirtle

Stuttgarter Geißhirtle mit kleinen reifen Birnen.
Kleine Birne mit würzig-süßem Aroma. | © Baumschule Horstmann

Das Stuttgarter Geißhirtle gehört zu den traditionsreichen Birnensorten Süddeutschlands. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Sorte ausführlich beschrieben, damals war sie offenbar schon mehrere Jahrzehnte bekannt. Die kleinen Früchte besitzen ein ausgesprochen süßes, würziges Aroma, das teilweise sogar als leicht zimtartig beschrieben wird. Sie schmecken frisch, wurden früher aber ebenso gern gedörrt.

Stuttgarter Geißhirtle (Pyrus communis ‘Stuttgarter Geißhirtle’)
Wuchs:mittelstark
Wuchshöhe:etwa 200 bis 450 cm
Wuchsbreite:etwa 200 bis 300 cm
Erntezeit:Mitte August bis Anfang September
Geschmack:sehr süß, würzig, aromatisch
Lagerfähigkeit:nur kurz
Verwendung:Frischverzehr, Dörren, Einkochen
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Sommerblutbirne

Sommerblutbirne mit rot gefärbtem Fruchtfleisch.
Auffällige Birne durch rötliches Fruchtfleisch. | © Baumschule Horstmann

Bei der Sommerblutbirne steckt die Besonderheit bereits im Namen. Das Fruchtfleisch ist nicht einfach weiß, sondern je nach Frucht mehr oder weniger kräftig rot bis violett marmoriert. Die vermutlich aus Frankreich stammende Sorte war bereits im 17. Jahrhundert bekannt. Geschmacklich ist sie süß und leicht würzig. Ihre ungewöhnliche Färbung macht sie auch aufgeschnitten auf dem Teller zu einer echten Besonderheit.

Tafelbirne Vampira Sommerblutbirne’ (Pyrus communis ‘Sommerblutbirne’)
Wuchs:bei der angebotenen Form schlank bis säulenförmig
Wuchshöhe:etwa 200 bis 250 cm
Wuchsbreite:etwa 150 bis 180 cm
Erntezeit:Ende August bis September
Geschmack:süß, leicht würzig
Lagerfähigkeit:nur kurz
Verwendung:Frischverzehr, Einkochen
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Williams Christ

Williams-Christ-Birnen mit gelber Schale.
Saftige Sommerbirne mit kräftigem Aroma. | © Baumschule Horstmann

Williams Christ zählt zu den bekanntesten alten Birnensorten überhaupt. Sie wurde bereits vor 1770 in England angebaut und verbreitete sich später weit über Europa hinaus. In den USA ist sie als „Bartlett“ bekannt. Typisch sind die sehr saftigen Früchte mit ihrem kräftigen, unverwechselbaren Birnenaroma. Williams Christ schmeckt frisch, eignet sich aber ebenso für Kompott, Konserven und den bekannten Williamsbirnenbrand.

Williams Christ (Pyrus communis ‘Williams Christ’)
Wuchs:mittelstark, gut verzweigt
Wuchshöhe:etwa 300 bis 500 cm
Wuchsbreite:etwa 200 bis 400 cm
Erntezeit:Ende August bis Anfang September
Geschmack:süß, sehr saftig, intensiv aromatisch
Lagerfähigkeit:etwa 2 Wochen
Verwendung:Frischverzehr, Kompott, Obstbrand
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Gute Graue

Birne Gute Graue mit braun berosteter Schale.
Alte Birnensorte mit markanter Berostung. | © Baumschule Horstmann

Die Gute Graue ist bereits seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Ihre genaue Herkunft lässt sich heute nicht mehr sicher bestimmen. Äußerlich gehört sie mit ihrer stark berosteten, graubraunen Schale nicht zu den auffälligsten Birnen. Dafür überzeugt das Fruchtfleisch mit einem würzigen, angenehm süßsäuerlichen Aroma. Die Sorte entwickelt kräftige Bäume und passt deshalb besonders gut in größere Gärten und auf Streuobstwiesen.

Gute Graue (Pyrus communis ‘Gute Graue’)
Wuchs:stark und aufrecht
Wuchshöhe:etwa 350 bis 550 cm
Wuchsbreite:etwa 250 bis 350 cm
Erntezeit:Ende August bis Anfang September
Geschmack:süßsäuerlich, würzig, aromatisch
Lagerfähigkeit:nur wenige Tage bis etwa 2 Wochen
Verwendung:Frischverzehr, Einkochen, Kompott, Dörren
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Clapps Liebling

Clapps Liebling mit großen gelbgrünen Birnen.
Großfrüchtige Birne für den frühen Genuss. | © Baumschule Horstmann

Clapps Liebling entstand um 1860 in Massachusetts in den USA. Die Sorte gehört damit zu den jüngeren Vertretern unter den historischen Birnen. Ihre großen Früchte sind sehr saftig und besitzen ein süßes, fein würziges Aroma. Sie sollten rechtzeitig gepflückt werden, denn vollreife Früchte werden schnell weich. Für die Vorratskammer ist Clapps Liebling deshalb weniger geeignet, frisch vom Baum schmeckt sie dagegen besonders gut.

Clapps Liebling (Pyrus communis ‘Clapps Liebling’)
Wuchs:kräftig, später teilweise überhängend
Wuchshöhe:etwa 250 bis 450 cm
Wuchsbreite:etwa 200 bis 350 cm
Erntezeit:Mitte August bis Anfang September
Geschmack:süß bis süßsäuerlich, würzig, sehr saftig
Lagerfähigkeit:nur kurz
Verwendung:Frischverzehr, Kompott, Einkochen
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Alte Herbstbirnen

Herbstbirnen werden überwiegend im September und Oktober geerntet. Viele Sorten halten nach der Ernte länger als Sommerbirnen und entwickeln ihr volles Aroma erst nach einigen Tagen Lagerung.

Gellerts Butterbirne

Gellerts Butterbirne mit stark berosteten Früchten.
Kräftig berostete Herbstbirne. | © Baumschule Horstmann

Gellerts Butterbirne entstand um 1820 in Frankreich und ist dort als „Beurré Hardy“ bekannt. Ihren deutschen Namen erhielt sie später nach dem Dichter Christian Fürchtegott Gellert. Die Sorte trägt häufig stark berostete Früchte mit besonders saftigem, schmelzendem Fruchtfleisch. Der Baum wächst kräftig und benötigt entsprechend Platz. Für sehr kleine Gärten ist er deshalb weniger geeignet.

Gellerts Butterbirne (Pyrus communis ‘Gellerts Butterbirne’)
Wuchs:sehr stark
Wuchshöhe:etwa 300 bis 500 cm
Wuchsbreite:etwa 250 bis 350 cm
Erntezeit:September
Geschmack:süß, saftig, würzig und aromatisch
Lagerfähigkeit:einige Wochen, etwa bis Oktober
Verwendung:Frischverzehr, Einkochen, Saft, Dörren
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Köstliche von Charneux

Köstliche von Charneux mit gelbgrünen Birnen.
Süße Herbstbirne aus Belgien. | © Baumschule Horstmann

Um 1800 wurde die Köstliche von Charneux im belgischen Charneux als Zufallssämling entdeckt. Ihr Name verrät bereits, warum sie sich über zwei Jahrhunderte gehalten hat. Das feine Fruchtfleisch ist saftig, schmelzend und ausgesprochen süß. Auch für kühlere Regionen gilt die Sorte als interessant, wenn der Standort ausreichend sonnig ist.

Köstliche von Charneux (Pyrus communis ‘Köstliche von Charneux’)
Wuchs:stark
Wuchshöhe:etwa 250 bis 450 cm
Wuchsbreite:etwa 250 bis 350 cm
Erntezeit:Ende September bis Mitte Oktober
Geschmack:sehr süß, saftig, fein würzig
Lagerfähigkeit:etwa bis Anfang November
Verwendung:Frischverzehr, Einkochen, Dörren, Saft
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Gute Luise

Gute Luise mit gelbgrünen Birnen und roter Sonnenseite.
Feinwürzige Birne mit leichter Säure. | © Baumschule Horstmann

Die Gute Luise stammt aus Avranches in der Normandie. Um 1780 soll der aus Samen gezogene Baum erstmals Früchte getragen haben. Später verbreitete sich die Sorte auch in Deutschland und entwickelte sich zu einer beliebten Tafelbirne. Ihre Früchte verbinden Süße mit einer angenehmen Säure und feiner Würze. Damit schmeckt die Gute Luise weniger einseitig süß als manche andere alte Birnensorte.

Gute Luise (Pyrus communis ‘Gute Luise’)
Wuchs:mittelstark bis stark
Wuchshöhe:etwa 250 bis 450 cm
Wuchsbreite:etwa 250 bis 350 cm
Erntezeit:Mitte bis Ende September
Geschmack:süß, leicht säuerlich, fein würzig
Lagerfähigkeit:mehrere Wochen, bei kühler Lagerung länger
Verwendung:Frischverzehr, Kuchen, Obstsalat, Einkochen
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Conference

Conference-Birnen mit länglicher Form und berosteter Schale.
Längliche Birne mit guter Lagerfähigkeit. | © Baumschule Horstmann

Conference gehört zwar nicht zu den jahrhundertealten Birnen, blickt aber ebenfalls auf eine lange Geschichte zurück. Die Sorte wurde 1884 in England selektiert und erhielt ihren Namen im Umfeld einer britischen Birnenkonferenz. Sie trägt längliche, häufig stark berostete Früchte mit saftigem, süßsäuerlichem Fleisch. Für Selbstversorger interessant ist vorrangig ihre vergleichsweise gute Lagerfähigkeit.

Conference (Pyrus communis ‘Conference’)
Wuchs:mittelstark
Wuchshöhe:etwa 200 bis 400 cm
Wuchsbreite:etwa 250 bis 350 cm
Erntezeit:Mitte bis Ende September
Geschmack:süßsäuerlich, saftig, leicht würzig
Lagerfähigkeit:im Hauslager etwa bis November, gekühlt länger
Verwendung:Frischverzehr, Kuchen, Einkochen
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Bosc’s Flaschenbirne

Bosc's Flaschenbirne mit langgezogenen braunen Birnen.
Unverkennbar durch ihre Flaschenform. | © Baumschule Horstmann

Bosc’s Flaschenbirne fällt sofort durch ihre langgestreckte Form und die braun berostete Schale auf. Die genaue Entstehungsgeschichte ist nicht eindeutig geklärt, sicher verbreitet wurde die Sorte jedoch bereits im frühen 19. Jahrhundert. Unter dem Namen „Kaiser Alexander“ ist sie ebenfalls bekannt. Hinter der rustikalen Schale steckt ein süßes, saftiges und fein würziges Fruchtfleisch.

Bosc’s Flaschenbirne (Pyrus communis ‘Bosc’s Flaschenbirne’)
Wuchs:mittelstark
Wuchshöhe:etwa 200 bis 400 cm
Wuchsbreite:etwa 200 bis 300 cm
Erntezeit:Mitte September bis Mitte Oktober
Geschmack:sehr süß, saftig, fein würzig
Lagerfähigkeit:mehrere Wochen bis Monate bei kühler Lagerung
Verwendung:vorwiegend Frischverzehr
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Kirchensaller Mostbirne

Kirchensaller Mostbirne mit kleinen gelbgrünen Birnen.
Kleine Mostbirne für Saft und Verarbeitung. | © Baumschule Horstmann

Die Kirchensaller Mostbirne unterscheidet sich deutlich von den klassischen Tafelbirnen dieser Liste. Sie entstand als Zufallssämling im Raum Kirchensall in Baden-Württemberg und wurde 1910 erstmals unter ihrem heutigen Namen erwähnt. Die kleinen Früchte sind herbsüß und gerbstoffreich, wodurch sie sich besonders für Most eignen. Eine weitere Besonderheit steckt unter der Erde. Sämlinge der Kirchensaller Mostbirne werden bis heute als kräftige Unterlagen für Birnbäume verwendet.

Kirchensaller Mostbirne (Pyrus communis ‘Kirchensaller Mostbirne’)
Wuchs:sehr stark, große Krone
Wuchshöhe:etwa 800 bis 1100 cm
Wuchsbreite:etwa 800 bis 1000 cm
Erntezeit:Ende September bis Oktober
Geschmack:herbsüß, gerbstoffreich
Lagerfähigkeit:keine typische Lagersorte
Verwendung:Most, Saft, Verarbeitung
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Aufgrund ihres starken Wachstums gehört die Kirchensaller Mostbirne eher auf eine Streuobstwiese oder in einen sehr großen Garten als in einen kleinen Hausgarten.

Alte Winterbirnen

Winterbirnen werden spät geerntet und sind teilweise erst nach einer Lagerphase richtig genussreif. Genau darin liegt ihr Vorteil. Während Sommerbirnen längst verbraucht sind, liefern diese Sorten noch im Spätherbst und Winter Früchte aus dem eigenen Garten.

Alexander Lucas

Alexander-Lucas-Birnen mit großen gelbgrünen Früchten.
Große Birne für Herbst und Winter. | © Baumschule Horstmann

Alexander Lucas wurde im 19. Jahrhundert in Frankreich gefunden und ab 1875 verbreitet. Die großen, rundlichen Früchte werden häufig noch fest geerntet und reifen anschließend im Lager nach. Dadurch eignet sich die Sorte gut für Gärtner, die ihre eigene Birnenernte nicht innerhalb weniger Tage verbrauchen möchten.

Alexander Lucas (Pyrus communis ‘Alexander Lucas’)
Wuchs:anfangs mittelstark, später schwächer
Wuchshöhe:etwa 200 bis 400 cm
Wuchsbreite:etwa 200 bis 300 cm
Erntezeit:Ende September bis Oktober
Geschmack:süß, saftig, mild aromatisch
Lagerfähigkeit:etwa bis Dezember
Verwendung:Frischverzehr, Kompott, Einkochen
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Vereinsdechantsbirne

Vereinsdechantsbirne mit großen gelbgrünen Birnen.
Feine Tafelbirne mit schmelzendem Fruchtfleisch. | © Baumschule Horstmann

Mitte des 19. Jahrhunderts entstand die Vereinsdechantsbirne in Angers in Frankreich und wurde 1853 erstmals beschrieben. Im französischen Sprachraum ist sie als „Doyenné du Comice“ bekannt. Ihre Stärke liegt eindeutig im Geschmack. Das Fruchtfleisch wird bei guter Reife sehr fein, saftig und schmelzend. Dafür verlangt die Sorte einen guten, warmen Standort und gehört nicht zu den anspruchslosesten Birnen.

Vereinsdechantsbirne (Pyrus communis ‘Vereinsdechantsbirne’)
Wuchs:mittelstark
Wuchshöhe:etwa 200 bis 400 cm
Wuchsbreite:etwa 200 bis 300 cm
Erntezeit:ab Mitte Oktober
Geschmack:süß, sehr saftig, aromatisch und schmelzend
Lagerfähigkeit:etwa bis November, bei guter Kühlung länger
Verwendung:hauptsächlich Frischverzehr, auch Einkochen
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Pastorenbirne

Pastorenbirne mit länglichen gelbgrünen Früchten.
Späte Birne mit langer Tradition. | © Baumschule Horstmann

Die Pastorenbirne gehört zu den historischen französischen Wirtschaftsbirnen. Ihre genaue Entstehungszeit lässt sich heute nicht zweifelsfrei bestimmen. Der Name geht vermutlich auf einen französischen Pfarrer zurück, der die Sorte gefunden und verbreitet haben soll. Im Gegensatz zu ausgesprochenen Dessertbirnen steht bei ihr weniger ein intensives Aroma als vielmehr ihre späte Reife und vielseitige Verarbeitung im Vordergrund.

Pastorenbirne (Pyrus communis ‘Pastorenbirne’)
Wuchs:stark
Wuchshöhe:etwa 250 bis 450 cm
Wuchsbreite:etwa 250 bis 350 cm
Erntezeit:Ende Oktober
Geschmack:süßsäuerlich, eher mild
Lagerfähigkeit:November bis Dezember, kühl gelagert teils länger
Verwendung:Saft, Dörren, Einkochen, Verarbeitung, bei guter Reife auch Frischverzehr
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Birnensorten Tabelle

SortePlatzbedarfStandortBesonders geeignet für
Petersbirnemittelrelativ anspruchslosfrühe Ernte
Stuttgarter Geißhirtlemittelauch kühlere Lagenkleine süße Früchte
Sommerblutbirnegering bis mittelsonnigkleine Gärten, besondere Früchte
Williams Christmittelwarm und geschütztAroma, Frischverzehr, Brand
Gute Grauegroßauch rauere LagenStreuobstwiese
Clapps Lieblingmittelsonnig, geschütztfrühe Tafelbirne
Gellerts Butterbirnegroßgute Bödengroße Gärten, Aroma
Köstliche von Charneuxmittel bis großsonnigkühlere Regionen
Gute Luisemittelwarm, guter BodenFrischverzehr
Conferencemittelrelativ anpassungsfähigLagern, regelmäßige Ernte
Bosc’s Flaschenbirnemittelwarme LageFrischverzehr, Lagerung
Kirchensaller Mostbirnesehr großanspruchslosStreuobstwiese, Most
Alexander Lucasmittelsonnig, geschütztLagerung
Vereinsdechantsbirnemittelwarm, nährstoffreichbesonders guter Geschmack
Pastorenbirnegroßwarme LageVerarbeitung, späte Ernte

Welche Birnensorten passen als Pflanzpartner zusammen?

Die meisten Birnensorten tragen zuverlässiger, wenn zur gleichen Zeit eine passende zweite Sorte blüht. Einige Sorten sind teilweise selbstfruchtbar, profitieren aber ebenfalls von Fremdbestäubung. Sollen zwei Birnbäume in den Garten, lohnt sich deshalb ein Blick auf geeignete Pflanzpartner. So ergänzen sich die Sorten nicht nur bei der Bestäubung, sondern je nach Auswahl auch bei Erntezeit, Geschmack und Lagerfähigkeit.

BirnensorteGeeignete Befruchtersorten
PetersbirneClapps Liebling, Williams Christ
Stuttgarter GeißhirtleClapps Liebling, Gellerts Butterbirne, Gute Luise, Williams Christ
SommerblutbirneConference, Williams Christ, Gellerts Butterbirne
Williams ChristConference, Clapps Liebling, Gellerts Butterbirne
Gute GraueClapps Liebling, Gellerts Butterbirne, Gute Luise, Bosc’s Flaschenbirne
Clapps LieblingWilliams Christ, Gute Luise, Gellerts Butterbirne, Bosc’s Flaschenbirne
Gellerts ButterbirneClapps Liebling, Gute Luise, Köstliche von Charneux
Köstliche von CharneuxConference, Gute Luise, Gellerts Butterbirne, Bosc’s Flaschenbirne
Gute LuiseClapps Liebling, Conference, Köstliche von Charneux, Vereinsdechantsbirne
ConferenceWilliams Christ, Gute Luise, Gellerts Butterbirne
Bosc’s FlaschenbirneConference, Gute Luise, Vereinsdechantsbirne
Kirchensaller Mostbirnepassende diploide Birnensorte mit überschneidender Blütezeit
Alexander LucasClapps Liebling, Conference, Gute Luise, Williams Christ
VereinsdechantsbirneConference, Gute Luise, Clapps Liebling, Williams Christ
PastorenbirneClapps Liebling, Gellerts Butterbirne, Gute Luise, Köstliche von Charneux

Häufige Fragen zu alten Birnensorten

Was sind alte Birnensorten?

Als alte Birnensorten werden Sorten bezeichnet, die bereits seit vielen Jahrzehnten oder Jahrhunderten kultiviert werden. Viele entstanden als Zufallssämlinge und wurden später wegen ihres Geschmacks, ihrer Robustheit oder ihrer Eignung für bestimmte Regionen weitervermehrt. Eine feste Altersgrenze, ab wann eine Birnensorte als „alt“ gilt, gibt es nicht.

Welche alten Birnensorten gibt es?

Zu den bekannten alten Birnensorten zählen unter anderem Petersbirne, Stuttgarter Geißhirtle, Sommerblutbirne, Williams Christ, Gute Graue, Gellerts Butterbirne, Gute Luise, Köstliche von Charneux und Vereinsdechantsbirne. Je nach Reifezeit lassen sich die Sorten in Sommer-, Herbst- und Winterbirnen einteilen.

Welche alten Birnensorten haben kleine Früchte?

Besonders kleine Früchte bilden etwa Petersbirne, Stuttgarter Geißhirtle und Kirchensaller Mostbirne. Einige besitzen ein sehr kräftiges Aroma oder eignen sich besonders gut zum Dörren, Mosten und Verarbeiten.

Wie lässt sich eine unbekannte Birnensorte bestimmen?

Für eine zuverlässige Sortenbestimmung reichen Fotos häufig nicht aus. Pomologen achten unter anderem auf Fruchtform, Schale, Stiel, Kelch, Kerngehäuse, Reifezeit und Geschmack. Für eine professionelle Bestimmung empfiehlt der Pomologen-Verein 3 bis 5 typische, reife und unbeschädigte Früchte mit Stiel. Auch Angaben zum Standort und zum Alter des Baumes helfen bei der Zuordnung.

Lässt sich eine Birnensorte mit einer App bestimmen?

Eine App liefert höchstens einen ersten Hinweis. Viele alte Birnensorten sehen sich sehr ähnlich. Außerdem verändern Standort, Witterung und Reifegrad das Aussehen der Früchte. Für eine verlässliche Sortenbestimmung reicht die Bestimmung über App nicht aus.

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

Antwort hinterlassen