Purpurrosa Blüten ab Juni, kaum Pflegeaufwand, kein Winterschutz nötig. Die Zweifarbige Flockenblume ist eine dankbare Staude für sonnige Beete. Alles zu Standort, Boden, Rückschnitt und Teilung, mit Tipps für eine üppige Blüte.

Im Juni entdeckte ich beim Durchstreifen des Gartens zum ersten Mal die distelähnlichen Knospen der Zweifarbigen Flockenblume (Centaurea dealbata), die sich anscheinend selbst ausgesät hatten. Wenig später öffneten sich die ersten rosafarbenen, fein geschlitzten Randblüten mit der hellen Mitte und die Staude wurde zur Bienenweide. Seitdem schätze ich die pflegeleichte Staude, auch weil sie kleinere Pflegefehler verzeiht und mit trockenen Sommern gut zurechtkommt.

Pflanzenportrait: Flockenblume im Überblick

Flockenblume (Centaurea dealbata)
Wuchshöhe:60 – 80 cm
Wuchsbreite:50 – 70 cm
Blütezeit:Juni – Juli
Standort:sonnig
Boden:trocken bis frisch, gut durchlässig
Besonderheit:Bienenfreundliche Wildstaude und Schnittblume
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Die Zweifarbige Flockenblume wächst als horstbildende Staude und erreicht je nach Standort etwa 60 bis 80 cm Höhe. Schon vor der Blüte fällt ihr gefiedertes Laub auf, das oberseits sattgrün und unterseits silbrig-weiß behaart ist. Genau darauf verweist der botanische Beiname „dealbata“, der übersetzt „weiß getüncht“ bedeutet.

Von Juni bis Juli öffnen sich dann die rund 4 bis 5 cm großen Blütenkörbe, außen purpurrosa gefranst, innen heller bis fast weiß. Im Garten macht sich die Staude in naturnahen Pflanzungen, Bauerngärten und sonnigen Rabatten gut. Die langen Stiele halten sich außerdem erstaunlich lange in der Vase.

Pflanzenfamilie und Herkunft

Botanisch gehört Centaurea dealbata zu den Korbblütlern (Asteraceae) und damit in dieselbe Familie wie Sonnenblume, Aster und Kornblume. Ursprünglich stammt die Art von Bergwiesen des Kaukasus, was sowohl ihre Frosthärte als auch ihre Vorliebe für offene, sonnige Lagen erklärt. Die Berg-Flockenblume (Centaurea montana) gehört zur selben Gattung und blüht ab Mai, einen Monat früher und in sattem Blauviolett statt Rosa.

Flockenblume pflanzen

Pflanzenportrait Flockenblume
Die Flockenblume ist eine insektenfreundliche Stauden. | © etfoto / stock.adobe.com

Gepflanzt im Frühjahr zwischen März und Mai blüht Centaurea dealbata noch im selben Sommer. Wer im frühen Herbst pflanzt, bis spätestens Mitte Oktober, gibt den Wurzeln noch Zeit zum Einwachsen. Staunässe im Winter verträgt die Pflanze jedoch schlecht, deshalb lohnt eine Herbstpflanzung nur in durchlässigem Boden.

💡 Tipp:
Auch eine Sommerpflanzung ist möglich, verlangt in Hitzeperioden aber regelmäßiges Gießen.

Standort

Die üppigsten Blüten bildet die Flockenblume an sonnigen Standorten. Im lichten Halbschatten wächst sie zwar noch, blüht aber spärlicher und neigt zum Auseinanderfallen. Für dauerhaft dunkle Gartenecken eignet sie sich daher nicht. Dort fühlen sich bienenfreundliche Schattenstauden wie Schaumblüte oder Bergenie wohler.

Boden

Ideal ist ein durchlässiger, mäßig nährstoffreicher Gartenboden. Kalk verträgt die Staude problemlos, auch ein leicht alkalischer pH-Wert stört sie nicht. Kritisch wird es allein bei Staunässe, denn in dauerhaft nasser Erde faulen die Wurzeln der Flockenblume.

💡 Tipp:
Ob der eigene Boden passt, zeigt ein einfacher Test nach kräftigem Regen. Versickern Pfützen innerhalb eines Tages, ist alles in Ordnung. Bleibt das Wasser länger stehen, sollte schwerer Lehmboden vor der Pflanzung mit Sand oder feinem Splitt durchlässiger gemacht werden. Fette, humusreiche Erde ist übrigens ebenfalls kein Vorteil, dazu gleich mehr beim Düngen.

Pflanzanleitung Schritt für Schritt

  1. Boden 20 bis 30 cm tief lockern und Wurzelunkräuter entfernen.
  2. Pflanzloch etwa doppelt so groß wie den Wurzelballen ausheben.
  3. Ballen der Flockenblume vor dem Setzen kurz wässern, dann so tief einsetzen, dass die Ballenoberkante bündig mit dem Boden abschließt.
  4. Pflanzabstand von 50 bis 60 cm einhalten. Mehr als 2 bis 3 Pflanzen pro m² braucht es nicht, denn die Lücken schließt die Staude über ihre Ausläufer von selbst.
  5. Erde andrücken, kräftig angießen und in den ersten Wochen gleichmäßig feucht halten.
  6. Eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub hält die Feuchtigkeit im Boden, ist aber kein Muss.

Pflanzpartner für die Flockenblume

Gut kombinieren lässt sich die Flockenblume mit Stauden, die ähnliche Ansprüche haben. Steppen-Salbei und Katzenminze blühen zeitgleich in Blauviolett und verstärken den Rosa-Ton der Blüten, Schafgarbe in Gelb oder Weiß setzt einen ruhigen Kontrast, und Ziergräser wie Federgras geben dem Beet Leichtigkeit. Auch Margeriten eignen sich gut, weil sie dieselbe sonnige, eher magere Lage mögen. Wer gleich ein komplettes Staudenbeet anlegen möchte, setzt die Flockenblume als mittelhohe Begleitstaude vor höhere Leitstauden wie Rittersporn.

Flockenblume pflegen

Die Pflege der Flockenblume beschränkt sich auf wenige Handgriffe im Jahr. Die häufigsten Fehler entstehen dabei nicht durch zu wenig, sondern durch zu viel Zuwendung.

Flockenblume (Centaurea dealbata)
Die Flockenblume ist sehr pflegeleicht | © wiha3 / stock.adobe.com

Gießen

Eingewachsene Flockenblumen kommen in normalen Sommern ohne zusätzliches Gießen aus. Nur in längeren Hitzeperioden und im Pflanzjahr benötigt die Staude Wasser, dann aber durchdringend, am besten morgens und direkt an den Wurzelbereich gießen.

Düngen

Eine Gabe reifer Kompost im Frühjahr, etwa 2 bis 3 l pro m², reicht für die ganze Saison. Mineralischer Volldünger ist vollkommen überflüssig und richtet eher Schaden an, denn zu viel Stickstoff macht die Stiele weich. Nach dem ersten kräftigen Sommerregen liegen die Blütenstände dann flach im Beet. Auf magerem Boden bleibt die Staude dagegen kompakt und standfest, ganz ohne Staudenhalter.

Rückschnitt

Nach der Hauptblüte im Juli werden die verblühten Stiele eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten. Das regt in vielen Jahren eine zweite Blüte im Spätsommer an und verhindert zugleich die üppige Selbstaussaat. Der komplette Rückschnitt des Laubs erfolgt dann erst im zeitigen Frühjahr, denn die Blattrosette schützt die Pflanze im Winter und in den trockenen Stängeln überwintern nützliche Insekten.

Überwintern

Im Beet benötigt die Flockenblume keinerlei Winterschutz, ihre Herkunft aus dem Kaukasus macht sie zu einer der frosthärtesten Beetstauden überhaupt. Nur frisch gesetzte Herbstpflanzungen profitieren von einer lockeren Abdeckung aus Reisig.

💡 Tipp: Flockenblumen im Kübel überwintern
Empfindlicher sind Kübelpflanzen, deren Wurzelballen komplett durchfrieren kann. Das Gefäß rückt deshalb an eine geschützte Hauswand, kommt auf eine Holz- oder Styroporunterlage und wird mit Vlies oder Jute umwickelt. Passende Winterschutzsets für Kübelpflanzen bieten ausreichend Schutz. Wichtig ist ein atmungsaktives Material, denn Folie staut Feuchtigkeit und schadet den Flockenblumen. Für Beetpflanzen bleibt solches Zubehör überflüssig.

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Flockenblume vermehren

Flockenblumen lassen sich zuverlässig durch Teilung und durch Aussaat gewinnen. Beide Wege gelingen auch Einsteigern.

Vermehrung durch Teilung

Die Teilung der Flockenblume ist die schnellste Methode und dient zugleich der Verjüngung, denn ältere Horste blühen von innen her fortwährend schwächer. Alle drei bis vier Jahre wird der Horst dafür im Frühjahr oder Frühherbst komplett ausgegraben, von Erde befreit und mit Spaten oder Händen in faustgroße Stücke zerteilt. Jedes Teilstück benötigt mehrere Triebknospen und gesunde Wurzeln und kommt danach sofort wieder in die Erde, gefolgt von einem kräftigen Wässern.

💡 Tipp:
Das Grundprinzip ist bei fast allen Horststauden gleich, und eine ausführliche Anleitung zum Stauden teilen samt Werkzeugliste hilft bei den ersten Versuchen. Ein typischer Anfängerfehler sind zu kleine Teilstücke, die im ersten Jahr kaum blühen.

Vermehrung durch Aussaat

Die Aussaat gelingt ab April direkt ins Beet oder ab März in Schalen auf der Fensterbank. Die Samen werden nur dünn mit Erde bedeckt, gleichmäßig feucht gehalten und keimen bei 15 bis 18 °C meist innerhalb von zwei bis drei Wochen. Jungpflanzen kommen ab etwa 10 cm Höhe auf Endabstand, blühen allerdings erst im zweiten Jahr voll. Oft erledigt die Staude die Aussaat aber ohnehin selbst, denn stehen gelassene Samenstände sorgen an Stellen, die ihr behagen, für reichlich Nachwuchs.

Erfahrung: Flockenblume im Garten pflanzen

Im Garten zeigt sich die Zweifarbige Flockenblume als ausgesprochen gutmütige Staude, die nach dem Anwachsen kaum noch Aufmerksamkeit verlangt. Auffällig ist allerdings ihre Ausbreitungsfreude. Über kurze Ausläufer und Sämlinge erobert sie mit den Jahren ordentlich Fläche, was im Naturgarten ein Geschenk ist, in streng geplanten Rabatten dagegen lästig werden kann.

Eindämmen lässt sie sich zum Glück leicht. Im Frühjahr, wenn die jungen Triebe austreiben, lassen sich unerwünschte Ausläufer mit dem Spaten abstechen. Am gefiederten Laub mit der hellen Unterseite sind sie gut von Unkraut zu unterscheiden, und eingetopft wandern sie gern über den Gartenzaun zu Nachbarn. Empfindlich reagiert die Pflanze eigentlich nur auf zu viel Schatten, der die Blüte von Jahr zu Jahr dünner werden lässt. Steht sie richtig, blüht sie verlässlich, auch in Sommern, in denen andere Stauden im Beet schlapp machen.

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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