Pflanzen Stauden & Ziergräser

Bärenfell-Schwingel – pflanzen, pflegen und schneiden

Ziergräser lassen sich gemeinhin in feuchtigkeitsliebende Ufergräser und Trockengräser einteilen. Zu letzteren gehört auch der Bärenfell-Schwingel (Festuca gautieri). Seine gelb-grünen Ährenrispen eignen sich wunderbar als Bepflanzung für eine Vielzahl von Gartenkonzepten im Bereich der Trocken- und Sonnengärten.

Bärenfell-Schwingel
© speakingtomato / stock.adobe,com
Der Bärenfell-Schwingel stammt aus der Gattung der Schwingel. Im Bereich der Ziergräser eine äußerst wichtige Süßgrasgattung, der auch solch beliebte Ziergräser wie der Blau-Schwingel oder Rot-Schwingel entstammen. Die Rispen dieser ziervollen Gräser werden gerne als Dekorationselemente für Blumensträuße oder Blumengestecke genutzt. Im Garten verleihen ihre Ähren außerdem vielen Gestaltungskonzepten ein natürliches Erscheinungsbild.

Die Einsatzmöglichkeiten von Schwingel-Arten sind äußerst vielseitig, was nicht zuletzt auch an ihrer moderaten Wuchshöhe liegt. Dank ihr lassen sich die Horste der Schwingel sehr leicht in Gartenkonzepte integrieren. Dabei zeigen sich Arten, wie der Bärenfell-Schwingel, unglaublich pflegeleicht und robust. Der Bärenfell-Schwingel ist hier beispielsweise bis -29 °C winterhart. Er kann daher problemlos mehrjährig im Garten überdauern.

Bärenfell Schwingel (Festuca gautieri)
Wuchs: polsterartig, rasenartig, horstig
Wuchshöhe: 10 – 30 cm
Besonderheit: guter Bodendecker für sonnige Standorte
Pflanzenbedarf: 3 bis 5 Pflanzen, 30 bis 40 cm Pflanzabstand
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: leicht trocken bis frisch, durchlässig, nährstoffarm
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Bärenfell-Schwingel im Garten

Festuca gautieri stammt ursprünglich aus den Pyrenäen sowie dem Mittelmeerraum. Dementsprechend ist das Süßgras charakteristisch für karge und mediterrane Naturlandschaften. Das lässt sich im Garten wunderbar für Gestaltungskonzepte wie

  • Steppengarten
  • und Wildgarten
nutzen. Auch zur Dachbegrünung, an Steinmauern, Steintreppen oder in Steinfugen gedeiht Bärenfell-Schwingel prächtig. Dabei wirkt das Ziergras stets etwas rustikal, wovon eine ländliche Atmosphäre im Garten unwahrscheinlich profitiert. Eine Kübelpflanzung ist ebenfalls möglich.

Bärenfell-Schwingel in Blumenwiesen

Gerne kommt der Bärenfell-Schwingel außerdem in Wildblumenwiesen und Naturwiesen zum Einsatz, wo er ein naturbelassenes Ambiente fördert. Dank einer geringen Wuchshöhe von nur 10 bis 30 cm fügt sich die Schwingel-Art wunderbar in niedrigwachsende Blumen- und Gräser-Arrangements ein. Aufpassen muss man hier aber mit Blick auf die Vermehrungsgewohnheiten des Süßgrases. Denn die Ährchen enthalten nach der Fruchtreife unzählige Karyopsen, die sich über den Wind rasch im Garten ausbreiten. Gerade in Blumenwiesen verdrängen die wuchernden Horste des Bärenfell-Schwingels darum schnell konkurrenzschwache Blumenstauden, wenn sie nicht im Zaum gehalten werden.

» Tipp: Es gibt eine Spezialsorte des Bärenfell-Schwingels namens ‘Pic Carlit’. Sie wächst mit nur 10 cm Wuchshöhe etwas niedriger als die Stammart und ist deshalb sehr gut für Dachbegrünungen und niedrige Pflanzenarrangements geeignet.

Bärenfell-Schwingel 'Pic Carlit'
© speakingtomato / stock.adobe.com
Bärenfell-Schwingel ‚Pic Carlit‘ (Festuca gautieri ‚Pic Carlit‘)
Wuchs: kompakt, halbkugelig, horstig, polsterartig
Wuchshöhe: 5 – 10 cm
Verwendung: Steingarten, Fugenbepflanzung, Gehölzrand, Heidegarten
Pflanzabstand: 30 bis 40 cm
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: gut durchlässig, nährstoffarm, leicht trocken bis frisch
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Bärenfell-Schwingel – Standort und Pflanzung

Bärenfell-Schwingel ist wie erwähnt, in eher kargen und trockenen Regionen heimisch. Dementsprechend sollte der Standortboden im Garten eher durchlässig sowie humus- und nährstoffarm sein. Weil Festuca gautieri in seinen Herkunftsgebieten außerdem bevorzugt an felsigen Hängen bzw. in Steinlagen sprießt, empfiehlt sich ein kiesig-lehmiges oder zumindest sandig-lehmiges bis sandig-toniges Substrat. Der optimale Boden-pH-Wert für Bärenfell-Schwingel liegt mit 6,5 bis 7,5 im neutralen bis schwach sauren Bereich.

Wichtig: Trotz seiner mediterranen Herkunft sollte Festuca gautieri nicht zu sonnig stehen. Wohler fühlt sich das Ziergras an halbschattigen Standorten. Eine Unterpflanzung schattenspendender, aber lichter Laubgehölze ist daher durchaus denkbar.

Bärenfell-Schwingel – Pflanzanleitung in 3 Schritten

  • 1. Schritt: Gepflanzt wird der Bärenfell-Schwingel im Frühling. Es sollten keine Spätfröste mehr auftreten, weshalb sich ein Pflanztermin im Mai nach den Eisheiligen empfiehlt. Alternativ ist eine Pflanzung im Sommer oder Frühherbst möglich.
  • 2. Schritt: Lockern Sie das Erdreich vor der Pflanzung gut auf und bringen Sie eine Kiesdrainage im Pflanzloch aus. Überhaupt sind Kiesbeete am besten zur Kultur geeignet. Das Substrat sollte darum vorab mit ausreichend Kies optimiert werden. Auf eine Grunddüngung können Sie mit Blick auf den niedrigen Nährstoffbedarf des Süßgrases dagegen verzichten. Reichern Sie den Boden allenfalls mit etwas Kalk an.
  • 3. Schritt: Die Horste von Festuca gautieri erreichen Wuchsbreiten von bis zu 40 cm. Dementsprechend sollten Sie den Pflanzabstand großzügig bemessen. Die Horste müssen locker wachsen können, ohne aneinander zu stoßen. Ansonsten verkahlen sie an den Rändern und werden unansehnlich. Als Faustregel gilt: Verwenden sie nicht mehr als 6 bis 8 Pflanzen pro Quadratmeter.

Bärenfell-Schwingel gießen und düngen

Die Bewässerung erfolgt am Bärenfell-Schwingel äußerst sparsam. Lediglich im Sommer bzw. in lang anhaltenden Trockenphasen müssen Sie manuell gießen. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, weshalb sie vor jedem Gießgang am besten per Fingerprobe testen, ob der Boden bereits gut abgetrocknet ist.

Auch was die Düngung anbelangt, ist bei Festuca gautieri weniger mehr. Zu viele Nährstoffe lassen die Horste des Ziergrases rasch von innen heraus vergreisen und die Pflanze stirbt schnell ab. Auch macht eine Überdüngung das Süßgras anfällig für Schadbilder und Frostschäden. Bei optimaler Standortwahl sind zusätzliche Düngergaben aber ohnehin nicht nötig.

Bärenfell-Schwingel – schneiden und vermehren

Etwas mehr Aufmerksamkeit erfordern die Schnittmaßnahmen am Bärenfell-Schwingel. Beispielsweise sind regelmäßige Schnitte nötig, um eine unkontrollierte Selbstaussaat und damit ein Wuchern der Schwingelhorste im Garten zu verhindern. Schneiden Sie hierfür verblühte Stiele zeitnah ab. Daneben werden noch einige weitere Schnitte notwendig, um den Bärenfell-Schwingel so lange wie möglich zu erhalten.

Formschnitt

Das Ausschneiden der Blütenstiele unterstützt auch einen kompakteren Wuchs. Gerade ältere Horste des Festuca gautieri neigen dazu, auseinander zu fallen. Jährliche Formschnitte im Sommer sollten darum nicht fehlen.

Rückschnitt

Ebenfalls im Sommer kann ein Rückschnitt am Bärenfell-Schwingel erfolgen. Wer den sommerlichen Zierwert nicht beeinträchtigen möchte, kann den Schnitt aber auch im Frühjahr durchführen, um einen üppigen Neuaustrieb zu fördern.

Verjüngungsschnitt

Auch zur Verjüngung älterer Pflanzen können Sie hin und wieder die Gartenschere zücken. Entsprechende Schnittmaßnahmen werden im Herbst durchgeführt. Stellen Sie aber sicher, dass in den ersten Tagen nach dem Schnitt noch kein Frost droht. Der Frühherbst bietet sich deshalb am besten für einen Verjüngungsschnitt an.

Alternativ zum Verjüngungsschnitt können Sie den Bärenfell-Schwingel auch durch Teilung der Horste verjüngen. Die Teilung wird im Herbst durchgeführt und kann auch gleich zur Vermehrung der Pflanze genutzt werden.

Bärenfell-Schwingel richtig überwintern

Festuca gautieri ist völlig winterhart und setzt dank immergrüner Grashalme auch im Winter schöne Akzente im Garten. Allerdings können Wintersonne und Schmelzwasser den Horsten gefährlich werden. Im Zweifelsfall sollten Sie die Gräser daher aufbinden und den Wurzelbereich mit Gartenvlies oder Reisig abdecken.

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Bärenfell-Schwingel – Krankheiten und Schädlinge

Der größte Feind des Bärenfell-Schwingels ist Staunässe. Sie sorgt meist unausweichlich für Wurzelfäule und lässt das Ziergras leicht absterben. Gießen Sie, wenn überhaupt, daher immer sehr maßvoll. Eine Überdüngung fördert an Festuca gautieri dagegen Schädlingsbefall. Auch büßt das Süßgras bei einem Überangebot an Nährstoffen seine kräftig grüne Farbe ein. Gehen Sie deshalb auch mit Dünger sparsam um. Wenn Sie die Pflegekriterien hier ernsten nehmen, erhalten Sie eine gesunde Pflanze, die relativ resistent gegen Krankheiten und Schädlinge ist.

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