Baldrian beruhigt nicht nur, er sieht auch wunderschön aus. Wer Baldrian pflanzen will, hat es nicht schwer. Einiges sollten Sie allerdings doch beachten.

Baldrian (Valeriana Officinalis) ist vorwiegend als Heilpflanze bekannt und wird wegen seiner beruhigenden Wirkung geschätzt. Katzen entwickeln eine besondere Vorliebe für die Pflanze und auch den Hobbygärtner vermag Baldrian mit seiner üppigen Blüte zu überzeugen. Der Duft erscheint vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, findet aber auch Bewunderer. In Indien wird aus den Extrakten sogar Parfum hergestellt. Damit die Pflanze Ihren Garten bereichern kann, kommt es auf die richtige Pflege an. Mit der Pflanzung schaffen Sie die Grundlage für üppiges Pflanzenwachstum und eine reiche Ernte.

Echter Apotheker-Baldrian (Valeriana officinalis)
Wuchs:buschig, aufrecht, horstbildend
Wuchshöhe:100 – 150 cm
Wuchsbreite:80 – 100 cm
Verwendung:Kräuterbeet, Freiland, Gehölzrand, Beet
Standort:Sonne
Boden:feucht, durchlässig, normaler Gartenboden
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Den passenden Standort finden

Baldrian pflanzen
© Andrea Geiss – Fotolia.com

An seinen Standort stellt Baldrian kaum Ansprüche. Bei der Pflanzung ist jedoch zu bedenken, welche Ausmaße die Pflanze annehmen kann. Da sich Baldrian gern ausbreitet, steht er ungern dicht gedrängt. Die Pflanzen können immerhin bis zu zwei Meter hoch wachsen und gewinnen auch in der Breite beachtlich an Umfang. Von Vorteil ist ein sonniger und feuchter Standort. Baldrian ist zudem recht robust und verträgt zugige Standorte ebenso, wie auch mal Hitze. Damit ist die Pflanze ideal für den Naturgarten und eignet sich auch zur Begrünung von Steingärten. Aufgrund der Frosthärte findet Baldrian sogar in raueren Lagen ein Plätzchen.

Tipp: Der für Baldrianpflanzen ideale Standort wird täglich etwa sechs Stunden von der Sonne beschienen.

Der ideale Standort in Stichworten:

  • feuchter Standort
  • sonnig
  • freistehend

Die idealen Bodenbedingungen

Auch im Hinblick auf den Boden ist Baldrian nicht besonders anspruchsvoll. Baldrian gedeiht in Beeten, an Gewässern, Mauerspalten sowie auf steinigen Untergründen. Der Boden sollte leicht sein und genügend Feuchtigkeit aufweisen, jedoch mag der Baldrian keine Staunässe. Das Wasser kann besser abfließen, wenn der Boden vor der Pflanzung mit grobem Sand oder Kies aufgelockert wird. Besonders karge Böden können mit Kompost versehen werden. Damit wird der Pflanze ein natürlicher Dünger zur Verfügung gestellt.

Die passenden Bodenverhältnisse im Überblick:

  • locker
  • trocken
  • tiefgründig

Tipp: Der ideale pH-Wert des Bodens für Baldrian liegt bei 5,5 bis 7.

Baldrian pflanzen – Schritt für Schritt

Wann ist der ideale Zeitpunkt?

Baldrian kann im Frühling, als auch im Herbst gepflanzt werden. Im Frühjahr ist es ratsam, mit der Pflanzung zu beginnen, sobald keine Fröste mehr zu erwarten sind. Im Herbst muss die Pflanzung hingegen abgeschlossen sein, bevor die ersten Fröste einsetzen.

Wie ist im Einzelnen vorzugehen?

  1. Standort wählen
  2. Boden auflockern und vorbereiten
  3. Pflanzabstand beachten
  4. Pflanzloch ausheben
  5. Pflanze einsetzen
  6. Pflanzloch schließen
  7. Erde gut andrücken
  8. Baldrian leicht angießen

Ist der passende Standort gefunden, sollte der Boden zunächst von Unkraut befreit und gut aufgelockert werden. Das ist Voraussetzung dafür, dass die Pflanze gut anwurzeln kann und ausreichend Nährstoffe aus dem Boden aufnimmt. Die Pflanzen benötigen ausreichend Platz. Daher sollte der Pflanzabstand knapp einen Meter betragen.

Tipp: Baldrian neigt dazu, Ausläufer zu bilden und sollte nicht zu nah an Blumen oder Gemüsepflanzen gesetzt werden. Wer regelmäßig die Blüten der Pflanze entfernt, verhindert ein unkontrolliertes Ausbreiten.

Baldrian aus Samen heranziehen – so geht’s

Baldrian lässt sich auch aus Samen heranziehen. Allerdings sind die Samen nur bedingt keimfähig und das Unterfangen wird Ihnen einiges an Geduld abverlangen. Es sollten möglichst frische Samen verwendet werden. Sind Samen länger als ein Jahr gelagert worden, sinkt die Chance auf Keimfähigkeit weiter.

Die Samen werden ab März in Saatschalen oder Pflanztöpfe eingebracht. Dabei ist zu beachten, dass es sich um Lichtkeimer handelt. Daher sind die Samen nur leicht anzudrücken und nicht mit Erde zu bedecken. Die Samen sollten gleichmäßig feucht gehalten werden. Dafür wird warmes Wasser verwendet. Ein sonniger Standort ist ebenfalls von Vorteil. Mit etwas Glück zeigen sich nach etwa einem Monat die ersten Triebspitzen.

Tipp: Werden die Pflanzgefäße mit Folie abgedeckt, lässt sich die Keimzeit beschleunigen.

Wichtige Tipps und Hinweise im Überblick

Standort

  • Der Standort sollte möglichst sonnig gewählt werden.
  • Baldrian liebt einen feuchten Standort und ist wenig anspruchsvoll.
  • Wichtig ist, auf ausreichend Pflanzabstand zu achten, da sich die Pflanze gern ausbreitet.

Boden

  • Ein leichter Gartenboden ist für die recht anspruchslose Pflanze in der Regel ausreichend.

  • Schwere Böden bekommen dem Baldrian weniger, weil der Baldrian seine Wurzeln nicht ausweiten kann.

  • Damit es nicht zu Staunässe kommt, ist der Boden aufzulockern und mit Kies oder Sand zu mischen.

Pflanzen

  • Ist der Boden aufgelockert und von Unkraut befreit, kann das Pflanzloch ausgehoben werden und der Baldrian wird eingesetzt.

  • Anschließend ist das Erdreich gut anzudrücken.

Gießen

  • Nach der Pflanzung wird Baldrian gut angegossen.

  • Extreme Hitze und Trockenheit kann die Pflanze stressen. Daher ist es ratsam, während heißer und trockener Perioden zusätzlich zu wässern.

  • Staunässe verträgt die Pflanze nicht.

Warum Baldrian pflanzen? – der Nutzen

Baldrian ist nicht nur eine Zierde im Beet, sondern in erster Linie auch eine Nutzpflanze. Dabei können die Wurzeln und die Blüten verwendet werden. Die Blüten lassen sich bereits im ersten Jahr nach der Pflanzung den ganzen Sommer über ernten. Die Wurzeln werden jedoch erst im zweiten Standjahr kräftig genug für die Ernte sein. Im Herbst werden die Baldrianwurzeln dann ausgegraben, gesäubert und getrocknet.

Die Pflanze fördert gesunden Schlaf und trägt zur Nervenstärkung bei. Aus den getrockneten Wurzeln lässt sich Tee zubereiten. Dieser sollte vor dem Schlafengehen getrunken werden.

Tipp: Baldrian sollte nicht zu hochdosiert zu sich genommen werden. Kopfschmerzen, Lethargie und andere Nebenwirkungen können auftreten.

Baldrian macht weder müde noch süchtig und ist daher eine gute Alternative zu herkömmlichen nervenstärkenden und angstdämpfenden Mitteln.

Gartentipp des Tages!

Dagmar von Gartentipps.com

Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

Antwort hinterlassen