Auf mageren, sonnigen Böden entfaltet die Tauben-Skabiose ihre volle Blütenpracht und zieht Bienen und Schmetterlinge in den Garten. Standort, Boden, Pflanzung, Pflege und Vermehrung der pflegeleichten Wildstaude im Überblick.

Im Steingarten und in mageren Rabatten setzt die Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) feine, violette Farbtupfer, die den ganzen Sommer über nicht abreißen. Von Juni bis in den Oktober öffnet die Wildstaude ihre gefransten Blütenköpfe und zieht dabei Bienen, Hummeln und Schmetterlinge in großer Zahl an. Anders als viele Beetstauden verlangt sie dafür wenig. Zu viel Fürsorge wird ihr zum Verhängnis.

Herkunft

Botanisch gehört die Tauben-Skabiose zu den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae). Ältere Systematiken führten sie noch bei den Kardengewächsen (Dipsacaceae). Diese Familie gilt heute überwiegend als Teil der Geißblattgewächse. Der Artname „columbaria“ geht vermutlich auf das lateinische Wort „columba“ für Taube zurück, eine Anspielung auf die taubenblaue Blütenfarbe der Wildform.

Steckbrief Tauben-Skabiose

Als heimische Wildstaude wächst die Tauben-Skabiose auf warmen, kalkreichen Trocken- und Halbtrockenrasen sowie auf mäßig trockenen bis wechseltrockenen Wiesen. Im Volksmund ist sie auch als Krätzkraut bekannt. Ihre Blätter fanden früher äußerlich bei Hautbeschwerden Anwendung. Von einer Nutzung als Heilpflanze raten wir heute jedoch ab. Im Garten punktet die Tauben-Skabiose trotzdem als Bienenweide.

Tauben Skabiose Pink Mist
Tauben-Skabiose „Pink Mist“ blüht von Juli bis September. | © Debu55y / stock.adobe.com
Prachtspiere (Astilbe)
Wuchshöhe:20 – 60 cm
Wuchsbreite:30 – 40 cm
Blütezeit:Juni bis November
Standort:Sonnig
Boden:trocken bis frisch und durchlässig
Besonderheit:Insektenfreundlich, Beete, Steingarten, Grabbepflanzung, Kübel
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💡 Tipp: Tauben-Skabiose „Pink Mist“
Die Sorte „Pink Mist“ bringt den Wildstauden-Charakter der Art in kompakter Form auf Balkon und Terrasse. Ihre scheibenförmigen Blüten in zartem Rosa mit lila Hauch erscheinen ab Juli und halten bei regelmäßigem Ausputzen bis in den September hinein durch.

Tauben-Skabiose pflanzen

Die beste Pflanzzeit liegt im Frühjahr oder im frühen Herbst, solange der Boden noch frostfrei ist und die Wurzeln genügend Zeit zum Einwachsen finden.

Standort

Die Tauben-Skabiose bevorzugt einen vollsonnigen Standplatz. Dann werden sich Hobbygärtner monatelang an der Blüte erfreuen können. Auf Grünflächen, in Rabatten, an Mauerkronen oder im Steingarten kommt die Tauben-Skabiose vielerorts im Garten zur Geltung. Dabei fallen die kleinen Blüten nicht nur dem Pflanzenfreund ins Auge, sondern locken auch zahlreiche Bienen und Schmetterlinge in den sommerlichen Garten.

Boden

Am wohlsten fühlt sie sich auf einem mageren, trockenen bis mäßig frischen, kalkhaltigen und vor allem gut durchlässigen Boden. Ein niedriger Nährstoffgehalt hält die Pflanze langlebig, auf fettem, feuchtem Boden welkt sie dagegen schneller und wird anfälliger für Fäulnis.

💡 Tipp: Substrat im Kübel
Schwere Lehmböden lockern Sie am besten mit grobem Sand oder feinem Splitt auf, bevor die Skabiose einzieht. Für die Kübelpflanzung eignet sich normale Blumenerde allein kaum, sie speichert zu viel Wasser. Besser fahren Sie mit einer mineralischen Mischung aus magerem Substrat, Sand und Lavagranulat, dazu eine Drainageschicht aus Kies oder Tonscherben am Topfboden.

Pflanzanleitung Schritt für Schritt

  1. Standort wählen und Boden von Unkraut befreien
  2. Schweren Boden mit Sand oder Splitt auflockern
  3. Wurzelballen vor dem Einsetzen kurz in Wasser tauchen
  4. Pflanzloch ausheben, Pflanzabstand von 30 bis 40 Zentimetern einhalten
  5. Wurzelballen mittig einsetzen und mit magerem Substrat auffüllen
  6. Erde leicht andrücken und die Pflanze durchdringend angießen
  7. Bei Bedarf eine dünne Schicht Splitt oder Kies als mineralischen Mulch aufbringen

💡 Tipp:
Kompost, Hornspäne oder Gartenkalk gehören nicht ins Pflanzloch, sie liefern der Tauben-Skabiose mehr Nährstoffe, als ihr guttut. Auch Rindenmulch oder Laub sind ungeeignet, beide halten zu viel Feuchtigkeit im Wurzelbereich.

Pflanzpartner

Spornblume, Steppen-Salbei, Zittergras, Mannstreu und Wiesen-Schafgarbe kommen mit denselben trockenen, mageren Bedingungen zurecht und blühen zu ähnlichen Zeiten. Auch Kaukasus Ziest fühlt sich im selben kargen, sonnigen Beet wohl und ergänzt die Skabiose farblich mit seinen cremeweißen Blüten. Für den Steingarten eignet sich außerdem Nickender Lauch. Seine nickenden Blütendolden setzen im Frühsommer einen eigenen Akzent, bevor die Tauben-Skabiose blüht.

💡 Tipp: Ist die Tauben-Skabiose giftig?
Nein, die Pflanze gilt als ungiftig für Menschen und Haustiere und lässt sich bedenkenlos im Familiengarten pflanzen.

Tauben-Skabiose pflegen

Gießen

Nach dem Pflanzen braucht die Tauben-Skabiose gleichmäßige Feuchtigkeit, bis die Wurzeln Kontakt zum Boden gefunden haben. Danach kehrt sich der Bedarf um: Etablierte Pflanzen kommen mit sommerlicher Trockenheit gut zurecht und verlangen nur bei länger anhaltender Hitze eine gründliche Wassergabe. Staunässe verträgt die Skabiose dagegen kaum. Faulen die Wurzeln erst einmal, lässt sich die Pflanze kaum noch retten.

💡 Tipp:
Im Kübel trocknet das Substrat naturgemäß schneller aus als im Beet. Hier lohnt sich ein häufigerer Blick auf die Erde. Zwischen den Wassergaben darf die oberste Schicht ruhig abtrocknen, bevor Sie erneut gießen.

Düngen

Die Tauben-Skabiose zählt zu den genügsamen Stauden. An mageren Standorten deckt sie ihren Nährstoffbedarf weitgehend selbst. Eine Extraportion Dünger braucht sie in der Regel nicht, denn zu viele Nährstoffe machen den Wuchs weich und verkürzen ihre Lebensdauer.

💡 Tipp:
Im Kübel laugt das begrenzte Substratvolumen mit den Jahren aus. Zeigt die Pflanze dort einen nachlassenden Wuchs, reicht eine kleine Portion organischer Dünger im Frühjahr aus. Eine regelmäßige Nachdüngung benötigt die Skabiose aber trotzdem nicht.

Rückschnitt

Damit die Tauben-Skabiose vom Frühsommer bis in den Herbst hinein mit ihrer Blütenfülle beeindruckt, sollte der Hobbygärtner häufiger zur Gartenschere greifen. Verwelkte Blütenköpfe werden fortwährend entfernt, um eine neue Blüte anzuregen.

💡 Tipp:
Im Winter dürfen die trockenen Stängel und Fruchtstände an der Pflanze stehen bleiben, sie bieten Struktur im kahlen Beet und liefern Vögeln Sämereien. Der eigentliche Rückschnitt erfolgt erst im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr, kurz bevor der Neuaustrieb beginnt.

Überwintern

Am passenden Standort übersteht die Tauben-Skabiose auch strengen Frost ohne Schutz. Ihre Überwinterungsknospen sitzen dicht über dem Boden und die tief reichende Pfahlwurzel bleibt von der Kälte unberührt.

💡 Tipp:
Kübelpflanzen bleiben ebenfalls im Freien, ein frostfreier Innenraum ist für die winterharte Staude weder nötig noch förderlich. Damit das Substrat im Topf nicht durchfriert, hilft eine Ummantelung aus Jute oder Vlies sowie eine isolierende Unterlage aus Holz oder Styropor. Mehr als vor Kälte braucht die Pflanze im Winter Schutz vor stehender Nässe, überschüssiges Regenwasser muss aus dem Kübel ungehindert ablaufen können.

Tauben-Skabiose vermehren

Die Tauben-Skabiose lässt sich kinderleicht über die Teilung des Wurzelballens vermehren. Der Vorteil hierbei ist, dass sich eine vegetative Vermehrung garantieren lässt und alle Eigenschaften der Mutterpflanze erhalten bleiben. Der günstigste Zeitpunkt für die Vermehrung durch Teilung ist das zeitige Frühjahr, wenn die Pflanze noch nicht ausgetrieben hat.

Vermehrung durch Teilung

  1. Wurzelballen ausgraben
  2. Erde vom Wurzelballen entfernen
  3. Wurzel auf Beschädigungen hin kontrollieren
  4. Wurzelballen mit Spaten oder Messer zerteilen
  5. Wurzelstücke separat verpflanzen und wie gewohnt kultivieren

Wichtig ist dabei, dass sich an jedem Teilstück mindestens zwei bis drei Triebe oder Knospen befinden. Nur dann wird sich aus den Teilstücken der Wurzel eine neue Pflanze entwickeln können. Die Wurzelstücke müssen exakt so tief in den Boden, wie der Wurzelballen zuvor gestanden hat. In der Folgezeit ist auf eine ausreichende und regelmäßige Bewässerung zu achten.

Aussaat

Neben der Teilung sät sich die Tauben-Skabiose an einem passenden Standort auch gern von selbst aus. Reife Samenstände lassen sich aber ebenso gezielt einsammeln. Da die Art zu den Lichtkeimern zählt, kommen die feinen Samen nur auf die Erdoberfläche feiner Anzuchterde und werden höchstens hauchdünn mit Sand überdeckt.

Bei Temperaturen um 20 Grad Celsius keimen die Samen innerhalb weniger Wochen. Für ein zuverlässiges Aufgehen sorgt eine gleichmäßig feuchte, aber nicht nasse Erde. Ausgesät wird ab dem Frühjahr direkt ins Freiland oder in Anzuchtschalen auf der Fensterbank. Die Jungpflanzen vereinzeln Sie, sobald sie kräftig genug zum Umpflanzen sind.

Krankheiten und Schädlinge

Am mageren, sonnigen Standort bleibt die Tauben-Skabiose weitgehend von Krankheiten verschont. Anfällig wird sie primär dann, wenn Nährstoffüberschuss und Staunässe zusammenkommen. Dann drohen Wurzelfäule und Mehltau. Ein durchlässiger Boden und ausreichend Abstand zu Nachbarpflanzen für eine gute Luftzirkulation beugen beiden Problemen vor.

💡 Tipp:
Gelegentlich siedeln sich Blattläuse an, besonders an überdüngten Pflanzen. Ein kräftiger Wasserstrahl oder ein Sud aus Brennnesseln reicht in den meisten Fällen aus, um den Befall wieder einzudämmen.

Fazit: Tauben-Skabiose pflanzen

Am mageren, sonnigen Standort zeigt die Tauben-Skabiose, was in ihr steckt. Monatelange Blüte bei minimalem Pflegeaufwand. Ein humoser, feuchter Platz unterläuft dagegen genau die Bedingungen, unter denen die Wildstaude über Jahrtausende gediehen ist. Standort und Boden entscheiden bei dieser Pflanze über Erfolg und Misserfolg, alles andere ergibt sich von selbst.

Dagmar von Gartentipps.com

Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

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