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Balkon nachträglich anbauen – Möglichkeiten, Kosten & Regelungen im Überblick

Einige Hausbesitzer merken oft erst nach dem Hausbau bzw. -kauf, dass ein Balkon noch schön gewesen wäre. Doch das ist kein Problem, denn dieser lässt sich nachrüsten.

Haus mit Balkon
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Ach was ist es schön, wenn man schon morgens beim Frühstück die Sonne im Freien genießen oder laue Sommerabende gemütlich zusammen mit Freunden auf dem Balkon verbringen kann. Sicherlich, wer ein Haus besitzt, der darf sich in der Regel auch über einen eigenen Garten freuen. Doch ein Balkon ist eben noch mal etwas anderes. Hier können Sie die frische Luft genießen, ohne dabei direkt gesehen zu werden. Und das selbst im Regen, sofern der Balkon überdacht ist. Doch was, wenn das Haus nun mal schon steht, ein Balkon aber fehlt? Dann ist das überhaupt kein Problem. Ein Balkon können Sie schließlich auch nachträglich anbauen und so sogar den Wert Ihrer Immobilie steigern.

Wir möchten Ihnen in diesem Beitrag vorstellen, welche Varianten es für den nachträglichen Balkonanbau gibt, was Sie alles beim Anbau beachten sollten und mit welchen Kosten Sie ungefähr rechnen müssen.

Lage/Größe des Balkons bestimmen

Zunächst einmal geht es natürlich darum, die Lage und auch die Größe des Balkons zu bestimmen. Haben Sie gleich mehrere Optionen zur Auswahl, dann entscheiden Sie nach den folgenden Kriterien, wo der Balkon nachträglich angebaut werden soll:

  • Möchten Sie die Morgen-, Mittags- oder Abendsonne genießen können?
  • Von wo aus haben Sie den schönsten Ausblick?
  • Wo ist es am ruhigsten?

Die Ausrichtung des Balkons sollte wohl überlegt sein. Denn nicht jeder möchte gerne auf dem Balkon in der prallen Sonne sitzen. Laut www.meinfoto.de sind:

  • Süd-Balkone vor allem für Sonnenanbeter
  • Ost-Balkone perfekt als Frühstücksplatz
  • West-Balkone für Liebhaber des Sonnenuntergangs
  • Nord-Balkone als schattiger Rückzugsort

bestens geeignet. Haben Sie geklärt, wo der Balkon nun hin soll, dann stellt sich nur noch die Frage, wie groß er werden soll. Soll es nur ein kleiner Balkon zum Relaxen werden oder eher ein großer für die ganze Familie, auf dem Sie eine komplette Sitzgruppe platzieren können?

Welche Balkonarten für den nachträglichen Anbau gibt es?

Haben Sie Lage und Größe des Balkons geklärt, müssen Sie sich nun für eine passende Balkonvariante entscheiden. Zur Auswahl stehen die folgenden Varianten:

❍ Vorstellbalkon:

Vorstellbalkon
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Die wohl einfachste Möglichkeit einen Balkon nachträglich anzubauen, stellt der Vorstellbalkon dar. Wie der Name es schon verrät, wird der Balkon bei dieser Variante einfach „an das Haus gestellt“. Das klappt so einfach, weil der Vorstellbalkon eigenständig auf vier Stützen steht und somit selbsttragend ist. Es sind daher nur wenige Verankerungspunkte an der Fassade nötig, um den Balkon zu befestigen. Der Anbauaufwand ist somit sehr gering und die Kosten für den Balkon auch nicht so hoch.

❍ Anbaubalkon:

Anbaubalkon
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Anbaubalkone stehen im Unterschied zu Vorstellbalkonen lediglich auf zwei Stützen vor der Fassade. Stabilität erhalten sie durch ein Betonfundament. Zudem werden die Bodenträger des Balkons an der Geschossdecke mit Befestigungsankern befestigt. Das ist auch der Grund, warum dort keine weiteren Stützen nötig sind. Zum Nachrüsten oder aber auch zur Neugestaltung bzw. Renovierung eines Balkons ist dieses Balkonmodell daher optimal geeignet. Noch dazu gehört der Anbaubalkon ebenso zu den kostengünstigen Balkonmodellen.

❍ Freitragender Balkon (auch Kragarmbalkon genannt):

Freitragender Balkon
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Soll sich der Balkon über einer Hofeinfahrt, Gehwege, Parkplätze oder Ähnlichem befinden, eben dort, wo Stützen mit Fundament nicht möglich sind oder stören, dann ist ein freitragender Balkon genau die richtige Wahl. Denn dieser wird mit Hilfe von Wandhalterungen einfach an die Fassade „gehängt“. Doch keine Sorge: ist das Mauerwerk stabil und intakt, können die Träger, die an der Hauswand befestigt werden, das gesamte Gewicht des Balkons problemlos tragen.

❍ Nischenbalkon:

Nischenbalkon
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Besitz Ihr Haus eine Nische oder möchten Sie eine Ecke Ihres Hauses um etwas Wohnraum erweitern? Dann ist auch das eine optimale Möglichkeit, um einen kleinen Balkon einzurichten bzw. nachträglich anzubauen. Denn gerade Nischen sorgen für eine wohlige Atmosphäre. Hier können Sie sich sowohl für einen Vorstell- als auch für einen Anbau- oder freitragenden Balkon entscheiden. Einziger Unterschied zu den vorher genannten Modellen: Nischenbalkone sind in der Regel eine Sonderanfertigung – somit also auch etwas teurer.

Wie den Übergang von Haus zu Balkon gestalten?

Ist die Wahl für einen Balkon getroffen, müssen Sie sich nun noch Gedanken darüber machen, wie Sie den Übergang von Haus zu Balkon gestalten möchten. Hier kommt es ganz darauf an, wie groß der anzubauende Balkon werden soll und ob Sie die Chance gleich nutzen möchten, Ihren Wohnraum mit mehr Licht zu durchfluten. Prinzipiell können Sie wählen zwischen

  • einfachen Drehtüren/Fenstertüren (lassen sich öffnen und schließen wie Fenster)
  • Schiebetüren (Tür wird zur Seite geschoben)
  • Parallel-Schiebe-Kipptüren (kann gekippt und zur Seite geschoben werden)
  • Glasfaltwand (Glasflügel werden zusammengefaltet)

Wer den Übergang von Wohnraum zu Balkon barrierefrei gestalten möchte, der ist mit einer Hebeschiebetür bestens beraten. Denn Hebeschiebetüren ermöglichen einen sehr breiten Durchgang. Außerdem laufen die Flügel oben und unten in einer Schiene im Boden. Somit gibt es keine Erhebung, was den Durchgang gänzlich barrierefrei macht. Ein weiterer Pluspunkt: mittlerweile gibt es sogar schon Modelle, die mit einem Elektromotor angetrieben werden (gesehen auf oknoplast.de). Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder auch älteren Menschen ist das somit die perfekte Lösung, um ohne viel Kraftaufwand auf den Balkon zu gelangen.

Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Wenn Sie sich dafür entschieden haben einen Balkon nachträglich anbauen zu lassen, dann müssen Sie in der Regel mit Kosten in Höhe von 10.000 bis 15.000 Euro rechnen. Der reine Materialpreis liegt bei Vorstell- und Anbaubalkonen zwar in der Regel lediglich bei circa 3.000 bis 4.000 Euro (bei Kragarmbalkonen schon bei 5.000 bis 6.000 Euro), hinzu kommen aber noch die Kosten für:

  • Geländer ➜ ca. 100 – 400 Euro je Laufmeter
  • Balkontür ➜ ca. 600 – 1000 Euro
  • Montage Balkon und Geländer ➜ ca. 3.000 – 4.000 Euro
  • Einsetzen der Balkontür ➜ ca. 300 Euro
  • Baugenehmigung ➜ ca. 400 Euro

Wie teuer das komplette Vorhaben Balkonanbau letztendlich genau wird, hängt immer davon ab, für welche/s Balkonart, -tür, -geländer, usw. Sie sich entscheiden. Einen genauen Überblick darüber, wie sich die Kosten für den nachträglichen Anbau eines Balkons zusammensetzen, erhalten Sie unter kostencheck.de.

Unser Spartipp:
Wenn Sie sich den Traum vom eigenen Balkon verwirklichen möchten, muss dieser nicht unnötig teuer sein. Entscheiden Sie sich für einen Vorstellbalkon mit einem einfachen Geländer und einer Drehtür als Zugang zum Balkon, können Sie viel Geld sparen und dafür trotzdem einen wunderbaren Balkon erhalten. Schließlich lässt sich wirklich jeder Balkon gemütlich gestalten – egal ob günstig oder teuer.

Ist der nachträgliche Anbau genehmigungspflichtig?

Baugenehmigung für einen Balkonanbau
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Kurz und knapp: Ja. Für den Anbau eines Balkons benötigen Sie eine Baugenehmigung. Schließlich möchten Sie das Erscheinungsbild des Hauses maßgeblich verändern. Außerdem sind die Anforderungen an Statik und Stabilität beim nachträglichen Anbau eines Balkons sehr hoch. Beim Bauamt müssen Sie daher einen Bauantrag einreichen, der die nachfolgenden Informationen enthält:

  • Größe und Lage des Balkons
  • Abstände zum Nachbarn
  • Grundrisse, Ansichten und Lageplan des Balkons

Wenn Sie einen professionellen Balkonbauer beauftragen, dann schlagen Sie in der Regel gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn dieser kann Ihnen nicht nur die beste Balkonlösung für Ihr/e Haus/Wohnung vorstellen und anschließend auch bauen, er weiß auch ganz genau, was Sie alles für Punkte beachten müssen, damit Ihr Vorhaben genehmigt wird.

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