Gartengestaltung

Benjeshecke anlegen: Anleitung und Tipps zur Begrünung

Benjeshecken sind kostengünstige Alternativen zu herkömmlichen Grundstückbegrenzungen. Zudem bieten sie vielen nützlichen Tieren einen natürlichen Lebensraum.

Benjeshecke
© Luckyboost / stock.adobe.com

Hecken werden akkurat angepflanzt, herangezogen und regelmäßig in Form gebracht. Die Benjeshecke bildet dabei eine Ausnahme. Die Totholzhecken vertragen sich nicht unbedingt mit einem englischen Rasen und Vorzeigegarten, können mit ihrem rustikalen und natürlichen Erscheinungsbild aber durchaus beeindrucken und zu einem Paradies für heimische Vögel und andere Nützlinge werden.

Im Folgenden erklären wir Ihnen, was unter einer Benjeshecke zu verstehen ist und wie Sie sie in wenigen einfachen Schritten selbst anlegen können.

Was ist unter einer Benjeshecke zu verstehen?

Wie bereits erwähnt, besteht diese Form einer Hecke aus toten Zweigen und Ästen. Diese werden nach dem Baum- und Strauchschnitt nicht entsorgt, sondern wie eine Art Mauer aufgeschichtet. Die Hecken können als Begrenzung wie auch als Sichtschutz dienen.

Das dichte Geflecht aus Zweigen ist ein idealer Rückzugsort für Vögel oder Igel. Bis sich das tote Holz in üppiges Grün verwandelt, wird einige Zeit vergehen. Durch den Anflug von Samen und den im Kot der Vögel vorhandenen Samenkörnern entsteht mit der Zeit eine natürliche wie abwechslungsreiche Heckenbegrünung, welche beim Betrachter für Überraschungen sorgt.

Tipp: Wem dieser Prozess zu langwierig erscheint, der kann etwas nachhelfen und das Totholz selbst bepflanzen.

Benjeshecken besitzen in der Landwirtschaft eine lange Geschichte. Bauern errichteten mit ihrem Schnittgut Grenzmarkierungen und häuften es zwischen dem Acker- und Weideland an. Wer aufmerksam in der Natur unterwegs ist, wird diese natürlichen Begrenzungen vielerorts entdecken und die eine oder andere Anregung für die Gestaltung der Benjeshecke im eigenen Garten mitnehmen können.

Übrigens: Ihren Namen verdankt die Hecke Hermann Benjes. Dieser hat den ökologischen Lebensraum zwar nicht erfunden, aber in den 1980er Jahren ausführlich beschrieben.

Welche Vorteile bringt eine Benjeshecke mit sich?

  • Entsorgung des Grünschnitts entfällt
  • preiswerte Alternative zu Zäunen und angepflanzten Hecken
  • natürliches und rustikales Erscheinungsbild
  • ideal für Bauerngärten
  • natürliche Begrünung durch Samenflug
  • ökologisch wertvoll
  • Nistplatz für Vögel
  • Überwinterungsmöglichkeit für Igel, Kleintiere und Insekten

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Anlegen einer Benjeshecke?

Benjeshecke Baumschnitt
Baumschnitt für Benjeshecke verwenden – © oceane2508 / stock.adobe.com

Bevorzugt wird die Benjeshecke während der Wintermonate angelegt. Es kann nach dem Baum- und Strauchschnitt im Herbst damit begonnen werden. Wer den Bau zwischen Oktober und März abschließt, kann damit rechnen, dass sich bereits im Frühsommer Pflanzen und Tiere im Totholz angesiedelt haben.

Was wird gebraucht?

  • Äste oder Pfähle
  • Astschere
  • Säge
  • Arbeitshandschuhe
  • festes Schuhwerk
  • wetterfeste Kleidung

Damit ein Gerüst entstehen kann, welches den Grünschnitt aufnimmt, werden gleichlange Äste oder Pfähle gebraucht. Die Äste sollten zwischen einem und 1,5 Meter Länge umfassen und mindestens fünf Zentimeter Durchmesser besitzen. Wer die entsprechenden Äste nicht vorrätig hat, besorgt sich Holzpfähle aus dem Baumarkt.

Tipp: Soll der Bau der Benjeshecke ökologischen Maßstäben folgen, ist beim Kauf von Pfählen auf unbehandeltes Holz zurückzugreifen.

Sie können eine Benjeshecke theoretisch in jeder beliebigen Größe anlegen. Entsprechend ist die Höhe des Gerüstes anzupassen. Bevorzugt werden Benjeshecken aus Tannen- oder Birkenholz errichtet.

Benjeshecke anlegen – Schritt für Schritt

Benjeshecke anlegen
© renagroby94 / stock.adobe.com

Schritt 1: Standort auswählen

Bei der Wahl des Standortes sollte beachtet werden, dass es sich um einen hellen und luftigen Standplatz handelt. Ein schattiger Standort ist weniger ideal und verzögert die natürliche Begrünung des Areals.

Tipp: Die Benjeshecke sollte täglich mindestens drei bis vier Sonnenstunden abbekommen.

Wer die idealen Standortbedingungen schafft, beschleunigt das Pflanzenwachstum und beugt einem Pilzbefall vor.

Schritt 2: Maße festlegen

Länge und Höhe der Hecke richten sich nach den persönlichen Vorstellungen und den Gegebenheiten vor Ort. Geläufig sind etwa 1,5 Meter. So kann das Material gut gestapelt werden. Wer sich einen natürlichen Sichtschutz anlegen möchte, kann auch zwei Meter hohe Hecken aufschichten. Die Länge ist abhängig vom vorhandenen Platzangebot und der Menge an Grünschnitt, die bereits angefallen ist oder in Zukunft anfallen wird. Wer die nötigen Voraussetzungen besitzt, kann Benjeshecken auch als natürliche Grundstückseinfassung verwenden.

Schritt 3: Pfähle anbringen

Damit die Konstruktion Halt findet, sind die Stützpfeiler ausreichend im Boden zu verankern.

Tipp: Mit einem Lochspaten kann besonders präzise gearbeitet werden und Sie erhalten tiefe Löcher mit geringem Durchmesser. Dies sorgt für eine hohe Standfestigkeit der Stützpfeiler.

Der Abstand zwischen den einzelnen Pfählen richtet sich nach der Länge des Grünschnitts. Damit sich unterschiedlich langes Material ohne Probleme aufschichten lässt, ist ein Abstand von etwa 50 Zentimetern empfehlenswert. Die Heckenbreite kann variiert werden. Wer ausreichend Grünschnitt besitzt, kann hier ebenfalls mit einem halben Meter arbeiten.

Schritt 4: Grünschnitt aufschichten

Benjeshecke Grünschnitt
Ihren Grünschnitt können Sie für die Begrünung Ihrer Benjeshecke nutzen – © Patryssia / stock.adobe.com

Wurden alle Pfähle im Boden befestigt, ist das Grundgerüst entstanden und es kann mit der Einbringung des Totholzes begonnen werden. Die Zweige und Äste werden in die Konstruktion eingeflochten und leicht angedrückt.

Tipp: Immergrüne Abschnitte erzeugen Unruhe und sollten sparsam verwendet werden. Auch bei Schnittholz von Nadelbäumen ist Vorsicht geboten. Der Boden wird dadurch schnell zu sauer.

Mit der Zeit beginnen die unteren Zweige zu verrotten und die Hecke sackt ein. So entsteht neuer Raum, der mit Grünschnitt befüllt werden kann.

Hecke begrünen

Nach dem Anlegen der Benjeshecke kann sich der Hobbygärtner zurücklehnen und der Natur ihren Lauf lassen. Samen werden herangetragen und entwickeln sich zu Pflanzen. Bis ein stabiles Ökosystem entstanden ist, vergehen allerdings zwischen 50 und 100 Jahre. Eine ergänzende Bepflanzung hilft, diesen Prozess zu beschleunigen.

In unregelmäßigen Abständen werden Pflanzen in die Hecke gesetzt. Dies bewirkt nicht nur ein schnelleres Begrünen, die eingepflanzten Gehölze verschaffen der Benjeshecke zusätzliche Stabilität.

Folgende Gewächse eignen sich für die Begrünung:

Wer sich blühende Benjeshecken wünscht, hilft mit Kapuzinerkresse, Wicken oder Clematis nach. Mit Efeu oder Wilden Wein lassen sich Benjeshecken dauerhaft begrünen. Damit wird die Benjeshecke schnell zu einem Teil des Gartens und verschmilzt mit der umliegenden Landschaft.

Einen dekorativen Übergang schaffen

Anfänglich bietet die Benjeshecke keinen wirklich einladenden Anblick. Dies lässt sich durch einen dekorativen Pflanzstreifen aus Wildstauden kaschieren. An einem sonnigen Standort lässt sich diese Dekorationsidee vorteilhaft umsetzen.
Folgende Pflanzen sind geeignet:

Stockrose „Nigra“

Stockrose 'Nigra'
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Stockrose ‘Nigra’ (Alcea rosea ‚Nigra‘)
Wuchs: aufrechte, beblätterte Blütenstiele; horstig
Wuchshöhe: 200 – 250 cm
Wuchsbreite: 40 – 60 cm
Blüte: schwarzrot; Juli bis September
Standort: sonnig
Boden: frisch, durchlässig, reich an Humus und Nährstoffen
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Königskerze „Pink Pixi“

Königskerze `'Pink Pixie'
© Mathias Karner / stock.adobe.com
Königskerze ‘Pink Pixie’ (Verbascum x cultorum ‚Pink Pixie‘)
Wuchs: aufrechte Stängel, horstbildend
Wuchshöhe: 150 – 200 cm
Wuchsbreite: 80 – 90 cm
Blüte: rosa-violett; Juni bis August
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: lehmig, sandig, humos, gut durchlässig
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Natternkopf

Natternkopf
© simona / stock.adobe.com
Natternkopf (Echium vulgare)
Wuchs: aufrecht, rosettenbildend
Wuchshöhe: 80 – 100 cm
Wuchsbreite: 40 – 60 cm
Blüte: violett, blau, rosa; Mai bis Oktober
Standort: sonnig
Boden: steinig bis lehmig, trocken bis mäßig trocken, humus- und nährstoffarm

Echter Alant

Echter Alant
© JM Soedher/ stock.adobe.com
Echter Alant (Inula helenium)
Wuchs: aufrecht, horstbildend
Wuchshöhe: 100 – 250 cm
Wuchsbreite: 100 – 150 cm
Blüte: rosa-violett; Juni bis August
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: sandig bis lehmig, mäßig feucht bis feucht, reich an Humus und Nährstoffen

Wilde Karde

Wilde Karde
© Robert Knapp / stock.adobe.com
Wilde Karde (Dipsacus fullonum)
Wuchs: krautig, aufrechte Stängel
Wuchshöhe: 150 – 200 cm
Wuchsbreite: 80 – 100 cm
Blüte: hellrosa; Juli bis August
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: frisch bis feucht, durchlässig, nährstoffreich
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