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Kornelkirsche – Pflanzen, schneiden und vermehren

Die Kornelkirsche ist besonders in Südeuropa weit verbreitet. Aber auch bei uns gedeiht der Großstrauch bei richtiger Pflege prächtig.

Kornelkirsche
© Heike Rau – Fotolia.com
Die Kornelkirsche (Cornus mas) zählt zu den Hartriegelgewächsen und ist auch unter den Namen Herlitze, Dirndling, Hirlnuss oder Tierlibaum bekannt. Besonders in Südeuropa sind die Großsträucher weit verbreitet. Dort erreichen sie Wuchshöhen zwischen vier und acht Metern. Seit Jahrhunderten ist die Pflanze auch in unseren Breiten heimisch und wurde aus den Gärten teilweise verwildert.

Die Sträucher wachsen sehr langsam und können mehr als 100 Jahre alt werden. Die lange und auffällige Blüte macht die Kornelkirsche zu einem beliebten Blickfang im noch spätwinterlichen Garten. Die Pflanze kann aber auch als Hecke geschnitten werden. Im heimischen Garten liefert sich der attraktive Frühblüher ein Stelldichein mit Zaubernuss und Forsythie.

Verbreitung der Kornelkirsche

Das eigentliche Verbreitungsgebiet der Kornelkirsche liegt im östlichen Mittelmeerraum. Anzutreffen sind die Pflanzen vorwiegend in der Türkei oder im Kaukasusgebiet. Nennenswerte Vorkommen sind auch aus Luxemburg, Südrussland und dem Süden Belgiens zu vermelden. In Deutschland kommen Kornelkirschen vermehrt im Jenaer Raum oder im Rhein- und Moselgebiet verwildert vor. Dort ist die Pflanze häufig in direkter Nachbarschaft von Efeu, Hainbuche, Haselnusssträuchern oder Rosenarten anzutreffen. In Nordrhein-Westfalen wurde die Pflanze sogar in die Rote Liste der gefährdeten Arten aufgenommen.

Kornelkirsche (Cornus mas)
Wuchsgeschwindigkeit: 10 – 30 cm im Jahr
Wuchshöhe: 300 – 500 cm
Wuchsbreite: 250 – 350 cm
Wurzelsystem: Herzwurzler
Standort: Sonne bis Schatten
Boden: frische Lehm- und Humusböden, kalkliebend
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Ein Blick in die Geschichtsbücher

Wie Ausgrabungsfunde beweisen, wurde die Kornelkirsche bereits in der Jungsteinzeit verwendet. In italienischen Pfahlbautendörfern wurden Schichten von Kernen der Kornelkirsche gefunden, was darauf schließen lässt, dass die Pflanze den Menschen der Vorzeit als Nahrungsmittel diente. Auch das Holz besaß bereits im Altertum große Bedeutung. So soll das Trojanische Pferd, laut Überlieferungen des griechischen Schriftstellers Pausanias, aus Kornelkirschenholz bestanden haben. Im alten Rom wurden auch Speere und Lanzen aus dem Hartholz hergestellt. Homer erwähnte die Kornelkirsche hingegen als bevorzugte Nahrung für Schweine.

Verwendung der Kornelkirsche

Auch wenn sich die Nutzung der Pflanze heute meist auf das Ziergehölz mit seiner auffälligen Blüte beschränkt, unsere Vorfahren nutzten sowohl die Früchte als auch das Holz, die Rinde, die Blätter und die Blüten. Aus den Früchten entstanden Obstbrände, Säfte und Marmeladen. Aus dem auffällig harten Holz der Kornelkirsche wurden Messergriffe, Schusternägel, Radspeichen und verschiedene Werkzeuge hergestellt. Der Rinde wird eine fiebersenkende Wirkung zugeschrieben und auch die Früchte wurden in der Naturheilkunde für die Linderung von Magen-Darmbeschwerden genutzt. In der Türkei werden die reifen Früchte auch in Essig und Öl eingelegt und wie Oliven gegessen. Außerdem lassen sich aus den Früchten der Kornelkirsche Marmelade und Gelee herstellen.

Arten der Kornelkirsche

Wie die folgende Übersicht verdeutlicht, gibt es eine ganze Reihe an Zuchtformen der Kornelkirsche, welche einige Unterschiede in Blüte, Frucht und Wuchsform aufweisen.

Kornelkirsch-ArtenBesonderheiten
Alba ❍ wächst sehr langsam
❍ wird nur etwa fünf Meter hoch
❍ Früchte beinahe weiß
Aurea❍ gelbe Blätter
❍ rote Früchte
Jolico❍ gelbe Blüten
❍ große, rote Früchte
❍ Reife ab August
Pyramidalis ❍ seltene Pflanze
❍ aufrechter Wuchs
❍ kugelige Früchte
Shan❍ auffallend große Knospen
❍ reich tragend
❍ große Früchte
Variegata ❍ Blätter weiß umrandet
❍ wird nur bis zu vier Meter hoch
❍ kleine, rote Früchte
Violacea❍ sehr alte Sorte
❍ sehr selten
❍ violette Früchte

Wann blüht die Kornelkirsche?

Kornelkirsche Blüten
Die gelben Blüten der Kornelkirsche sind zum Teil schon ab Ende Februar zu bewundern – © Maren Winter / stock.adobe.com

Die Kornelkirsche überrascht mit ihrer frühen Blüte. In unseren Breiten zeigen sich die gelben Blüten bereits im März. Im Süden Deutschlands teilweise sogar schon ab Ende Februar und damit häufig noch vor dem Forsythienstrauch.

Die goldgelben Blüten sind ausgesprochen dekorativ und besitzen, wie alle Hartriegelgewächse, vier Blütenblätter. Noch vor den Blättern platzen die Blütenknospen auf. Diese werden bereits im Herbst hervorgebracht. Blatt- und Blütenknospen unterschieden sich in ihrer Form. Während die Blattknospen im Frühling ausgebildet werden und eher länglich ausfallen, sind die bereits im Herbst angelegten Blütenknospen kugelig geformt.

Kornelkirsche pflanzen – Alle Fakten im Überblick

Wollen Sie Kornelkirschen pflanzen, sollten Sie beachten, dass es sich um Herzwurzler handelt. Die Pflanzen besitzen also keine herkömmlichen Wurzelballen. Sie wachsen mit ihren Hauptwurzeln beinahe senkrecht in den Boden. Daneben entstehen mehrere Verwurzelungen, welche sich strahlenförmig um die Hauptwurzeln ausbreiten. Dies garantiert die Standfestigkeit der Kornelkirsche. Sie werden die Pflanzen im Handel daher häufig als Containerpflanze angeboten bekommen.

Die Kornelkirsche ist recht robust und wird bevorzugt im Herbst gepflanzt. Dann bleibt der Kornelkirsche noch ausreichend Zeit, um bis zum Winter ihre charakteristischen Wurzeln auszubilden und gut anzuwachsen.

❍ Standort

An ihren Standort stellt die Kornelkirsche wenig Ansprüche. Ein Schattenplatz würde der Pflanze allerdings weniger bekommen, denn Kornelkirschen lieben die Wärme. Ein sonniger und warmer Standort ist deshalb ideal. Die Pflanze verträgt aber auch Halbschatten. Ebenso sind windige Standorte für die robuste Pflanze kein Problem. Hitze und Trockenheit werden weitgehend toleriert.

❍ Boden

Kornelkirschen mögen keine trockenen, aber auch nicht zu nasse Böden und können empfindlich auf Staunässe reagieren. Die Pflanze verträgt längere Trockenheit aber generell besser als andauernde Nässe. Es gilt daher, einen guten Mittelweg zu finden. Staunässe können Sie z.B. bestens vorbeugen, indem Sie eine Drainage aus Steinen oder Ton anlegen. Kornelkirschen besitzen eine Vorliebe für kalkhaltige Böden, dulden aber auch leicht saureres Substrat.

❍ Pflanzanleitung

Die beste Zeit, um Kornelkirschen zu pflanzen, liegt im Herbst. Nachdem Sie den geeigneten Standort gefunden haben, gehen Sie einfach wie folgt vor:

  1. Pflanzloch ausheben. Bei Heckenpflanzung etwa 80 Zentimeter Pflanzabstand einhalten.
  2. Pflanze einsetzen und schütteln, damit sich die Erde gut verteilt.
  3. Pflanzloch schließen und Kompost in den Boden einarbeiten.
  4. Anschließend noch gut angießen.

Kornelkirsche pflegen – So machen Sie es richtig

❍ Gießen:

Da die Pflanze Trockenheit besser verträgt als Nässe, darf der Strauch auch längere Zeit trocken stehen. Die Pflanze wird dann allerdings ihre Wuchsfreudigkeit einschränken und weniger Früchte hervorbringen. Wer sich eine reiche Ernte erhofft, sollte also darauf achten, dass der Boden regelmäßig bewässert wird. Staunässe darf auf keinen Fall entstehen.

❍ Düngen

Die Pflanzen sind sehr genügsam und benötigen keinen allzu nährstoffreichen Boden. Düngergaben übers Jahr sind zudem nicht notwendig. Mischen Sie im Frühling Kompost unter das Erdreich, ist die Kornelkirsche mit ausreichend Nährstoffen versorgt.

❍ Rückschnitt

Die Kornelkirsche wächst sehr langsam und muss daher nicht zwingend zurückgeschnitten werden. Wenn Sie die Sträucher als Hecke anlegen möchten, werden Sie sich dagegen mit dem Rückschnitt befassen müssen, damit die Hecke ihre Form behält. Die Pflanzen sind generell sehr gut schnittverträglich. Mit einem Rückschnitt wird zudem die Blühfreudigkeit unterstützt und einer Überalterung vorgebeugt. Wenn Sie abgestorbene Triebe regelmäßig entfernen und zu lang gewachsene Triebe kürzen, sorgen Sie für gut gewachsene Pflanzen, die kräftig blühen und reiche Früchte tragen.

Das Schneiden der Kornelkirsche sollte immer unmittelbar nach der Blüte erfolgen. Dann geben Sie der Pflanze ausreichend Zeit, um neue Triebe zu bilden und im Herbst die Blütenknospen für die nächste Saison anzusetzen.

❍ Überwinterung

Die Kornelkirsche gilt als winterhart, weshalb kein zusätzlicher Schutz notwendig ist. Um eine natürliche Barriere gegen strengen Frost zu schaffen, kann das Laub als Schutz dienen. Während der Wintermonate müssen Sie besonders darauf achten, dass die Pflanze nicht in Berührung mit Streusalz kommt. Darauf reagieren die Kornelkirschen nämlich sehr empfindlich und können sogar noch nach Jahren Schaden nehmen.

Wie lassen sich Kornelkirschen vermehren?

Kornelkirschen
© Joachim – Fotolia.com

Die Vermehrung der Kornelkirsche ist durch Samen, Stecklinge und Absenker möglich. Alle drei Möglichkeiten hier einmal etwas genauer erklärt.

❍ Vermehrung durch Samen

Die Vermehrung durch Samen ist keine leichte Aufgabe. Der Samen würde bis zu zwei Winter für die Keimung benötigen. Dieser Vorgang lässt sich beschleunigen, indem Sie die Samen etwa ein Vierteljahr warm lagern. Anschließend müssen die Samen noch weitere drei Monate in den Kühlschrank. Die Samen werden anschließend in Pflanztöpfe mit feuchtem Torf gesetzt und mit einer Glas- oder Plastikhaube versehen, um die Keimung zu beschleunigen. Die Aussaat ins Freiland erfolgt dann im Herbst.

❍ Vermehrung durch Stecklinge

Diese Form der Vermehrung ist eher problemlos möglich. Im Winterhalbjahr dazu einfach die etwa 20 Zentimeter langen Stecklinge schneiden. An frostfreien Tagen können die Stecklinge dann direkt in die Erde. Sie können die Stecklinge auch in feuchtem Sand kühl überwintern, wenn Dauerfrost herrscht.

❍ Vermehrung durch Absenker

Um die Vermehrung durch Absenker durchzuführen, müssen Sie den Boden neben der Pflanze zunächst einmal auflockern. Dort ziehen Sie dann eine Rinne, in die dann der Trieb kommt. Anschließend müssen Sie die Rinne mit Erde bedecken und beschweren, damit der Trieb Halt im Boden findet. Das obere Triebende bleibt dabei frei und muss an einem Pflanzstab befestigt werden. Dieser sorgt dann für einen aufrechten Wuchs. Wenn der Absenker ausreichend Wurzeln gebildet hat und sich die ersten Triebe zeigen, können Sie ihn von der Mutterpflanze trennen. Bis dahin können jedoch mehrere Jahre vergehen.

Schädlinge und Krankheiten bei der Kornelkirsche erkennen

Die Pflanzen sind allgemein recht robust und werden kaum von Schädlingen oder Krankheiten heimgesucht. Pflegefehler können lediglich zu einem Vertrocknen der Blätter führen. Triebe und Blätter können darüber hinaus nachhaltig geschädigt werden, wenn die Wurzeln im Winter in Berührung mit Streusalz kommen. Junge und schwache Pflanzen zeigen sich zudem gelegentlich angreifbar für Pilzerkrankungen. Folgende Schadbilder kommen bei der Kornelkirsche am häufigsten vor:

❍ Blattfleckenkrankheit

Bei der Blattfleckenkrankheit handelt es sich um eine Pilzinfektion, welche zahlreiche Zier- und Nutzpflanzen in den heimischen Gärten befällt. Die Krankheit zeigt sich an den Blättern, welche gelbliche bis bräunliche Flecken bekommen. Mittig wird ein Fruchtkörper sichtbar. Die Pflanzen erscheinen zusehends geschwächt und sterben unbehandelt nach geraumer Zeit ab.

➜ Was ist zu tun?

  • großzügig zurückschneiden (Schnittgut darf nicht auf den Kompost!)
  • benutzte Werkzeuge desinfizieren
  • Behandlung mit Neudo-Vital Pilzschutz (z.B. bei Amazon erhältlich)
  • mehrmalige Anwendung notwendig

Wichtig: Das genannte Pilzpräparat wirkt nicht bei Regenwetter.

❍ Mehltau:

Ein Befall mit Echtem Mehltau ist an einem mehlartigen Belag auf den Blättern zu erkennen. Anfänglich kann dieser Belag leicht mit den Fingern abgestriffen werden. Im weiteren Verlauf verfärben sich die anfänglich weißen Beläge grau oder braun. Die Blätter rollen sich zusammen und die Pflanze bleibt im Wachstum zurück.

➜ Was ist zu tun?

Foto1: © Heike Rau - Fotolia.com, Foto2: © Joachim - Fotolia.com

1 KOMMENTAR

  1. Meine Korelkirsche hat vermutlich die Blattfleckenkrankheit. Hat aber schon zum Teil rote Früchte. Soll ich sie noch mit Neudo Vital spritzen? Bitte um Antwort!

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