Den Blauglockenbaum zu pflanzen, heißt auf Zukunft setzen: Der Klimabaum wächst beeindruckend schnell, kommt mit Hitze und Trockenheit gut zurecht und bietet Insekten im Frühjahr eine wertvolle Nahrungsquelle.

Kaum zu glauben, aber wahr: Der Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa) zählt zu den am schnellsten wachsenden Bäumen der Welt. In den ersten Jahren kann er über einen Meter pro Jahr zulegen, später pendelt sich das Wachstum bei etwa 40 Zentimetern jährlich ein. Wer den Blauglockenbaum pflanzen möchte, sollte deshalb ausreichend Platz einplanen.

Doch nicht nur sein Tempo beeindruckt. Als robuster Klimabaum kommt die Paulownia mit Hitze, Trockenheit und mageren Böden erstaunlich gut zurecht. Gleichzeitig bindet sie viel CO₂ und bietet mit ihren auffälligen, glockenförmigen Blüten im Frühjahr eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Mit ein paar einfachen Pflanzhinweisen fühlen sich Lippenblütler im Garten auch schnell zu Hause.

Herkunft

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Blauglockenbaumes liegt im Westen Chinas. Die Kultivierung erfolgt mittlerweile auch in klimatisch begünstigten, milden Regionen Japans, Nordamerikas, Koreas und Europas. Dort werden die Bäume gezielt zur Holznutzung gezüchtet. Auch als Zierpflanze in Gärten und Parks ist der Blauglockenbaum weitverbreitet. In Asien besitzen die Bäume symbolischen Charakter und werden gepflanzt, wenn in einer Familie eine Tochter geboren wurde.

Pflanzenporträt

Blauglockenbaum
Die erste Blüte zeigt sich nach 6 bis 10 Jahren. | © Baumschule Horstmann
BlauglockenbaumPaulownia tomentosa
Weitere NamenPaulownia, Kiribaum, Japanischer Kaiserbaum, Kaiserliche Paulownie
Wuchsbreite8 – 10 m
Wuchsgeschwindigkeit 40 – 50 cm pro Jahr
Wuchshöhe8 – 15 m
StandortSonnig
BlütezeitApril bis Mai
LaubLaubabwerfend
WurzelTiefwurzler
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Blauglockenbäume erweisen sich als besonders wuchsfreudig. Die Bäume werden mindestens 15 Meter hoch. In Ausnahmefällen wurden auch Exemplare mit 50 Metern Wuchshöhe gesichtet. Der Stamm erscheint ebenso imposant und erreicht einen Durchmesser von bis zu zwei Metern.

Einen Blickfang stellen die etwa 30 Zentimeter langen herzförmigen Blätter dar. Die Blätter erscheinen weich und samtig behaart. Auch die orangebraunen Knospen weisen eine Behaarung auf.

Im April erscheinen an den bis zu 40 Zentimeter langen Blütendolden die glockenförmigen violetten bis blauvioletten Blüten, welche etwa sechs Zentimeter lang wachsen und ebenfalls eine flaumige Behaarung besitzen.

Die Blüten entfalten einen vanilleähnlichen Duft, welcher viele Bienen und Hummeln anzieht und für einen lebendigen Naturgarten sorgt. Aus den Blüten entstehen dann walnussgroße Kapselfrüchte mit feinen Samen, die oft bis in den Winter am Baum bleiben.

💡TIPP: Aufgrund seiner imposanten Blütenstände wird der Blauglockenbaum häufiger mit Jacaranda-Bäumen verwechselt.

🟩 Schon gewusst?
Die Paulownia wurde nach Anna Pawlowna benannt, der Tochter von Zar Paul I. Im 19. Jahrhundert galt der exotische Baum als Zeichen von Würde und Schönheit und daher auch der Beiname imperialis. Ein bekanntes Exemplar steht bis heute im Garten des Palais Schaumburg in Bonn und wird als „Kanzlerbaum“ mit Konrad Adenauer in Verbindung gebracht.

Blauglockenbaum Verwendung

Das Holz des Kaiserbaumes besitzt eine ansprechende Optik und ist darüber hinaus robust und nur schwer entflammbar. In Japan werden aus dem Baumholz feuerfeste Kimonoschränke hergestellt. Auch Musikinstrumente oder Tischtennisschläger werden aus dem, von den Japanern „Kiri“ genannten, Holz produziert. Aufgrund des raschen Wachstums geriet die Nutzung des Holzes bereits in den 1980er Jahren in den Fokus.

Blauglockenbaum pflanzen

Es wird nicht in allen Regionen Deutschlands uneingeschränkt möglich sein, den Blauglockenbaum anzupflanzen und in üppiger Blüte zu erleben. Lediglich in Regionen mit milden Wintern lässt sich die Pflanze problemlos im Freien kultivieren. Jüngere Bäume sind dabei besonders empfindlich. Erwachsene Bäume vertragen den Winter in unseren Breiten allgemein recht gut. Ein raues Gebirgsklima wird den Bäumen trotzdem weniger gut bekommen.

Hinweis: Der Blauglockenbaum bildet schon im Herbst die Knospen aus. Unter rauen klimatischen Bedingungen wird die Blüte im nächsten Jahr ausbleiben, da die Knospen erfrieren.

Den passenden Standort finden

Für den Blauglockenbaum sollte ein sonniger Standort gefunden werden. Bekommen die Bäume viel Sonne, hat dies eine üppige und ausdauernde Blüte zur Folge. Ein windgeschützter Standort ist ebenfalls von Vorteil.

Bei der Standortwahl gilt es vor allem zu bedenken, dass die Bäume schnell wachsen und eine mächtige Krone ausbilden. Eine Alleinstellung mit ausreichend Pflanzabstand sollte angestrebt werden, sonst könnte der Blauglockenbaum seinen Pflanznachbarn das Leben schwer machen und diese verdrängen. Für den Kleingarten ist der Blauglockenbaum eher weniger geeignet. Hier bietet sich vielleicht ein Trompetenbaum als Alternative an.

💡TIPP: Bei der Standortwahl ist zu beachten, dass die Bäume einen Mindestabstand von 15 Metern zum nächsten Gebäude oder zu einer Mauer aufweisen sollten.

Das ideale Substrat auswählen

Der Kaiserbaum sollte in einen nährstoffreichen und tiefgründigen Boden gesetzt werden. Der Boden muss gut wasserdurchlässig sein, da Staunässe von den Gewächsen nicht vertragen wird. Deshalb ist es besser, wenn der Boden eher trocken als zu nasse ist. Feuchte Böden begünstigen Staunässe und führen allgemein zu einem verlangsamten Wuchs, da das Holz nur schlecht ausreifen kann.

Gegen Staunässe im Boden hilft das Anlegen einer Drainage – der Boden lässt sich entsprechend aufwerten und damit den Ansprüchen der exotischen Pflanze anpassen. Um den Boden durchlässiger zu gestalten, können Kies oder Sand eingearbeitet werden.

Blauglockenbaum düngen

Um dem erhöhten Nährstoffbedarf entgegenzukommen, sollte das Substrat bereits bei der Pflanzung mit Humus oder Kompost vermischt werden. Zusätzlich kann im Frühjahr und Herbst mit organischen Düngern wie Kompost oder verdünnter Brennnesseljauche nachgedüngt werden.

Wann ist Pflanzzeit für den Blauglockenbaum?

Die Bäume werden bevorzugt im Frühling gepflanzt. Der Handel bietet rechtzeitig entsprechende Containerpflanzen oder Ballenware an. Wird der Kaiserbaum früh im Jahr gepflanzt, bleibt ihm genügend Zeit, bis zum Winter ein stabiles Wurzelsystem auszubilden und dem Frost zu trotzen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Standort auswählen
  2. Substrat aufwerten
  3. Pflanze wässern
  4. Drainage legen
  1. Pflanze einsetzen
  2. Pflanzloch schließen
  3. Erde gut festdrücken
  4. Pflanze gründlich gießen

Ist der Standort gefunden, wird das Pflanzloch ausgehoben. Dieses sollte der Pflanze ausreichend Raum bieten und daher mindestens den doppelten Umfang des Wurzelballens besitzen. Während Sie das Pflanzloch ausheben, stellen Sie das Bäumchen in ein Gefäß mit Wasser, bis dort keine Luftblasen mehr auftauchen. Die Erde im Pflanzloch wird gut aufgelockert.

Damit die Pflanze vor Staunässe geschützt ist und das Gießwasser gut abfließen kann, bedecken Sie den Boden mit einer Drainageschicht aus Tonscherben oder Kies. Das Substrat selbst sollte mit Kompost oder Humus vermischt werden, damit die Pflanze einen nahrhaften Naturdünger bekommt, welcher alle Nährstoffe für das erste Standjahr liefert.

Anschließend kann der Kaiserbaum bis zu seinem oberen Wurzelhals in das Pflanzloch gesetzt werden. Das Substrat wird nun aufgefüllt und gut angedrückt. Abschließend wird das Bäumchen ausreichend mit Wasser versorgt. Hierbei ist es hilfreich, einen Gießrand anzulegen.

Lesetipp: Blauglockenbaum pflegen – Gießen, Düngen, Schneiden und Überwintern

Blauglockenbaum im Kübel pflanzen

Da junge Pflanzen frostempfindlich reagieren, bietet sich die Kübelhaltung an. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass die Pflanzung im Kübel lediglich als Übergangslösung verstanden werden kann, denn die schnell wachsenden Bäume sollten spätestens nach drei bis vier Jahren ins Freiland umziehen dürfen. Ein entsprechender Standplatz sollte also vorhanden sein, wenn man mit dem Gedanken spielt, sich einen Kaiserbaum anzuschaffen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Pflanzkübel auswählen
  2. Substrat vorbereiten
  3. Drainage einbringen
  4. Pflanze einsetzen
  1. Substart auffüllen
  2. Erde andrücken
  3. Pflanze angießen

Bei der Wahl des Pflanzkübels ist darauf zu achten, dass dieser nicht nur eine ausreichende Größe besitzt und den Wurzelballen gut aufnehmen kann, sondern auch über genügend Abflusslöcher für überschüssiges Wasser verfügt. Kübelpflanzen besitzen ein erhöhtes Risiko, unter Staunässe zu leiden. Können Gieß- und Regenwasser nicht ausreichend abfließen, staut sich das Wasser im Pflanztopf, greift die Wurzeln an und lässt die Pflanze schließlich faulen.

Eine Drainageschicht sollte daher nicht fehlen: Kies, Blähton oder Tonscherben am Gefäßboden sorgen Staunässe zuverlässig vor. Auch das Substrat spielt eine Rolle, es sollte locker, durchlässig und zugleich nährstoffreich sein.

Kübelpflanzen benötigen außerdem mehr Wasser und Nährstoffe als Freilandpflanzen. Der Blauglockenbaum sollte daher kontinuierlich gegossen werden, besonders in der warmen Jahreszeit. Während der Wachstumsperiode ist eine monatliche Düngung mit einem hochwertigen Flüssigdünger oder mit Brennnesseljauche zu empfehlen.

Da die Pflanze sehr schnell wächst, kann ein jährliches Umtopfen sinnvoll sein. Dabei wird nicht nur das Pflanzgefäß durch ein größeres ersetzt, sondern auch die Erde komplett ausgetauscht. So steht dem jungen Baum weiterhin ausreichend Raum und Nährstoffe zur Verfügung – bis schließlich der Umzug ins Freiland ansteht.

💡TIPP: Da der Blauglockenbaum schnell an Größe zunimmt, ist ein Rückschnitt im Frühjahr sinnvoll. Er hält die Pflanze kompakt und regt das Wachstum an.

Wichtige Fragen zum Blauglockenbaum

Kann man einen Blauglockenbaum dauerhaft im Kübel halten?

Nur in den ersten Jahren. Aufgrund seines starken Wachstums braucht die Paulownia langfristig mehr Platz, als ein Kübel bieten kann. Eine Auspflanzung ins Freiland ist daher meist unvermeidlich.

Wie lässt sich die frostempfindliche Jungpflanze am besten überwintern?

Ideal ist ein kühler, heller Ort wie ein Wintergarten oder ein frostfreier Keller. Alternativ schützt ein Vliesmantel den Blauglockenbaum im Freien. Bei Topfpflanzen sollte zusätzlich der Wurzelbereich isoliert werden.

Kann ein Rückschnitt das Wachstum des Blauglockenbaumes bremsen?

Im Gegenteil: Ein gezielter Rückschnitt im Frühjahr regt die Pflanze zu kräftigem Neuaustrieb an und fördert eine stabile, gleichmäßige Krone.

Eignet sich der Blauglockenbaum als Hausbaum oder für kleine Gärten?

Weniger. Aufgrund seiner Endhöhe von 12 bis 15 Metern und des starken Wachstums ist er für kleine Gärten kaum geeignet. In großen Gärten oder auf weitläufigem Gelände kommt er besser zur Geltung.

Woran kann es liegen, wenn ein Blauglockenbaum nicht blüht?

Oft liegt es am Alter. Blauglockenbäume blühen frühestens nach sechs Jahren, manchmal sogar erst nach zehn Jahren.

Dagmar von Gartentipps.com

Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

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