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Buchsbaumpilz bekämpfen und vorbeugen – So klappt’s

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Braune Blätter, ein weißlicher Belag an den Blattunterseiten und schwarze Streifen auf den Trieben – all das sind Anzeichen für den Buchsbaumpilz. Erfahren Sie hier, wie er sich bekämpfen lässt.

Buchsbaumpilz bekämpfen
© Erika Wehde / stock.adobe.com

In deutschen Gärten und Parks werden seit mehr als zehn Jahren Buchsbaumgewächse vom Buchsbaumpilz bedroht. Der aggressive Erreger Cylindrocladium buxicola breitet sich von Norden her aus und stellt Buchsbaumbesitzer vor große Probleme. Denn es werden nicht nur geschwächte oder verletzte Pflanzen befallen. Bei länger anhaltendender Feuchtigkeit gelingt es dem Buchsbaumpilz, auch in gesundes Blattgewebe vorzudringen. Da die Gewächse auch von anderen Pilzen angegriffen werden können, gilt es, den für das Buchsbaum-Triebsterben verantwortlichen Erreger genau zu bestimmen.

Welche Anzeichen deuten auf den Buchsbaumpilz hin?

Der Buchsbaumpilz findet bei Temperaturen um 25 Grad ideale Bedingungen vor. Erste Anzeichen eines Befalls werden dann bereits etwa sieben Tage nach Erstkontakt deutlich. Herrscht ein besonders heißer Sommer, wird sich der Befall dagegen in Grenzen halten, da der Erreger mit Temperaturen über 25 Grad deutlich schlechter zurechtkommt.

Der Zeitraum für einen möglichen Befall erstreckt sich auf die Monate April bis August. Zunächst kommt es zu Verfärbungen der Blätter. An jungen Pflanzen nehmen die Blätter dann eine orangebraune Färbung an. Ältere Gewächse verfärben sich ausschließlich braun. Die Blattflecken können sich schnell ausbreiten und es kommt zur Infektion ganzer Triebe. Bei hoher Luftfeuchtigkeit sind die Blattunterseiten zusätzlich von einem weißlichen Belag überzogen. Die Blattflecken allein sind jedoch kein sicherer Hinweis auf den Buchsbaumpilz.

Einen deutlichen Hinweis auf den Befall liefern kleine schwarze Streifen, die sich auf den befallenen Trieben erkennen lassen. Zunächst erscheint die Zeichnung am unteren Teil des Triebes und breitet sich zur Spitze hin aus. Im weiteren Verlauf können dann ganze Triebe befallen werden und absterben. Nimmt der Buchsbaumpilzbefall einen ungünstigen Verlauf, kommt es zum Absterben der kompletten Pflanze.

Für den Laien ist es oft schwierig, den Buchsbaumpilz zweifelsfrei zu erkennen. Verschiedene weitere Pilzarten oder auch ein vermehrter Schildlausbefall lassen ein ähnliches Schadbild erkennen. Leicht zu verwechseln ist der Buchsbaumpilz mit folgenden Erkrankungen:

Erkrankung/SchädlingUnterschiede zum Buchsbaumpilz
BuchsbaumwelkeDie Rinde weist eine großflächige Verdunklung auf.
BuchsbaumkrebsDie Sporen sind nur anfänglich weiß und verfärben sich später orange.
BuchsbaumzünslerEs werden deutliche Fraßschäden sichtbar. Die Raupen des Buchsbaumzünsler können abgelesen werden.

Buchsbaumpilz bekämpfen – So klappt’s

Die Buchsbaumkrankheit lässt sich bislang nicht wirkungsvoll bekämpfen, denn der Pilz erweist sich als äußerst aggressiv und widerstandsfähig. Ist der Erreger erst durch das gesunde Blattgewebe eingedrungen, gibt es keine zuverlässige Methode für dessen Bekämpfung. Hausmittel oder biologische Substanzen versagen. Auch chemische Mittel sind bislang nicht zugelassen.

In jüngster Zeit haben einige Anwender jedoch positive Erfahrungen mit Algenkalk gemacht. Wurden die Pflanzen im Frühling mit Algenkalk-Spritzungen versorgt, zeigte sich innerhalb der nächsten Monate eine deutliche Erholung des Buchsbaums. Die Behandlung soll auch gegen den Buchsbaumzünsler und dessen Eier Wirkung zeigen.

Bei einem Befall besteht umgehender Handlungsbedarf. Sie sollten:

  • alle befallenen Pflanzenteile entfernen
  • die Pflanze bis in das gesunde Holz zurückschneiden
  • alle befallenen Pflanzenteile entsorgen
  • den Falllaub entfernen
  • die oberste Bodenschicht abtragen

Wichtig:
Befallene Pflanzenteile dürfen nicht auf den Kompost. Auf dem Kompost würde sich der Pilz nämlich ungehindert weiterverbreiten. Die Sporen können auf dem Boden bis zu vier Jahre überleben. Zur Sicherheit sollten Sie die Pflanzenteile im Restmüll entsorgen oder an Ort und Stelle verbrennen.

Aufgrund der hohen Aggressivität des Pilzes sind auch die für den Rückschnitt des Buchsbaums verwendeten Werkzeuge sowie die getragenen Arbeitsschuhe und Handschuhe nach Gebrauch gründlich zu säubern und zu desinfizieren.

So können Sie einem Befall vorbeugen

➞ Robuste Sorten auswählen:

Ein Befall mit dem Buchsbaumpilz kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Bei Neupflanzungen lässt es sich auf weniger anfällige Sorten ausweichen. Dazu zählen Faulkner, Arborescens, Ilex Robustico® oder Herrenhausen. Besonders anfällig für den Befall sind folgende Sorten:

  • Raket
  • Suffruticosa
  • Blauer Heinz
  • Rotundifolia

➞ Den richtigen Standort auswählen:

Die Blätter des Buchsbaums müssen mindestens fünf Stunden der Nässe ausgesetzt sein, bevor der Pilz in das Blattgewebe eindringen kann. Dies wird an einem sonnigen und luftigen Standort vermieden, da die Blätter weit schneller abtrocknen. Ein kalkhaltiger, leicht feuchter Boden ist übrigens optimal für den Buchsbaum.

➞ Das Gießverhalten anpassen:

Der Buchsbaum braucht zudem ausreichend Feuchtigkeit und Nährstoffe. Um die Blätter nicht unnötig zu benetzen, wird die Pflanze stets von unten bewässert.

➞ Die Pflanze schonen:

Der Pilz benötigt nicht zwingend verletztes Blattgewebe, wird aber mit Vorliebe in geschwächte Gewächse eindringen. Daher ist während eines feuchten und heißen Sommers auf Schnittmaßnahmen am Buchsbaum zu verzichten.

➞ Richtig düngen:

Um die Pflanzen zu kräftigen und damit widerstandsfähiger gegenüber dem Buchsbaumpilz zu machen, bietet sich eine Kalidüngung im Spätsommer an.

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Foto1: © Erika Wehde / stock.adobe.com

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