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Feuerbohne – Phaseolus coccineus pflanzen, pflegen, ernten

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Feuerbohnen, oder auch Prunkbohnen oder Käferbohnen genannt, können als Gemüse im Nutzgarten angepflanzt werden und sind im Ziergarten ein absoluter Hingucker.

Feuerbohne
© irottlaender / stock.adobe.com
Die Feuerbohne (Phaseolus coccineus), auch Prunkbohne, Wollbohne oder Käferbohne genannt, kommt als Zierpflanze, aber auch als Nutzpflanze im heimischen Garten vor. Die einjährigen Pflanzen sind eifrige Kletterer und benötigen vom Hobbygärtner entsprechende Unterstützung. An einem Rankgitter werden schnell drei bis vier Meter an Höhe erreicht. Die Hülsenfrüchtler können auch als Hecke angepflanzt werden. Die hübschen Blüten dienen als Blickfang. Im Hochsommer beginnt die Ernte der leckeren Früchte.

Herkunft der Feuerbohne

Die ursprüngliche Heimat der dekorativen Feuerbohnen befindet sich in den tropischen Gebieten Südamerikas. Im 17. Jahrhundert gelangten – die aufgrund der auffälligen Blüten auch Prunkbohne genannten Pflanzen – auf dem Seeweg nach Europa. Heute ist die Feuerbohne in ganz Europa heimisch geworden. In Österreich ist die Wollbohne auch unter der Bezeichnung Käferbohne bekannt. Türkische Bohne, Arabische Bohne oder Blumenbohne sind weitere verbreitete Trivialnamen. Eine botanische Verwandtschaft besteht zur Busch- und Stangenbohne.

Verwendung der Feuerbohne

Die Feuerbohne kann im Zier- und im Nutzgarten Verwendung finden, oder einen harmonischen Übergang zu beiden Bereichen schaffen. Die Pflanzen eignen sich für die Begrünung von Wänden und Zäunen und stellen einen attraktiven Sichtschutz an Spalieren und Pergolen dar.

Nach der Blütezeit reifen die grünen Hülsenfrüchte heran. Abhängig von der Sorte können diese eine Länge von mehr als 25 Zentimetern erreichen. Die Verwendung in der Küche gleicht den Buschbohnen oder Stangenbohnen.

Achtung: Feuerbohnen dürfen nicht roh verzehrt werden. Sie enthalten den giftigen Stoff Phasin.

Im Inneren der Schoten befinden sich die Samen. Diese sind gekocht ebenfalls essbar.

Feuerbohne pflanzen

➔ Den passenden Standort finden

Die anspruchslosen Feuerbohnen arrangieren sich beinahe mit jedem Standplatz. Die Pflanzen gedeihen in der Sonne wie im Halbschatten. In milden Regionen ist sogar eine zweijährige Kultur möglich.

» Tipp: Bohnen sollten jedes Jahr an einem neuen Standort gepflanzt werden. Eine erneute Pflanzung am selben Standplatz ist erst nach mindestens fünf Jahren ratsam.

Folgende Pflanznachbarn eignen sich besonders gut, bzw. sind möglichst zu meiden.

vorteilhafte Pflanzenungeeignete Pflanzen
KartoffelnLauch
TomatenZwiebeln
GurkenKnoblauch
SellerieErbsen
BohnenkrautFenchel

Die Kultivierung ist auch auf Balkon und Terrasse möglich. Die Kübelpflanzen benötigen entsprechende Rankhilfen.

➔ Das ideale Substrat auswählen

Für die Kultivierung der Feuerbohne ist jeder herkömmliche Gartenboden geeignet. Die besten Wachstumsbedingungen werden der Wollbohne geboten, wenn es sich um einen durchlässigen und nährstoffreichen Boden mit hohem Lehmanteil handelt.

Feuerbohnen können vorkultiviert oder direkt ausgesät werden.

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➔ Feuerbohne vorziehen

Mit dem Vorziehen der Pflanze können Sie Ende April beginnen. Um die Keimung zu beschleunigen, ist es empfehlenswert, die Bohnen vor der Aussaat mindestens einen Tag in warmem Wasser vorquellen zu lassen.

  1. Bohnen vorquellen
  2. Pflanzgefäß mit Anzuchterde füllen
  3. Bohnen mit dem Nabel nach oben einlegen
  4. Erde etwa zwei bis drei Zentimeter auffüllen
  5. Erde leicht andrücken
  6. Bohnen leicht angießen
  7. Pflanzgefäß bei Zimmertemperatur aufstellen

Temperaturen um 20 Grad sind ausreichend. Wichtig ist, die Bohnen nicht allzu feucht zu halten. Nach etwa einer Woche erscheinen die ersten Keimlinge. Ist ab Mitte Mai die Gefahr von Nachtfrösten gebannt, können die Feuerbohnen ins Freiland gesetzt werden.

Feuerbohne pflanzen
Feuerbohnen mit Rankhilfe | © bellass / stock.adobe.com

➔ Feuerbohne direkt aussäen

Wer die Samen direkt ins Freiland bringen will, sollte abwarten, bis die Temperaturen durchweg Werte um zehn Grad erreicht haben. Auch hier ist es ratsam, die Samen vorquellen zu lassen.

Zunächst müssen Sie sich um die Rankhilfen kümmern. Stehen kein Zaun oder eine Pergola zur Verfügung, können Holz- oder Metallstangen aufgestellt werden. Im Umkreis der Rankhilfe werden kleine Löcher von etwa drei Zentimeter Tiefe angelegt. In diese Horste legen Sie vier bis sechs Bohnen.

Etwa zwei bis drei Zentimeter Erde werden aufgefüllt. Haben die Jungpflanzen zirka fünf Zentimeter an Wuchshöhe erreicht, können sie angehäufelt werden. Dadurch können sich kräftigere Pflanzen entwickeln. Durch das Überangebot an Substrat werden vermehrt Seitenwurzeln gebildet. Die Aufnahme von Feuchtigkeit und Nähstoffen kann erhöht werden.

Die Stängel der Wollbohne können bis zu sechs Meter lang wachsen. Sie winden sich stets in linker Richtung um die Rankhilfe. Zwischen Juni und September erscheinen die gelblichen oder rötlichen Blüten.

Feuerbohne Pflege

➔ Feuerbohne richtig gießen

Die Feuerbohne muss regelmäßig gegossen werden. Besonders Kübelpflanzen haben einen hohen Flüssigkeitsbedarf. Eine tägliche Bewässerung ist wichtig, damit die Pflanze die Blüten nicht abwirft und sich wie gewünscht entwickelt. Beim Gießen kommt es auf Fingerspitzengefühl an. Feuerbohnen vertragen keine Staunässe.

» Tipp: Bei Kübelpflanzen kann eine Drainage aus Tonscherben oder Kies im Gefäßboden Staunässe vorbeugen.

➔ Feuerbohne richtig düngen

Das Wachstum der Pflanzen kann durch die Zugabe von Kompost gefördert werden. Auch eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Brennnesseln ist willkommen. Weitere Maßnahmen sind nicht notwendig.

Die Pflanzen selbst können den Boden mit Nährstoffen versorgen. Feuerbohnen sind besonders stickstoffhaltig. Wer die Wurzeln nach der Ernte nicht entfernt, kann das Substrat mit Stickstoff anreichern und damit ideale Bedingungen für starkzehrende Pflanzen schaffen.

➔ Feuerbohne schneiden

Die Feuerbohne muss nur geschnitten werden, wenn sie besonders üppig wächst. Dies ist sortenabhängig. Wer die Käferbohne erstrangig als Sichtschutz nutzen möchte, kann Verblühtes regelmäßig entfernen. Dies sorgt für eine intensive Nachblüte.

➔ Feuerbohne vermehren

Feuerbohnen werden durch Aussaat vermehrt. Die Samen sollten geerntet werden, wenn die Samen zwar reif, die Hülsen aber noch nicht aufgeplatzt sind.

» Tipp: Die Samen bleiben mehrere Jahre keimfähig und können getrocknet und überwintert werden.

Feuerbohnen ernten

Feuerbohnen ernten
© jonnysek / stock.adobe.com
Die Erntezeit der Feuerbohne erstreckt sich auf die Monate August bis Oktober. Geerntet werden kann in drei Stadien:

  1. Grünbohne – geerntet werden die unreifen Hülsen
  2. Milchreife – die Körner sind reif, aber noch nicht ausgehärtet
  3. Körnerbohne – geerntet werden die reifen Bohnenkerne

Meist werden Feuerbohnen ab August und während der sogenannten Milchreife geerntet.

Krankheiten und Schädlinge erkennen

Die Feuerbohne sollte nur ausgesät werden, wenn der Boden nicht mehr frostgefährdet ist. Ansonsten verbleiben die Kerne zu lange in der Erde und werden von Ackerschnecken oder Bohnenfliegenmaden befallen. Die Schädlinge bohren sich in die Kerne hinein und vernichten die Keimlinge.

Wer die Pflanzen vorkultiviert, braucht diesen Schädlingsbefall nicht zu fürchten. Die Jungpflanzen sind dagegen ein gefundenes Fressen für Schnecken.

Werden die Blätter gelb oder verkahlen, deutet dies meist auf Pflegefehler hin. Die Feuerbohne steht zu trocken.

An regnerischen Tagen kann die Fettfleckenkrankheit auftreten. Die bakterielle Erkrankung äußert sich in Form von öligen Flecken und einem gelben Blattrand. Dem kann durch regelmäßiges Besprühen mit Ackerschachtelhalmbrühe vorgebeugt werden.

Feuerbohne überwintern

Da es sich um einjährige Pflanzen handelt, wird in der Regel kein Winterschutz benötigt. Es ist dennoch möglich, die Wurzeln über den Winter zu bringen. Hierfür werden die Wurzeln der Wollbohne im Herbst ausgegraben und in Erde oder Sand gelegt gelagert. Die Überwinterung sollte an einem kühlen und dunklen Standort vollzogen werden. Es ist darauf zu achten, dass die Wurzeln nicht austrocknen. Im Frühjahr kann die Wurzel wieder ins Freiland gesetzt werden.

Feuerbohne – beliebte Sorten

Der Handel bietet verschiedene Sorten von Feuerbohnen an. Diese sind nicht nur optisch attraktiv, sondern liefern auch hohe Ernteerträge.

SorteBlütenfarbe / Merkmal
Fasolia Gigantesweiße Blüten
große Samen
Scarlet Emperorrote Blüten
robuste Sorte
sehr schmackhaft
Hestiarot-weiße Blüten
nur 30 cm hoch
Ideale Ampelpflanze
Weiße Riesenweiße Blüten
ertragreich
zart und fleischig
Painted Ladyrot-weiße Blüten
besonders dekorativ
Lady Dirote Blüten
fadenlose Hülsen
Hammonds Dwarf Scarlettrote Blüten
niedrig wachsend
ertragreich
Foto1: Feuerbohne, Foto2: Feuerbohnen benötigen eine Rankhilfe, Foto3: Reife Feuerbohnen

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