Pflanzen

Frühblüher – Bedeutung, Sorten und Kultivierung

Frühblüher bringen nicht nur Farbe in den winterlichen Garten. Sie stellen zudem eine wichtige Nahrungsquelle für nützliche Insekten wie Bienen und Hummeln dar.

Frühblüher
Die ersten Frühblüher sprießen schon, bevor der Schnee getaut ist – © ON-Photography / stock.adobe.com

Nach einem langen Winter wächst die Sehnsucht nach den ersten Farbtupfern im tristen Gartenbeet. Diese lassen nicht lang auf sich warten. Tatsächlich schaffen es einige Pflanzen früher als andere und können oft sogar dem Schnee trotzen. Frühblüher beleben nicht nur den Außenbereich, sie werden auch vorgezogen in Töpfen angeboten, damit wir uns den Frühling ins Haus holen können.

Frühblüher sind nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch wichtig für Insekten, welche sich ebenfalls frühzeitig auf Nahrungssuche begeben. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Rolle der Frühblüher in der Natur und lernen die beliebtesten Pflanzen kennen.

Was sind Frühblüher?

Als Frühblüher werden die ersten Pflanzen im Gartenjahr bezeichnet. Sie treiben mit den ersten warmen Sonnenstrahlen bereits im Winter aus und stehen bis in den Frühling hinein in Blüte.

Dass diese Pflanzen mit den unwirtlichen Bedingungen zurechtkommen, liegt an ihrer besonderen Beschaffenheit. In den Zwiebeln und Knollen ist Energie gespeichert, welche für den frühen Austrieb notwendig ist. Das im Frühling verfügbare Sonnenlicht allein würde nicht ausreichen, um die Blüte anzuregen.

Die meisten Frühblüher wachsen bodennah. Das herabgefallene Laub dient den Pflanzen als Schutz vor Kälte. Die Pflanzen besitzen auch eine Art Selbstschutz. Gefriert der Boden, legen Schneeglöckchen beispielsweise einen Wachstumsstopp ein.

Frühblüher lassen sich wie folgt unterteilen:

  • Zwiebelpflanzen
  • Stauden
  • Bäume und Sträucher

❀ Zwiebelpflanzen

Die bekanntesten Frühblüher sind Zwiebelblumen. Diese treiben mit den ersten Sonnenstrahlen aus und stehen innerhalb kürzester Zeit in Blüte. Liegen die Bodentemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, erscheinen Winterlinge, Schneeglöckchen oder Märzenbecher. Krokusse werden bereits ab Februar von den Bienen als Nahrungsangebot genutzt. Narzissen, Tulpen und Hyazinthen zeigen sich pünktlich zum Frühlingsbeginn.

❀ Stauden

Auch Stauden zeigen mit ihrer Blüte das Ende der kalten Jahreszeit an. Das Adonisröschen zählt in Europa zu den bedrohten Arten. Die gelb blühende Staude gilt als Bienenmagnet. Zwischen März und April öffnen die duftenden Veilchen ihre Blüten. Die einfach zu pflegenden Stauden sind ebenfalls bei Bienen sehr gefragt.

❀ Bäume und Sträucher

Zaubernuss
Schon im Dezember blüht die Zaubernuss – © LitterART / stock.adobe.com

Januar:
Zu den frühesten Blühern gehört mit Sicherheit die Zaubernuss. Ihre zarten Blüten bringen bereits ab Januar Farbe in den Garten.

Februar:
Allergiker wissen ein Lied davon zu singen: Die Hasel blüht zwischen Februar und März und bringt vielerorts nicht nur Freude auf den Frühling, sondern auch laufende Nasen und tränende Augen mit sich.
Nach einem milden Winter blüht auch die Kornelkirsche teilweise bereits ab Ende Februar. Die gelben Blüten umgibt ein angenehmer Honigduft.

März:
Ab März erscheinen die Palmenkätzchen der Salweide. Die Weidenkätzchen sind besonders pollenreich und werden daher bevorzugt von Bienen aufgesucht.

Rolle der Frühblüher im Garten

Endlich wird es Frühling. Zeigen sich die ersten Frühblüher, weckt dies in uns den Optimismus. Gleichzeitig steigt der Tatendrang und die ersten Gartenarbeiten werden erledigt.

Frühblüher besitzen daneben auch für die Tierwelt eine wichtige Funktion. Bienen und Insekten nutzen die Pflanzen als erste Nahrungsquelle. So sind beispielsweise Hummelköniginnen auf die zeitigen Blühpflanzen angewiesen. Hummeln fliegen bereits ab Temperaturen um zwei Grad aus. Den ersten Honigbienen werden Hobbygärtner ebenfalls schon im Februar begegnen.

Bienen finden immer weniger Nahrung. Das Bienensterben häuft sich. Die Konsequenzen für den Menschen spitzen sich zu. Einbußen bei der Ernte sind die Folge. Ohne Bienen wäre das Überleben der Menschheit bedroht. Daher sollte der Fokus auf einem vermehrten Bienen- und Insektenschutz liegen. Frühblüher im Garten zu kultivieren, ist ein wichtiger Schritt.

Die 20 beliebtesten Frühblüher im Garten

Wer seinen Garten mit Frühblühern aufwerten möchte, hat die Wahl zwischen verschiedenen Zwiebelpflanzen, Bäumen oder Sträuchern. Die Größe des Gartens spielt bei der Auswahl ebenso eine Rolle, wie die Blütezeit der Pflanzen und die Wuchshöhe.

Anhand folgender Übersicht lassen sich die Frühblüher gezielt auswählen und in die Gartenplanung für die kommende Saison integrieren:

Windröschen (Anemone) - © Sehbaer_nrw - Fotolia.com
Blüte: März bis Mai
Wuchshöhe: 10 bis 40 cm

Blaukissen (Aubrieta) - © Carola Vahldiek / Stock.adobe.com
Blüte: März bis Mai
Wuchshöhe: 8 bis 15 cm

Blaustern (Scilla) - © Fotowunsch / Stock.adobe.com
Blüte: Februar bis April
Wuchshöhe: 10 bis 50 cm

Christrose (Helleborus Niger) - © Andre / Stock.adobe.com
Blüte: Dezember bis März
Wuchshöhe: 15 bis 30 cm

Adonisröschen (Adonis) - © Iri_sha - Fotolia.com
Blüte: Februar bis April
Wuchshöhe: 15 bis 30 cm

Zaubernuss (Hamamelis) - © Manfred Richter / Stock.adobe.com
Blüte: Dezember bis März
Wuchshöhe: 300 bis 500 cm

Hasen (Corylus Avellana) - © M. Schuppich / Stock.adobe.com
Blüte: Januar bis März
Wuchshöhe: 1.600 bis 2.000 cm

Primel (Primula) - © LiliGraphie / Stock.adobe.com
Blüte: Januar bis Juli
Wuchshöhe: 10 bis 25 cm

Winterkirsche (Prunus Subhirtella) - © Bobo Ling - Fotolia.com
Blüte: Januar bis Mai
Wuchshöhe: 300 bis 500 cm

Schneeglöckchen (Galanthus) - © Rustamank / Stock.adobe.com
Blüte: Februar bis März
Wuchshöhe: 10 bis 20 cm

Winterling (Eranthis Hyemalis) - © Marc / Stock.adobe.com
Blüte: Februar bis März
Wuchshöhe: 10 bis 15 cm

Märzenbecher (Leucojum Vernum) - © YuliaB / Stock.adobe.com
Blüte: Februar bis April
Wuchshöhe: 10 bis 30 cm

Krous (Crocus) - © Doris Oberfrank-list / Stock.adobe.com
Blüte: Februar bis April
Wuchshöhe: 5 bis 15 cm

Lenzrose (Helleborus Orientalis) - © Simona / Stock.adobe.com
Blüte: Februar bis April
Wuchshöhe: 25 bis 50 cm

Narzisse (Narcissus) - © VRD / Stock.adobe.com
Blüte: Februar bis Mai
Wuchshöhe: 10 bis 50 cm

Kornelkirsche (Cornus Mas) - © Heike Rau - Fotolia.com
Blüte: März bis April
Wuchshöhe: 4.000 bis 7.000 cm

Salweide (Salix Caprea) - © Kazakovmaksim / Stock.adobe.com
Blüte: März bis April
Wuchshöhe: 5.000 bis 8.000 cm

Tulpe (Tulip) - © Bittedankeschön / Stock.adobe.com
Blüte: März bis Mai
Wuchshöhe: 10 bis 60 cm

Hyatinthe (Hyacinthus) - © Smspsy /stock.adobe.com
Blüte: März bis Mai
Wuchshöhe: 15 bis 30 cm

Gemswurz (Doronicum) - © Animaflora PicsStock / Stock.adobe.com
Blüte: März bis Juli
Wuchshöhe: 15 bis 40 cm

Auch anhand der Blütenfarbe lassen sich Frühblüher im Beet ansprechend arrangieren.

FarbeFrühblüher
weißChristrose
Schneeglöckchen
Märzenbecher
gelbWinterling
Narzisse
Adonisröschen
Gemswurz
rotChristrose
Lenzrose
Tulpe
blauBlaustern
Krokus
Blaukissen
buntPrimel
Tulpe
Hyazinthen
Anemonen

Frühblüher pflanzen

Die Zwiebelblumen werden im Herbst gepflanzt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Zwiebeln in der richtigen Höhe in die Erde gebracht werden.

Tipp: Das Pflanzloch sollte mindestens die doppelte Höhe der Zwiebel oder Knolle besitzen.

Wer sich unsicher ist, wie tief die jeweilige Sorte gesteckt werden muss, kann spezielle Zwiebelpflanzer zu Hilfe nehmen. Diese sind wie ein Lineal aufgebaut und machen es leicht, die passende Höhe zu finden.

Vor der Pflanzung ist der Boden gut aufzulockern. Damit es nicht zu Staunässe kommt und die Zwiebeln im Boden verfaulen, bietet sich eine Drainageschicht aus Tonscherben oder Kies an. Für Frühblüher wie Krokusse oder Märzenbecher empfiehlt sich die Gruppenpflanzung. Der Pflanzabstand sollte zwei bis vier Zentimeter betragen. Bei größeren Knollen ist vom doppelten Pflanzabstand auszugehen. Nach dem Pflanzen der Blumenzwiebeln und Knollen wird das Pflanzloch mit einem humusreichen Substrat aufgefüllt und leicht angedrückt.

Passender Standort für Frühblüher

Die meisten Frühblüher gedeihen an einem hellen und sonnigen Standort am besten. Einige wenige Pflanzen lieben es schattiger und können auch als Unterpflanzung von Bäumen und Sträuchern dienen.

Frühblüher für sonnige Standorte:

  • Krokusse
  • Tulpen
  • Narzissen
  • Blaustern
  • Schneeglöckchen
  • Märzenbecher
  • Anemone
Frühblüher für schattige Standorte:

  • Lenzrose
  • Christrose
  • Primeln

Pflegehinweise für Frühblüher im Freiland

Frühblüher bedürfen keiner aufwendigen Pflege. Sind die Zwiebeln und Knollen erst im Boden, können sie in der Regel sich selbst überlassen werden. Die Wahl des passenden Standortes ist Vorausetzung für den Austrieb und das Gedeihen der Pflanzen. Der Boden kann während der Pflanzung mit Kompost aufgewertet werden. So erhalten Frühblüher zusätzlich Nährstoffe, was die Wuchsfreude und Blüte fördert und beschleunigt.

Nach der Blüte dürfen die grünen Blätter nicht abgeschnitten werden. Die Pflanzen versorgen sich nun mit Kraft und Energie für die nächste Blütezeit. Wachsen Krokusse oder Narzissen auf dem Rasen, ist mit dem Rasenmähen noch zu warten.

Frühblüher ins Zimmer holen

Frühblüher im Topf
Frühblüher im Topf bringen Frühlingsstimmung ins Haus – © Maya Kruchancova / stock.adobe.com

Bereits im Winter bietet der Handel vorgezogene Frühblüher in Töpfen und Pflanzschalen an. Die eingetopften Pflanzen blühen im Zimmer maximal zwei Wochen. Primeln stehen sogar mehrere Wochen in Blüte. Wählen Sie einen kühleren Standort, haben Sie länger Freude an den bunten Pflanztöpfen. Frühblüher sollten hell aufgestellt werden. Ein Platz unmittelbar über der Heizung bekommt ihnen weniger.

Tipp: Vorgezogene Frühblüher sind empfindlich und sollten keinen Frost abbekommen.

Frühblüher im Zimmer richtig pflegen

Die Pflanzen sollten nicht zu viel gegossen werden. Primeln oder Hyazinthen vertragen keine Staunässe. Ebenfalls sollte für eine höhere Luftfeuchtigkeit gesorgt werden. Die eingetopften Pflanzen benötigen keine Düngung und enthalten alle notwendigen Nährstoffe.

Wohin mit den alten Zwiebeln?

Ist der hübsche Frühlingsgruß verblüht, muss dies nicht das Ende für die Pflanze bedeuten. Die Zwiebeln können im nächsten Jahr erneut zur Blüte kommen. Die vertrockneten Blüten werden abgeschnitten. Das grüne Laub bleibt an der Pflanze. Ist kein Frost mehr zu erwarten, werden die Frühblüher in den Garten gepflanzt. Die Zwiebel sollte circa eine Handbreit mit Erde bedeckt werden.

Tipp: Die Pflanzen dürfen auch austrocknen. Werden die Zwiebeln kühl und dunkel gelagert, halten sie bis in den Herbst und können dann in den Boden gesetzt werden.

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