Pflanzen Pflanzenkrankheiten

Gänsekresse – Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

246 views
0

Die Gänsekresse ist eine beliebte PFlanze für den Steingarten. Sie ist robust und wenig anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Es sei denn man nimmt es mit der Pflege nicht so genau.

Gänsekresse - Krankheiten & Schädlinge erkennen und bekämpfen
© BildPix.de – Fotolia.com

Gänsekressen (Arabis) sind robuste Pflanzen, die dem Hobbygärtner nur wenig Probleme bereiten. Krankheiten und Schädlinge kommen bei den wuchsfreudigen Steingartengewächsen nur äußerst selten vor. Selbst Schnecken machen bereitwillig einen Bogen um die Pflanzen.

Pflegefehler, wie etwa ein zu trockener Standort oder ein zu sandiges Substrat, können dazu führen, dass die Gänsekresse geschwächt wird und dadurch auch angreifbarer für Krankheiten erscheint. Nachfolgend werden einige Krankheiten und Schädlinge beschrieben, die hin und wieder bei der Gänsekresse auftreten.

Krankheiten & Schädlinge an der Gänsekresse

Falscher Mehltau

Ist die Gänsekresse von Falschem Mehltau befallen, wird sich dies vornehmlich an den Blättern bemerkbar machen. Auf den Blattoberseiten sind gelbliche bis bräunliche Flecken erkennbar. Die Unterseiten der Blätter sind von einem gräulichen, samtigen Belag, der an Schimmel erinnert überzogen. Die Flecken können sich im fortgeschrittenen Stadium auch auf die Stängel ausweiten. Mit der Zeit kommt es zum Absterben der befallenen Pflanzenteile.

⇒ Bekämpfen:
Betroffene Pflanzenteile sollten sofort entfernt werden. Bei stärkerem Befall wird der Hobbygärtner nicht um den Einsatz spezieller Fungizide herumkommen. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Behandlung der Blattunterseiten zu legen.

⇒ Vorbeugen:
Falschem Mehltau kann vorgebeugt werden, indem die Pflanzen in einem ausreichenden Abstand in den Boden gesetzt werden. Ein Pflanzabstand zwischen 20 und 30 Zentimetern sollte eingehalten werden.

» Tipp: Bei Temperaturschwankungen ist die Gänsekresse besonders anfällig für Falschen Mehltau. Verabreichen Sie den Pflanzen Knoblauchsud oder die nachfolgend noch näher beschriebene Brennnesseljauche als natürliches Stärkungsmittel.

Blattläuse

Diese aggressiven Schädlinge machen vor kaum einer Pflanze halt. Ein Befall wird auch hier am Zustand der Blätter deutlich. Die Blätter verformen sich, erscheinen gekräuselt und eingerollt. Teilweise sind auch blasenförmige Austreibungen vorhanden. Bei näherer Betrachtung sind die Schädlinge an den Unterseiten der Blätter erkennbar. Dort kommen sie meist in großer Zahl und dicht aneinander gedrängt vor. Wird der Befall nicht oder zu spät erkannt, beginnt die gesamte Pflanze ihre Wuchsfreudigkeit einzustellen und macht einen verkümmerten Eindruck.

⇒ Bekämpfen:
Für die Bekämpfung von Blattläusen sind meist keine chemischen Mittel notwendig. Der Hobbygärtner kann sich mit Spritzungen mit Seifenlauge oder Ackerschachtelhalmkraut behelfen. Als natürliche Fressfeinde der Blattlaus gelten Marienkäfer und Florfliegen.

Gallmücken

Treten an den Blättern Verformungen auf und Sie erkennen gallenartige Wucherungen und eingerollte Blätter, dann ist dies vermutlich das Werk der Gallmücke.

» Tipp: Auch Verdickungen an den Knospen weisen auf einen Befall mit Gallmücken hin.

⇒ Bekämpfen:
Bei einem Befall sind alle betroffenen Pflanzenteile möglichst zeitnah zu entfernen. Dies betrifft auch die Knospen. Um die Verbreitung der Schädlinge zu verhindern, muss der Hobbygärtner auf die Blütenpracht verzichten und die Knospen ausbrechen.

Weißer Rost

Der Weiße Rost ist eine Pilzkrankheit, die bei Kreuzblütengewächsen weltweit vorkommt. Besonders weit verbreitet ist diese Krankheit in Holland oder Flandern. Es werden alle überirdischen Pflanzenteile befallen. Weißer Rost ist anhand von weißlichen Flecken oder Pusteln erkennbar, die sich auf Blättern, Blüten, Stängeln oder Schoten ausbreiten können. Die Schadstellen nehmen an Umfang zu und bei stärkerem Befall kommt es zum Einrollen der Blätter. Die weißlichen Beläge sind die Folge von aufgebrochenem Gewebe, welches die weißen Sporen herausquellen lässt. Zu einem vermehrten Auftreten des Pilzes kommt es im Frühling und im Herbst. Von der Infektion bis zum Krankheitsausbruch vergeht etwa eine Woche.

» Tipp: Im Hochsommer kommt es auf Grund der hohen Temperaturen kaum zum Auftreten des Weißen Rostes.

Von Vorteil für das Auftreten des Befalls sind Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad. Ist die Pflanze einmal befallen, lässt sich dies nicht mehr stoppen. Vorbeugende Maßnahmen mit im Handel erhältlichen Kontaktfungiziden sind möglich.

Brennnesseljauche zur Schädlingsbekämpfung

Brennnesseln im Ziergärten ernten meist böse Blicke und werden rücksichtslos ausgerottet. Dabei kann der Einsatz der Brennnessel als Pflanzenschutzmittel so manches chemische Produkt ersetzen und als natürlicher Dünger, wie auch als Schädlingsbekämpfungsmittel gute Dienste leisten. Brennnesseljauche ist besonders effektiv gegen Pilze, Viren und diverse Schädlinge.

Der Hobbygärtner muss dafür nicht tief in die Tasche greifen, sondern kann sich seine Brennnesseljauche ganz einfach selbst herstellen.

Was wird für die Herstellung gebraucht?

  • geeignetes Gefäß
  • Wasser
  • Tonmehl oder Betonit
  • Stock zum Rühren
  • Handschuhe
  • Gitterrost zum Abdecken

Die Hauptzutat ist natürlich die Brennnessel. Dabei kann zu großen und kleinen Brennnesseln gegriffen werden.

» Tipp: Die kleine Brennnessel wird allgemein als aggressiver und damit wirkungsvoller eingestuft.

Sie können frische Brennnesseln als auch getrocknete Brennnesseln verwenden. Der verwendete Bottich sollte möglichst nicht aus Metall bestehen. Verwendet werden können Gefäße aus Ton, Steingut oder Holz.

Achtung: Wer Brennnesseln frisch erntet, sollte dabei Handschuhe tragen. Die Brennhaare verursachen unangenehmen Ausschlag.

Geerntet werden die Brennnesseln bevorzugt an warmen Tagen im Mai. Die höchste Wirkstoffkombination weisen blühende Pflanzen auf.

Das Gefäß erhält einen sonnigen und warmen Standort, möglichst in einem weniger begangenen Bereich des Gartens, damit der sich entwickelnde Geruch nicht als störend empfunden wird. Sie zerkleinern die Brennnesseln und füllen das Gefäß bis zur Hälfte mit den zerkleinerten Pflanzenteilen auf.

» Tipp: Geben Sie auf zehn Liter Wasser ein Kilogramm frische oder 200 Gramm getrocknete Pflanzenteile.

Das Gefäß sollte nicht bis zum Rand mit Wasser aufgefüllt werden. Belassen Sie einen etwa zehn Zentimeter hohen Rand. Das Gefäß wird mit einem Gitterrost abgedeckt, aber keinesfalls luftdicht abgeschlossen. In den nächsten Tagen, beginnt der Ansatz zu gären. In den Folgetagen sollten Sie die Jauche täglich mindestens ein Mal kräftig durchrühren. Sind etwa zwei Wochen vergangen, nimmt die Jauche eine bräunliche Färbung an und schäumt nicht mehr so stark. Dies ist für den Hobbygärtner ein Zeichen, dass die Jauche nun im Garten zur Anwendung kommen kann.

» Tipp: Die Mixtur wird nun an einem kühleren Ort gelagert und in den nächsten Tagen aufgebraucht.

Mit Brennnesseljauche Krankheiten und Schädlingen vorbeugen

Für die vorbeugende Anwendung wird die Brennnesseljauche verdünnt verwendet. Für die Verwendung im Gießwasser mischen Sie einen Teil Jauche mit zehn Teilen Gießwasser. Soll die Jauche mit der Sprühflasche verabreicht werden, geben Sie auf einen Teil Jauche 50 Teile Wasser. Die Brennnesseljauche ist für alle Arten von Zierpflanzen ein bewährtes Kräftigungsmittel.

Mit Brennnesseljauche Schädlinge bekämpfen

Besonders wirksam ist Brennnesseljauche im Kampf gegen:

Wer die Jauche für die gezielte Schädlingsbekämpfung nutzen möchte, braucht weniger Geduld. Der Ansatz ist bereits nach zwei Tagen verwendbar. Genau dann ist die Konzentration der Nesselgifte am größten.

» Tipp: Die Wirkung lässt sich vertiefen, wenn die Brennnesseljauche mit Ackerschachtelhalmbrühe gemischt wird.

Achtung: Brennnesseljauche ist nicht geeignet für die Verwendung an Nutzpflanzen wie Zwiebeln, Knoblauch, Bohnen, Erbsen oder Salaten.


Foto1: © BildPix.de - Fotolia.com

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here