Götterbäume vermehren sich selbstständig. Wollen Sie die Vermehrung jedoch selbst in die Hand nehmen, haben Sie dazu zwei Möglichkeiten. Wir erklären sie Ihnen.

Der Götterbaum ist ein hübscher Baum.
Der Götterbaum ist ein hübscher Baum. © ernstboese – Fotolia.com

Der Götterbaum (Ailanthus altissima) ist ein Blickfang, allein schon durch seine Größe, welche schnell 20 Meter und mehr umfassen kann. Hobbygärtner schätzen die Pflanze auf Grund ihrer Robustheit. Der Pflegeaufwand ist gering, die hübschen Blüten und die stimmungsvolle Herbstfärbung sind ebenfalls Kriterien, welche den Götterbaum in unseren Breiten zu einer beliebten Zierpflanze gemacht haben. Das Bittereschengewächs aus Asien ist jedoch als Gartenflüchtling zu bezeichnen. Neben dem schnellen Wachstum ist auch die unkontrollierte Ausbreitung ein Thema, welches Botaniker beschäftigt.

Vorüberlegungen

› Götterbäume breiten sich schnell aus

Die Vermehrung des Götterbaumes scheint eigentlich kein Thema zu sein, denn dies übernimmt die Pflanze eigentlich allein. Fliegen die Samen des Götterbaums aus, gibt es praktisch kein Halten mehr. Kleine Götterbäume finden sich dann überall, selbst in Mauerritzen oder zwischen Gehwegplatten in der Großstadt sprießen die schier unverwüstlichen Pflanzen. In den Städten ist dies bereits zu einem Problem geworden, denn der Götterbaum verdrängt mehr und mehr die heimischen Straßenbäume.

» Tipp: Als invasive Pflanze steht der Götterbaum auf der „Schwarzen Liste“.

Es scheint also bereits eindeutig zu viele Götterbäume zu geben. Eine Vermehrung ist jedoch nicht untersagt und es spricht nichts dagegen, wenn Sie den Götterbaum vermehren und sich ein Exemplar für den heimischen Garten sichern. Allerdings sollte bereits im Vorfeld beachtet werden, dass sich die Pflanze schnell ausbreitet. Durch das Anlegen einer Wurzelsperre kann dem entgegengewirkt werden und Sie werden ungetrübte Freude an den exotischen Wuchswundern haben.

› In kleinen Gärten lieber einen Essigbaum

Bevor Sie sich an die Vermehrung des Götterbaumes machen, schauen Sie sich Ihren Garten an. Ist dieser geeignet, es mit diesem Giganten aufzunehmen? Es wird keine sechs Monate dauern und die Pflanze ist bereits mannshoch. In den ersten Standjahren wächst der Götterbaum besonders fleißig und, abhängig vom Standort, können Wuchshöhen von 20 Metern und mehr erreicht werden. Kleingärtner werden nun bereits die Flinte ins Korn werfen, denn der Götterbaum ist definitiv nicht das richtige Gewächs für sie.

» Tipp: In kleineren Gärten ist der Essigbaum eine Alternative. Die Gewächse erinnern optisch an den Götterbaum, bleiben aber wesentlich kleiner. Auch hier tut eine Wurzelsperre Not, denn auch Essigbäume breiten sich sehr stark aus.

Eine Alleinstellung ist für den Götterbaum besonders wichtig. Dabei ist weiterhin zu beachten, dass die nächsten Gebäude etwa 20 Meter entfernt sein sollten.

Welche Methoden der Vermehrung sind geläufig?

Der Götterbaum lässt sich aus Trieben oder durch Aussaat vermehren.

➜ Vermehrung durch Triebe

Die Vermehrung durch Triebe ist kinderleicht. Allerdings sollte bereits ein Gewächs vorhanden sein. Dabei muss der Götterbaum nicht auf dem eigenen Grundstück wachsen. Mit Sicherheit findet sich in nächster Umgebung ein Exemplar, von dem einige Triebe abgeschnitten werden können.

Schritt für Schritt Anleitung

1. Triebe abschneiden
2. Triebe bewurzeln
3. Triebe einpflanzen

Die Vermehrung des Götterbaumes wird auch ungeübten Hobbygärtnern beinahe spielend gelingen. Zunächst wird ein noch junger Trieb gebraucht. Dieser sollte noch nicht verholzt sein. Wichtig ist, dass sich mehrere Blattpaare am Trieb befinden.

Bevor der Trieb eingepflanzt wird, muss er dazu gebracht werden, Wurzeln auszubilden. Dies kann geschehen, indem man ihn in ein Gefäß mit Anzuchterde steckt und abwartet, bis sich oberirdisch die ersten Triebe zeigen. Eine gute Kontrolle über das Wurzelwachstum ist gegeben, wenn der Trieb in ein Wasserglas gestellt wird. Es wird nicht länger als ein bis zwei Wochen dauern, bis ausreichend Wurzeln vorhanden sind. Nun kann die Pflanze bereits an ihrem zukünftigen Standort eingepflanzt werden.

» Tipp: Die Vermehrung durch Triebe sollte im Frühling erfolgen, damit die Jungpflanzen sich bis zum Winter noch ausreichend entwickeln können.

➜ Vermehrung durch Samen

Götterbaum mit Samenkapseln
Götterbaum mit Samenkapseln © Perrin – Fotolia.com

Samen des Götterbaumes wird ganzjährig im Handel angeboten. Wer die Samen selbst sammeln möchte, muss sich bis zum Herbst gedulden. Dann können die Samen direkt aus den Fruchtständen gelöst werden oder ausgefallene Samen werden aufgesammelt und zur Vermehrung verwendet.

Schritt für Schritt Anleitung

1. Samen gewinnen
2. Samen auspflanzen
3. Keimung abwarten
4. Pflanze überwintern
5. Pflanze auspflanzen

Wurde der Samen im Handel erworben oder vor Ort gesammelt, ist keine weitere Vorbehandlung notwendig. Die Samen keimen jederzeit und können daher sofort eingepflanzt werden. Hierfür wird ein mit Anzuchterde gefülltes Pflanzgefäß benutzt.

» Tipp: Bringen Sie mehrere Samen in die Erde, da nicht jeder Samen automatisch keimt.

Das Pflanzgefäß wird hell und warm aufgestellt und bald darauf wird die Keimung einsetzen. Die junge Pflanze wird in einem frostfreien Raum überwintert und kann im Frühling dann ins Freiland gesetzt werden.

Vermehrung über Triebe

VorteileNachteile
 Triebe lassen sich schnell und unkompliziert gewinnen. Triebe sollten im Frühling geschnitten werden.
 Eine Vorbehandlung ist nicht nötig, die Triebe können sofort in Wasser oder Werden die Pflanzen im Herbst vermehrt, müssen die jungen Götterbäume im Haus überwintert werden, da Jungpflanzen frostempfindlich reagieren.
 Es ist eine hohe Anwachsgarantie gegeben.

Vermehrung über Samen

VorteileNachteile
 Samen lassen sich im Herbst absammeln. Ist kein Götterbaum in der Nähe zu finden, müssen die Samen im Handel erworben werden.
 Die Pflanzen verteilen die Samen großräumig. Da nicht jeder Samen keimt, sind mehrere Samen zu verwenden.
 Es ist keine Vorbehandlung der Samen nötig, sie können sofort in die Erde gebracht werden und keimen bald darauf.

Abschließende Hinweise zum Götterbaum

Vergessen Sie bei der Anpflanzung nicht, eine Wurzelsperre einzusetzen. Diese ist nicht zu eng um die Pflanze zu legen, damit diese noch ausreichend Spielraum besitzt, sich zu entwickeln. Kann sich kein stabiles Wurzelsystem ausbilden, wird der Götterbaum nicht wie gewünscht wachsen und verkümmert wirken.

Besitzen Sie bereits einen Götterbaum, werden Ihnen die Samen buchstäblich über den Kopf wachsen. Der Wind trägt sie davon und verteilt sie großflächig in der Umgebung. Die Folge sind Massen an Jungbäumen, welche im Frühling aus dem Boden sprießen. Um dies zu verhindern, sollten die Fruchtstände im Herbst entfernt werden (siehe Artikel „Götterbaum – So halten Sie die Ausbreitung unter Kontrolle„). Vielleicht findet sich der eine oder andere Hobbygärtner als Abnehmer, welcher gerade auf der Suche nach Samen ist und sich einen geeigneten Götterbaum heranziehen möchte.

Gartentipp des Tages!

Ringo von Gartentipps.com

Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

Ein Kommentar

  1. Ich habe einen Hinterhofgarten. Im Nachbargrundstück steht ein Götterbaum. Er nimmt mir bis anhin zwar keine Sonne weg, aber er wächst und wächst jedes Jahr mehr über meinen Garten.
    Für mich ist es eine Plage wenn der Götterbaum im Frühling meinen Garten mit Pollen übersät, und ich bin gerade daran, alle Steinplatten meines Gartensitzplatzes zu heben, dass ich die Götterbäume, die mitterweile im Frühing 2-3 Meter in die Höhe schiessen, ausbuddeln kann.
    Der Götterbaum siedelt sich auch an Orten an, wo man ihn kaum mehr wegbringt, wie zwischen Steinplatten, in Spalten unmittelbar am Haus. Die Sämlinge, die man nicht mehr rausbringt, schiessen immer wieder über die Wurzel, die immer grösser wird, und auch mit der Zeit die Steinplatten hebt.

    Der Götterbaum ist als Parkbaum wunderschön, hat aber nichts in einem engen Hinterhof zu suchen. Neben dem Götterbaum, der hier die Mutter vieler anderen Bäume ist, hat sich neben dem Baum ein weiterer Baum entwickelt, der zwar noch einen dünneren Stamm hat, aber schon die gleiche Höhe des Mutterbaums.
    Wenn man nicht sofort reagiert, sieht man oft Götterbaume aus Hecken ragen, und dann schon gegen 3m hoch sind.

    Wenn jemand einen Götterbaum möchte, kann er bei mir gerne sich mit den jungen Planzen bedienen, am bestern kommt er einmal im Jahr und nimmt alle mit.
    Das war nun eher ironisch gemeint: Aber ich würde als Laie niemals einen Götterbaum pflanzen.
    Es ist unglaublich mühsam, die Sämlinge zu beseitigen, vor allem wenn sie in Ritzen anwachsen.
    Bei uns verbreitet sich der Baum in einem unglaublichen Tempo, und ist ohne Roundup kaum mehr unter Kontrolle zu halten. Er hat auch eine grosse Kraft und kann Gemäuer schädigen.
    Anscheinend soll der Götterbaum salzresistent sein, und msh vielleicht sld Zukunfsplanze wegen der Klimaerwärmung drin. Besser aber einen heimischen Baum zu finden, besonders auf seinem Privatareal.

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