Das Helmkraut ist eine Heilpflanze mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Erfahren Sie hier, wie Sie es selbst anbauen können und richtig pflegen.

Das Helmkraut (Scutellaria) ist eine traditionsreiche Heilpflanze, die seit Jahrhunderten in der chinesischen Medizin genutzt wird. Dieses Kraut ist aber nicht nur ein tolles Heilmittel bei verschiedenen Beschwerden, mit seinen leuchtend violetten Blüten und der einfachen Pflege ist es durchaus auch eine optische Bereicherung für den Garten. Sie müssen beim Anbau und der Pflege nur ein paar Punkte beachten, die ich Ihnen hier detaillierter beschreiben möchte.

Herkunft

Das Helmkraut stammt aus einigen Teilen Sibiriens, der Mongolei und Nordchinas. Dort wächst es bevorzugt in trockenen Steppenlandschaften, an Flussufern und auf sandigen Böden. Es ist eine robuste Pflanze, die sich an extreme klimatische Bedingungen anpassen kann.

Heilwirkung und Anwendung

Helmkraut - Anbau, Pflege und Verwendung
Helmkraut hilft gegen Verstimmungen – © Harald Mizerovsky / stock.adobe.com

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) trägt das Helmkraut den Namen „Huang Qin“ und wird dort bereits seit über 2.000 Jahren eingesetzt. Denn die Wurzel des Krauts enthält wertvolle Flavonoide, insbesondere Baicalin, das entzündungshemmend, antibakteriell und antioxidativ wirkt. Die Pflanze wird daher eingesetzt zur Behandlung von:

  • Entzündungen
  • Allergien
  • Infektionen
  • Angstzuständen
  • Schlafproblemen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Bluthochdruck
  • Leber- und Gallenproblemen
  • Hauterkrankungen (Ekzeme, Akne)

Hierfür wird zum Beispiel die getrocknete Wurzel aufgebrüht und als Tee getrunken. Aber auch als Tinktur zur innerlichen oder äußerlichen Anwendung, als Pulver, Kapseln sowie in Form von Salben und Cremes kann das Helmkraut zum Einsatz kommen. Diese Pflanze ist also ein Muss, wenn Sie einen eigenen Apothekergarten anlegen möchten.

Aussehen und Wuchs

Helmkraut - Anbau, Pflege und Verwendung
Die Blütenform erinnert an einen Helm – © Henri Koskinen / stock.adobe.com

Das Helmkraut ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von etwa 30 bis 60 cm erreicht. Sie besitzt schmale Blätter mit einer leicht behaarten Oberfläche, die eine silbrig-grüne Farbe haben. Die Wurzeln, die voller guter Stoffe stecken, sind dick, holzig und gelblich gefärbt.

Von Juli bis September erscheinen bei der Pflanze leuchtend violett-blaue Blüten, die in ährenartigen Blütenständen angeordnet sind. Das Besondere an ihnen ist die Blütenform, denn diese erinnert an einen kleinen Helm, was der Pflanze ihren Namen verliehen hat. Nach der Blüte bildet die Pflanze kleine Samen aus, die zur Vermehrung genutzt werden können.

Steckbrief

Helmkraut (Scutellaria)
Familie:Lippenblütler (Lamiaceae)
Wuchshöhe:30 – 60 cm
Blütezeit:Juli – September
Blütenfarbe:violett-blau
Standort:sonnig
Boden:durchlässig, sandig
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Besonders schöne Sorten

Helmkraut - Anbau, Pflege und Verwendung
Das Helmkraut gibt es auch mit weißen Blüten – © tamu / stock.adobe.com

Es gibt zahlreiche Arten, von denen ich Ihnen einige etwas genauer vorstellen möchte:

SorteEigenschaften
Baikal-Helmkraut (Scutellaria baicalensis)  • wird in der TCM verwendet
• wächst krautig
• wird bis zu 30 cm hoch
• violett-blaue Blüten
Amerikanisches Helmkraut (Scutellaria lateriflora)  • bekannt für seine beruhigende Wirkung
• wächst krautig
• wird bis zu 80 cm hoch
• kleine blaue bis violette Blüten
Gewöhnliches Helmkraut (Scutellaria galericulata)  • wirkt bei Entzündungen und Infektionen
• feuchtigkeitsliebende Pflanze
• wird bis zu 50 cm hoch
• violettblaue Blüten
Alpen-Helmkraut (Scutellaria alpina)  • robuste, niedrige Staude
• wird bis zu 25 cm hoch
• zweifarbige Blüten (lila und weiß)

Der perfekte Standort

Das Helmkraut bevorzugt einen vollsonnigen Standort. Es gibt sich aber auch mit lichtem Halbschatten zufrieden. Es eignet sich zum Beispiel hervorragend für die Kultivierung in Steingärten oder auf Trockenmauern.

Der optimale Boden

Das Helmkraut bevorzugt einen durchlässigen, sandigen Boden. Am Standort Ihrer Wahl sollte der Boden daher eine gute Drainage besitzen, damit keine Staunässe entsteht. Diese kann schließlich zu Wurzelfäule führen. Falls der Boden zu lehmig ist, können Sie ihn mit Sand oder feinem Kies auflockern.

Pflanzanleitung

Helmkraut - Anbau, Pflege und Verwendung
Säen Sie die Samen im Frühjahr oder Herbst in durchlässige Erde – © 裕 廣田 / stock.adobe.com

Sie können das Helmkraut entweder in Töpfen kaufen und in den Garten setzen oder aus Samen ziehen. Das klappt so:

  1. Weichen Sie die Samen vor der Aussaat in warmem Wasser ein, um die Keimung zu beschleunigen.
  2. Säen Sie die Samen im Frühjahr oder Herbst in durchlässige Erde.
  3. Die Samen benötigen nun Temperaturen zwischen 15 und 20 °C und keimen nach etwa 2 bis 3 Wochen.
  4. Die Setzlinge können Sie dann im Frühjahr nach den letzten Frösten ins Freiland setzen. Halten Sie dabei einen Pflanzabstand von 20 bis 30 cm zwischen den Pflanzen ein. Eine zu dichte Pflanzung kann nämlich die Luftzirkulation verschlechtern und somit zu Pilzkrankheiten führen. Sie können das Helmkraut aber auch weiterhin in Töpfen kultivieren.
  5. Nach dem Einpflanzen ins Beet sollten Sie die Pflanzen regelmäßig gießen, bis sie gut angewachsen sind. Danach genügt es, wenn Sie die Erde leicht feucht halten.

Tipps zur Pflege

Helmkraut - Anbau, Pflege und Verwendung
Das Helmkraut sollten Sie nur mäßig gießen – © Kzenon / stock.adobe.com

💧 Gießen:

Gießen Sie das Helmkraut nur mäßig, da die Pflanze Trockenheit gut verträgt. Eine Überwässerung könnte zu Wurzelfäule führen, weshalb Sie die Erde zwischen den Wassergaben leicht antrocknen lassen sollten.

Entscheiden Sie sich jedoch für das Gewöhnliche Helmkraut (Scutellaria galericulata) müssen Sie mehr gießen, da es sich bei dieser Sorte um eine feuchtigkeitsliebende Pflanze handelt. Eine dünne Mulchschicht kann zudem helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

🌱 Düngen:

Das Helmkraut benötigt nicht viele Nährstoffe. Es genügt daher vollkommen aus, wenn Sie es einmal jährlich mit Kompost oder organischem Dünger versorgen.

❄️ Überwinterung:

Geschützt werden muss das Helmkraut in der kalten Jahreszeit nicht, da es bis -25 °C winterhart ist. In sehr rauen Gegenden kann es jedoch nicht schaden, die Pflanze mit Vlies oder einer Strohmatte zu schützen.

✂️ Schneiden:

Wichtig ist, dass Sie verblühte Blütenstände regelmäßig entfernen, um die Blütezeit zu verlängern. Im Frühjahr können Sie auch zur Schere greifen und das Kraut bis auf 10 cm zurückschneiden, denn das sorgt für einen kompakten Wuchs.

🕷️ Krankheiten und Schädlinge:

Diese Pflanze ist sehr resistent gegen Schädlinge und Krankheiten. Gelegentlich können jedoch mal Blattläuse auftreten. Einen Befall bekommen Sie aber relativ gut wieder unter Kontrolle, indem Sie natürliche Feinde wie Marienkäfer oder Neemöl zur Bekämpfung einsetzen.

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Vermehrung

Helmkraut - Anbau, Pflege und Verwendung
Sie können das Helmkraut über Stecklinge, Teilung und Samen vermehren – © Tatiana / stock.adobe.com

Scutellaria können Sie durch Samen, Stecklinge oder Teilung vermehren. Wie die Samen ausgesät werden, habe ich bereits unter dem Punkt „Pflanzanleitung“ beschrieben. Die beiden anderen Methoden nachfolgend hier genau erklärt:

Teilung:

Ältere Pflanzen können Sie im Frühjahr ausgraben und vorsichtig teilen. Achten Sie dabei darauf, dass jede Teilpflanze ausreichend Wurzeln und Triebe besitzt. Anschließend können Sie die Teilstücke in durchlässige Erde setzen und gut angießen.

Stecklinge:

Im Sommer können Sie junge, etwa 10 cm lange Triebe von der Pflanze abschneiden. Dann die unteren Blätter entfernen und die Stecklinge in Anzuchterde setzen. Anschließend rate ich eine Plastikhaube über die Stecklinge zu geben, um für eine hohe Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Nehmen Sie die Haube jedoch täglich für einige Zeit ab, damit kein Schimmel entsteht. Innerhalb von 4 bis 6 Wochen sollten sich dann Wurzeln bilden.

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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