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Kleines Immergrün – Tipps zur Pflanzung und Pflege

Das Kleine Immergrün (Vinca minor) ist ein blühfreudiger Bodendecker, der sowohl mit sonnigen, als auch mit schattigen Standorten zurecht kommt.

Kleines Immergrün
© artemstepanov / stock.adobe.com
Wer auf der Suche nach einem kleinwüchsigen blauen Blütenzauber fürs Gartenbeet ist, dem sei das Kleine Immergrün (Vinca minor) wärmstens empfohlen. Die blau-violetten Blütenknospen der Pflanze schimmern zunächst wie kleine Perlen im Beet, bevor sie sich in malerische Blüten verwandeln.

Als kleiner Bruder des Großen Immergrüns ist Kleines Immergrün die Profilösung für filigranere Pflanzenarrangements im Beet. Wuchs und Blätter des Halbstrauchs sind deutlich kleiner als die des großen Artverwandten. Dabei wachsen die Blütentriebe, der ansonsten niederlegenden Pflanze, aber sehr aufrecht, sodass die zierlichen Blüten optisch klar hervorstechen. In seiner Pflege ist Vinca minor dabei relativ unkompliziert.

Kleines Immergrün im Garten

Die Blütezeit des Kleinen Immergrüns reicht von März bis Juni. Damit gibt der bis zu 15 cm hohe Halbstrauch von Frühling bis Sommer einen wunderbaren Blütenteppich im Beet ab. Im Herbst und Winter sorgen dann die immergrünen Blätter der Pflanze dafür, dass die Beete selbst in der kargen Jahreshälfte nicht verkahlen. Das immergrüne Laub prädestiniert Vinca minor für Grabbepflanzungen und Unterpflanzungen größerer Sträucher oder Bäume. Gartenkonzepte, in denen der Bodendecker besonders häufig zu finden ist, sind

  • Bauerngarten
  • Naturgarten
  • Rhododendrongarten
  • Waldgarten
  • Wildgarten

Ein großer Vorteil von Vinca minor im Garten ist, dass der Halbstrauch selbst an schattigen Standorten prächtig gedeiht. Dementsprechend eignet sich der Bodendecker auch hervorragend für kahle Stellen, an denen mangels Sonnenlicht sonst nichts wachsen will.

Daneben kann man mit dem Kleinen Immergrün aber auch Spitzenstandorte optisch aufwerten. Die niederliegenden Triebe der Pflanze werden bis zu 2 m lang. Damit gibt Vinca minor zuverlässig einen großflächigen Pflanzenteppich ab, der sich – zum Beispiel zur Überwallung von Gemäuern, Abhängen oder Steinformationen – nutzen lässt.

» Wissenswertes:
Die Verwendung des Kleinen Immergrüns zur Fassadenbegrünung war schon im Mittelalter sehr beliebt. Bis heute zeigen Waldvorkommen der Pflanze häufig Standorte mittelalterlicher Burgen und Siedlungen an, deren Mauerwerk von dem ziervollen Bodendecker umrankt wurden.

Kleines Immergrün – Standort und Pflanzung

Das Kleine Immergrün ist sowohl in Mittel- und Südeuropa, als auch in Asien heimisch. In freier Natur gedeiht es vornehmlich auf nährstoffreichen Laub- und Mischwaldböden. Aus diesem Grund sollte man für Vinca minor auch im Garten nahrhafte, frisch-feuchte Lehmböden wählen. Im Idealfall weist das Substrat auch einen leichten Sand- oder Kiesgehalt auf. Der pH-Wert des Bodens liegt mit 5,5 bis 7,7 Punkten im sauren bis leicht alkalischen Bereich.

Was die Lichtverhältnisse am Standort für Vinca minor angeht, kommt von sonnigen bis schattigen Standorten eigentlich alles in Frage. Im Schatten könnte die Blüte zwar etwas einbüßen, doch selbst hier wächst das Kleine Immergrün immer noch besser als viele andere Gartenpflanzen. Auch Kälte am Standort macht der Pflanze nichts aus, ist sie doch bis -23 °C winterhart. Im Zweifelsfall genügt eine dünne Schicht Reisig.

» Wichtig:
Obwohl das Kleine Immergrün im Altertum als Heilpflanze genutzt wurde, widerrief das Bundesgesundheitsamt im Jahre 1986 alle Medikamente mit Immergrün als Inhaltsstoff. Denn der Halbstrauch ist in allen Teilen giftig und kann zu lebensgefährlichen Blutschäden führen. Im Garten sollte man Vinca minor darum vor Kindern und Haustieren geschützt kultivieren. Bei Arbeiten an der Pflanze sind Schutzhandschuhe zu tragen.

➔ Kleines Immergrün pflanzen – Schrit für Schritt

  1. Pflanzzeit
    Damit das Kleine Immergrün vor dem Winter genug Zeit hat, sich am neuen Standort einzugewöhnen, pflanzt man den Halbstrauch üblicherweise im Frühjahr. Es sollten keine Spätfröste mehr drohen und der Boden bereits offen sein.
  2. Boden vorbereiten
    Je nach Ausgangssubstrat muss der Boden für die Bedürfnisse von Vinca minor mit Sand oder Kies nachoptimiert werden. Zur Grunddüngung geben Sie am besten Hornspäne oder Kompost mit in das Substrat. Danach wird ein Pflanzloch ausgehoben, das 1 1/2 mal so groß wie der Wurzelballen ist.
  3. Pflanzabstand
    Eine zusätzliche Drainage ist für Kleines Immergrün bei gutem Kiesgehalt nicht nötig. Denn das Ziergehölz liebt nassen Boden und darf deshalb auch ruhig etwas feuchter stehen. Wichtiger ist eine Oberbodendicke von mindestens 20 cm, sowie ein gebührender Pflanzabstand. Letzterer sollte 25 bis 40 cm zwischen den einzelnen Exemplaren und zu Nachbarpflanzen betragen.

Kleines Immergrün – gießen und düngen

Bei ausreichend Niederschlag versorgt sich Kleines Immergrün im Garten weitestgehend selbst. Eine manuelle Bewässerung ist aber in trockenen Sommermonaten notwendig. Gießen Sie hier mäßig aber regelmäßig, um übermäßiger Staunässe vorzubeugen. Gegen winterliche Trockenschäden wird von Dezember bis Februar an frostfreien Tagen ebenfalls maßvoll gegossen.

Auch in Sachen Düngung zeigt sich Vinca minor wenig anspruchsvoll. Man gibt im Frühling einfach eine handvoll Kompost oder vergleichbaren organischen Dünger an den Halbstrauch ab. Ansonsten werden aber keine zusätzlichen Nährstoffgaben erforderlich.

Kleines Immergrün – schneiden und vermehren

Ein umfassender Rückschnitt ist am Kleinem Immergrün eigentlich nicht notwendig. Das Ziergehölz wächst auch ohne Zutun des Gärtners relativ formschön. Sollte der Jahreszuwachs doch einmal ausufern, bietet es sich an, Ableger der Pflanze formgebend abzunehmen. Diese lassen sich auch gleich zur Vermehrung des Bodendeckers nutzen.

➔ Vermehrung durch Ableger

Zur Vermehrung durch Ableger trennen Sie im Frühling oder Sommer einfach gut bewurzelte Ausläufer von der Mutterpflanze. Entnehmen Sie am besten Ausläufer vom Randbereich, um unschöne Lücken im Pflanzenteppich zu vermeiden. Man kann die Ableger sofort neu verpflanzen.

➔ Vermehrung durch Wurzelteilung

Sehr große Mutterpflanzen des Kleinen Immergrüns lassen sich auch über Wurzelteilung vermehren. Das sorgt gleichzeitig für eine Verjüngung der Pflanze, die danach umso kräftiger wieder austreibt. Graben Sie zu diesem Zweck die Pflanze einfach im Herbst aus und teilen Sie den Wurzelstock mit einem scharfen Messer. Die Teilstücke kann man im Anschluss ebenfalls gleich wieder zurück ins Beet setzen.

Kleines Immergrün – interessante Sorten

Während die Blüten der Wildsorte des Kleinen Immergrüns in einem zarten Blauviolett schimmern, gibt es auch Sorten mit abweichenden Blütenfarben. Ebenso besitzen die Sorten unterschiedliche Blattfärbungen. Zudem kann die Sorte auch über die tatsächliche Winterhärte der Pflanze entscheiden. Hier ein kleiner Überblick zu den wichtigsten Varianten:

SorteBesonderheiten

Kleines Immergrün 'Alba'
Vinca minor 'Alba'
  • strahlend weiße Blüten
  • dunkelgrüne Blätter

Kleines Immergrün 'Atropurpurea'
Vinca minor 'Atropurpurea'
  • rotviolette Blüten
  • grüne Blätter

Kleines Immergrün 'Aureovariegata'
Vinca minor 'Aureovariegata'
  • blaue Blüten
  • gelb-grün panaschierte Blätter

Kleines Immergrün 'Azurea Flore Pleno'
Vinca minor 'Azurea Flore Pleno'
  • gefüllte bläuliche Blüten
  • hellgrüne Blätter mit auffälliger Blattzeichnung

Kleines Immergrün 'Gertrude Jekyll'
Vinca minor 'Gertrude Jekyll'
  • weiße Blüten
  • grüne Blätter

Kleines Immergrün 'Variegata'
Vinca minor 'Variegata'
  • zartblaue Blüten
  • grün-gelb panaschierte Blätter
  • Vorsicht, frostempfindlich

Kleines Immergrün 'Purpurea'
Vinca minor 'Purpurea'
  • kräftig rotviolette Blüten
  • hellgrüne Blätter

Kleines Immergrün ‚Anna‘

Kleines Immergrün Anna
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Kleines Immergrün ‚Anna‘ (Vinca minor ‚Anna‘)
Wuchsgeschwindigkeit: 5 – 15 cm im Jahr
Wuchshöhe: 10 – 30 cm
Wuchsbreite: 30 – 50 cm
Pflanzenbedarf: 8 Pflanzen pro m²
Standort: Halbschatten bis Schatten
Boden: luftig, nährstoffreich, trocken bis feucht
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Kleines Immergrün ‚Marie‘

Kleines Immergrün 'Marie'
© wiha3 / stock.adobe.com
Kleines Immergrün ‚Marie‘ (Vinca minor ‚Marie‘)
Wuchsgeschwindigkeit: 5 – 15 cm im Jahr
Wuchshöhe: 10 – 15 cm
Wuchsbreite: 20 – 50 cm
Pflanzenbedarf: 12 – 16 Pflanzen pro m²
Standort: Halbschatten bis Schatten
Boden: frisch bis feucht, locker, humos
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Kleines Immergrün ‚Josefine‘

Kleines Immergrün Josefine
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Kleines Garten-Immergrün ‚Josefine‘ (Vinca minor ‚Josefine‘)
Wuchsgeschwindigkeit: 30 – 40 cm im Jahr
Wuchshöhe: 10 – 30 cm
Wuchsbreite: 30 – 50 cm
Pflanzenbedarf: 4 – 9 Pflanzen pro m²
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: locker, humos, nährstoffreich
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Kleines Immergrün ‚Illumination‘

Kleines Immergrün Illumination
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Kleines Immergrün ‚Illumination‘ (Vinca minor ‚Illumination‘)
Wuchs: kompakt, niederliegend, flächendeckend
Wuchshöhe: 10 – 20 cm
Wuchsbreite: 30 – 50 cm
Pflanzenbedarf: 7 – 9 Pflanzen pro m²
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: gut durchlässig, hoher Humusbedarf
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Kleines Immergrün ‚Bowles‘

Kleines Immergrün Bowles
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Kleines Immergrün ‚Bowles‘ (Vinca minor ‚Bowles‘)
Wuchs: flächig, bildet Ausläuer
Wuchshöhe: 10 – 15 cm
Wuchsbreite: 30 – 60 cm
Pflanzenbedarf: 10 – 20 Pflanzen pro m²
Standort: Halbschatten bis Schatten
Boden: humusreich, gut durchlässig, lehmig-sandig
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Kleines Immergrün – Krankheiten und Schädlinge

Kleines Immergrün ist gegen Schadbilder weitestgehend resistent. Einzig Blattläuse und Schildläuse machen sich gelegentlich an den Pflanzen zu schaffen. Gegen beide Schädlinge hilft der Einsatz von Nützlingen, wie Marienkäfer oder Schlupfwespen. Auch Brennnesselsud hat sich bewährt.

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