Gartengestaltung Gartenteich & Schwimmteich

Koiteich anlegen – 4 wichtige Tipps

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Einst von den Adeligen als Statussymbole gehalten, sind Kois heute etwas für jeden Gartenteich. Allerdings nur, wenn dieser einige wichtige Anforderungen erfüllt.

Koiteich am besten in Hausnähe anlegen
Koiteich am besten in Hausnähe anlegen

Gartenteiche sind äußerst beliebt, doch die absolute Krönung ist natürlich ein Koiteich, wobei er besonders gut in einen japanischen Garten passt. Entscheiden Sie sich für solch ein Highlight auf Ihrem Grundstück, dann müssen Sie sich aber bewusst sein, dass dieser nicht nur einen stolzen Preis hat. Es müssen zudem auch ganz besondere Anforderungen erfüllt sein. Kois sind schließlich sehr teure Fische und schon alleine deshalb sollten Sie auf ihre Gesunderhaltung achten.

Die Tiere wachsen extrem schnell und können bis zu 80 Zentimeter lang werden. Außerdem erreichen sie ein Alter von über 50 Jahren, weshalb Sie sich also sehr sicher sein sollten, dass Sie dieses Hobby auch lange pflegen möchten. Wenn die Entscheidung für den Teich gefallen ist, dann muss dieser nur noch unter Einhaltung einiger Voraussetzungen angelegt werden.

Tipps zum Anlegen eines Koiteiches

➤ Tipp 1 – Die ideale Lage für den Koiteich:

Zuerst einmal müssen Sie den geeigneten Platz für den Teich finden. Um die Tiere möglichst gut beobachten zu können, ist natürlich eine Lage in Nähe des Hauses ideal. Haben Sie eine Terrasse, dann ist der Bereich direkt davor am besten geeignet. Eine hochwertige Technik wird ja für den Koiteich auch benötigt und diese können Sie dann prima im Haus unterbringen, was auch die Wartung und Pflege erheblich vereinfacht.

Die Fische stammen ja ursprünglich aus Japan, und dort ist es sogar so, dass ein Teil des Teiches bis ins Haus reicht. So haben die Fische einen wärmeren Bereich und Sie können sich auch bei schlechter Witterung bequem um Ihre Tiere kümmern. Natürlich ist das mit einem enormen Kostenaufwand verbunden und auch die Umsetzung ist nicht ganz einfach. Es sollte nur eine interessante Anregung sein, falls Sie zum Beispiel den Neubau eines Hauses planen.

Viele befürchten, dass der Teich direkt am Haus im Sommer Schwärme von Mücken anzieht (Lesetipp: Effektives Hausmittel gegen Mücken). Das ist zwar gut möglich, doch werden sie auch von den Fischen gefressen. Durch die Nähe zum Haus lassen sich auch die natürlichen Fressfeinde der Kois auf Abstand halten, da sie Menschen eher meiden. Darüber hinaus kann das Gebäude auch Schatten auf den Teich werfen, was besonders wichtig ist, denn der Koiteich sollte immer über schattige und sonnige Bereiche verfügen.

➤ Tipp 2 – Die Abmessungen des Koiteichs:

➥ Mindestvolumen:

Abmessungen des KoiteichsKois sind ja sehr große Fische. Um sie artgerecht zu halten, braucht sie also auch entsprechend viel Platz. Der Teich muss also ein bestimmtes Mindestvolumen haben. Berechnen Sie das Gesamtvolumen am besten nach der Anzahl der Fische, die Sie später einsetzen möchten. So wird’s gemacht:

Für einen einzelnen Koi rechnet man mit einem Minimum von 5.000 Litern Wasser. Doch da man Kois ja nicht alleine hält (mindesten 5 sind empfehlenswert), muss der Teich natürlich deutlich größer sein. Für jeden weiteren Fisch steigt das Volumen um 1.000 Liter. Beabsichtigen Sie also die Haltung von 10 Tieren, dann sollte Ihr Koiteich dementsprechend ein Volumen von mindestens 15.000 Litern haben. Das sind die Mindestanforderungen, größer ist natürlich immer besser.

➥ Form/Größe/Tiefe:

Bei der Form ist eine längliche ideal. Optimal wäre eine Größe von 6 x 3 Metern, was einer Fläche von 18 Quadratmetern entspricht. Planen Sie dann noch eine Tiefe von 150 Zentimeter ein, hätten Sie ein Gesamtvolumen von 25.000 Liter. Somit hat der Teich bei einer relativ kleinen Grundfläche doch ein ganz ordentliches Fassungsvermögen.

Die Tiefe sollte durchgängig gleich sein, denn beim Koiteich brauchen Sie keine unterschiedlichen Pflanzzonen einplanen. Wünschenswert wäre allerdings eine Tiefe von zwei Metern. Das ist das Optimum, damit die Fische auch sicher überwintern können.

➤ Tipp 3 – Das Teichbecken für den Koiteich:

TeichbeckenBei der Umsetzung des Teichbeckens kommt es vor allem auf den Untergrund an. Ist dieser schön fest, also besteht er aus Ton oder Lehm, dann sollte eine Teichfolie mit einer Stärke von 1 Millimeter ausreichen. Empfehlenswert ist dabei, dass Sie sich die Folie gleich an der ausgehobenen Stelle auf die benötigte Größe zuschneiden lassen. Diese sollte beim Auslegen dann keine Falten besitzen, denn dort können sich später nicht nur Schmutz, sondern auch Keime ansiedeln. Genau deswegen sollten Sie die Folie in den Ecken erst einmal einschneiden und diese Stellen anschließend wieder verschweißen.

Ist der Untergrund in Ihrem Garten nicht fest genug, dann müssen Sie das Teichbecken aus Beton gießen, sonst haben Sie keine ausreichende Stabilität. Diese Arbeiten können Sie angesichts der Größe nicht wirklich selbst durchführen. Sie müssen also eine Fachfirma damit beauftragen. Nachdem das Teichbecken eingelassen ist, wird es dann ebenfalls mit Folie ausgekleidet.

Teuer, aber dafür am haltbarsten und strapazierfähigsten ist ein Teichbecken aus mit Glasfasern verstärktem Kunststoff, dem so genannten GFK. Das Tolle daran: Fachfirmen können solche Becken immer nach den Vorgaben des Kunden modellieren.

➤ Tipp 4 – Die richtige Technik für den Koiteich:

➥ Filter/Teichpumpe:

Technik für den KoiteichDa die Kois sehr teuer sind, müssen Sie alles für die Gesunderhaltung tun. Das fängt natürlich bei der Qualität des Wassers an, welche stets gleichbleibend sein muss. Basis dafür ist ein hochwertiger Filter. Da die Tiere das Wasser sehr stark verschmutzen, sollte der Filter dementsprechend auch leistungsstark sein. Beim Kauf eines Filter sollten Sie lieber ein größeres Modell wählen, auch wenn ein kleineres für das Teichvolumen ausreichen würde. Eventuell müssten Sie sonst später aufrüsten, und das wird dann aufwändig und teuer.

Die Teichpumpe wird immer am Ende des Filters platziert. Sie kann das saubere Wasser dann wieder zurück in den Koiteich führen.

➥ Oberflächensauger/Bodenläufe:

Bewährt hat sich bei Koiteichen vor allem ein Oberflächensauger (auch Skimmer genannt) und dazu noch ein paar Bodenläufe. Diese transportieren das verschmutzte Wasser in einen mechanischen und dann in einen biologischen Filter. Der biologische Filter sollte unbedingt über eine Belüftung verfügen, denn nur so erhalten die Bakterien darin genügend Sauerstoff, um ihre Arbeit ordentlich verrichten zu können.


Foto1: © Julianna Olah - Fotolia.com, Foto2: © Alexandr Steblovskiy - Fotolia.com, Foto3: © WoGi - Fotolia.com, Foto4: © daseaford - Fotolia.com

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