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Koreatanne – Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Durch eine fehlerhafte Pflege werden Koreatannen anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese erkennen und richtig behandeln.

Koreatanne - Krankheiten und Schädlinge
© Pixelmixel – Fotolia.com

Koreatannen (Abies koreana) kommen in der Regel sehr gut mit unserem Klima zurecht und gelten als robuste und wenig anfällige Pflanzen. In den Bergwäldern Südkoreas zuhause, kommt die Pflanze auch sehr gut mit einem eher rauen Klima zurecht und übersteht den Winter im Freiland ohne Schutzmaßnahmen. Dennoch bleiben das Auftreten von Krankheiten und der Befall mit Schädlingen nicht vollständig aus. Daran ist der Hobbygärtner oft nicht ganz unschuldig, denn auch Pflegefehler können die Pflanze schwächen und damit das Auftreten von Schadbildern begünstigen. Erfahren Sie nun, welche Krankheiten und Schädlinge auftreten können, wie sie diese rechtzeitig erkennen und dem Befall wirkungsvoll begegnen können.

Wollläuse

Wollläuse machen ihrem Namen alle Ehre und der Befall ist mit bloßem Auge gut zu erkennen. Die Triebe und Nadeln überzieht ein heller wolliger Belag, der an Watte denken lässt. Je nach Stärke des Befalls kann der Belag als kleine Punkte sichtbar werden oder sich als großflächige Abzeichnung über die gesamte Pflanze ziehen. Findet sich zudem auf den Nadeln der Koreatanne ein gräulicher Belag, dann ist die Pflanze zusätzlich mit Rußtau befallen. Dies kommt leider recht häufig vor, denn der Pilz lebt von den Ausscheidungen der Wollläuse.

Wollläuse effektiv bekämpfen

Wolllaus
© boedefeld1969 – Fotolia.com

Wollläuse lassen sich auf natürlichem Wege bekämpfen, indem Sie die Schädlinge akribisch absammeln. Dabei sollten Sie gründlich vorgehen, denn werden auch nur wenige Tiere vergessen, ist der Schaden nicht behoben. Gegen Wollläuse recht effektiv wirkt auch Seifenlauge, welche Sie regelmäßig über die befallenen Pflanzenteile spritzen sollten. Florfliegen und Schlupfwespen gelten als natürliche Fressfeinde.

Tipp: Sie brauchen nur die Wollläuse effektiv bekämpfen. Ist Ihnen dies gelungen, verschwindet auch der Rußtau, da dem Pilz die Nahrungsgrundlage entzogen wurde.

Der Handel bietet auch chemische Schädlingsbekämpfungsmittel an. Dies sollten Sie jedoch lediglich als letzten Ausweg in Erwägung ziehen. Gehen Sie bei der Anwendung strikt nach den auf der Gebrauchsanweisung genannten Fakten vor, denn es handelt sich um Gift.

Rindenläuse wirksam behandeln

Rindenläuse sind nur wenige Millimeter groß und daher mit bloßem Auge nur schwer auszumachen. Die Schädlinge befallen hauptsächlich größere Nadelgewächse und leben von deren Zellsaft.

Für die Bekämpfung der Rindenläuse ist es meist ausreichend, die Pflanze regelmäßig mit einem harten Wasserstrahl zu behandeln. Auch ein Sud aus frischen Brennnesselblättern kann gegen den Befall mit Rindenläusen helfen.

Tipp: Auch durch die Entfernung stark befallener Triebe sorgen Sie für eine Reduzierung des Befalls.

Grauschimmelfäule gezielt beseitigen

Der Grauschimmelfäule lässt sich durch artgerechte Pflege vorbeugen. Erhält die Pflanze einen durchlässigen Boden, kann sie sich optimal entwickeln und wird sich weniger anfällig für Krankheiten zeigen. Grauschimmelfäule tritt auch auf, wenn die Bäume nicht luftig genug stehen und zum Beispiel mit anderen Gewächsen in einer Reihe gepflanzt werden. Für die Krankheit verantwortlich ist der Pilz Botrytis cinerea.

Ist die Pflanze von Grauschimmelfäule betroffen, werden besonders die jungen Triebe vermehrt absterben. Schneiden Sie die betroffenen Pflanzenteile großzügig heraus. Der Pilzbefall lässt sich nur schwer mit Hausmitteln behandeln und bei stärkerem Befall wird es in der Regel notwendig werden, auf chemische Mittel zurückzugreifen. Auch hier gilt, die Herstellungshinweise genau zu beachten, damit andere Pflanzen nicht geschädigt werden und kein Risiko für die eigene Gesundheit besteht.

Hilfe, braune Nadeln

braune Nadeln
© Silvia Hohaus – Fotolia.com

Bekommt die Koreatanne braune Nadeln, kann dies verschiedene Ursachen haben. In der Regel liegt eine Mangelerscheinung vor. Wo genau der Mangel zu suchen ist, gilt es genauer zu untersuchen. Erscheinen die Nadeln zunächst gelb und färben sich mit der Zeit Rotbraun, liegt ein Kalium-Mangel vor. Zeigen sich besonders an älteren Nadeln gelbe Verfärbungen, fehlt es der Koreatanne vermutlich an Magnesium.

Tipp: Auch ein zu dunkler Stand oder ein zu schwerer Boden können zu einer Verfärbung der Nadeln führen.

Gewissheit bringt Ihnen eine Bodenanalyse. Dann erfahren Sie genau, welche Nährstoffe der Pflanze fehlen und können mit einer entsprechenden Düngung entgegenwirken. Zu schwere Böden gilt es aufzulockern und mit Sand oder Kies durchlässiger zu machen. Gegen einen zu dunklen Standort hilft nur das Umsetzen der Koreatanne.

Hilfe, Nadelfall

Wirft die Koreatanne ihre Nadeln ab, gilt ähnliches wie bereits bei einer Verfärbung der Nadeln beschrieben. Leidet die Pflanze seit längerer Zeit unter diversen Mangelerscheinungen, ist das Verkahlen der Koreatanne nicht unüblich. Auch hier sollte zunächst überprüft werden, ob die Koreatanne ausreichend Feuchtigkeit erhält und der Boden nicht zu schwer und undurchlässig erscheint. Koreatannen benötigen zwar vergleichsweise wenig Nährstoffe, dennoch kann es zu Magnesiummangel kommen. Setzen Sie daher auf einen Volldünger mit hohem Magnesiumanteil.

Staunässe lässt Koreatannen leiden

Die Kieferngewächse vertragen keine Staunässe. Staunässe entsteht, wenn das Wasser nicht abfließen kann und die Wurzeln angreift. Die Pflanze kann dann nicht mehr ausreichend Nährstoffe aufnehmen. Bleibt eine Staunässe im Boden unerkannt, kann dies zum Absterben der Pflanzen führen.

So verhindern Sie Staunässe bei der Freilandpflanzung

Bereits bei der Pflanzung ist es wichtig, den Boden gut aufzulockern. Schwere, lehmhaltige Böden sind für die Pflanzen nicht geeignet und sollten in jedem Fall mit Sand oder groben Kies durchlässiger gestaltet werden. Dadurch verliert der Boden an Kompaktheit und das Gießwasser kann besser abfließen.

Tipp: Vermeiden Sie Unterpflanzungen der Koreatanne. Dies begünstigt eine Verdichtung des Bodens.

Entfernen Sie regelmäßig den Bewuchs rund um die Koreatanne. Durch das Anlegen eines Gießrandes kann die Pflanze das Wasser besser aufnehmen. Mulchen Sie regelmäßig, trocknet der Boden weniger schnell aus.

So verhindern Sie Staunässe bei der Kübelhaltung

Nadelgehölz im Pflanzkübel
Nadelgehölz im Pflanzkübel – © wondermallow – Fotolia.com

Auch hier beginnt die Vorsorge bereits bei der Pflanzung. Wählen Sie einen Pflanzkübel , der über ausreichend Abzugslöcher für Flüssigkeit im Boden verfügt.

Tipp: Steht die Pflanze im Übertopf, ist das Gießwasser regelmäßig zu entfernen.

Eine wirkungsvolle Maßnahme gegen Staunässe ist das Anlegen einer Drainage. Hierfür legen Sie auf dem Boden des Pflanzgefäßes groben Kies oder Tongranulat aus, bevor Sie die Pflanzerde auffüllen. Dies erleichtert den Abfluss des Gießwassers.

Krankheiten durch richtige Pflege vermeiden

Standortwahl

Ein heller und halbschattiger Standort bekommt der Koreatanne am besten.
Dabei ist für größere Sorten die Alleinstellung zu empfehlen.
Die Gewächse gedeihen auch an sonnigen Standplätzen, benötigen dann aber entsprechend mehr Wasser.

Bodenqualität

Ein lockerer und durchlässiger Boden ist für die Koreatanne wichtig.
In einem schweren Boden können sich die zarten Wurzeln nicht ausbreiten und die Pflanze nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgen.

Gießen und Düngen

Das Substrat sollte nicht vollständig austrocknen.
Vermeiden Sie Staunässe.
Bewässern Sie wenn möglich mit Regenwasser, statt mit Leitungswasser.
Düngungen sind meist nicht nötig.
Braune Nadeln können einen Magnesiummangel anzeigen.

Foto1: © Pixelmixel - Fotolia.com, Foto2: © Silvia Hohaus - Fotolia.com, Foto3: © wondermallow - Fotolia.com

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