Haben Sie schon mal orange Himbeeren gesehen? Genau genommen handelt es sich dabei um Lachsbeeren. Wie sie angebaut und gepflegt werden, erkläre ich hier.

Es gibt so einige schöne Gewächse im Garten, die immer wieder für einen Hingucker sorgen. Vor allem, wenn sie einem noch gar nicht bekannt sind. So haben Sie sicherlich auch große Augen gemacht, als Sie das erste Mal weiße Ananas-Erdbeeren, Melonenbirnen oder Kiwibeeren gesehen haben. Schließlich sind diese neueren Kreuzungen bzw. Züchtungen bisher nicht überall bekannt. Und das gilt eben auch für die Lachsbeere. Leuchtend rosa-rote Himbeeren kennen wohl alle. Aber orangefarbene Beeren, die Himbeeren sehr ähneln, nur die wenigsten. Doch keine Sorge. In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen alles, was Sie über die Lachsbeere wissen müssen.

Herkunft

Die Lachsbeere, botanisch als Rubus spectabilis bezeichnet, stammt ursprünglich aus Nordamerika. Hier ist sie vor allem an der Westküste zwischen Alaska und Kalifornien verbreitet und wird dort Salmonberry genannt. Schon früher wurden die orangefarbenen Beeren von den indigenen Völkern in der Wildnis gesammelt. Und das vor allem während der Ankunft der Lachse im Columbia River. Denn zu diesem Zeitpunkt sind die Früchte reif. Traditionell wurden sie dann mit dem Lachsrogen vermischt und verzerrt. Daher auch die Bezeichnung „Lachsbeere“. Sie wird aber auch gerne Pracht-Himbeere, Himbeerrose oder Rosenhimbeere genannt. Denn nicht nur die Früchte machen optisch einiges her, sondern auch die Blüten, die an kleine Rosen erinnern.

Aussehen, Wuchs und Geschmack

Lachsbeere pflanzen, pflegen und vermehren
Lachsbeeren werden auch Pracht-Himbeeren genannt – © Cindy Miller Hopkins/Danita Delimont / stock.adobe.com

Bei der Lachsbeere handelt es sich um einen laubabwerfenden und mehrjährigen Strauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), der eine Höhe von 1 bis 2 Metern erreichen kann. Während die jungen Triebe grün und leicht behaart sind, verholzen ältere Zweige und können somit rötlich-braun werden. Die Blätter wiederum sind meist 15 bis 30 cm lang, scharf gezähnt und auf der Unterseite weich behaart.

Vom frühen Frühling bis zum Frühsommer trägt die Pflanze auffällige rosafarbene Blüten, die aufgrund ihres Nektars zahlreiche Insekten anziehen. Ab Ende Juli bis August erscheinen dann die Früchte. Sie sind gelblich bis orangefarben, ähneln Himbeeren, sind mit bis zu 2 cm aber größer und besitzen einen wässrigen, süß-säuerlichen Geschmack. Sie können jedoch nicht nur roh verzehrt werden. Die Lachsbeeren eignen sich auch hervorragend zur Herstellung von Marmelade, Gelee, Säften oder Obstwein. Somit ist die Pracht-Himbeere nicht nur eine attraktive Zierpflanze, sondern auch noch eine schmackhafte Nutzpflanze.

Steckbrief

Lachsbeere (Rubus spectabilis)
weitere Bezeichnungen:Pracht-Himbeere, Himbeerrose, Rosenhimbeere
Wuchshöhe:1 – 2 m
Blüte:rosa
Erntezeit:Ende Juli bis August
Standort:Sonne bis Schatten
Boden:gut durchlässig, humusreich, feucht
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Besonders schöne Sorten

Lachsbeere pflanzen, pflegen und vermehren
Die Blüten der Lachsbeere ‚Olympic Double‘ erinnern an Rosen – © Anna70/Wirestock Creators / stock.adobe.com

Die Lachsbeere ist vor allem in ihrer wilden Form bekannt. Es gibt also nicht viele weitverbreitete Sorten, wie es bei vielen anderen Beerenfrüchten der Fall ist. Bekannt sind vor allem diese beiden Sorten:

Lachsbeere Olympic Double‘

Bei dieser Sorte handelt es sich um eine Lachsbeere mit gefüllten Blüten in einem intensiven Rosa. Diese Sorte war es wohl auch, die für die Bezeichnung Himbeerrose bzw. Rosenhimbeere gesorgt hat. Denn die Blüten erinnern an Englische Rosen. Während die Blüten groß und üppig sind, fällt die Ernte eher gering aus. Grund hierfür sind wohl die großen Blüten, welche die Befruchtung erschweren.

Lachsbeere ‚Pacific Rose‘

Im Vergleich zur ‚Olympic Double‘ bildet diese Lachsbeeren-Art verhältnismäßig kleine, aber dennoch wunderschöne Blüten in Pink aus. Sie ähnelt sehr der Ur-Form der Lachsbeere. ‚Pacific Rose‘ bildet von Anfang Juni bis in den Juli hinein gelb-orange bis dunkelrote Früchte aus, die nicht nur köstlich aussehen, sondern auch angenehm süß sind.

Standort und Boden

Rubus spectabilis bevorzugt einen halbschattigen bis sonnigen Standort. Wobei mehr Sonne immer gut ist, denn je mehr Sonnenlicht die Früchte abbekommen, desto saftiger und intensiver schmecken sie. Wichtig ist nur, dass am Standort zuvor kein Rosengewächs gewachsen ist. Ansonsten könnte es nämlich passieren, dass Ihre Lachsbeeren nicht sehr ertragreich oder krankheitsanfällig sind.

Die Pracht-Himbeere bevorzugt vor allem einen gut durchlässigen und humusreichen Boden. Da sie in ihrer Heimat vor allem in Uferzonen von Flüssen und in feuchten Waldgebieten zu finden sind, gedeihen sie sogar prima in feuchten Böden.

Pflanzanleitung

Möchten Sie sich die Pracht-Himbeere in den Garten holen, so sollte Sie diese am besten im Herbst in die Erde setzen. Gehen Sie dabei einfach folgendermaßen vor:

  1. Bereiten Sie das Pflanzloch gründlich vor, indem Sie den Boden tiefgründig auflockern und mit Kompost anreichern. Dabei empfiehlt es sich nicht nur, das Pflanzloch in doppelter Breite des Wurzelballens anzulegen, sondern auch den Boden etwa 30 cm um das Pflanzloch herum mit aufzulockern, damit es die Wurzeln beim Einwachsen später leichter haben.
  2. Setzen Sie die Pflanzen anschließend in einem Abstand von etwa 1,5 bis 2 Metern zueinander in den Boden.
  3. Gießen Sie die neu gepflanzten Sträucher abschließend gründlich an.

Ist nicht genügend Platz im Garten vorhanden, können Sie die Lachsbeere auch in einen ausreichend großen Kübel pflanzen. Hierfür empfiehlt es sich auf spezielle, im Handel erhältliche Beerenobsterde zurückzugreifen.

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Tipps zur Pflege

Lachsbeere pflanzen, pflegen und vermehren
Mit etwas Pflege gedeihen Lachsbeeren prächtig – © Yulia Shutikova / stock.adobe.com

Lachsbeeren sind sehr robust, winterhart und benötigen kein Rankgerüst oder Ähnliches. Nur ein wenig Pflege ist wichtig. Dabei sollten Sie die folgenden Pflegehinweise beachten:

Gießen:

Bei der Lachsbeere müssen Sie nicht allzu oft zur Gießkanne greifen. Eigentlich nur dann, wenn es im Sommer sehr heiß ist und nicht regnet. Dann ist es ratsam, täglich zu gießen. Achten Sie dann allerdings darauf, dass keine Staunässe entsteht.

Düngen:

Düngen können Sie im Herbst, wenn die Erntezeit vorbei ist. Und dann zum Beispiel mit Kompost, Brennnesseljauche, Mulch oder Stallmist. Pflanzen im Kübel düngen Sie hingegen am besten mit einem organischen Flüssigdünger aus dem Handel.

Schnitt:

Zur Gartenschere müssen Sie bei der Pracht-Himbeere nicht unbedingt greifen. Es empfiehlt sich nur dann zu schneiden, wenn die Ernte gering ausfiel. Dann ist es ratsam, abgetragene Ruten im Herbst bodennah abzuschneiden.

Überwinterung:

Für den Winter müssen Sie keine besonderen Vorkehrungen treffen, denn die Lachsbeere ist winterhart.

Krankheiten und Schädlinge bekämpfen

Lachsbeeren sind nicht nur winterhart, sondern auch ziemlich robust gegen Krankheiten und Schädlinge. Dennoch können sie gelegentlich von Grauschimmel oder dem Himbeerkäfer befallen werden.

Grauschimmel:

Grauschimmel erkennen Sie an einem grauen, staubigen Belag auf den Blättern und Blüten. Bekämpfen können Sie diesen, indem Sie alle betroffenen Blätter, Stängel, Früchte und Blüten entfernen. Entsorgen Sie die Pflanzenteile aber auf keinen Fall auf dem Kompost, sondern über den Hausmüll. Der Pilz kann nämlich auf dem Kompost überleben.

Himbeerkäfer:

Sie können am einfachsten Himbeerkäfer bekämpfen, indem Sie diese absammeln. Sie können aber auch beleimte Weißtafeln von Mitte April bis Mitte Juli in den Strauch hängen.

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Vermehrung

Lachsbeere pflanzen, pflegen und vermehren
Lachsbeeren lassen sich z.B. über Steckhölzer vermehren – © sementsova321 / stock.adobe.com

Lachsbeeren lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise vermehren. Jedoch nicht über Samen. Es ist zwar möglich, aber verspricht keinen allzu großen Erfolg. Empfehlenswerter ist es, die Lachsbeere durch Absenker, Teilung oder Steckhölzer zu vermehren.

• Vermehrung durch Absenker:

Die Vermehrung durch Absenker ist die wohl einfachste Methode, um Lachsbeeren zu vermehren. Hierfür müssen Sie nur einen Trieb zur Erde hin führen, eingraben (dabei sollte die Triebspitze über der Erde bleiben) und fixieren. Schon nach kurzer Zeit bilden sich am Trieb unter der Erde Wurzeln aus, sodass dieser abgetrennt und neu eingepflanzt werden kann.

• Vermehrung durch Teilung:

Haben Sie über die Jahre eine große Lachsbeerenpflanze herangezogen, können Sie diese mithilfe von einem Spaten teilen und somit vermehren. Also so, als würden Sie Stauden teilen. Der eine Teil kann dann an Ort und Stelle bleiben, der andere kann wiederum einen neuen Platz im Garten erhalten.

• Vermehrung durch Steckhölzer:

Wesentlich aufwendiger ist die Vermehrung über Steckhölzer. Hierfür müssen Sie im Oktober Ruten abschneiden und diese in circa 20 cm lange Stücke teilen. Diese Stücke sollten am besten jeweils vier Knospen besitzen. Stecken Sie die Stücke in kleine Töpfe mit Anzuchterde. Achten Sie dabei darauf, dass sich zwei Knospen unter der Erde befinden. Bis zum nächsten Herbst sollten die Steckhölzer genügend Wurzeln ausgebildet haben, sodass sie in den Garten gepflanzt werden können.

Gartentipp des Tages!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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