Entdecken Sie hier alles über die faszinierende Kratzbeere (Rubus caesius). Vom idealen Standort über die richtige Pflege bis hin zur Vermehrung.

Kratzbeere
Kratzbeeren ähneln sehr Brombeeren – © Claudia Paul / stock.adobe.com

Die Kratzbeere ist mit Brombeeren und Himbeeren verwandt. Auch sie bildet essbare Früchte, die im Juli und August geerntet werden können. Mit der richtigen Pflege und Aufmerksamkeit kann die Kratzbeere ein wunderbares Highlight in Ihrem Garten werden, das nicht nur das Auge erfreut, sondern auch den Gaumen verwöhnt.

🌍 Herkunft

Die Kratzbeere, botanisch als Rubus caesius bekannt, gibt es in ihrer heimischen Form auf der gesamten Fläche zwischen Europa und Westsibirien. Sie wächst von den Ebenen bis ins Gebirge und kommt auch in 1000 m Höhe in den Alpen vor.

🌱 Aussehen & Wuchs

Die Kratzbeere ist eine mehrjährige, krautige Pflanze. Sie zeichnet sich durch ihre dünnen, bogigen Stängel und ihre blauen, leicht behaarten Früchte aus, die sich im Sommer bilden. Die Früchte sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch essbar. Als Mitglied der Rosengewächse (Rosaceae) hat die Kratzbeere feine Stacheln. Diese erreichen allerdings nur eine Länge von 1 – 2,5 mm und stechen damit nicht sehr stark.

In der Breite kann die Kratzbeere Maße zwischen 1 und 2 m erreichen, in der Höhe bleibt sie mit 20 bis 120 cm dagegen überschaubar. Die durchschnittliche Höhe von etwa 40 cm lässt nicht auf die tiefe Verwurzelung schließen. Dadurch wird die Kratzbeere allerdings robust und verträgt Frost bis zu -28 C°.

Das ist das charakteristische Aussehen der Kratzbeere:

  • niederliegende Ruten
  • blau bereifte Zweige mit kurzen Stacheln
  • wechselständige dreizählige Blätter
  • Blattform zwei- bis dreilappig in Rauten- bis Ei-Form
  • unregelmäßiger und gesägter Blattrand
  • häufig behaarte Blattspreite
  • weiße doldenförmige Blütenbüschel im Mai und Juni
  • reife Früchte sind bläulich und bestehen aus mehreren kleinen Beeren

📋 Kurzer Steckbrief zur Kratzbeere

Kratzbeere (Rubus caesius)
Wuchsbreite: 1 – 2 m
Wuchshöhe: 20 – 120 cm
Standort: Halbschatten, Schatten
Boden: feucht, gut durchlässig
Besonderheit: essbare Früchte

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Mehr Informationen

⛅ Den passenden Standort finden

Als heimische Pflanze kommt die Kratzbeere gut mit den lokalen Klimabedingungen zurecht. Die Kratzbeere bevorzugt einen Standort im Halbschatten bis Schatten. Sie kommt besonders gut an Orten zur Geltung, an denen sie vor der prallen Mittagssonne geschützt ist.

🪴 Das ideale Substrat auswählen

Wie jede Pflanze hat auch die Kratzbeere einen bevorzugten Boden. Feuchtigkeit ist für sie kein Problem. Teilweise hält sie sogar Überschwemmungen aus. Die Pflanze gedeiht am besten in durchlässigen bis humosen Böden mit einem hohen Anteil an Lehm oder Ton. Der Boden sollte dabei immer ausreichend feucht sein und nicht austrocknen. Der pH-Wert sollte im basischen Bereich liegen, weshalb kalkhaltige Böden gut geeignet sind.

👨🏻‍🌾 So pflanzen Sie die Kratzbeere richtig

Wollen Sie die Kratzbeere in Ihren Garten pflanzen, sollten Sie mit etwa drei Pflanzen pro m² rechnen. Bei milden Klimabedingungen ist die beste Pflanzzeit der Herbst. In kälteren Regionen sollten Kratzbeeren nach den Eisheiligen in den Boden kommen.

Pflanzanleitung:

  1. Wählen Sie einen geeigneten Standort im Garten aus.
  2. Graben Sie ein Loch, das doppelt so tief und breit wie der Wurzelballen ist.
  3. Setzen Sie die Pflanze ein und füllen Sie das Loch mit Erde.
  4. Gießen Sie ausreichend, sodass die Erde feucht, aber nicht durchnässt ist.

💡 Tipp:
Mulch hilft nach dem Anwässern dabei, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

💧 So wird die Kratzbeere richtig gepflegt

Damit die Kratzbeere in Ihrem Garten optimal wächst, sollten Sie sie passend zu ihren Bedürfnissen gießen, düngen und zurückschneiden.

◾ Gießen:

Die Kratzbeere muss regelmäßig gegossen werden, da sie trockene Böden nicht gut verträgt.

◾ Düngen:

Etwas Kompost im Frühjahr genügt für die Nährstoffversorgung bereits. Alternativ können Sie auch organischen Dünger für die Beerensträucher verwenden. Welcher sich besonders gut eignet, erfahren Sie in unserem Beitrag Organischer Dünger und seine Vorteile für den Garten.

◾ Rückschnitt:

Mit einem Wachstum von jährlich 20 bis 100 cm und einem dichten Wuchs erreicht die Kratzbeere schnell ihre finale Größe. Um dem dichten Wuchs Herr zu werden, ist ein regelmäßiger Schnitt notwendig. Nach der Blütezeit sollten Sie die Ruten zurückschneiden und nur einige kräftige Jungtriebe und Knospen stehen lassen. Haben Sie alte Pflanzen im Garten, vertragen diese auch einen deutlich radikaleren Rückschnitt.

◾ Krankheiten und Schädlinge bekämpfen:

Die Kratzbeere gilt grundsätzlich als sehr robust. Abgesehen vom notwendigen Rückschnitt ist sie sehr pflegeleicht und nicht besonders anfällig für Krankheiten und einen Befall durch Schädlinge. Trotzdem kann die Kratzbeere von Blattläusen oder Mehltau befallen werden. Bei einem Befall mit Blattläusen können Sie diese mit einer Seifenwasserlösung besprühen. Gegen Mehltau helfen hingegen fungizide Sprays. Weitere hilfreiche Bekämpfungsmethoden finden Sie in unserem Beitrag Mehltau erkennen, bekämpfen und vorbeugen.

🌿 Vermehrung der Kratzbeere

Die Vermehrung erfolgt am besten durch Stecklinge im Frühjahr oder durch Aussaat. Bei der Stecklingsvermehrung sollten diese in einem feuchten Substrat an einem schattigen Platz platziert werden.

Diese Gartentipps darfst du nicht verpassen!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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